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Wer ist von Schulden betroffen?

Gefragt von: Horst-Dieter Wegner MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 21. April 2026
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Von Schulden betroffen sind grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen, wobei aktuelle Trends zeigen, dass insbesondere junge Erwachsene (durch Online-Shopping), Alleinstehende und Männer häufiger Schuldnerberatungen aufsuchen, während auch Menschen mit mittlerem Einkommen und Ältere durch steigende Kosten zunehmend in Schwierigkeiten geraten. Ursachen sind oft Jobverlust, Krankheit, Sucht, Trennung oder einfach ein zu hoher Konsum.

Wer hat bei Deutschland Schulden?

Deutschland hat Schulden bei einer Vielzahl von Gläubigern, darunter Investoren aus dem In- und Ausland (wie Banken, Versicherungen, Pensionsfonds), andere Staaten, aber auch Privatanleger, die Staatsanleihen kaufen. Die Mehrheit der Schulden (rund 73%) wird von deutschen und EU-Investoren gehalten, während ein Drittel aus Drittländern stammt. 

Wie verhalten sich Menschen mit Schulden?

Menschen, die Schulden haben, sind auch oft gestresst: Sie sind häufiger besorgt, zerstreut, oft aufgebracht und haben Schwierigkeiten, sich länger zu konzentrieren. Verschuldete Menschen neigen dazu, ihr soziales Leben einzuschränken und sich von anderen zu isolieren.

Wer kommt für Schulden auf?

Grundsätzlich haftet nur der Ehegatte für Schulden, der sie eingegangen ist. Der andere Ehegatte haftet dann nicht. Für einen Kredit, den ein Ehegatte bei der Bank aufgenommen hat, haftet also nur er und nicht der andere Ehegatte. Nur wenn der andere Ehepartner auch den Vertrag abgeschlossen hat, haftet er auch.

Wie hoch ist das gesunde Verhältnis von Schulden zu Einkommen?

Die Debt-to-Income Ratio gibt an, wie viel Prozent der monatlichen Bruttoeinnahmen für den Schuldendienst (Zins + Tilgung) aufgewendet werden. Ein niedriger Wert (in der Praxis häufig 30 %–40 % als Obergrenze, je nach Kreditgeber und Situation) deutet auf ein gesundes Verhältnis von Einkommen und Schulden hin.

Die Welt hat 345 Billionen Schulden... aber bei wem?

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Wann gilt man als überschuldet?

Man gilt als überschuldet, wenn die eigenen finanziellen Verbindlichkeiten (Schulden) die verfügbaren Mittel (Vermögen und Einkommen) dauerhaft nicht mehr decken können, sodass fällige Zahlungen regelmäßig ausbleiben, Mahnungen eintreffen oder das Konto ständig überzogen ist, auch wenn keine akute Zahlungsunfähigkeit (noch) besteht, aber eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür spricht, dass laufende Kosten wie Miete, Strom oder Kreditraten nicht mehr beglichen werden können. 

Wie viel Schulden sind normal?

Normal sind Schulden, die man sich leisten kann; statistisch liegt die durchschnittliche Verschuldung pro Haushalt bei rund 33.000 Euro, aber das hängt stark von Alter, Einkommen und Lebensphase ab, wobei ältere Menschen oft höhere Summen haben und eine Faustregel besagt, dass Monatsraten nicht mehr als 30-40% des Nettoeinkommens ausmachen sollten. Es gibt keine feste "normale" Summe, da die Tragfähigkeit entscheidend ist, aber die Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland liegt bei über 30.000 Euro. 

Wer kommt bei Schulden?

Bei der Pfändung von beweglichen Sachen und für die Abnahme der Vermögensauskunft (früher "eidesstattliche Versicherung" oder "Offenbarungseid" genannt) ist der Gerichtsvollzieher (GV) zuständig. Steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür oder hat er seinen Besuch schriftlich angekündigt, so haben viele Menschen Angst.

Welche Nachteile hat es, wenn man nicht verheiratet ist?

Nachteile für unverheiratete Paare sind vor allem finanzielle Benachteiligungen bei Steuern (kein Ehegattensplitting) und Erbschaft (niedrigere Freibeträge), fehlende Absicherung bei Krankheit oder Tod (keine Witwenrente, schlechterer Zugang zu Patienteninformationen), sowie keine gesetzlichen Unterhaltsansprüche nach Trennung, was durch Verträge (Partner-, Ehevertrag, Vollmachten) aber oft abgemildert werden kann. 

Sind die Schulden meines Mannes auch meine Schulden?

Nein, Schulden in der Ehe sind nicht automatisch gemeinsame Schulden. Jeder Ehepartner haftet grundsätzlich für seine eigenen Schulden. Eine gemeinsame Haftung entsteht nur, wenn Schulden gemeinsam aufgenommen wurden oder für Geschäfte zur Deckung des täglichen Lebensbedarfs im Rahmen des § 1357 BGB.

Welche Altersgruppe hat die meisten Schulden?

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatten ältere Menschen dabei im Durchschnitt deutlich mehr Schulden als jüngere. Bei den unter 25-Jährigen betrugen die durchschnittlichen Verbindlichkeiten rund 11 269 Euro, bei Personen ab 65 Jahren etwa 46 847 Euro.

Was machen Schulden mit der Psyche?

Betroffene leiden

Laut einer Studie der Universität Mainz sind überschuldete Menschen häufiger krank. Oft handelt es sich dabei um psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Depressionen oder Psychosen und Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen.

Wie zeigt der Körper, dass die Seele leidet?

Zu Sorgen und Ängsten können körperliche Symptome wie Schlafschwierigkeiten, permanente Anspannung, körperliche Verspannung, Reizdarmsyndrom oder Herzleiden kommen. Die GAS kann in jedem Alter auftreten und betrifft eher Frauen als Männer.

Wer ist der größte Gläubiger Deutschlands?

Deutschland ist zum größten Gläubiger der Welt aufgestiegen und hat damit Japan nach über 30 Jahren an der Spitze abgelöst, basierend auf dem Nettoauslandsvermögen von rund 3,6 Billionen US-Dollar (Ende 2024), was die Stärke deutscher Unternehmen und ihre Investitionen im Ausland widerspiegelt, aber auch zu Debatten über die Inlandsinvestitionen führt. 

Warum hat Deutschland so viele Schulden?

Deutschland hat viele Schulden, weil Staatseinnahmen (hauptsächlich Steuern) oft nicht ausreichen, um Ausgaben (Sozialleistungen, Infrastruktur, Krisenbewältigung) zu decken, was zu Kreditaufnahmen führt, verstärkt durch demografische Faktoren und die Belastungen durch Krisen wie Finanzkrise, Eurokrise und die Corona-Pandemie. Politiker nehmen Schulden auf, um Ausgabenwünsche zu erfüllen, was in Krisenzeiten wie Corona durch Hilfspakete weiter ansteigt, während Investitionen in Zukunftsprojekte oft vernachlässigt werden. 

Welches Land hat die höchsten Schulden in Euro?

Das Land mit den meisten Schulden in Euro (absolut) ist Frankreich, gefolgt von Italien und Deutschland, während Griechenland die höchste Schuldenquote (in % des BIP) innerhalb der Eurozone hat. Die absoluten Schulden in Euro liegen für Frankreich bei über 3,4 Billionen Euro, Italien bei über 3 Billionen und Deutschland bei etwa 2,7 Billionen Euro, basierend auf Daten aus 2024/2025.
 

Was passiert mit meiner Rente, wenn ich nicht verheiratet bin?

Unverheiratete erhalten nichts aus der gesetzlichen Rente

Stirbt ein Ehepartner, so erhält der Hinterbliebene zunächst dessen gesetzliche Rente drei Monate lang weiter in voller Höhe. Danach gibt es in der Regel entweder eine kleine oder große Witwer-/Witwenrente.

Ist es finanziell sinnvoll zu heiraten?

Die Heirat bietet zahlreiche steuerliche Vorteile, die sich sowohl kurz- als auch langfristig positiv auf die finanzielle Situation eines Paares auswirken können. Durch das Ehegattensplitting, höhere Freibeträge und strategische Steuerklassenkombinationen können Ehepaare erheblich Steuern sparen.

Welche Nachteile hat man, wenn man sich nicht scheiden lässt?

Nachteile einer Trennung ohne Scheidung

  • Kein Zugewinnausgleich möglich, solange die Ehe nicht geschieden ist - keine klare Vermögenstrennung, spätere Nachweise können schwierig werden.
  • Erbrecht bleibt bestehen – Ex-Partner bleibt gesetzlicher Erbe.

Wer hilft, wenn man kein Geld mehr hat?

Wenn Sie Schulden haben oder in einer wirtschaftlichen Notlage sind, dann können Sie sich bei einer Schuldnerberatungsstelle professionellen Rat holen. Je schneller Sie sich Hilfe holen, desto besser kann Ihnen die Beraterin oder der Berater dabei helfen, einen Weg aus der Krise zu finden.

Wann verjähren Schulden nach dem Tod?

Schulden verjähren nach dem Tod des Schuldners oft nach den normalen Fristen (meist 3 Jahre ab Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstand), aber die Verjährung beginnt erst, wenn der Gläubiger vom Erbfall und den Erben weiß, was zu einer Verlängerung führen kann, wobei es auch 30-jährige Fristen für titulierte oder bestimmte Ansprüche gibt. Wichtig ist: Die Verjährung kann durch Klage, Mahnbescheid oder Anerkenntnis gehemmt werden, und bei Überschuldung des Nachlasses sollten Erben schnell handeln, um ihre Haftung zu begrenzen, oft durch Nachlassverwaltung oder -insolvenz, da sie sonst zeitlich unbeschränkt haften.
 

Wann wird man mit Haftbefehl gesucht?

Ein Haftbefehl ergeht nur, wenn ein dringender Tatverdacht vorliegt. Dringender Tatverdacht besteht, wenn nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis in seiner Gesamtheit die hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass der Beschuldigte als Täter oder Teilnehmer eine Straftat begangen hat und deshalb verurteilt werden wird.

Welche Schulden sollte man zuerst tilgen?

3) Grundsätzlich tilgen Sie immer zunächst das teuerste Darlehen, also das mit dem höchsten Zinssatz. Das ist meistens das überzogene Girokonto. Wenn kein Geld zum Tilgen da ist, können Sie versuchen, den Betrag in ein in der Regel günstigeres Privatdarlehen umzuschichten.

Wie viele Deutsche haben keine Ersparnisse?

Aktuell haben fast ein Viertel (rund 24 %) der deutschen Haushalte keine sofort verfügbaren Ersparnisse für Notfälle, wobei der Anteil derjenigen, die gar kein Vermögen besitzen, sogar bei etwa 20 % liegt, während fast 9 % sogar verschuldet sind. Krisen und gestiegene Preise haben dazu geführt, dass viele ihre Reserven aufgebraucht haben, aber auch Vorsichtssparen zugenommen hat, wobei fast die Hälfte der Deutschen weniger als 2.000 € zurückgelegt hat. 

Wann hat man zu viele Schulden?

Man ist hoch verschuldet, wenn die Einnahmen und das Vermögen dauerhaft nicht mehr ausreichen, um alle Zahlungsverpflichtungen (Raten, Rechnungen, Lebenshaltungskosten) zu decken – dies nennt man Überschuldung, die oft durch Mahnungen und Pfändungen spürbar wird. Während eine hohe absolute Zahl (z.B. über 30.000 € Durchschnittsschulden laut Statistik) ein Anzeichen sein kann, ist der entscheidende Faktor die Unfähigkeit, die Schulden zu bedienen, nicht nur die absolute Höhe.