Wie funktioniert die Kapitallebensversicherung?
Gefragt von: Josef Gerlach | Letzte Aktualisierung: 1. Februar 2026sternezahl: 4.7/5 (14 sternebewertungen)
Eine Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus Risikoabsicherung (Todesfallschutz) und Kapitalaufbau (Sparvertrag), bei der Sie regelmäßig Beiträge zahlen, die sich in einen Risikoanteil und einen Sparanteil aufteilen; im Todesfall erhalten Hinterbliebene die garantierte Summe, leben Sie länger, wird das angesparte Kapital inklusive Zinsen und Überschüssen am Vertragsende ausgezahlt. Sie dient der finanziellen Absicherung der Familie und der Altersvorsorge.
Wie funktioniert eine Kapitallebensversicherung?
Mithilfe einer Kapitallebensversicherung (auch kapitalbildende Lebensversicherung genannt) bauen Sie ein Vermögen auf, das Ihnen am Ende der Vertragslaufzeit zur Verfügung steht. Außerdem wird für den Fall des Todes während der Laufzeit eine Summe vereinbart, die an die Hinterbliebenen ausbezahlt wird.
Welche Nachteile hat eine Kapitallebensversicherung?
Nachteile der Kapitallebensversicherung sind oft niedrige Renditen durch Zinsniveau und sinkende Überschüsse, hohe Kosten (Verwaltung, Abschluss), mangelnde Transparenz und geringe Flexibilität bei langfristigen Verträgen, was oft zu Verlusten bei vorzeitiger Kündigung führt, da Kosten in den ersten Jahren verrechnet werden und der garantierte Zins nur auf einen Teil der Beiträge gezahlt wird. Zudem können die Erträge nach 2004 steuerpflichtig sein.
Wie wird die Kapitallebensversicherung ausgezahlt?
Die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung erfolgt bei Vertragsende als Einmalzahlung oder Rente (oft mit Wahlmöglichkeit) oder im Todesfall an die Bezugsberechtigten; sie setzt sich aus eingezahlten Beiträgen und den erwirtschafteten Überschüssen zusammen, wobei die Gewinne je nach Abschlussdatum steuerpflichtig sind (meist nur hälftig bei alten Verträgen). Der Versicherer meldet sich vorab, um die Bankverbindung zu klären, und überweist dann die Ablaufleistung nach Abzug eventueller Steuern oder stellt eine entsprechende Bescheinigung aus, die für die Steuererklärung (Anlage KAP) benötigt wird.
Ist eine kapitalbildende Lebensversicherung sinnvoll?
Heutzutage ist eine kapitalbildende Lebensversicherung nicht mehr zeitgemäß. Das Konzept klingt im ersten Moment nach einer guten Idee, jedoch lohnt sich diese Form des Vermögensaufbaus aufgrund der niedrigen Zinsen nicht mehr. Es gibt daher nur noch wenige Versicherer, die eine Kapitallebensversicherung anbieten.
Wie funktioniert eine Kapitallebensversicherung
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Ist die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung steuerpflichtig?
Bei Kapitallebensversicherungen, die ab dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden, muss die Auszahlung versteuert werden: Auf den Gewinnanteil der Versicherungssumme fallen 25 % Kapitalertragsteuer an. Es kann aber auch sein, dass bei Vertragsende oder bei Vertragskündigung nur die Hälfte des Gewinns versteuert werden muss.
Wie teuer ist eine kapitalbildende Lebensversicherung?
Kapitallebensversicherungen haben verschiedene Kosten wie Abschluss- und Vertriebskosten (bis zu 20 % der Beiträge), Verwaltungskosten und Risikokosten, die die Rendite schmälern. Hinzu kommen Steuern bei Auszahlung (Abgeltungssteuer) und hohe Stornokosten bei vorzeitiger Kündigung. Aktuell sind die Kosten oft hoch und die Renditen aufgrund niedriger Garantiezinsen (aktuell 1,00 % seit 2025) gering, weshalb viele Experten Alternativen wie eine reine Risikolebensversicherung oder andere Altersvorsorgeformen empfehlen.
Wie lange läuft eine Kapitallebensversicherung?
Das Ende der Laufzeit Ihrer Kapitallebensversicherung – und damit die Auszahlung – können Sie innerhalb eines zeitlichen Rahmens ab einem Alter von 62 Jahren jährlich frei wählen. Dieser Zeitraum wird als Auflösungsphase bezeichnet. Grundsätzlich darf das Ablaufalter 80 Jahre nicht übersteigen.
Wie hoch ist die Steuer bei einer Kapitalauszahlung?
Bei einer Kapitalauszahlung fallen in Deutschland in der Regel 25 % Abgeltungssteuer auf Gewinne an, zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Steuer) und ggf. Kirchensteuer, plus eventuelle Sozialabgaben (Kranken-/Pflegeversicherung), abhängig von Art und Alter der Anlage (z.B. bAV). Wichtig ist der Sparerpauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Ehepaaren) pro Jahr, der steuerfrei bleibt. Bei größeren Einmalzahlungen (z.B. bAV) kann die Steuerlast durch den persönlichen Steuersatz höher ausfallen oder die Fünftelregelung greifen.
Wie hoch ist der Krankenkassenbeitrag bei Auszahlung einer Kapitallebensversicherung?
Bei einem Auszahlungsbetrag von z.B. 120.000,– Euro beträgt der zusätzliche Krankenkassenbeitrag zur Zeit bei einem geschätzten Beitragssatz von 15,7 % monatlich 157,– Euro.
Wie hoch ist der Ertrag einer Kapitallebensversicherung?
Der Kapitalertrag ermittelt sich als Unterschiedsbetrag zwischen ausgezahlter Versicherungsleistung und der Summe der gezahlten Beiträge, die in die Lebensversicherung geflossen sind. Unter bestimmten Voraussetzungen ist allerdings nur die Hälfte des Kapitalertrags steuerpflichtig.
Was ist besser, monatliche Rente oder Kapitalauszahlung?
Besser ist, was zu Ihrer Lebenssituation passt: Eine monatliche Rente bietet lebenslange finanzielle Sicherheit und Absicherung gegen Langlebigkeit, ideal bei geringer Absicherung durch gesetzliche Renten, während eine Kapitalauszahlung sofortige Flexibilität für große Anschaffungen (Immobilien, Kredite) oder Investitionen gibt, aber das Risiko birgt, dass das Geld verbraucht ist, bevor man stirbt, und je nach Vertrag steuerliche Vor- oder Nachteile haben kann.
Welche ist die beste Kapitallebensversicherung?
Die "beste" Kapitallebensversicherung hängt von Ihren Zielen ab, aber Top-Anbieter in Tests sind oft Allianz, WWK, Ergo (Vorsorge) und Hannoversche, die exzellente Bewertungen für Finanzstärke und Kundenorientierung erhalten. Allerdings raten viele Experten heute eher zur Risikolebensversicherung (RLV) für Absicherung (z.B. CosmosDirekt) oder einer fondsgebundenen Police (Fondsgebundene Lebensversicherung) für Vermögensaufbau, da klassische Kapital-LV durch Niedrigzinsen weniger attraktiv geworden sind.
Ist eine Lebensversicherung heute noch sinnvoll?
Nein, klassische Kapital- und fondsgebundene Lebensversicherungen lohnen sich heute meist nicht mehr, da Kosten die niedrigen Renditen auffressen, besonders bei alten Verträgen. Besser ist es, Risikoabsicherung (Risikolebensversicherung) und Altersvorsorge (z.B. ETFs, Aktien) zu trennen, da dies flexibler und günstiger ist und die Chancen auf echte Wertzuwächse deutlich höher sind, auch wenn man mit dem „Widerrufsjoker“ bei alten Verträgen noch Geld zurückbekommen kann.
Kann ich eine Kapitallebensversicherung jederzeit kündigen?
Sie können den Vertrag ohne Angabe von Gründen kündigen. Sofern nicht eine bestimmte Form vereinbart ist, reicht dazu ein formloses Schreiben an den Versicherer. Es ist jedoch ratsam, die Kündigung per Einwurfeinschreiben zu versenden. Die Kündigung ist jederzeit zum Ende der Versicherungsperiode möglich.
Wie viel Geld bekommt man bei einer Lebensversicherung?
Die Höhe einer Lebensversicherung (meist Risikolebensversicherung) hängt von Ihrer Situation ab, aber ein guter Richtwert sind 3- bis 5-fache Ihres Brutto-Jahreseinkommens; bei Familien mit Kindern eher das Fünffache, bei Paaren ohne Kinder das Dreifache, plus eventuelle Restschulden wie Kredite, die zusätzlich abgesichert werden müssen, um die Hinterbliebenen finanziell abzusichern.
Wie hoch sind die Steuern bei Kapitalauszahlung?
Bis Steuerperiode 2024: Die privilegierte Steuer beträgt ein Drittel der Steuer, die für ein Einkommen in Höhe der Kapitalzahlung zu entrichten wäre, mindestens aber 0.5 Prozent je Steuereinheit. Bei der direkten Bundessteuer beträgt der Tarif 1/5 des Einkommenssteuertarif.
Wie wird eine Einmalzahlung besteuert?
Das Weihnachtsgeld muss als Sonderzahlung voll versteuert werden. Es ist steuerlich gesehen kein Arbeitslohn, sondern zählt wie Abfindungen und Urlaubsgeld zu den sogenannten „sonstigen Bezügen“. Für solche Einmalzahlungen wird die Lohnsteuer nach der Jahreslohnsteuertabelle ermittelt.
Was ist besser, Betriebsrente monatlich oder Einmalzahlung?
Besser ist, was zu Ihrer persönlichen Situation passt: Die monatliche Rente bietet lebenslange Planungssicherheit für laufende Kosten und ist oft steuerlich vorteilhafter (geringere Belastung pro Monat), während die Einmalzahlung finanziellen Spielraum für größere Anschaffungen oder Schuldentilgung verschafft, aber meist hohe Steuern und Sozialabgaben im Auszahlungsjahr nach sich zieht, was den Nettobetrag stark schmälert und die Krankenversicherung belasten kann. Eine genaue Prüfung der Steuer- und Sozialabgabenfolgen (besonders Krankenversicherung) ist entscheidend.
Kann ich meine Kapitallebensversicherung auszahlen lassen?
Bei Kapitallebensversicherungen erhält der Versicherungsnehmer eine Auszahlung, wenn der Vertrag abläuft. Wahlweise lässt sich das Guthaben auch in eine lebenslange Rente umwandeln.
Was besagt die 7-Jahres-Regel für Lebensversicherungen?
Die 7-Zahlungs-Regel ist ein bundesstaatlicher Steuerqualifikationstest, der auf Lebensversicherungspolicen, einschließlich indexgebundener Universal-Life-Policen, angewendet wird, um zu bestimmen, wie viel an Versicherungsprämien Sie in den ersten sieben Jahren (oder sieben Jahren nach einer wesentlichen Änderung) zahlen können.
Für wen ist eine Kapitallebensversicherung sinnvoll?
Wer neben der Absicherung der Familie im Todesfall auch eine private Altersvorsorge aufbauen möchte, kann die Kapitallebensversicherung dazu nutzen. Die seit Jahren niedrigen Zinsen wirken sich jedoch negativ auf die Höhe der Überschussbeteiligung und damit auf die Rendite aus.
Wie hoch ist die Rendite einer Kapitallebensversicherung?
Laut Quotacy liegt die durchschnittliche jährliche Rendite des Rückkaufswerts einer Kapitallebensversicherung zwischen 1 % und 3,5 % . Kapitallebensversicherungen bieten zwar feste, garantierte Renditen auf Ihren Rückkaufswert, jedoch können Sie mit anderen Anlageformen wie Aktien, Anleihen und Immobilien höhere Renditen erzielen.
In welchem Alter sollte man eine Lebensversicherung abschließen?
Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen liegt das Mindestalter für den Abschluss der Versicherung in der Regel bei 15 Jahren, wobei einige Versicherer auch junge Menschen unterhalb dieser Altersgrenze versichern. Nach oben liegt die Altersgrenze meist beim 65.
Wie viel zahlt man monatlich für eine Lebensversicherung?
Der monatliche Preis einer Lebensversicherung, meist eine Risikolebensversicherung, kann stark variieren, oft beginnend bei wenigen Euro (ab ca. 3 €) für junge Menschen mit kleiner Absicherung, bis hin zu mehreren hundert Euro bei hohen Summen, langer Laufzeit und schlechterem Gesundheitszustand, wobei Faktoren wie Alter, Beruf, Raucherstatus und die gewünschte Versicherungssumme den Preis maßgeblich bestimmen. Für eine Absicherung von 150.000 € sind beispielsweise Beträge um 10 € monatlich realistisch, während eine Kapitallebensversicherung tendenziell teurer ist.
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