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Wie oft darf ein Arbeitnehmer zum Arzt?

Gefragt von: Jörn Berndt  |  Letzte Aktualisierung: 4. Februar 2026
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Es gibt keine feste Zahl von Arztbesuchen, die einem Arbeitnehmer zustehen; entscheidend ist, ob der Besuch medizinisch notwendig ist und nicht außerhalb der Arbeitszeit stattfinden konnte. Bei akuter Erkrankung besteht ein Anspruch auf bezahlte Freistellung für die erforderliche Zeit inklusive Weg. Bei nicht dringenden Terminen, wie Routineuntersuchungen, muss versucht werden, diese in die Freizeit zu legen; bei unumgänglichen Terminen (z.B. Facharzt-Termine mit langer Wartezeit, Blutentnahme nüchtern) besteht aber auch dann ein Anspruch, wenn die Notwendigkeit dem Arbeitgeber glaubhaft dargelegt wird.

Wie viele Stunden stehen einem Arbeitnehmer für Arztbesuche zu?

Gut zu wissen: Für die regulären Vorsorgeuntersuchungen gilt in der Regel kein Recht auf bezahlte Freistellung, um einen Arztbesuch während der Arbeitszeit wahrzunehmen. Denn: Vorsorge- bzw. Routineuntersuchungen sind in den meisten Fällen nicht an bestimmte Zeiten gebunden und somit auf die Arbeitszeiten abstimmbar.

Wie oft darf man im Jahr zum Arzt gehen?

Die meisten gehen 3 bis 5 Mal pro Jahr zum Arzt

Darin sind Besuche sowohl beim Haus- als auch Facharzt inbegriffen. Weniger Personen gaben an, seltener (also 1 bis 2 Mal pro Jahr) oder häufiger (6 bis 20 Mal) in der Arztpraxis gewesen zu sein.

Wie oft darf ich während der Arbeitszeit zum Arzt gehen?

Eine ausdrückliche Obergrenze für die Dauer der Verhinderung ist im Gesetz nicht festgesetzt. Sie liegt jedoch - gemäß überwiegender Meinung - in der Regel bei einer Woche pro Anlassfall. Zur Dienstverhinderung zählen auch die erforderlichen Wegzeiten (z.B. von der Arbeit zur Behörde und zurück).

Ist ein Arztbesuch während der Arbeitszeit erlaubt und wer zahlt?

Für Arztbesuche während der Arbeitszeit besteht ein Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn der Termin dringend notwendig und nicht außerhalb der Arbeitszeit durchführbar ist, etwa bei akuten Beschwerden oder speziellen, zeitgebundenen Untersuchungen (Blutentnahme, Röntgen), basierend auf § 616 BGB; ansonsten müssen Termine vor- oder nachrangig gelegt werden, wobei der Arbeitgeber die Notwendigkeit bescheinigt verlangen kann und Arbeitnehmer ihre Informationspflicht erfüllen müssen.
 

Darf ich während der Arbeitszeit zum Arzt? | #FragMingers

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Werden Arztbesuche als Minusstunden berechnet?

Sind Arztbesuche Minusstunden? Laut Paragraf 616 BGB sind Arztbesuche nicht automatisch Minusstunden. Wenn Arbeitnehmer die Fehlzeiten nicht selbst zu verantworten haben, der Arbeit nur für unerhebliche Zeit fernbleiben und der Arztbesuch notwendig ist, können sie nicht als Minusstunden gewertet werden.

Ist ein Arzttermin eine Beurlaubung?

Arzttermine sind prinzipiell Privatsache. Wenn während der Arbeitszeit ein Arzttermin in Anspruch genommen wird, obwohl dieser weder aus medizinischen Gründen noch dringend notwendig ist, handelt es sich um nicht bezahlte Freistellung.

Wie werden Arztbesuche an die Arbeitszeit angerechnet?

Ein Arztbesuch während der Arbeitszeit ist erlaubt, wenn er dringend medizinisch notwendig ist (z.B. akute Schmerzen, Notfälle) oder die Praxis nur während der Arbeitszeit öffnet (z.B. spezielle Untersuchungen wie Blutentnahmen nüchtern), aber Sie müssen grundsätzlich versuchen, Termine in die Freizeit zu legen und Ihren Arbeitgeber informieren. Für die erforderliche kurze Zeit haben Sie meist Anspruch auf bezahlte Freistellung, auch für Wegezeiten, wenn die §§ 616 BGB oder Sonderregelungen (z.B. Mutterschutz) greifen und nicht arbeitsvertraglich ausgeschlossen wurden. 

Ist ein Arztbesuch eine Dienstverhinderung?

Ist ein Arztbesuch unmittelbar notwendig (akut) oder hat der betreffende Arzt seine Ordinationszeiten ausschließlich während der Arbeitszeit bzw. findet die Untersuchung nur zu einer bestimmten Zeit statt (zB Blutabnahme), besteht Anspruch auf bezahlte Freistellung vom Dienst.

Ist die Fahrzeit zu einem Arzttermin während der Arbeitszeit zulässig?

Ja, die Fahrzeit zum Arzt zählt zur bezahlten Arbeitszeit, wenn der Arztbesuch selbst notwendig und während der Arbeitszeit rechtfertigt ist, aber Sie müssen den direkten Weg nehmen, private Erledigungen vermeiden und den Arbeitgeber vorher informieren. Dies gilt für die Fahrt hin, die Behandlung und die Rückfahrt, wobei die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben muss. Bei dringenden Fällen (z. B. akute Krankheit, spezielle Untersuchungen außerhalb der Arbeitszeit) besteht ein Anspruch auf Freistellung und Entgeltfortzahlung. 

Was passiert bei Ärztehopping?

Ärztehopping führt zu höheren Gesamtkosten für das Gesundheitssystem, ineffizienterer Behandlung, dem Risiko von Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Fehlbehandlungen sowie zur Überlastung von Praxen; für privat Versicherte drohen hohe Nachzahlungen, während gesetzlich Versicherte von sinkendem Honorarwert profitieren, aber auch unnötige Therapien riskieren und die Beiträge steigen können, wobei Krankenkassen zunehmend Gatekeeper-Modelle (Hausarztprinzip) durchsetzen können, um dies zu verhindern.
 

Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?

Alles wird gut?: Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze

  1. „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
  2. „Alles wird gut! “ ...
  3. „Sollen wir alles versuchen? “ ...
  4. „Wir können nichts anderes tun. “ ...
  5. „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “

Wie oft kann man zum Hausarzt gehen?

Ab einem Alter von 35 Jahren ist die Gesundheitsuntersuchung alle drei Jahre möglich, im Rahmen der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) auch alle zwei Jahre.

Kann ich mich für Arzttermine krankschreiben lassen?

Ja, man kann sich für einen Arzttermin krankschreiben lassen, besonders wenn der Termin medizinisch notwendig ist und außerhalb der Arbeitszeit nicht möglich wäre, wobei der Arbeitgeber bezahlte Freistellung gewährt; für akute Fälle gibt es zudem die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung (bis zu 5 Tage) oder der digitalen Krankschreibung via Videosprechstunde, wenn der Arzt dies anbietet. 

Sind Arztbesuche während der Arbeitszeit erlaubt?

Ein Arztbesuch während der Arbeitszeit ist dann zulässig, wenn eine akute Erkrankung vorliegt. In diesem Fall besteht ein rechtlicher Anspruch auf eine bezahlte Freistellung, da der Mitarbeitende arbeitsunfähig ist und Anspruch auf Lohnfortzahlung hat.

Was sagt der 616 BGB?

§ 616 BGB regelt den Anspruch auf bezahlte Freistellung bei vorübergehender, persönlicher Arbeitsverhinderung, wenn der Arbeitnehmer unverschuldet für eine nicht erhebliche Zeit aus persönlichen Gründen (z. B. Hochzeit, Todesfall naher Angehöriger, Arztbesuch) nicht arbeiten kann. Der Arbeitgeber muss in dieser Zeit den Lohn weiterzahlen, muss sich aber ggf. Anrechnungen von Sozialversicherungsleistungen (z.B. Krankengeld) anrechnen lassen. Es handelt sich um eine wichtige Grundlage für den Sonderurlaub. 

Sind Arztbesuche eine Dienstverhinderung?

Grundsätzlich sind Arztbesuche außerhalb der Arbeitszeit zu absolvieren. Nur wenn das nicht möglich bzw. zumutbar ist, besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung für einen Arztbesuch während der Dienstzeit. Hinsichtlich der Unmöglichkeit ist festzuhalten, dass Arbeitnehmer das Recht der freien Arztwahl zusteht.

Welche Arztbesuche gelten als Arbeitszeit?

Arzttermine sind Arbeitszeit, wenn sie akut notwendig sind (plötzliche starke Schmerzen, Fieber) oder wenn sie unaufschiebbar sind, weil der Arzt nur während der Arbeitszeit Termine anbietet (z. B. spezielle Untersuchungen wie Blutabnahme nüchtern, Röntgen) und keine andere Option besteht. Routine- und Vorsorgetermine müssen grundsätzlich in der Freizeit wahrgenommen werden; aufschiebbare Termine sind vor oder nach der Arbeit zu legen. Der Arbeitgeber muss für die notwendige Zeit (inkl. Weg) bezahlt freistellen, wenn der Besuch unvermeidbar ist.
 

Wann ist man zu oft krank?

Man ist "zu oft krank", wenn Fehlzeiten die Grenze von 30 Krankheitstagen pro Jahr (ca. 6 Wochen) überschreiten, was Arbeitgeber als unzumutbar ansehen können und arbeitsrechtliche Konsequenzen haben kann, aber auch bei häufigen, kurzen Infekten (>5 pro Jahr), die auf ein schwaches Immunsystem hindeuten, sollte man aktiv werden. Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht, aber ab sechs Wochen Krankheit innerhalb eines Jahres muss der Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anbieten, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. 

Ist ein Arztbesuch Minusstunden?

Ein Arztbesuch während der Arbeitszeit führt nicht automatisch zu Minusstunden, wenn er medizinisch notwendig ist, nicht außerhalb der Arbeitszeit möglich war und die Abwesenheit unerheblich ist (§ 616 BGB); bei flexiblen Arbeitszeitmodellen müssen diese Zeiten oft nachgearbeitet werden, während bei festen Zeiten eine Freistellung unter Lohnfortzahlung oft der Fall ist, sofern der Arbeitnehmer alles Zumutbare versucht hat, um den Termin zu verlegen. Die genauen Regelungen hängen vom Arbeits- oder Tarifvertrag ab, und Arbeitgeber können einen Nachweis verlangen.
 

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, für Arzttermine freizustellen?

Besteht jedoch ein dringlicher Behandlungsbedarf müssen auch sie freigestellt werden. Ist der Arztbesuch notwendig, muss der Unternehmer den Mitarbeiter freistellen. Das gilt nicht nur für den Zeitraum des Arztbesuches, sondern auch für die Fahrzeiten zum Arzt.

Sind Vorsorgeuntersuchungen bezahlte Arbeitszeit?

Ja, wenn die Vorsorgeuntersuchungen erforderlich sind und Sie dafür keine rechtzeitigen Termine außerhalb Ihrer Arbeitszeiten bekommen können. In diesen Fällen muss Ihr Arbeitgeber Sie für die Untersuchungen freistellen. Ihren Lohn oder Ihr Gehalt darf er deswegen nicht kürzen.

Wie viele Urlaubstage darf der Arbeitgeber verplanen in der Arztpraxis?

Erhöht werden darf er jedoch immer. Medizinische Fachangestellte haben laut Manteltarifvertrag Anspruch auf 29 Arbeitstage bzw. 35 Werktage Urlaub.

Sind Arzttermine entschuldigt?

Der berechtigte Arztbesuch

Wenn der Arztbesuch berechtigt ist, wird Ihr Fernbleiben von der Arbeit entschuldigt und es besteht kein Grund zur Sorge. Für versäumte Arbeitszeiten sind keine Nacharbeiten zu leisten. Außerdem haben Sie Anspruch auf vollen Arbeitslohn.

Für welche Fälle bekommt man Sonderurlaub?

§616 BGB regelt, dass der Arbeitgeber Sonderurlaub in den Fällen gewähren muss, in denen der Arbeitnehmer „durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. “ Typische Fälle sind Hochzeiten, Todesfälle oder Umzüge.

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