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Wie komme ich von Glücksspiel weg?

Gefragt von: Susann Löffler-Heller  |  Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2026
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Um vom Glücksspiel wegzukommen, suchen Sie professionelle Hilfe (Suchtberatung, Therapie), nutzen Sie Selbsthilfegruppen, beantragen Sie eine Selbst- oder Fremdsperre bei OASIS und strukturieren Sie Ihren Alltag neu, um Auslöser zu vermeiden und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Reden Sie mit Vertrauten und Lenken Sie sich bei Drang durch Ablenkung oder Wurzel-Ursachen-Erforschung ab.

Wie kommt man aus der Glücksspielsucht raus?

Gegen Glücksspielsucht helfen professionelle Beratung (Suchtberatungsstellen, Hotlines wie 0800 1372700), Therapie (ambulant/stationär durch Krankenkassen/Rentenversicherung) und Selbsthilfegruppen, oft finanziert durch Kostenträger; wichtig sind auch Akzeptanz der Sucht als Krankheit, klare Finanzen und das Schaffen neuer, sucht-freier Aktivitäten (Sport, Hobbys). Angehörige sollten die Sucht nicht unterstützen, sondern Hilfe fördern.
 

Wie kann ich mit Glücksspielen aufhören?

Wie kann ich den Drang zum Glücksspiel stoppen?

  1. Sei vorbereitet. Die meisten problematischen Spieler werden immer noch den Drang verspüren, wieder zu spielen – selbst wenn es eine starke Verpflichtung gibt, damit aufzuhören. ...
  2. Rede mit jemandem. ...
  3. Lenk dich ab. ...
  4. Gehen Sie dem Drang an die Wurzel. ...
  5. Nimm jeden Tag wie er kommt.

Wie trennt man sich von einem Spielsüchtigen?

Im Fall einer Trennung sollten Sie schnellstens ein eigenes Bankkonto einrichten und dem spielsüchtigen Partner alle Kontovollmachten entziehen. Spielschulden müssen von dem getrenntlebenden oder geschiedenen Partner nicht übernommen werden, es sei denn, es wurden gemeinsame Kredite aufgenommen.

Ist Glücksspielsucht heilbar?

Nein, Spielsucht ist nicht heilbar im Sinne einer vollständigen "Heilung", bei der man wieder normal spielen kann; sie ist eine chronische Krankheit, aber kontrollierbar durch lebenslange Abstinenz und professionelle Hilfe, die Betroffenen ein erfülltes Leben ohne Sucht ermöglicht, wie Michaelsbund und Johannesbad Medizin erklären. Wichtige Strategien sind Therapie (ambulante/stationäre Psychotherapie, oft Verhaltenstherapie), Selbsthilfegruppen, Notfallkontakte und das Erlernen von Bewältigungsstrategien, um Rückfälle zu vermeiden. 

Spielsucht: Einmal süchtig, immer süchtig? | 1LIVE Dumm Gefragt

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Wie therapiert man Sucht?

Für eine erfolgreiche Suchttherapie stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Zu den wichtigsten psychotherapeutischen Ansätzen gehören Verhaltenstherapie, systemische Therapie und psychodynamische Kurzinterventionen. Auch Musik-, Kunst-, Bewegungs- und Ergotherapie können hilfreich sein.

Welche Symptome haben Spielsüchtige?

Symptome der Spielsucht sind ein zwanghaftes Denken an das Spielen, Kontrollverlust, Lügen über das Verhalten, Vernachlässigung von Pflichten und sozialen Kontakten, ständiger Geldbedarf (oft durch Leihen), sowie Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit oder innere Leere bei Nicht-Spielen, wobei das Spielen zur Flucht vor Problemen genutzt wird und Verluste durch immer höhere Einsätze ausgeglichen werden sollen.
 

Wann weiß man, ob man sich trennen sollte?

Ob du dich trennen sollst, hängt oft von wiederkehrenden Mustern ab: Fühlst du dich oft ungeschätzt, alleine, gibt es nur noch Streit, hast du keine Zukunftsperspektiven mehr oder ziehst dich zu anderen hingezogen, sind das starke Anzeichen für eine tiefe Krise, die eine Trennung notwendig machen könnte, auch wenn es schwerfällt. Um Klarheit zu finden, solltest du ehrlich mit dir selbst sein, deine Gefühle erforschen (z.B. durch einen "Bauchtest"), offen mit deinem Partner sprechen und auch externe Hilfe wie Paarberatung in Betracht ziehen, um eine Entscheidung ohne Reue zu treffen, besonders wenn Kinder involviert sind.
 

Haben Spielsüchtige Entzugserscheinungen?

Entzugserscheinungen als Folgen der Spielsucht

Ähnlich wie bei substanzgebundenen Süchten können auch bei substanzungebundenen Süchten Entzugserscheinungen auftreten, da sich regelmäßiges Glücksspiel auf das Belohnungssystem im Gehirn auswirken kann.

Wie hoch ist die Rückfallquote bei Spielsüchtigen?

22.435 Menschen ließen sich im Jahr 2021 für die Teilnahme an Glücksspiele sperren. 1.843 wurden bereits 2010 aufgrund einer Spielsucht therapiert, die Rückfallquote liegt bei 60 Prozent. Im Jahr 2022 liegt die offizielle Zahl der Spielsüchtigen bereits bei 430.000.

Wie entsperrt man sich im Casino?

Der Antrag auf Entsperrung ist bei der zuständigen zentralen Sperrdatei OASIS zu stellen. Es erfolgt keine Prüfung, ob der/die Betroffene weiterhin gefährdet ist. Auch eine Weiterleitung durch Glücksspielanbieter/innen ist möglich und reicht aus.

Wie viel Geld geben Spielsüchtige aus?

So ergab sich für Menschen, die einen unproblematischen Umgang mit Glücksspielen haben, ein monatlicher Geldeinsatz von 58 Euro (Mittelwert), während Menschen mit einer schweren Glücksspiel-Störung im Durchschnitt 394 Euro für Glücksspiele aufwenden.

Kann ich Glücksspielsucht selbst behandeln?

Sorgen Sie für sich selbst, beschäftigen Sie sich mit sich. Achten Sie auf Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Nehmen Sie sich regelmäßig ausreichend Zeit für Ihre eigenen Interessen und für Aktivitäten, die Ihnen Freude und Spaß bereiten. Pflegen Sie Ihre Freundschaften und Kontakte.

Wie sollen sich Angehörige von Suchtkranken verhalten?

Wie können Angehörige bei Kräften bleiben?

  1. Nicht die Schuld bei sich selbst suchen.
  2. Sich Hilfe holen.
  3. Über das Problem mit vertrauten Personen reden.
  4. Sich einer Gruppe anschließen, z. B. einer Selbsthilfegruppe.
  5. Eigenen Interessen nachgehen.
  6. Dem Suchtkranken keine Verantwortung abnehmen.
  7. Gespräch mit Gott.

Was sind die Ursachen für Glücksspielsucht?

Glücksspielsucht hat oft mehrere Ursachen, darunter psychologische Faktoren (Stressbewältigung, geringes Selbstwertgefühl, Flucht vor Problemen), soziale Einflüsse (Umfeld, Werbung, leichte Verfügbarkeit), biologische/genetische Veranlagungen, die süchtigmachende Struktur der Spiele (schnelle Gewinne, Nervenkitzel, Belohnungssystem des Gehirns) sowie die Bewältigung von Traumata oder Lebenskrisen. Es ist meist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren, die zum Kontrollverlust führen können.
 

Wie schnell kann man Glücksspielsucht entwickeln?

Eine Glücksspielsucht (Nicht-Fachleute sprechen meist nicht von „Glücksspielsucht“, sondern von „Spielsucht“) entwickelt sich zumeist über Jahre und es ist kaum möglich, den konkreten Anfangspunkt eines problematischen Spielverhaltens zu finden.

Wie lange dauert der Glücksspielentzug in der Regel?

Der Entzug bei Spielsucht hat keine feste Dauer, da es sich um eine psychische Abhängigkeit handelt und die Behandlung oft in Phasen verläuft: Zuerst kommt oft ein stationärer Aufenthalt von ca. 4-6 Wochen zur Stabilisierung und Entgiftung (psychisch), gefolgt von einer längeren Entwöhnungsphase, die ambulant oder stationär in Einzel- und Gruppentherapie fortgesetzt wird, wobei das Verlangen (Craving) auch noch Monate oder Jahre später auftreten kann und die Therapie auf langfristige Abstinenz abzielt, oft mit Unterstützung durch Selbsthilfegruppen.
 

Kann ein Spielsüchtiger geheilt werden?

Spielsucht ist eine ernsthafte Krankheit, deren Heilungschancen gut sind, wenn frühzeitig professionelle Hilfe (wie Verhaltenstherapie, Suchtberatung, Kliniken) in Anspruch genommen wird; sie gilt oft als nicht vollständig heilbar, aber gut behandelbar, wobei Rückfälle möglich sind, aber durch Rückfallprävention vermieden werden können, wobei die Erfolgsquote mit der Dauer der Abstinenz steigt und die Kosten meist von Krankenkassen übernommen werden. 

Wie viele Spielsüchtige bringen sich um?

Reinhard Haller: "80 Prozent der Spielsüchtigen haben einen Suizidversuch hinter sich"

Was ist die 2 2 2 Regel?

Die 2-2-2-Regel ist ein Beziehungstipp, der Paaren helfen soll, ihre Partnerschaft lebendig zu halten: Alle zwei Wochen ein gemeinsames Date, alle zwei Monate ein gemeinsames Wochenende verreisen und alle zwei Jahre ein längerer gemeinsamer Urlaub, um Routine zu vermeiden und die Verbindung zu stärken. Diese einfache Struktur soll sicherstellen, dass sich Paare regelmäßig Zeit füreinander nehmen, um die Zuneigung und Intimität zu pflegen. 

Was ist der Beziehungskiller Nummer 1?

Das Ergebnis: Vertrauen ist die Basis – und gezielte Täuschung der größte Beziehungskiller.

In welchem Alter trennen sich Paare am meisten?

Die meisten Paare trennen sich überraschenderweise bereits im ersten Jahr (bis zu 60%), aber auch das vierte Jahr gilt als große Bewährungsprobe, während bei Ehen die Trennung oft nach 6 bis 10 Jahren ihren Höhepunkt erreicht, mit einem Durchschnitt der Scheidungen nach rund 15 Jahren Ehe. Das klassische "verflixte siebte Jahr" ist weniger entscheidend als die frühen Phasen, wobei die Trennungsgefahr nach dem ersten Jahr deutlich sinkt, aber Phasen um das 4. und 10. Jahr herum kritisch bleiben. 

Wie ticken Spielsüchtige?

Spiel süchtige verhalten sich oft durch Kontrollverlust, ständiges Denken ans Spielen, Lügen, um das Verhalten zu verbergen, und Vernachlässigung von Arbeit, Familie und sozialen Kontakten. Sie leiden unter Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Versuchen, Verluste durch noch mehr Spielen auszugleichen, was in einen Teufelskreis aus Schulden und Isolation führt.
 

Was ist auffälliges Spielverhalten?

Merkmale pathologischen Spielverhaltens sind unter anderem: dauerhafter Kontrollverlust, erfolglose Versuche, das Spielen einzuschränken oder dauerhaft einzustellen, sowie Entzugserscheinungen.

Wie geht man mit einem Spielsüchtigen um?

Nehmen Sie professionelle Beratung in einer Suchtberatungsstelle in An- spruch. Sie können sich auch telefonisch über das BZgA-Beratungs- telefon zur Glücksspielsucht (08001372700) oder durch die Website www.spielen-mit-verantwortung.de informieren.

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