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Welchen Grad der Behinderung gibt es bei Rheuma?

Gefragt von: Ulrike Kirsch-Heine  |  Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2026
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Der Grad der Behinderung (GdB) bei Rheuma hängt stark von den individuellen Einschränkungen ab und reicht von GdB 10 (geringe Beschwerden) bis GdB 80-100 (schwere, irreversible Schäden), wobei die Einstufung je nach Schwere der Funktionseinbußen, Schmerzen und Beteiligung anderer Organsysteme erfolgt, wobei sich die Rheuma-Liga für eine gerechte Bewertung stark macht und auch Nachteilsausgleiche wie Merkzeichen („G“, „aG“) möglich sind. Ab GdB 50 gibt es einen Schwerbehindertenausweis mit verschiedenen Vorteilen.

Wie hoch ist der Grad der Behinderung bei Rheuma?

Der Grad der Behinderung (GdB) bei Rheuma variiert stark (10 bis 100) und hängt von den individuellen, dauerhaften Funktionseinschränkungen ab, wie Gelenkschmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen und der Schwere der Krankheitsaktivität; er wird nicht nach der Diagnose selbst, sondern nach den tatsächlichen Auswirkungen auf Alltag und Teilhabe bemessen, wobei bereits ab einem GdB von 50 ein Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis besteht. 

Kann man mit Rheuma in Frührente gehen?

Ja, mit Rheuma kann man unter bestimmten Voraussetzungen in Frührente gehen, hauptsächlich über die Erwerbsminderungsrente (wenn der Beruf nicht mehr auszuüben ist) oder die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (wenn ein GdB von mind. 50 vorliegt), wobei die Erwerbsminderungsrente bei Rheuma oft der Weg ist, da sie direkt bei Berufsunfähigkeit greift. Entscheidend ist, ob die Krankheit die Arbeitsfähigkeit einschränkt, wobei oft auch psychische Faktoren eine Rolle spielen, und ob die nötigen Beitragszeiten in der Rentenversicherung erfüllt sind.
 

Welche Berufe sind für Menschen mit rheumatoider Arthritis geeignet?

Rheumatoide Arthritis (RA) erschwert die Arbeit durch Schmerzen, Fatigue und Bewegungseinschränkungen, aber viele Betroffene können mit Anpassungen weiterarbeiten, etwa durch ergonomische Hilfsmittel, flexible Arbeitszeiten und gezielte Pausen, wobei eine offene Kommunikation mit Vorgesetzten und die Nutzung von Reha-Leistungen wie der stufenweisen Wiedereingliederung helfen können, Beruf und Krankheit zu vereinbaren. Es gibt gesetzliche Rechte auf Teilhabe, und Unterstützung durch Reha-Träger ist möglich, um den Arbeitsplatz anzupassen.
 

Was steht mir als Rheumapatient zu?

Im Allgemeinen sind das 70 Prozent vom Brutto-, jedoch höchstens 90 Prozent vom Netto-Einkommen. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld werden berücksichtigt. Das Krankengeld ist auf einen gesetzlichen Höchstbetrag von 112,88 Euro pro Tag (Wert 2022) begrenzt.

Schwerbehinderung, Grad der Behinderung- meine Erfahrungen

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Welche Pflegestufe bei rheumatoider Arthritis?

Bei rheumatoider Arthritis kann je nach Schwere der Einschränkung ein Pflegegrad von 1 bis 4 beantragt werden, der den Grad der Selbstständigkeitsbeeinträchtigung widerspiegelt, von gering (PG 1) bis schwerst (PG 4), um finanzielle Unterstützung und Entlastung für notwendige Pflegemaßnahmen zu erhalten. Die Zuteilung hängt von der individuellen Situation ab und kann Unterstützung bei Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Begleitung umfassen, wobei die Deutsche Rheuma-Liga und Pflegeportale hilfreiche Informationen und Rechner anbieten.
 

Was will der Körper mit Rheuma sagen?

Was passiert bei Rheuma im Körper? Rheuma wird hauptsächlich durch Entzündungen verursacht, die zumeist die Gelenke betreffen. Die Entzündungen können sich aber auch auf Muskeln, Blutgefäße, Bindegewebe sowie andere Organe ausweiten und dabei leichte bis starke Schmerzen hervorrufen.

Welche Form von Rheuma ist die schwerste?

Es gibt nicht "das schlimmste" Rheuma, da die Schwere je nach Form variiert, aber die Rheumatoide Arthritis (RA) gilt oft als sehr schwerwiegend, weil sie Gelenke zerstört, zu chronischen Schmerzen, Steifheit und erheblichen Einschränkungen führt und lebenswichtige Organe betreffen kann; auch systemische Formen wie Lupus< /nav>> oder die Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) können sehr beeinträchtigend sein, da sie Organe (Nieren, Herz) oder die Wirbelsäule stark schädigen können. Die Schwere hängt stark vom Krankheitsverlauf, der frühen Diagnose und Behandlung ab. 

Wie oft Kur bei Rheuma?

Bei Rheuma können Sie in der Regel alle 4 Jahre eine Kur (medizinische Rehabilitation) beantragen, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, die oft die Erwerbsfähigkeit gefährdet. In besonderen Fällen, wenn die medizinische Notwendigkeit hoch ist und eine Erwerbsfähigkeit gefährdet scheint, kann jedoch schon nach 2 Jahren eine frühere Reha genehmigt werden, was mit dem behandelnden Arzt und Kostenträger abgeklärt werden muss. 

Wo lebt man mit Rheuma am besten?

Am besten lebt man mit Rheuma an Orten mit mildem, konstantem Klima, die Kurorte mit Thermalbädern (wie Bad Kissingen, Aachen) oder Seeklimata (Ostsee, Mittelmeer) bieten, da Wetterwechsel und Kälte Schmerzen oft verschlimmern; wichtig sind auch ein angepasster, nicht-körperlich anstrengender Arbeitsplatz und die Nähe zu Rheuma-Spezialkliniken für optimale medizinische Versorgung. 

Ist rheumatoide Arthritis arbeitsunfähig?

Ja, Arthritis kann zu Arbeitsunfähigkeit führen, da Schmerzen, Steifheit und Erschöpfung die Ausübung beruflicher Tätigkeiten stark einschränken können, aber durch moderne Therapien und Arbeitsplatzanpassungen (ergonomische Hilfen, Umgestaltung) lässt sich die Erwerbsfähigkeit oft lange erhalten oder wiederherstellen, auch wenn GdB-Einstufungen (Grad der Behinderung) möglich sind. 

Kann man mit Rheuma einen Grad der Behinderung beantragen?

Um einen Schwerbehindertenausweis bei Rheuma zu beantragen, nutzen Sie die Formulare des zuständigen Versorgungsamtes (oft online verfügbar), füllen diese mit detaillierten Angaben zu Ihren Funktionsbeeinträchtigungen aus und reichen ärztliche Befunde (Krankenhaus-, Reha-Berichte) ein; eine Beratung bei der Rheuma-Liga oder dem Sozialamt ist ratsam, da es um die tatsächlichen Einschränkungen (nicht nur die Diagnose) geht und ab GdB 50 eine Schwerbehinderung festgestellt wird.
 

Ist man mit Rheuma chronisch krank?

Ja, Rheuma, insbesondere die häufigste Form, die Rheumatoide Arthritis (RA), ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die Gelenke und manchmal Organe befällt, langfristig Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen verursacht und eine dauerhafte Behandlung erfordert, um Folgeschäden zu minimieren. „Chronisch“ bedeutet, dass die Krankheit lange andauert, und „Polyarthritis“ beschreibt, dass viele Gelenke betroffen sein können. 

Wie wirkt sich 50% Schwerbehinderung auf die Rente aus?

Menschen mit einem anerkannten Behinderungsgrad von mindestens 50 können vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen. Voraussetzung sind mindestens 35 Beitragsjahre. Der Grad der Behinderung muss bei Rentenbeginn offiziell festgestellt sein.

Was passiert im schlimmsten Fall bei Rheuma?

Eine rheumatoide Arthritis kann in allen Gelenken des Körpers Probleme verursachen und den Gelenkknorpel sowie den Knochen schädigen. Im schlimmsten Fall zerstört die Krankheit das Gelenk. Die ersten Sypmptome zeigen sich meistens in den Finger- und Fußgelenken, manchmal auch an Ellenbogen, Knöcheln oder Knien.

Welche Organe schädigt Rheuma?

Daran wird deutlich, dass die Krankheit den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht. Im Verlauf kann die rheumatoide Arthritis auch andere Organe angreifen, zum Beispiel die Lunge, das Herz, die Blutgefäße, die Nerven oder die Augen.

Was ist der Unterschied zwischen Rheuma und rheumatoide Arthritis?

"Rheuma" ist ein Überbegriff für über 100 verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates, während die Rheumatoide Arthritis (RA) eine spezifische, autoimmun bedingte Form des entzündlichen Rheumas ist, die meist mehrere Gelenke chronisch entzündet und zu Schmerzen, Schwellungen und Morgensteifigkeit führt. Kurz gesagt: Jede Rheumatoide Arthritis ist eine Form von Rheuma, aber nicht jede Rheuma-Erkrankung ist eine Rheumatoide Arthritis.
 

Was steht mir zu, wenn ich Rheuma habe?

Was die Einstufung des Behinderungsgrads bei Rheuma bringt

Dazu zählen steuerliche Erleichterungen in Form von pauschalen Freibeträgen, deren Höhe sich nach dem Grad der Behinderung richtet. So können bei einem GdB von 50 jährlich 1.140 Euro abgesetzt werden. Bei einem GdB von 70 sind es 1.780 Euro (Stand: 12/2021).

Wie viel Behinderung gibt es bei rheumatoide Arthritis?

Der Grad der Behinderung (GdB) bei rheumatoider Arthritis variiert stark (10 bis 100), abhängig von der Schwere der Gelenkprobleme, Funktionseinschränkungen im Alltag/Beruf und Krankheitsaktivität; leichte Fälle können GdB 10-40 haben, während mittelgradige (50-70) bis schwere (80-100) Einschränkungen (z. B. irreversible Gelenkschäden, starke Therapie) höhere Werte rechtfertigen, wobei ab GdB 50 ein Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen beantragt werden kann.
 

Welche Krankheiten muss man haben, um 50% Behinderung zu bekommen?

GdB 50: Welche Krankheiten und Diagnosen?

  • Schlafapnoe-Syndrom.
  • Verlust einer kompletten Hand.
  • Verlust des Penis.
  • Schwer einstellbarer Diabetes Mellitus Typ 1 (auch bekannt als Brittle Diabetes)
  • Vollständige Harninkontinenz.
  • Massive Entstellung des Gesichts.
  • Gänzlicher Verlust der Nase.

Ist rheumatoide Arthritis eine schwere Krankheit?

Ja, Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine ernstzunehmende, chronische Systemerkrankung, die unbehandelt zu schweren Gelenkschäden, Behinderung und verminderter Lebensqualität führen kann, da das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Obwohl sie mild verlaufen kann, ist sie dringend behandlungsbedürftig und kann auch innere Organe (Herz, Lunge, Augen) betreffen. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend, um den Verlauf positiv zu beeinflussen.
 

Kann man mit rheumatoide Arthritis arbeiten?

Ja, man kann mit rheumatoider Arthritis (RA) arbeiten, oft sogar sehr gut, aber es erfordert Anpassungen und proaktives Management, da Schmerzen, Müdigkeit und Bewegungseinschränkungen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen können; durch ergonomische Hilfsmittel, angepasste Arbeitsabläufe und offene Kommunikation mit Arbeitgebern lassen sich viele Herausforderungen bewältigen und die Berufstätigkeit langfristig sichern. 

Was kann man Rheuma-Patienten Gutes tun?

Bei Rheuma helfen eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Fisch, Gemüse, Obst und Omega-3-Fettsäuren, regelmäßige Bewegung (wie Schwimmen), Wärme- oder Kälteanwendungen sowie Stressreduktion, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu mindern; wichtig ist auch eine individuell angepasste medizinische Behandlung.
 

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