Für was sind Klimaplatten?
Gefragt von: Herr Egbert Kroll B.Sc. | Letzte Aktualisierung: 7. Januar 2026sternezahl: 4.3/5 (35 sternebewertungen)
Klimaplatten (Calciumsilikatplatten) sind mineralische Baustoffe zur Schimmelsanierung und -prävention, indem sie überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und speichern, was Schimmel die Lebensgrundlage entzieht und gleichzeitig das Raumklima verbessert. Sie dienen auch zur Innendämmung, erhöhen die Wandoberflächentemperatur und verhindern so Kondenswasserbildung und Kältebrücken, ohne dabei schädliche Mineralfasern zu enthalten.
Was bringen Klimaplatten?
Die Klimaplatte besitzt als diffusionsoffener Baustoff erstaunliche Eigenschaften: Sie kann das dreieinhalbfache ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen, verteilen, speichern und bei Belüftung der Räume wieder abgeben. So entziehen Sie dem Schimmelpilz die Feuchtigkeit und damit seine Lebensgrundlage.
Warum sind Kalziumsilikatplatten so teuer?
Kalziumsilikatplatten sind teuer, weil sie durch einen speziellen Herstellungsprozess (Dampfhärtung) aus wertvollen mineralischen Rohstoffen (Siliziumdioxid, Kalziumoxid, Wasserglas) entstehen, eine lange Lebensdauer haben, ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sind und vor allem hervorragende Feuchtigkeitsregulierungseigenschaften für die Schimmelprävention bieten – ein Spezialvorteil gegenüber günstigeren Alternativen wie Polystyrol. Der Preis spiegelt also die hohe Qualität, Sicherheit und die spezialisierte Funktion wider, die über reine Wärmedämmung hinausgeht.
Kann ich Schimmel mit Kalziumsilikatplatten isolieren?
Dämmung führt nicht automatisch zu Schimmel; oft ist das Gegenteil der Fall, da sie Wandoberflächen erwärmt und so das Risiko senkt, aber unsachgemäße Dämmung (besonders Innendämmung), Wärmebrücken, mangelhafte Luftfeuchtigkeitskontrolle oder zu viel Feuchtigkeit durch alltägliche Aktivitäten wie Wäschetrocknen können Schimmel begünstigen. Wichtig sind eine fachgerechte Ausführung (z.B. Dampfsperren bei Innendämmung) und richtiges Lüften, um Kondensation zu vermeiden. Spezielle kapillaraktive Dämmmaterialien wie Kalziumsilikatplatten können helfen, Feuchtigkeit zu regulieren.
Kann es hinter Kalziumsilikatplatten schimmeln?
Ja, Schimmel kann hinter Kalziumsilikatplatten entstehen, wenn diese nicht fachgerecht montiert werden, z. B. bei Hohlräumen durch unvollflächigen Kleberauftrag, falsche Materialien, mangelnde Abdichtung oder wenn vorhandener Schimmel nicht vollständig entfernt wurde. Die Platten selbst sind schimmelhemmend (hoher pH-Wert), aber Feuchtigkeit, die durch bauliche Mängel oder falsche Verarbeitung eindringt, kann hinter den Platten zu Schimmel führen, besonders wenn die Wand darunter noch organische Anstriche hat. Eine sachgemäße Sanierung erfordert die vollständige Entfernung alten Schimmels und eine korrekte Anbringung mit systemkonformen Materialien, um die diffusionsoffenen Eigenschaften der Platten zu nutzen.
Calciumsilikatplatten gegen Schimmel - Was ist eine Klimaplatte | Wie funktioniert eine Klimaplatte
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Welche Vor- und Nachteile hat eine Innendämmung mit Kalziumsilikat?
Eine Innendämmung aus Kalziumsilikatplatten sorgt außerdem für ein gutes Raumklima, da das Material diffusionsoffen ist – also Luft und Wasserdampf durchlässt. Gleichzeitig ist Kalziumsilikat meist wasserabweisend (hydrophobisch) und hat einen hohen pH-Wert. Damit beugt es einem Schimmelbefall im Innenraum vor.
Wie hoch sind die Kosten für eine Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten?
Die Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten ist bei vielen Hausbesitzern eine beliebte Option. Die ungefähren Kosten für diese Art der Dämmung liegen bei 60€ pro Quadratmeter.
Welcher Putz kommt unter Kalziumsilikatplatten?
Die Kalziumsilikatplatten können mit mineralischen, diffusionsoffenen Putzen auf Kalkbasis versehen werden. Verwenden Sie am besten kalkbasierte Putze oder unseren gezielt abgestimmten Glättspachtel. Vorher Silikatgrundierung (mit Wasser im Verhältnis 1 : 5 verdünnt) auftragen.
Welche Alternativen gibt es zu Kalziumsilikatplatten?
Alternativen zu Kalziumsilikatplatten für die Innendämmung sind diffusionsoffene Materialien wie Holzfaser-, Hanf-, Schafwoll- oder Korkplatten, die Feuchtigkeit regulieren. Auch mineralische Platten wie Multipor (ähnlich Kalziumsilikat, aber oft günstiger) oder Blähton sind Optionen, während sich bei starkem Feuchtigkeitsschutz Zementplatten eignen, aber andere Eigenschaften haben. Die beste Wahl hängt von Dämmwert, Brandschutz, Budget und Feuchtigkeitsverhalten ab.
Kann man Kalziumsilikatplatten auf Putz kleben?
Ja, Kalziumsilikatplatten kann man auf Putz kleben, aber nur mit speziellen Systemen und Vorbereitung, besonders bei Gipsputz, wo eine spezielle Grundierung (z. B. verdünnt) zwingend notwendig ist, um Schimmelbildung und Haftungsprobleme durch Ettringit zu verhindern. Man benötigt einen speziellen, diffusionsoffenen Kleber (keinen Fliesenkleber!) und sollte die Platten danach mit einem ebenfalls diffusionsoffenen Silikat- oder Kalkputz verputzen, um die positiven Eigenschaften zu erhalten.
Wie stark dämmen Kalziumsilikatplatten?
Erreichbar sind bei einer Dämmdicke von 6 cm U-Werte von 0,7 bis 0,8 W/m²K. Die Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten für den Westgiebel ergab in unserem Fall für eine 6 cm dicke Innendämmung aus Kalziumsilikatplatten (Rohdichte etwa 300 kg/m³) einen U-Wert von 0,76 W/m2K.
Welcher Untergrund für Kalziumsilikatplatten?
Mineralische Untergründe z.B. Kalk-Sandsteine, Ziegelsteine, Kalkputze, Beton etc. sind bestens geeignete Untergründe für die Verarbeitung von Kalziumsilikatplatten.
Wann sind Kalziumsilikatplatten sinnvoll?
Kalziumsilikatplatten werden wann immer eine feuchtigkeitsregulierende Innendämmung nötig ist, insbesondere zur Schimmelprävention und -bekämpfung in Feuchträumen (Bad, Küche) oder bei Altbau-Sanierungen, wo Außendämmung nicht möglich ist (Denkmalschutz), um Wärmebrücken an Fensterlaibungen zu beseitigen und das Raumklima zu verbessern, eingesetzt. Sie eignen sich für Wände, Decken und Dachschrägen und nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab, was Schimmelbildung verhindert.
Kann ich Kalziumsilikatplatten Tapezieren?
Fachgerecht ist das Tapezieren von Kalziumsilikatplatten nicht. Wenn Sie jedoch nicht auf Tapete verzichten wollen, sollten Sie mit diffusionsoffener Tapete wie Glasfasertapete arbeiten. Bitte achten Sie zudem darauf einen diffusionsoffenen Tapetenkleister zu verwenden.
Wie befestige ich Kalziumsilikatplatten?
Kalziumsilikatplatten bringt man am besten vollflächig mit Spezialkleber an, wobei die Wand und die Platten vorher mit einer Silikatgrundierung behandelt werden müssen, um das schnelle Absaugen des Wassers zu verhindern, was die Verarbeitungszeit verlängert. Nach dem Grundieren wird der Kleber mit einem Zahnspachtel aufgetragen, die Platten fest angedrückt und anschließend mit einem Spachtel verspachtelt und geglättet, wobei Fugen mit Kleber und Armierungsgewebe gesichert werden können. Für höhere Sicherheit, besonders an Decken oder bei großen Flächen, werden zusätzlich Tellerdübel verwendet.
Welche Nachteile haben Kalziumsilikatplatten?
Nachteile von Kalziumsilikatplatten sind ihr hoher Preis, eine schlechtere Dämmleistung im Vergleich zu anderen Stoffen (erfordert dickere Platten und verursacht Raumverlust), die Notwendigkeit diffusionsoffener Oberflächenbehandlung (keine Latexfarben, Vinyltapeten), die Handhabung wegen des Gewichts und die Gefahr von Hohlräumen bei unsachgemäßer Montage, was Schimmel begünstigen kann, auch wenn der hohe pH-Wert Schimmel eigentlich hemmt.
Was bringt 2 cm Innendämmung?
Eine 2 cm Innendämmung bringt spürbar wärmere Oberflächen, schnellere Raumaufheizung und Energieersparnis, da sie die Wandfläche erwärmt und Kältebrücken minimiert, ohne viel Platz zu verbrauchen. Sie ist ideal für schwierige Fälle wie Denkmalschutz oder enge Räume, verbessert das Raumklima und kann bei Bedarf einfach nachgerüstet werden, da die Montage gerüstfrei ist, aber erfordert eine sorgfältige Ausführung, um Feuchtigkeitsprobleme zu vermeiden, so Fachbetriebe und Fachbetriebe.
Was ist besser als Kalziumsilikatplatten?
Bessere Alternativen zu Kalziumsilikatplatten hängen vom Anwendungsfall ab, aber für Wärmedämmung sind Multipor/Porenbeton oft günstiger bei ähnlicher Leistung, während Holzfaserplatten ökologisch punkten. Für Bereiche, die Feuchtigkeits- und Brandschutz erfordern, sind Kalziumsilikatplatten top, aber Zementplatten sind besser bei Wasserbeständigkeit. Für den Innenausbau sind Gipskartonplatten kostengünstiger, aber empfindlicher gegen Feuchtigkeit.
Welche Dicke sollte eine Kalziumsilikatplatte haben?
Zum Schutz vor Schimmel ist eine Dicke von 2,5 bis 3 cm ausreichend.
Warum ist Innendämmung problematisch?
Die Außenwand bleibt auf der Innenseite kalt, weil sie durch die Dämmung von der warmen Raumluft abgeschirmt wird. Deshalb kann es passieren, dass sich Feuchtigkeit, die aus dem Innenraum durch die Dämmschicht dringt, dort als Kondenswasser niederschlägt. Feuchteschäden und Schimmelbefall sind mögliche Folgen.
Wie lange halten Kalziumsilikatplatten?
Gehen die Klimaplatten nach ein paar Jahren kaputt? Klimaplatten aus Kalziumsilikat werden in Ihrer Funktionsfähigkeit auch nach Jahrzehnten nicht eingeschränkt. Die Platten sind stabil ausgelegt, so dass sie bei "normalem Wohnverhalten" nicht beschädigt werden können.
Was ist das stärkste Mittel gegen Schimmel?
Die besten Hausmittel zur Bekämpfung von Schimmel
- Wasserstoffperoxid: mindestens 3%-Lösung.
- Essig: Essigessenz mit hoher Konzentration.
- Alkohol: mindestens 70%-Lösung.
Ist Kalziumsilikat giftig?
Das Wort Kalziumsilikat klingt vielleicht im ersten Moment nach viel Chemie. Aber keine Angst: Die Platten bestehen aus natürlichen, mineralischen sowie pflanzlichen Rohstoffen, sind absolut schadstofffrei und gelten als wirkungsvolle Waffe zur Verhinderung von Schimmelpilzen an Innenwänden.
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