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Wie schwierig ist das Referendariat?

Gefragt von: Lilly Schumann B.Sc.  |  Letzte Aktualisierung: 4. März 2026
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Das Referendariat ist sehr anspruchsvoll, stressig und kräftezehrend, da es eine intensive Phase ist, in der hohe Erwartungen, permanentes Bewertetwerden (durch Lehrproben und Beobachtung) und ein enormer Arbeitsaufwand (Unterrichtsvorbereitung, Konferenzen etc.) den Alltag prägen, aber auch die Grundlage für das pädagogische Handwerkszeug legt. Viele empfinden es rückblickend als die stressigste Zeit ihres Lebens, aber auch als extrem lehrreich und wertvoll.

Wie viel Prozent schaffen das Referendariat nicht?

Denn von 29.500 Studienabsolventinnen und -absolventen, die den Vorbeitungsdienst beginnen, schließen ihn im Schnitt 28.000 ab – also relativ viele. „Die Schwundquote im Referendariat lag bei fünf Prozent“, so stellen die Autorinnen und Autoren fest.

Wie stressig ist das REF?

Als wäre das nicht schon eine Herausforderung, gilt der Lehrberuf allgemein als sehr stressig. Das liegt nicht nur an dem hohen Arbeitspensum und den vielfältigen Aufgaben wie zum Beispiel der Unterrichtsvorbereitung, der Teilnahme an Konferenzen, dem Konfliktmanagement oder Schulausflügen.

Kann man das Referendariat nicht bestehen?

Referendare sind im Staatsexamen also durchgefallen, wenn sie sowohl im Erstversuch als auch im Zweitversuch nicht bestanden haben. Ausnahmsweise besteht allerdings die Möglichkeit, das Staatsexamen noch ein drittes Mal zu schreiben, der sog. "Gnadenversuch".

Welche Kritik gibt es am Referendariat?

Es gibt viel Kritik am Referendariat. Zu wenig Austausch und Verbindung zwischen Universität und Studienseminar, zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten für angehende Lehrkräfte, zu wenig Kompatibilität zwischen den Bundesländern.

Praxisschock im Lehramt: Warum viele Lehrer im Referendariat aufgeben | NDR Info

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Wie viele Lehrer brechen das Referendariat ab?

Aus der Senatsantwort geht hervor, dass in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 223 Lehrer im Vorbereitungsdienst in Hamburg ihr Referendariat abbrachen – das entspreche einem durchschnittlichen Anteil von 2,3 Prozent an der Gesamtzahl der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, so der Senat.

Was bleibt netto im Referendariat?

Das Nettogehalt im Referendariat beträgt je nach Bundesland zwischen ca. 1.000 € und 1.600 € im Monat. Das Nettogehalt von Referendaren im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis beträgt ca. 80 % des Bruttogehaltes.

Wie hoch ist die Abbruchquote im Referendariat?

Im Referendariat hingegen liegt die Abbruchquote lediglich bei 5 Prozent. Die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing sagte dazu am 15. Januar 2025: „Der immer wieder beschriebene außerordentliche ‚Praxisschock' sowie besonders hohe Abbruchquoten im Referendariat sind ein Mythos!

Warum fällt man im Referendariat durch?

Gründe für das Durchfallen im Referendariat sind oft eine Kombination aus mangelnder fachlicher Tiefe, unzureichender pädagogischer Kompetenz (Reflexion, Einfühlungsvermögen, Organisation), schlechter Vorbereitung, Überfrachtung der Lehrproben (zu viele Ziele) und organisatorischen Fehlern (Arbeitsblätter vergessen, Sicherheitsmängel) sowie fehlender Selbstorganisation und Eigeninitiative. Auch Stress, Angst und die Erkenntnis, dass der Lehrerberuf doch nicht das Richtige ist, können zum Abbruch führen, wobei das Scheitern meist auf gravierende Fehler in der Praxis, wie in Lehrproben, zurückzuführen ist.
 

Wie hoch ist die Durchfallquote bei Lehramt?

Die Durchfall- und Abbruchquoten im Lehramtsstudium sind hoch, mit Schätzungen, die von 40-45% Abbrechern bis zum Referendariat reichen (Stifterverband, 2025). Obwohl manche Statistiken geringere Abbruchquoten im ersten Semester zeigen (z.B. 8% vs. 11% bei anderen Studiengängen), zeigen andere Zahlen, dass viele das Studium verlassen, oft wegen unzureichender Praxisbezüge, Zeitmangel und hohen Anforderungen, besonders in späteren Phasen wie dem Staatsexamen, wo Quoten von 20-30% möglich sind. 

Warum ist das Referendariat so hart?

Der Grundtenor der Referendar:innen ist so: Wenn man sehr guten Unterricht machen, eine persönliche Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen aufbauen, den Anforderungen im Seminar und in den Schulen gerecht werden will, dann kommt man an seine Grenzen und darüber hinaus.

Ist Lehramt ein leichtes Studium?

Lehramtsstudiengänge werden als leichtes Studium betrachtet. Meistens studiert man dabei zwei Fächer gleichzeitig auf Lehramt – Sie können sich einfach Ihre Lieblingsfächer aussuchen.

Sind Referendare noch Studenten?

Nein, als Referendar (nach dem ersten Staatsexamen/Studienabschluss) ist man rechtlich kein Student mehr, sondern ein Beamtenanwärter (oder Angestellter), der sich im Vorbereitungsdienst befindet, was eine eigenständige Phase der Ausbildung ist, ähnlich einem bezahlten Praktikum, oft mit eigenem Gehalt und Dienstbezeichnungen wie Lehramtsanwärter oder Studienreferendar (siehe Wikipedia-Seite zum Thema Lehramtsreferendariat). 

Wie hoch ist die Abbruchquote im Lehramt?

Die Abbruchquote im Lehramt ist uneinheitlich, aber es brechen viele Studierende ab – Schätzungen reichen von rund 20 % im Bachelor (unter dem Gesamtdurchschnitt) bis zu 40 % und mehr, wenn auch der Weg durchs Referendariat betrachtet wird, wobei die Zahl 40-41 % im Fokus aktueller Diskussionen steht, da von 47.000 Studienanfängern nur ca. 28.000 das Referendariat abschließen. Ursachen sind oft mangelnder Praxisbezug, hohe Anforderungen, finanzielle Schwierigkeiten und die Erkenntnis, dass der Lehrerberuf doch nicht der richtige Weg ist, wobei die Zahlen je nach Bundesland und Studiengang stark schwanken. 

Kann man mit 4.0 Abi bestehen?

Ja, man kann ein Abitur mit der Endnote 4,0 theoretisch bestehen, da dies die Grenze zum Bestehen darstellt und die Mindestanforderungen erfüllt, aber es ist ein sehr knappes Bestehen (ausreichend), und die Chancen für zulassungsbeschränkte Studiengänge sind gering, da viele Universitäten einen besseren Schnitt (oft 3,0 oder besser) erwarten oder brauchen. Mit 4,0 hat man es gerade noch geschafft, aber oft sind alternative Wege wie Fachhochschulen, duale Studiengänge oder Aufnahmeprüfungen besser, um auch mit dieser Note einen Studienplatz zu bekommen. 

Was ist eine gute Note im Staatsexamen Lehramt?

Wenn man die Notenschnitte für Planstellen als Referenz nimmt, dann ist ein Schnitt unter 1,5 ein wirklich guter/ sehr guter Schnitt.

Wie viele Referendare Lehramt fallen durch?

Nur elf Prozent der Referendare geben an, mit ihrem Gehalt im Vorbereitungsdienst auskommen zu können. Etwa jeder vierte Befragte würde den Lehrerberuf nicht wieder ergreifen (28 Prozent). Bei der letzten Gefährdungsbeurteilung im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 13 Prozent.

Wie viele Stunden arbeitet man im Referendariat?

Im Referendariat variiert die Stundenzahl stark je nach Bundesland, Schulform (Lehramt oder Jura) und Phase, aber generell liegt die Wochenbelastung bei Lehrkräften zwischen 20 und 30 Stunden (inkl. Seminare) und bei Jura-Referendaren bei etwa 40 Wochenstunden (exkl. Examensvorbereitung) – wobei der Aufwand durch Unterrichtsvorbereitung, Seminare, Stationen und Klausuren oft deutlich höher ist und sich im Laufe der Zeit anpasst. 

Wie viele brechen ihr Referendariat ab?

Bundesweit brechen fünf Prozent der angehenden Lehrkräfte ihr Referendariat ganz ab. »Die Ausbildungsqualität und der Theorie-Praxis-Bezug müssen gestärkt werden.

Wo ist das Referendariat am schwersten?

Wie gewohnt macht Bayern alles etwas anders. Für die jährlich etwa 1.500 Referendar:innen stehen am Ende des Vorbereitungsdienstes vier Zivilrechtsklausuren auf dem Plan. Außerdem beinhaltet eine Klausur des Examens auch das Steuerrecht. Mit insgesamt 9 Klausuren ist Bayern so der Spitzenreiter beim Assessorexamen.

Wie alt sind Referendare im Schnitt?

Wie immer haben die Referendare an Grundschulen das niedrigste Durchschnittsalter (26,3 Jahre). Schaut man sich den Anteil der weiblichen und männlichen Neueinstellungen an, haben die Männer leicht zugelegt: 33 Prozent der Referendare sind männlich (August 2020: 30 Prozent; Februar 2020: 29 Prozent).

Welches Studium hat die höchste Abbruchquote?

Studiengänge mit den höchsten Abbruchquoten sind oft die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) sowie einige Geisteswissenschaften und Ingenieurstudiengänge, wobei Mathematik häufig an der Spitze steht, gefolgt von Geowissenschaften, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Physik; auch Fächer wie Architektur, Chemie und Jura haben hohe Quoten, aber die genauen Zahlen variieren je nach Quelle und Universität, wobei Leistungsprobleme und die hohe Arbeitsbelastung im ersten Jahr die Hauptgründe sind.
 

Wie oft darf man im REF krank sein?

Im Referendariat gibt es keine starre Obergrenze, aber mehr als etwa 6 Wochen (ca. 30-42 Tage) Krankheit pro Ausbildungsabschnitt kann zur Verlängerung führen, da dies als unzumutbar gilt, was auch die Verbeamtung beeinflussen kann; Meldepflichten bestehen ab dem 1. Tag, ärztliche Atteste meist ab dem 4. Tag. Die genauen Regeln sind je nach Bundesland und Ausbildungsordnung unterschiedlich, aber Stress und der Kontakt mit vielen Viren sorgen oft für vermehrte Krankheitstage zu Beginn. 

Ist A13 ein gutes Gehalt?

Ja, A13 ist ein sehr gutes Gehalt, besonders im öffentlichen Dienst, da es zum höheren Dienst gehört und ein solides Einstiegsgehalt (oft über 5.000 € brutto monatlich bei Bund und Ländern) sowie eine gute Entwicklung bietet, vergleichbar mit akademischen Gehältern und über dem Durchschnittsverdienst, mit klaren Steigerungen durch Stufen und Bundeslandunterschiede, die es zu einem stabilen und sicheren Einkommen machen.
 

Ist es sinnvoll, neben dem Referendariat zu arbeiten?

Nebentätigkeit im Referendariat – generell erlaubt? Eine Nebentätigkeit muss immer vorab angemeldet und genehmigt werden, da der Referendar bzw. die Referendarin sich vordergründig auf die Ausbildung konzentrieren sollte. Je nach Bundesland gibt es daher Beschränkungen hinsichtlich der erlaubten Stundenzahl pro Woche.

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