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Kann ein Vermieter einen Kontoauszug vom Mieter verlangen?

Gefragt von: Joachim Lenz-Anders  |  Letzte Aktualisierung: 4. Juni 2026
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Nein, der Vermieter darf grundsätzlich keine vollständigen Kontoauszüge verlangen, da dies einen zu tiefen Einblick in Ihre Privatsphäre gewährt und datenschutzrechtlich bedenklich ist, insbesondere in der frühen Bewerbungsphase; er darf jedoch einen Einkommensnachweis (wie Lohnabrechnungen, Schufa-Auskunft oder Steuerbescheid) verlangen, um Ihre Bonität zu prüfen, wobei Sie relevante Details schwärzen dürfen.

Kann ein Vermieter Kontoauszüge verlangen?

Das Wichtigste in Kürze: Vermieterinnen und Vermieter machen den Nachweis über ein regelmäßiges Einkommen meist zur Voraussetzung für ein Mietverhältnis. Als Einkommensnachweis können zum Beispiel Gehaltsnachweise, Steuerbescheid oder Kontoauszüge dienen.

Welche Auskünfte darf ein Vermieter vom Mieter verlangen?

Ein Vermieter darf vom Mieter grundlegende Informationen zur Bonität und Identität verlangen, wie Name, Beruf, Arbeitgeber, Nettoeinkommen, Anzahl einziehender Personen, Haustiere sowie eine SCHUFA-Auskunft und Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, um sicherzustellen, dass die Miete gezahlt wird und die Wohnung ordnungsgemäß genutzt wird. Tabu sind Fragen nach Familienstand, Schwangerschaft, Religion, Vorstrafen oder sexueller Orientierung, da diese den höchstpersönlichen Lebensbereich betreffen. 

Kann ich die Vorlage meines Kontoauszugs verweigern?

Sie können die Vorlage Ihres Kontoauszugs verweigern , Ihr Anspruch wird jedoch bis zur Erfüllung der Vorschrift ausgesetzt und nach einem Monat endgültig abgewiesen.

Was kann der Vermieter nach einem Auszug verlangen?

Der Vermieter darf beim Auszug die Wohnung besenrein und leer zurückverlangen, Schäden beheben lassen (ggf. auf Kosten des Mieters), ausstehende Zahlungen oder Betriebskosten einbehalten und bei nicht durchgeführten, vertraglich vereinbarten Schönheitsreparaturen (neutraler Anstrich, Bohrlöcher ausbessern) die Kosten von der Kaution nehmen oder nachfordern, muss aber normale Abnutzung (Gebrauchsspuren, verblasste Wände) akzeptieren. 

Welche Unterlagen kann der Vermieter bei Wohnungsbesichtigung verlangen?

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Was muss der Vermieter bei einem Auszug akzeptieren?

Welche Mängel muss der Vermieter beim Auszug akzeptieren? Der Vermieter muss folgende Mängel grundsätzlich akzeptieren: Gebrauchsspuren: Kleinere Kratzer oder Wände, die nach Jahren nicht mehr strahlend weiß sind. Normale Abnutzung: Abgewohnte Böden oder verblasste Tapeten, sofern kein Austausch vereinbart wurde.

Kann ein Vermieter mehr als die Kaution verlangen?

Ihr Vermieter oder Makler darf nur dann Geld von Ihrer Kaution einbehalten, wenn ein triftiger Grund vorliegt . Beispielsweise ist dies in der Regel zulässig, wenn: Sie Mietschulden haben oder Sie die Immobilie beschädigt haben – dies kann beispielsweise ein verschütteter Fleck auf dem Teppich oder eine Beschädigung an der Wand durch ein aufgehängtes Bild sein.

Ist Kontoauszug Datenschutz?

Kontoauszüge dürfen vom Leistungsträger eingesehen werden, d.h. die Daten dürfen erhoben werden. Allerdings stellt die Verpflichtung zur Vorlage von Kontoauszügen gemäß § 60 SGB I keine Befugnis zur Speicherung dieser Daten dar.

Ist es erlaubt, einen Kontoauszug unkenntlich zu machen?

Zulässig sind Schwärzungen nur, um den Empfänger bei bestimmten Überweisungen, wie zum Beispiel Spenden oder Gewerkschaftsbeiträgen, unkenntlich zu machen. Das Schwärzen des Kontoauszugs ist nicht erlaubt und kann zur Ablehnung des Kreditantrags führen.

Muss ich meinen Kontoauszug vorlegen?

Kontoauszüge sind unerlässlich für die Überwachung privater oder geschäftlicher Finanzen. Darüber hinaus werden sie häufig auch als Nachweis finanzieller Aktivitäten und der Adresse für verschiedene Zwecke benötigt, beispielsweise für Kreditanträge, Anmietungen oder die Identitätsfeststellung in bestimmten behördlichen Verfahren.

Was darf der Vermieter nicht verlangen?

Ein Vermieter darf keine Fragen zu höchstpersönlichen Bereichen wie Religion, sexueller Orientierung, ethnischer Herkunft, Schwangerschaft, Familienplanung, Krankheiten, politischen Ansichten, Gewerkschaftszugehörigkeit oder Rauchen stellen. Auch Vorstrafen (außer bei direktem Bezug zum Mietobjekt), die genaue Höhe des Einkommens der Kinder (wenn sie nicht mit einziehen) oder das Musizieren auf Instrumenten sind tabu. Unzulässige Fragen müssen Mieter nicht wahrheitsgemäß beantworten, um sich nicht selbst zu benachteiligen, wobei das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vor Diskriminierung schützt. 

Welche Unterlagen darf ich als Vermieter anfordern?

Diese Unterlagen sollten Vermieter vom künftigen Mieter einholen:

  • Kopie des Personalausweises.
  • Mieterselbstauskunft.
  • Gehaltsnachweis.
  • Name des Vormieters oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung.
  • Bonitätsauskunft (ggf. zusätzlich SCHUFA-Auskunft durch den Mietinteressenten)

Darf ein Vermieter eine Kopie des Personalausweises verlangen?

Ein Vermieter darf eine Kopie des Personalausweises verlangen, um Ihre Identität zu prüfen, aber Sie sind nicht verpflichtet, eine abzugeben; er muss die Daten minimieren (Schwärzung), und Sie können stattdessen die direkte Einsicht anbieten, da Kopien datenschutzrechtlich heikel sind und das Risiko für Identitätsdiebstahl erhöhen. Wichtiger sind Bonitätsnachweise wie SCHUFA, Gehaltsnachweise und Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, die der Vermieter verlangen darf, um Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. 

Was tun, wenn der Vermieter keine Einsicht in Unterlagen gewährt?

Sollte der Vermieter weiterhin die Einsicht verweigern, kann der Mieter die Belegeinsicht gerichtlich durchsetzen. Dafür muss er Klage beim zuständigen Amtsgericht erheben.

Wann ist ein Mieter zahlungsfähig?

Als zahlungsfähig gilt eine Person, wenn sie in der Lage ist, die Miete vollständig und pünktlich einzuzahlen. Wer keinen Lohnnachweis erbringen kann, kann allenfalls mit einer Bestätigung der Sozialbehörde zeigen, dass die Bezahlung der Miete gesichert ist.

Was kann ein Vermieter beim Auszug bemängeln?

Rechte für Mieter Diese 5 Mängel muss der Vermieter beim Auszug akzeptieren

  1. Selbst gestrichene Wände. Der Vermieter muss akzeptieren, dass der Mieter im Mietvertrag vereinbarte Schönheitsreparaturen selbst ausführt. ...
  2. Kratzer auf dem Fußboden. ...
  3. Abnutzung in Badezimmer oder Küche. ...
  4. Keine Grundreinigung. ...
  5. Nachträgliche Mängel.

Wer darf Kontoauszüge verlangen?

Kontoauszüge dürfen primär vom Kontoinhaber selbst eingesehen werden, aber auch staatliche Behörden wie Finanzamt, Jobcenter, Sozialamt, Zoll und Staatsanwaltschaft haben unter streng geregelten, gesetzlichen Voraussetzungen (z.B. bei Verdacht auf Steuerhinterziehung, Sozialleistungsbetrug) und nach Anordnung Zugriff auf Kontoinformationen. Bei Gemeinschaftskonten dürfen alle Inhaber die Auszüge sehen, während bei Und-Konten besondere Regeln gelten können. Auch bestimmte Bankmitarbeiter (Kundenberater, Compliance) haben berufsmäßig Einblick. 

Was ist ein geschwärzter Kontoauszug?

Ein geschwärzter Kontoauszug ist ein Dokument, bei dem sensible Daten wie Kontonummern, persönliche Adressen oder spezifische Empfänger durch Schwärzung (Schwärzungsfunktion in PDF-Tools oder schwarzer Stift) unkenntlich gemacht wurden, um den Datenschutz zu wahren, aber den eigentlichen Geschäftsvorgang (z. B. Betrag, Datum) für Behörden wie das Jobcenter oder Finanzamt nachvollziehbar zu lassen. Zulässig ist dies meist bei Ausgaben (z. B. Spenden, Gewerkschaftsbeiträge, Parteispenden), nicht aber bei Einnahmen, wobei der Zweck der Prüfung bestehen bleiben muss, um Datenmissbrauch zu verhindern und die Weitergabe sicherer zu machen. 

Ist ein Kontoauszug ein Beweis?

Indizwirkung des Kontoauszugs

Ein Kontoauszug begründet eine starke Indizwirkung für die Richtigkeit der ausgewiesenen Buchungen und Salden. Er ist jedoch kein unerschütterlicher Beweis. Er kann durch Gegenbeweis erschüttert werden, etwa durch abweichende Zahlungsbelege oder technische Nachweise.

Wer ist berechtigt, Auskunft zu verlangen?

Gemäß Art. 15 Abs. 1 DSGVO hat jede betroffene Person das Recht, von Verantwortlichen zu erfahren ob und (wenn ja) welche sie betreffenden personenbezogenen Daten durch den Verantwortlichen verarbeitet werden. In der Praxis spielt das Recht auf Auskunft insbesondere bei Unternehmen im B2C-Kontext eine große Rolle.

Sind Kontoauszüge vertraulich?

Recht auf Datenschutz: Als Kontoinhaber haben Sie das Recht, dass Ihre persönlichen Daten, einschließlich der Informationen in Ihren Kontoauszügen, gemäß den geltenden Datenschutzgesetzen geschützt und vertraulich behandelt werden.

Welche Daten sollte man bei einem Kontoauszug schwärzen?

Als Faustregel gilt also, dass Sie Einnahmen, Buchungsdatum und Wertstellungsdatum auf einem Kontoauszug nicht schwärzen dürfen. Hingegen können Sie Ausgabenbuchungen, Empfängername, Teile des Buchungstextes und Teile des Verwendungszwecks sehr wohl schwärzen, wenn dies den oben genannten Kriterien entspricht.

Was kann der Vermieter von der Kaution abziehen?

Noch mal zur Übersicht – Wegen dieser Ansprüche dürfte der Vermieter die Mietsicherheit oder Teile davon einbehalten:

  • nicht gezahlte Miete.
  • Schönheitsreparaturen (oder Schadensersatz wegen nicht erfolgter Schönheitsreparaturen)
  • Schadensersatz wegen Beschädigung der Mietsache.
  • Nachzahlung nicht beglichener Betriebskosten.

Wie hoch ist die maximale Kaution, die ein Vermieter nehmen darf?

Ein Vermieter darf bei Wohnraummieten maximal drei Nettokaltmieten als Kaution verlangen, wobei Betriebskosten unberücksichtigt bleiben und Mieter den Betrag in bis zu drei Raten zahlen können. Für Gewerberaummiete gibt es keine gesetzliche Grenze, hier sind auch höhere Kautionssummen üblich.
 

Wie lange darf sich ein Vermieter mit der Kaution zeit lassen?

Ein Vermieter darf die Mietkaution in der Regel 3 bis 6 Monate nach Mietende einbehalten, um Ansprüche zu prüfen, aber bei offenen Betriebskosten kann die Frist bis zur nächsten Nebenkostenabrechnung (maximal 12 Monate nach Mietende) verlängert werden, wenn er dies transparent begründet und die Abrechnung nach § 556 BGB bis spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums erstellt wird. Grundsätzlich muss der Rest der Kaution inklusive Zinsen ausgezahlt werden, sobald berechtigte Forderungen geklärt sind.
 

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