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Warum gibt es Kupferstecher nicht mehr?

Gefragt von: Frieder Zimmermann  |  Letzte Aktualisierung: 27. März 2026
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Kupferstecher gibt es sehr wohl noch, aber der Begriff wird heute hauptsächlich in zwei Bedeutungen verwendet: Als eine Art Borkenkäfer (Pityogenes chalcographus), der Fichten schädigt und durch den Klimawandel begünstigt wird, und historisch als Kunsthandwerker, dessen Beruf durch die Digitalisierung und neue Drucktechniken überflüssig wurde, ähnlich wie der Köhler oder Harzer. Der traditionelle Beruf des Kupferstechers, der Kupferplatten gravierte, ist weitgehend ausgestorben, während der Borkenkäfer eine aktuelle ökologische Bedrohung darstellt.

Was ist der Unterschied zwischen Buchdrucker und Kupferstecher?

Der Hauptunterschied zwischen Buchdrucker und Kupferstecher liegt in Größe, Fraßbild unter der Rinde und bevorzugtem Befallsort: Der Buchdrucker (größer) hinterlässt einen länglichen, gabelartigen Gang (wie ein aufgeschlagenes Buch), während der Kupferstecher (kleiner, "kupferfarben") ein sternförmiges Gänge-Labyrinth (wie ein Kupferstich) erzeugt, das oft im Kronenbereich und an vorgeschädigten Bäumen zu finden ist, wo der Buchdrucker eher den Stamm befällt.
 

Warum sagt man Freund und Kupferstecher?

"Freund und Kupferstecher" ist eine umgangssprachliche Anrede, die meist scherzhaft-tadelnd, erstaunt oder mahnend benutzt wird, oft wenn jemand etwas Unerwartetes oder Schlechtes getan hat, aber die Freundschaft bestehen bleibt – wie in Theodor Fontanes Roman "Frau Jenny Treibel". Der Ursprung ist nicht ganz geklärt, wird aber oft mit dem Dichter Friedrich Rückert in Verbindung gebracht, der seinen Freund, den Kupferstecher Carl Barth, so nannte, aber der Ausdruck ist wahrscheinlich älter und kann auch auf ältere Redewendungen wie "alter Freund und Bildermann" zurückgehen. 

Ist der Kupferstecher ein Schädling?

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus)

Der Kupferstecher ist neben dem Fichtenborkenkäfer ein weiterer Schädling, der den Wäldern schadet. Das Einzelwesen erreicht von 1,6 bis zur 2,8mm Länge. Er kann ähnliche Schäden wie sein verwandter Borkenkäfer anrichten vor allem an jüngerem Gewächs.

Was ist mit Kupferstecher gemeint?

Kupferstecher wurden im 16. bis 18. Jahrhundert in Malerwerkstätten und Verlagshäusern in großer Zahl beschäftigt, um Gemälde als Kupferstich zu kopieren oder Illustrationen druckfähig zu übertragen.

Warum auch Borkenkäfer nützlich sind | Terra X plus

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Woher kommt der Kupferstecher?

Der Kupferstecher kommt vor allem an Fichten vor, befällt aber auch andere Koniferenarten. Der Kupferstecher ist vor allem an durch Windbruch oder Schneelasten vorgeschädigten Nadelbäumen zu finden. Eiablage und Entwicklung verlaufen ähnlich wie beim Buchdrucker.

Woher kommt der Begriff Freund und Kupferstecher?

Die Redewendung „Mein lieber Freund und Kupferstecher“ stammt vom Dichter Friedrich Rückert, der sie in seinen Briefen an seinen Freund und professionellen Kupferstecher Carl Barth nutzte, um ihn liebevoll-scherzhaft anzusprechen; heute wird sie oft mit einem ironischen Unterton oder leichtem Tadel verwendet, wobei die Herkunft nicht ganz eindeutig geklärt ist, da auch ältere, ähnliche Redensarten existierten, wie Lutz Röhrich anmerkt. 

Warum ist der Harzer Wald so kaputt?

Im Harz sind viele Bäume, vor allem Fichten, wegen des Klimawandels (Dürre, Hitze, Stürme) abgestorben, was sie schwächte. Dadurch konnten sich der Borkenkäfer massenhaft vermehren und die Bäume zerstören, die sich nicht mehr mit Harz wehren konnten. Historische Fichten-Monokulturen machten den Wald zusätzlich anfällig, weshalb nun zu klimastabileren Mischwäldern umgebaut wird.
 

Welche Bäume befällt der Kupferstecher?

Der Kupferstecher zählt zu den am meisten verbreiteten und gefährlichsten Rindenbrütern an Fichte. Er befällt nicht nur diese, sondern neben ihr auch Kiefer, Strobe, Lärche und Douglasie.

Warum sollte man Totholz entfernen?

Gerade bei größeren Baumteilen wie Ästen besteht damit das Risiko, dass sie zu einer potentiellen Gefahrenquelle werden. Mit der rechtzeitigen Entfernung des Totholzes beugt man einerseits eventuellen Schäden und Unfällen vor – andererseits sichert man sich auch selbst ab.

Woher stammt der Ausdruck "mein lieber Scholli"?

Die Herkunft von „Mein lieber Scholli“ ist nicht eindeutig geklärt, aber die häufigsten Theorien führen sie entweder auf den hugenottischen Dichter Ferdinand Joly (eine Verballhornung seines Namens) oder auf die französische Wendung „ma chère jolie“ (meine liebe Schöne) zurück, die von Soldaten in Norddeutschland übernommen wurde. Eine weitere, weniger verbreitete Theorie bezieht sich auf den badischen Politiker Julius Jolly. 

Wie erkenne ich den Kupferstecher?

Der Kupferstecher greift im Kronenraum an (Stehendbefall). Symptome an den Bäumen sind erst dann erkennbar, wenn eine Jungkäfergeneration ausgeschwärmt ist. Als typische Befallshinweise gelten fahle, später rot gefärbte Nadeln. Der Befall beginnt in der Kronenspitze und wandert die Krone nach unten.

Wer hat den Kupferstich erfunden?

Die ersten wirklichen Kupferstiche entstanden wohl im Jahre 1430. Einer der bekanntesten, gelernten Goldschmiede, die in dieser Zeit sowohl mit der Gravurtechnik als auch mit der Kupferstichtechnik vertraut waren, war Albrecht Dürer. Dürer wird auch die Perfektionierung des Kupferstichverfahrens zugeschrieben.

Warum werden Borkenkäfer auch als Buchdrucker?

Das Aussehen der Brutgänge ist für die wichtigsten Borkenkäfer in Niedersachsen namensgebend: das Brutbild des Großen Achtzähnigen Fichtenborkenkäfers (Ips typographus) ähnelt einem aufgeschlagenem Buch – der Käfer wird daher auch Buchdrucker genannt.

Wie sieht ein Kupferstecher aus?

Die Käfer werden 1,6 bis 2,9 Millimeter lang und haben einen braunschwarzen, zylinderförmigen Körper. Frisch geschlüpfte Tiere sind hell gefärbt.

Warum befällt der Borkenkäfer nur fichten?

Borkenkäferarten sind „sekundäre“ Schädlinge, d.h. sie finden nur in kränkelnden und absterbenden Bäumen günstige Entwicklungsbedingungen. Durch Trockenheit, Windwurf oder Schneebruch geschwächte Nadelbäume (meist Fichten) dienen somit als Brutstätte.

Was bringt Bäume umarmen?

Im Trend: Bäume umarmen

helfen, Stress abzubauen. Geborgenheit und Schutz vermitteln. Energie liefern. Krankheiten bekämpfen.

Wie viele Menschen kamen durch umstürzende Bäume ums Leben?

In den USA kamen in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 140 Arbeiter pro Jahr durch Bäume, Baumstämme oder Äste ums Leben .

Welche Bäume zerstört der Borkenkäfer?

Inhalte. Borkenkäfer kommen weltweit und an allen Laubbäumen und Nadelbäumen vor. Viele Arten der Borkenkäfer befallen nur eine oder wenige Wirtsbaumarten, andere haben ein sehr breites Spektrum von Baumarten. Die meisten Arten besiedeln geschädigte oder bereits abgestorbene Nadelbäume oder Laubbäume.

Warum sind die Bäume am Brocken tot?

Stürme, Wetterextreme und Borkenkäfer lassen so die meist menschengeprägten, älteren Fichtenforste im Nationalpark großflächig absterben. Je nach Höhenlage setzen sich anschließend eher Buchen oder wieder junge Fichten durch. Totholz bleibt im Wald und bietet zahlreichen Bewohnern Nahrung und Unterschlupf.

Wie viele Hektar Wald sind seit 1990 verloren gegangen?

Das Ausmaß des weltweiten Waldverlusts ist alarmierend. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gingen zwischen 1990 und 2020 rund 420 Millionen Hektar Wald durch Abholzung verloren – eine Fläche so groß wie die EU. Abholzung bezeichnet die Zerstörung von Wäldern, um das Land anderweitig zu nutzen.

Wird der Harz wieder aufgeforstet?

Ende 2024 gab es nach Angaben des Kreises noch rund 10.300 Hektar Kahlfläche. Das entspreche etwa einem Viertel der Nadelwaldbestände, die es im Landkreis Harz vor 2018 gab. Sinneker zufolge wird es noch mindestens zehn Jahre dauern, bis die Wälder vollständig wiederaufgeforstet sind.

Woher kommt der Begriff "mein Freund und Kupferstecher"?

Die Redewendung „Mein lieber Freund und Kupferstecher“ stammt vom Dichter Friedrich Rückert, der sie in seinen Briefen an seinen Freund und professionellen Kupferstecher Carl Barth nutzte, um ihn liebevoll-scherzhaft anzusprechen; heute wird sie oft mit einem ironischen Unterton oder leichtem Tadel verwendet, wobei die Herkunft nicht ganz eindeutig geklärt ist, da auch ältere, ähnliche Redensarten existierten, wie Lutz Röhrich anmerkt. 

Wie sagt man Freund auf Altenglisch?

Der Begriff „Freund“ stammt vom altenglischen „ frīend “, das sich vom urgermanischen Wort „*frijōndiz“ ableitet und „lieben“ oder „schätzen“ bedeutet. Dieses Wort ist auch mit der protoindogermanischen Wurzel „*pri-“ verwandt, die die Bedeutung „lieben“ oder „lieben“ hatte. #think

Wo kommt der Ausdruck "mein lieber Scholli" her?

Die Herkunft von „Mein lieber Scholli“ ist nicht eindeutig geklärt, aber die häufigsten Theorien führen sie entweder auf den hugenottischen Dichter Ferdinand Joly (eine Verballhornung seines Namens) oder auf die französische Wendung „ma chère jolie“ (meine liebe Schöne) zurück, die von Soldaten in Norddeutschland übernommen wurde. Eine weitere, weniger verbreitete Theorie bezieht sich auf den badischen Politiker Julius Jolly.