Zum Inhalt springen

Was ist eine negative therapeutische Reaktion?

Gefragt von: Jacqueline Nolte  |  Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2026
sternezahl: 4.9/5 (45 sternebewertungen)

Eine negative therapeutische Reaktion (NTR) beschreibt ein Phänomen in der Psychotherapie, bei dem ein Patient trotz Fortschritten scheinbar schlechter wird oder sich dem Heilungsprozess widersetzt, oft getriggert durch Durchbrüche oder Deutungen, die unbewusste Konflikte berühren und unbewusst Schuldgefühle oder das Bedürfnis nach Strafe befriedigen, was den Fortschritt blockiert. Es ist, als ob der Patient unbewusst Fortschritte als Gefahr empfindet oder glaubt, dass er das Leiden verdient, was zu Rückschlägen führt.

Was sollte man dem Psychotherapeuten nicht sagen?

Man sollte dem Psychotherapeuten nichts verheimlichen, was die Therapie behindert, wie eigene Fehler, Überreaktionen oder Gefühle, die man als beschämend empfindet, denn gerade diese "negativen" Aspekte sind für Fortschritte entscheidend; es gibt kaum etwas, das man nicht sagen sollte, außer vielleicht banale Alltagsdetails, die keine tiefere Bedeutung haben, während der Therapeut umgekehrt keine unrealistischen Versprechungen machen oder das Vertrauen ausnutzen darf. 

Was ist die negative Psychoanalyse?

Spezifische Erkenntniswege der Psychoanalyse werden damit charakterisiert. Das menschliche Gegenüber als der oder die Andere wird beschrieben als Alter Ego, aber auch als Fremde/r und als Dritte/r mit den entsprechenden Konsequenzen für das Verstehen. Das Andere beschreibt er als das Negative in der Psychoanalyse.

Was versteht man unter therapeutischer Wirkung?

Der therapeutische Effekt bezeichnet die Reaktion(en) nach einer Behandlung jeglicher Art, deren Ergebnisse als nützlich oder günstig beurteilt werden . Dies gilt unabhängig davon, ob das Ergebnis erwartet, unerwartet oder sogar eine unbeabsichtigte Folge war.

Welche negativen Auswirkungen kann eine Psychotherapie haben?

Während der Großteil der Patienten von einer Psychotherapie profitiert, ist bei 10-30 Prozent mit negativen Effekten einer psychotherapeutischen Behandlung zu rechnen, in manchen Fällen kann eine dauerhafte Verschlechterung auftreten.

negative therapeutische Reaktion

25 verwandte Fragen gefunden

Was mögen Psychotherapeuten nicht?

Vor allem negative Gefühle (zum Beispiel Frustration, Enttäuschung) werden gegenüber den Patienten verschwiegen. Auch gaben viele Therapeuten es nicht offen zu, wenn sie etwas, das ein Patient erzählt hatte, vergaßen, oder wenn sie daran zweifelten, einem Patienten helfen zu können.

Was sind Behandlungsfehler in der Psychotherapie?

Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn ein Verstoß gegen die Regeln der therapeutischen Kunst vorliegt, das heißt, wenn der Therapeut eine der vertraglichen Pflichten verletzt.

Was heißt therapeutische Wirkung?

1. Definition. Die therapeutische Wirksamkeit ist die Fähigkeit eines Arzneimittels oder einer anderen therapeutischen Maßnahme, den Verlauf einer Krankheit im Sinne einer Heilung günstig zu beeinflussen.

Was ist eine therapeutische Grundhaltung?

Eine therapeutische Grundhaltung ist die grundlegende innere Einstellung des Therapeuten gegenüber dem Klienten, die durch Akzeptanz, Empathie und Echtheit (Kongruenz) geprägt ist, um eine vertrauensvolle Basis für Veränderung zu schaffen. Sie beinhaltet ein vorurteilsfreies, wertschätzendes und wohlwollendes Herangehen, das den Klienten als Experten in eigener Sache sieht, seine Ressourcen aktiviert und eine sichere Beziehung ermöglicht, oft ergänzt durch Neugier, Offenheit und professionelle Distanz. 

Was ist der therapeutische Prozess in der Psychotherapie?

[engl. therapeutic process], [KLI], beschreibt das konkrete therapeutische Geschehen. Nachdem die generelle Wirksamkeit von Psychotherapie in vielen Studien nachgewiesen wurde (Wirksamkeitsprüfung), rückt zunehmend das Zustandekommen dieser Wirkung ins Forschungsinteresse.

Was sind negative Denkmuster?

Negative Denkmuster sind wiederkehrende, pessimistische Gedanken, die unsere Wahrnehmung der Realität verzerren und das tägliche Leben stark beeinflussen können.

Warum ist Psychotherapie so anstrengend?

Psychotherapie erfordert oft, dass Patienten sich mit lang unterdrückten oder ignorierten Gefühlen auseinandersetzen. Diese Gefühle können schmerzhaft und unangenehm sein, was die Therapie emotional herausfordernd macht.

Welche Merkmale zeichnen negative Menschen aus?

In der Psychologie beschreibt „negative Menschen“ Personen mit chronisch pessimistischer, nörgelnder oder unzufriedener Grundhaltung, die oft durch geringes Selbstwertgefühl, Angst oder Mangelbewusstsein entsteht und sich in Tunnelblick, sozialer Isolation und negativer Körpersprache äußert, wobei diese Negativität auch ansteckend wirken kann. Negative Emotionen triggern Stress (Cortisol), verengen den Fokus und können auf Erkrankungen wie Depressionen hinweisen, was den Umgang damit wichtig macht, indem man Empathie übt, Grenzen setzt oder konstruktive Lösungen sucht. 

Was triggert Menschen mit Depressionen?

Depressionen werden oft durch eine komplexe Mischung aus genetischer Veranlagung, biologischen Veränderungen (z.B. Neurotransmitter-Ungleichgewicht), schweren Lebensereignissen (Trauma, Verlust), chronischem Stress, bestimmten Krankheiten (Schilddrüse, Diabetes) und Umweltfaktoren (Lärm, Luftverschmutzung) ausgelöst, wobei die genaue Ursache individuell unterschiedlich ist, so die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Ärzteblatt. Es ist selten nur ein einzelner Faktor, sondern meist ein Zusammenspiel verschiedener psychosozialer und biologischer Einflüsse, die eine depressive Episode begünstigen. 

Warum schreiben Therapeuten während der Sitzung mit?

Während der Sitzung mitzuschreiben kann Vorteile haben, weil man die Informationen ordnen kann. Durch das Mitschreiben können sich manche Therapeuten besser konzentrieren. Beim Patienten kann dadurch das Gefühl entstehen, dass das, was er sagt, gut gehalten wird und einen Platz findet.

Was sind Fangfragen von einem Psychologen?

Manchmal hat der Gutachter den Eindruck, dass man sich eine Antwort gerade erst ausgedacht hat. Dann kann es sein, dass er diese Frage zu einem späteren Zeitpunkt, mit einem anderen Wortlaut, noch mal stellt. Erhält er nun eine andere Antwort, kommen Zweifel auf. Das könnte man dann als Fangfrage bezeichnen.

Wie erkenne ich eine gute Therapeutin?

Eine gute Therapeutin zeichnet sich durch Empathie, Vertrauen, Kompetenz und eine klare, lösungsorientierte Haltung aus, die eine sichere Beziehung schafft, in der sich Patienten verstanden fühlen, ihre Ressourcen gestärkt werden und sie ihre Probleme gemeinsam bearbeiten können, ohne verurteilt zu werden. Sie arbeitet auf Augenhöhe, ist transparent bezüglich ihrer Methoden und ermutigt aktiv zu Veränderungen, bleibt aber realistisch, dass die Arbeit des Patienten entscheidend ist. 

Was sind die drei Säulen der Therapie?

Die drei Säulen der Therapie

  • Säule 1 – Konservative Therapie.
  • Säule 2 – Additive, ergänzende Therapie.
  • Säule 3 – Operative Therapie.

Welche Menschen sind besonders empathisch?

Empathische Personen können meist sehr gut zuhören und nehmen ihr Gegenüber ernst. Ihr Interesse ist echt, sie schenken ihrer:ihrem Gegenüber ungeteilte Aufmerksamkeit und sie stellen Fragen. Oft sind sie besonders feinfühlig und halten sich mit Urteilen zurück.

Wann ist Psychotherapie nicht sinnvoll?

Beim Patienten sind neben der psychischen Störung vor allem seine Lebensumstände, sein Beziehungsnetzwerk noch von maßgeblicher Bedeutung, was oft unterschätzt wird. Wenn es dort Probleme gibt, oder wenn sich zum Beispiel Personen durch die Psychotherapie bedroht fühlen, erschwert das die Psychotherapie.

Wie hoch ist die Erfolgsquote einer Psychotherapie?

Die Erfolgsquote einer Psychotherapie liegt zwischen 40 und 70 Prozent. Dass die Spanne so groß ist, liegt an den unterschiedlichen Verfahren und Erkrankungen. Am besten erforscht ist die kognitive Verhaltenstherapie, die sich besonders bei Angststörungen bewährt hat.

Kann Therapie helfen, glücklich zu werden?

Die Chancen, mithilfe einer Psychotherapie Ihr Befinden, Ihren psychischen Zustand positiv zu verändern, sind umso größer, je mehr Sie bereit sind, sich darauf einzulassen und je stärker Sie motiviert sind, an Ihren Problemen zu arbeiten. Das gelingt Ihnen besser, wenn Sie sich auf der Beziehungsebene wohl fühlen.

Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?

Alles wird gut?: Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze

  1. „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
  2. „Alles wird gut! “ ...
  3. „Sollen wir alles versuchen? “ ...
  4. „Wir können nichts anderes tun. “ ...
  5. „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “

Sind Psychotherapeuten manipulativ?

In der Psychotherapie haben beide ihren Platz. Durch naturwissenschaftliche Forschung ermöglichte Manipulation mag zu einer notwendigen Bedingung der Lebensgestaltung werden – eine hinreichende Bedingung für gelingendes Leben ist sie nicht. Denn das Ziel von Psychotherapie ist Emanzipation, nicht Manipulation.

In welchem Bereich passieren die meisten Behandlungsfehler?

Unfallchirurgie und Orthopädie melden die meisten Fälle

In den Fachbereichen Unfallchirurgie und Orthopädie wurden 2023 hingegen 3.665 Behandlungsfehler gemeldet – mehr als fünfmal so viele Fehler, wie in der Pflege.

Vorheriger Artikel
Ist es im Winter schwerer abzunehmen?
Nächster Artikel
Wie viel Watt hat ein ICE?