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Was ist ein Gegurteter Reboarder?

Gefragt von: Ludger Bartels  |  Letzte Aktualisierung: 7. Februar 2026
sternezahl: 4.4/5 (19 sternebewertungen)

Ein gegurteter Reboarder ist ein rückwärtsgerichteter Kindersitz, der nicht mit Isofix, sondern ausschließlich mit dem 3-Punkt-Sicherheitsgurt des Autos befestigt wird, oft zusätzlich mit Spanngurten und Stützfüßen gesichert, wodurch er flexibel in Autos ohne Isofix oder auf verschiedenen Plätzen nutzbar ist und Kindern bis zu einem höheren Alter sicheres, rückwärtsgerichtetes Fahren ermöglicht.

Wann sollte man den Reboarder umdrehen?

Wechseln Sie von der Babyschale zum Reboarder, wenn das Kind die maximale Gewichtsgrenze (meist 13 kg) erreicht, der Kopf oben über den Schalenrand ragt (ca. 2 Finger breit Abstand zum Rand), die Schultergurte nicht mehr korrekt auf Schulterhöhe aus der Schale kommen (sondern von unten ziehen) oder das Kind selbstständig sitzen kann und unzufrieden in der Schale ist. Der Wechsel erfolgt nach Größe und Gewicht, nicht nur nach Alter, wobei man die Babyschale so lange wie möglich nutzen sollte, da Reboarder oft aufrechter sind.
 

Welcher Reboarder ist der beste?

Testsieger ist der Nuna Prym mit der Note 2,1 (gut). Der Peg-Pérego Primo Viaggio 360 schneidet mit einer 2,8 (befriedigend) ab. Vom Osann Oreo360 sollte man hingegen die Finger lassen. Aufgrund einer zu hohen Schadstoffbelastung wird er mit einer 4,6 (mangelhaft) bewertet.

Warum kein Reboarder ab Geburt?

Babyschale schlägt Reboarder

Von einem Reboarder ab der Geburt würden wir eher abraten, da man das Kind nicht mitsamt Sitz aus dem Auto herausnehmen kann, wie es bei einer Babyschale der Fall ist. Dies ist im Alltag mehr als praktisch, wenn Dein Spatz gerade schläft.

Was ist der Unterschied zwischen einem Reboarder und einem Kindersitz?

Der grundlegende Unterschied zwischen Reboardern und dem „klassischen“ Kindersitz ist die Sitzrichtung des Kindes. Wie in der Babyschale sitzt das Kind im Reboarder „verkehrt herum“ und fährt rückwärts. Dadurch sind Reboarder fünfmal sicherer als vorwärts gerichtete Sitze.

Reboarder Kindersitze sind 5x Sicherer

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Wann wechselt man von Reboarder zu Kindersitz?

Auch wenn es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte dein Kind mindestens 4 Jahre alt sein. Denn neben den gesetzlichen Mindestanforderungen, nach ECE R44 sind dies 15kg, nach UN R129 (auch als “i-Size” bezeichnet) 100 cm Körpergröße, gibt es noch einen weiteren, erheblichen Punkt.

Kann ich einen Reboarder ohne ISOFIX einbauen?

Ein sicherer Reboarder ohne ISOFIX wird in der Regel an drei Punkten befestigt: Mit dem Fahrzeuggurt, mit Abspanngurten und einem Stützfuß oder dem TopTether. Während der Fahrzeuggurt durch die Gurtführung befestigt wird, können die Abspanngurte an extra Tether Straps befestigt werden.

Wie lange darf ein Kind in einem Reboarder sitzen?

Reboarder werden so lange genutzt, wie das Kind die Größen- oder Gewichtsgrenzen des Sitzes nicht erreicht, meist bis ca. 105 cm oder 18 kg, was oft bis zum 4. Geburtstag oder länger ist, da rückwärts gerichtetes Fahren bis mindestens 15 Monate gesetzlich vorgeschrieben ist und die Sicherheit bei einem Frontalaufprall deutlich erhöht. Experten empfehlen die Nutzung so lange wie möglich, idealerweise bis 4-6 Jahre, da die empfindlichen Kopf- und Nackenpartien besser geschützt werden. 

Wann Sitz ohne Rückenlehne?

Ein Kind darf eine Sitzerhöhung ohne Rückenlehne in Deutschland rechtlich ab 15 kg oder 100 cm nutzen, aber Experten empfehlen dringend, möglichst lange einen Sitz mit Rückenlehne (bis ca. 125 cm/22 kg) zu verwenden, da dieser bei Seitenaufprall und bei Schlaf besser schützt; reine Sitzkissen ohne Rückenlehne sind erst ab ca. 125 cm (oder neuerdings 22 kg/125 cm) sicher, da sie keinen Kopfschutz bieten und der Gurtverlauf schlechter ist. 

Wie sinnvoll ist ein Reboarder?

Rückwärts gerichtete Kindersitze reduzieren die Gefahr schwerer Verletzungen bei einem Frontalunfall um ca. 90%, vorwärts gerichtete dagegen um ca. 60%. Bei einem Aufprall wird die entstehende, massive Kraft über den ganzen Oberkörper verteilt und dieser in die Schale gedrückt.

Wann kein Reboarder mehr?

Man sollte einen Reboarder so lange wie möglich nutzen, idealerweise bis mindestens 4 Jahre oder bis zu den vom Hersteller angegebenen Maximalwerten (oft ca. 105 cm Größe oder 18 kg), da rückwärts Fahren den besten Schutz für Kopf und Wirbelsäule bietet; erst wenn das Kind diese Grenzen erreicht, wechselt man zu einem vorwärtsgerichteten Folgesitz oder einer Sitzerhöhung. 

Was ist besser, Isofix oder Gurt?

Isofix ist in der Regel besser als der Gurt, weil es Einbaufehler fast unmöglich macht und so die Sicherheit erhöht, da der Sitz direkt mit der Fahrzeugkarosserie verbunden wird; die Installation ist auch einfacher und schneller. Bei korrekter Installation können Sitze mit Gurtbefestigung aber genauso sicher sein, der große Nachteil ist die höhere Fehleranfälligkeit bei der Montage (z.B. verdrehter Gurt, nicht fest genug angezogen), was die Schutzwirkung stark mindert.
 

Was ist besser, Cybex oder Joie?

Für Kleinkinder ist der Joie i-Spin 360 E am besten bewertet (2,0) und für größere Kinder der Cybex Solution T i-Fix (2,0). Bei den beiden durchgefallenen Modellen Maxi-Cosi Pebble 360 Pro und Maxi-Cosi Pebble 360 Pro + FamilyFix 360 Pro schlägt die nicht bestandene Schadstoffprüfung auf die durchaus guten bzw.

Wie sitzt das Kind richtig im Reboarder?

Der Kopf des Babys sollte nicht näher als 2 Fingerbreit am oberen Schalenrand liegen. In keinem Fall, darf der Kopf den Rand berühren! Die Beine dürfen über die Schale hinausragen. Achte auf den Gurtverlauf und die korrekte Einstellung der Kopfstütze.

Kann ein Reboarder auch vorwärts fahren?

Es gibt reine Reboarder und es gibt Sitze, die ab einer gewissen Größe gedreht also vorwärts verwendet werden können.

Warum ist bis 15 Monate Rückwärts fahren Pflicht?

Rückwärtsfahren bis 15 Monate ist Pflicht, weil die Halswirbelsäule und Nackenmuskulatur von Babys und Kleinkindern noch zu schwach sind, um bei einem Aufprall (besonders bei einem Frontalcrash) den schweren Kopf abzufangen, was zu schweren Kopf- und Nackenverletzungen führen kann; der Sitz verteilt die Kräfte dann auf den ganzen Rücken statt nur auf Kopf und Nacken. Experten empfehlen sogar, Kinder so lange wie möglich rückwärts fahren zu lassen, oft bis 4 Jahre, da dies das Verletzungsrisiko massiv senkt. 

Wieso darf man Kindersitze älter als 10 Jahre nicht benutzen?

Der Hauptgrund, warum Kindersitze ein Verfallsdatum haben, ist die Sicherheit. Da sich die Sicherheitsnormen für Kindersitze ständig weiterentwickeln, sind ältere Modelle irgendwann veraltet und dürfen nach einer bestimmten Zeit aufgrund von Gesetzesänderungen nicht mehr legal verkauft werden.

Wann braucht ein Kind nur noch eine Sitzerhöhung?

Eine Sitzerhöhung ist grundsätzlich ab ca. 15 kg und 4 Jahren erlaubt, aber Experten (wie der ADAC) empfehlen, möglichst lange einen Kindersitz mit Rückenlehne zu nutzen – idealerweise bis das Kind ca. 125 cm groß ist, da die Rückenlehne den Gurtverlauf und Seitenaufprallschutz verbessert; spätestens die gesetzliche Pflicht endet bei 12 Jahren oder 150 cm Größe. Die Sitzerhöhung selbst ist erst ab 125 cm empfohlen, ohne Rückenlehne sogar erst ab 22 kg, um eine optimale Gurtführung zu gewährleisten.
 

Wie lange hält ein 5 Punkt Gurt bei Kindern?

Ein 5-Punkt-Gurt wird bei Kindern meist bis etwa 4 Jahre oder 18 kg verwendet (Gruppe I), aber Sicherheitsexperten empfehlen, Kinder so lange darin zu lassen, bis sie das maximale Gewicht oder die maximale Größe des Sitzes (oft 30 kg) erreicht haben, da er den besten Schutz bietet, und wechseln dann zu einem Kindersitz mit Rückenlehne, der den Dreipunkt-Autogurt nutzt. Wichtig ist immer der richtige Sitz, bis das Kind 12 Jahre alt oder 150 cm groß ist, wobei der Gurt am Körper anliegen muss.
 

Welche Kindersitze dürfen nicht mehr genutzt werden?

Kindersitze, die die Kennung ECE 44/03, ECE 44/04 oder deren Prüfnummern die Endungen 03 oder 04 aufweisen, entsprechen auch weiterhin den Sicherheitsstandards. Kindersitze der ECE-R 44 dürfen seit September 2024 nicht mehr neu verkauft werden.

Wann sind Reboarder zu klein?

Die meisten Reboarder sind für Kinder bis etwa 18 kg oder eine Körpergröße von ca. 105 cm zugelassen, was in der Regel einem Alter von 3 bis 4 Jahren entspricht. Solange das Kind diese Grenzwerte nicht überschreitet, ist es sicher im Reboarder aufgehoben.

Ist es sicher, ein Kind in einem ADAC-Kindersitz rückwärts zu fahren?

Wächst das Kind aus der Babyschale heraus, kann es in einem Reboarder weiterhin entgegen der Fahrtrichtung fahren. Der ADAC empfiehlt, Kinder bis zu einem Alter von mindestens zwei Jahren in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz zu transportieren.

Kann man mit einem Reboarder vorne sitzen?

Vorne sitzen nur bedingt zu empfehlen

Rückwärtsgerichtete Kindersitze (Babyschalen, Reboarder) können nur mit einem deaktivierten Frontairbag vorne montiert werden.

Was mache ich, wenn mein Auto kein Isofix hat?

Wenn Ihr Auto kein ISOFIX hat, können Sie Kindersitze meist sicher mit dem >>!Dreipunkt-Sicherheitsgurt<<! des Fahrzeugs befestigen, da viele Sitze dafür spezielle Gurtführungen haben; alternativ gibt es <<!ISOFIX-Nachrüstsysteme>> oder Sie wählen Sitze, die generell ohne ISOFIX funktionieren, wie bestimmte Sitzerhöhungen. Die korrekte Installation mit dem Gurt ist entscheidend, die Gurtführung ist oft farblich markiert. 

Ist es erlaubt, einen Kindersitz auf dem vorderen Sitz zu montieren?

Einen Kindersitz vorne zu befestigen ist erlaubt, aber nur unter strengen Auflagen: Rückwärtsgerichtete Sitze (Babyschalen/Reboarder) dürfen nur bei deaktiviertem Frontairbag montiert werden – bei aktivem Airbag sind sie vorne verboten. Vorwärtsgerichtete Sitze sind erlaubt, aber der Sitz sollte so weit wie möglich nach hinten geschoben werden, um Abstand zum Armaturenbrett zu schaffen, und immer gemäß den Anleitungen von Fahrzeughersteller und Kindersitzhersteller installiert werden. Die Rückbank bleibt grundsätzlich der sicherste Platz.