Zum Inhalt springen

Wie viel bekommt man für Totschlag?

Gefragt von: Catrin Bär-Lohmann  |  Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2026
sternezahl: 4.1/5 (55 sternebewertungen)

Strafgesetzbuch (StGB) § 212 Totschlag (1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. (2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

Was ist die Strafe, wenn man jemanden tötet?

Wenn man jemanden tötet, drohen in Deutschland je nach Umständen hohe Strafen: Mord (§ 211 StGB) wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet, da hier spezielle Mordmerkmale wie Habgier oder Heimtücke vorliegen müssen; Totschlag (§ 212 StGB) wird mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft, wobei auch lebenslänglich möglich ist; bei fahrlässiger Tötung (§ 222 StGB) sind es bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe, während die Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB) weniger hart bestraft wird. 

Wann zählt es als Totschlag?

Totschlag (§ 212 StGB) hat als Hauptmerkmal die vorsätzliche Tötung eines Menschen, jedoch ohne die spezifischen Mordmerkmale wie Heimtücke, Habgier, niedrige Beweggründe oder Mordlust (§ 211 StGB). Objektiv sind eine Handlung, der Tod eines anderen Menschen und ein kausaler Zusammenhang notwendig; subjektiv muss der Täter den Tod vorsätzlich (mindestens bedingt) gewollt haben, ohne die besonderen Verwerflichkeiten des Mordes. Das Strafmaß liegt bei 5 bis 15 Jahren, kann aber in schweren Fällen lebenslang sein. 

Was ist vorsätzliche Tötung?

Ein Mord liegt immer dann vor, wenn ein oder mehrere Mordmerkmale bei der Tathandlung verwirklicht wurden. Das bedeutet, dass die vorsätzliche Tötung auf eine gewisse Weise oder durch bestimmte Beweggründe oder Absichten des Mörders geprägt wurde.

Welche Strafe droht, wenn man jemanden tot fährt?

Wie sieht das Strafmaß für eine fahrlässige Tötung aus? Die fahrlässige Tötung gemäß § 222 StGB wird mit Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Bei einer fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr ohne Alkoholeinfluss ist häufig mit einer Geldstrafe zu rechnen.

Ein Tag im einzigen Todestrakt für Frauen

28 verwandte Fragen gefunden

Wer zahlt bei tödlichem Verkehrsunfall?

Wenn der Unfallverursacher stirbt, müssen seine Haftpflichtversicherung (falls vorhanden) und seine Erben für Schäden aufkommen, insbesondere für Bestattungskosten und Unterhaltsausfälle der Hinterbliebenen des Opfers, aber auch für eigene Schäden, die durch private Versicherungen (Unfall-, Lebens-, Risikolebensversicherung) gedeckt werden können, wobei die Zahlung durch die Haftpflichtversicherung oft auf einen Pauschalbetrag begrenzt wird. 

Was ist die Höchststrafe für Tod im Straßenverkehr?

Die Höchststrafe ist lebenslange Freiheitsstrafe . Die Strafzumessung bei fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr ist komplex und erfordert eine umfassende und gründliche Untersuchung, bevor eine Entscheidung über das Strafmaß getroffen werden kann.

Was kriegt man für Totschlag?

Für Totschlag (§ 212 StGB) droht in Deutschland eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren, in besonders schweren Fällen sogar lebenslange Freiheitsstrafe. Eine Geldstrafe ist nicht möglich, da stets eine Haftstrafe verhängt wird. Minder schwere Fälle (§ 213 StGB) können mit Freiheitsstrafen zwischen einem und zehn Jahren geahndet werden, während der versuchte Totschlag ebenfalls milder bestraft werden kann.
 

Wie hoch ist die Strafe bei Tötung auf Verlangen?

Strafgesetzbuch (StGB) § 216 Tötung auf Verlangen

(1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

Welche Beispiele gibt es für Totschlag?

Ein typisches Beispiel für Totschlag (§ 212 StGB) ist die Tötung eines Menschen in einem heftigen Streit, etwa durch einen Schlag oder Stich, ohne dass besondere Merkmale wie Heimtücke, Habgier oder niedrige Beweggründe vorliegen, die die Tat zum Mord (§ 211 StGB) erhöhen würden. Also: Ein Streit eskaliert, eine Person verliert die Kontrolle und tötet die andere, beispielsweise mit einem Messer, aber ohne Hinterhalt oder andere Mordmerkmale.
 

Wie lange Knast wegen Totschlag?

Für Totschlag (vorsätzliche Tötung ohne Mordmerkmale) droht in Deutschland eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, die höchstens 15 Jahre betragen kann; in besonders schweren Fällen kann es sogar eine lebenslange Freiheitsstrafe geben, während in minder schweren Fällen auch schon 1 Jahr möglich ist. Das genaue Strafmaß hängt stark vom Einzelfall und den Umständen der Tat ab. 

Welche 5 Mordmerkmale gibt es?

I. Täterbezogene Mordmerkmale: Gruppe 1

  • Mordmerkmal: Mordlust. ...
  • Mordmerkmal: Zur Befriedigung des Geschlechtstriebs. ...
  • Mordmerkmal: Habgier. ...
  • Mordmerkmal: Sonstige niedrige Beweggründe. ...
  • Mordmerkmal: Grausamkeit. ...
  • Mordmerkmal: Gemeingefährliche Mittel. ...
  • Mordmerkmal: Ermöglichungsabsicht. ...
  • Mordmerkmal: Verdeckungsabsicht.

Ist lebenslang 25 Jahre?

„Lebenslänglich“ bedeutet in Deutschland eine unbestimmte Freiheitsstrafe, die oft länger als 25 Jahre dauert, da Gerichte bei „besonderer Schwere der Schuld“ die Entlassung erst nach 20 oder 25 Jahren prüfen, oft aber noch länger festsitzen; die Mindestverbüßungsdauer liegt bei 15 Jahren, aber extrem lange Haftzeiten von 30 Jahren oder mehr sind möglich und die Haft endet nicht automatisch nach 25 Jahren, sondern hängt vom Einzelfall und Resozialisierungsfortschritt ab, wobei auch Sicherungsverwahrung möglich ist. 

Was passiert, wenn jemand bei einem Autounfall stirbt?

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall beginnen sofort behördliche Ermittlungen (Polizei/Staatsanwaltschaft) wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, es folgt ein mögliches Strafverfahren mit Anklage, und parallel laufen zivilrechtliche Prozesse für Schadenersatz und Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen (z.B. Unterhalt, Beerdigungskosten). Angehörige müssen sich oft mit psychischen Traumata (PTBS) auseinandersetzen und sollten sich rechtlich beraten lassen. 

Was passiert, wenn ein 12-Jähriger jemanden tötet?

Gemäß § 19 StGB sind Kinder unter 14 Jahren strafunmündig: § 19 StGB besagt: "Schuldunfähig ist, wer bei Begehung der Tat noch nicht vierzehn Jahre alt ist." Daher kann ein 12- oder 13-jähriges Kind, das jemanden tötet, nicht strafrechtlich belangt werden, da es nach deutschem Recht als strafunmündig gilt.

Ist Einschüchterung strafbar?

Ja, Einschüchterung ist in Deutschland strafbar, vor allem im Rahmen der Nötigung (§ 240 StGB), wenn jemand durch Gewalt oder Drohung mit empfindlichen Übeln zu einem bestimmten Verhalten gezwungen wird, und der Bedrohung (§ 241 StGB), wenn ein Verbrechen angedroht wird, das aber nicht tatsächlich ausgeführt werden soll. Die Grenze liegt oft darin, ob der Täter das Mittel (Drohung) zur Erreichung des Ziels (Einschüchterung/Nötigung) einsetzt; einfache Warnungen mit indirekten Konsequenzen sind meist nicht strafbar, eine direkte Drohung aber schon, wie bei Stalking oder Droh-Nachrichten. 

Ist Totschlag immer vorsätzlich?

Der Totschlag ist ein vorsätzliches Tötungsdelikt. Sollte der Vorsatz nicht gegeben sein, kann eine fahrlässige Tötung nach § 222 StGB einschlägig sein.

Welche Strafe droht, wenn man jemanden tot fährt?

Fahrlässige Tötung gehört demnach zu den „Straftaten gegen das Leben“, auf die laut § 222 StGB die folgende Strafe steht: Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Wann gilt es als Totschlag?

Totschlag: Begeht jemand eine vorsätzliche Tötung ohne Mordmerkmale, gilt dies als Totschlag, der mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren geahndet wird. Verjährung: Mord kennt keine Verjährungsfrist, während Totschlag nach 20 Jahren verjährt.

Was ist die Mindeststrafe?

Die Mindeststrafe bezeichnet im Strafrecht das Strafmaß, welches bei Erfüllung des Tatbestandes mindestens verhängt werden muss. Es richtet sich nach der Einzeltat.

Was ist minder schwerer Totschlag?

Ein minder Fall eines Totschlags i.S.d. § 213 StGB ist anzunehmen, wenn der Totschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem getöteten Menschen zum Zorn gereizt und hierdurch auf der Stelle zur Tat hingerissen wurde.

Was ist die häufigste Todesursache im Straßenverkehr?

Mit 15,3 Prozent sind Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, sowie Ein- und Anfahren die häufigste Unfallursache. Ein Moment der Unachtsamkeit oder eine falsche Einschätzung anderer Verkehrsteilnehmer kann schnell zu einer Kollision führen.

Was ist die Mindeststrafe für rücksichtsloses Fahren?

Welche Mindeststrafe droht bei rücksichtslosem Fahren in Kalifornien? In Kalifornien beträgt die Mindeststrafe bei einer Verurteilung wegen rücksichtslosen Fahrens fünf Tage Haft. Weitere mögliche Strafen sind eine Geldstrafe zwischen 145 und 1000 US-Dollar sowie zwei Punkte im Führerscheinregister.

Ist Tod eine Todesursache?

Definition

Als Todesursache bezeichnet man Krankheiten oder Verletzungen, die zum Tod eines Menschen führten (bzw. wesentlich dazu beitrugen) oder äußere Ursachen (Unfall, Gewalteinwirkung, etc.), die zu einer tödlichen Verletzung geführt hatten.

Vorheriger Artikel
Wie wächst man zusammen?
Nächster Artikel
Was googlen Menschen am meisten?