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Wie war die Schule in der DDR?

Gefragt von: Uwe Schröder  |  Letzte Aktualisierung: 3. Februar 2026
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Die Schule in der DDR war durch ein zentral gesteuertes System, die Polytechnische Oberschule (POS), geprägt, die zehn Jahre dauerte und neben klassischen Fächern stark auf politische Erziehung zum "sozialistischen Menschen" setzte, inklusive Fächern wie Staatsbürgerkunde und außerschulischen Aktivitäten in Organisationen wie den Jungen Pionieren. Das Ziel war eine einheitliche Bildung mit starker ideologischer Ausrichtung, die alle Kinder gemeinsam besuchten, gefolgt von einer Aufteilung in Berufsausbildung oder die Erweiterte Oberschule (EOS) für das Abitur, was den Bildungsweg klar regulierte und staatlich kontrollierte.

Wie war es in der DDR zur Schule zu gehen?

Das Schulsystem der DDR war ein einheitliches, staatliches System, das auf der Polytechnischen Oberschule (POS) basierte, einer zehnklassigen Pflichtschule für alle Kinder, die ideologisch auf sozialistische Persönlichkeiten zielte und Polytechnik (Berufsvorbereitung) mit Allgemeinbildung verband. Es gab eine durchgängige Erziehung von der Vorschule (Krippe, Kindergarten) bis zur Hochschule, mit starken Einflüssen der Massenorganisationen wie den Jungen Pionieren und der FDJ, sowie Wehrkundeunterricht. Der Weg zum Abitur führte über die Erweiterte Oberschule (EOS), die nach der POS besucht wurde.
 

Was für Schulfächer gab es in der DDR?

In der DDR umfasste der Unterricht an der Polytechnischen Oberschule (POS) Kernfächer wie Deutsch, Mathe, Geschichte, Biologie, Physik, Chemie und Sport, ergänzt durch obligatorisches Russisch und optional Englisch/Französisch, sowie stark ideologisierte Fächer wie Staatsbürgerkunde und Wehrerziehung, ergänzt durch den praktischen polytechnischen Unterricht (Werk, Produktion, Techn. Zeichnen). Der Unterricht war staatlich festgelegt und zielte auf die Erziehung zum sozialistischen Bürger ab, wobei Inhalte wie marxistisch-leninistische Weltanschauung vermittelt wurden, was den Fokus auf die SED und den Sozialismus legte.
 

Wie lange war in der DDR samstags Schulunterricht?

In der DDR gab es Samstagsunterricht bis fast zum Schluss, genauer gesagt wurde er erst Ende Januar 1990 offiziell abgeschafft, womit die 5-Tage-Schulwoche eingeführt wurde; zuvor fand an Samstagen noch bis etwa Mittag Unterricht statt, oft mit 2-5 Stunden. 

Wie lange ging ein Schultag in der DDR?

Stunde begann um 7 Uhr (freiwilliger Unterricht, Englisch zum Beispiel), eine Stunde hatte 45 Minuten, das Frühstück dauerte 20 Minuten und mittags gab es 30 Minuten Pause, maximal 5 Stunden am Tag, dafür aber auch samstags Unterricht.

So war der Alltag in der DDR | Geschichte

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Wie viele Schulferien gab es in der DDR pro Schuljahr?

Die für alle Schüler in der gesamten DDR einheitlichen Schulferien summierten sich in den 70er und 80er Jahren pro Schuljahr ? auf über 110 Tage (Wochenenden mitgerechnet). In der Regel war der jeweils letzte Schultag ein Freitag, erster Ferientag war offiziell der Samstag.

War das DDR Schulsystem besser?

Das einheitliche DDR-Schulsystem mit seinen gut strukturierten Lehrplänen gilt immer noch vielen als vorbildlich – abgesehen von den politischen Inhalten. „Das Schulwesen in der DDR war viel besser“, sagt auch ein Hallenser in der Umfrage.

Wie war die Einschulung in der DDR?

Das Schulsystem in der DDR unterschied sich grundlegend von dem in der Bundesrepublik. Alle Kinder wurden in die POS eingeschult, in die Polytechnische Oberschule. Die Einschulung erfolgte immer zum 1. September eines Jahres.

Wie wurde der Schulabschluss in der DDR erreicht?

Der DDR-Schulabschluss wurde hauptsächlich nach der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule (POS) mit einem Abschlusszeugnis erworben, das dem heutigen Realschulabschluss (mittlere Reife) gleichgestellt ist und zur Lehre oder zum Fachschulstudium berechtigte. Wer das Abitur anstrebte, wechselte nach der 8. oder 10. Klasse auf die Erweiterte Oberschule (EOS), um nach 12 Jahren die Hochschulreife zu erlangen, wobei die Zulassung stark von Noten (z. B. 1,7 Durchschnitt) und politischem Engagement abhing. Es gab auch den Bildungsweg der Berufsausbildung mit Abitur (BmA).
 

War der Sonnabend in der DDR schulfrei?

Bis zum Schuljahr 1989/1990 war der Sonnabend an einigen Schulen ein regulärer Schultag, allerdings wurden nur zwei bis drei Unterrichtsstunden in den unteren und nicht mehr als fünf Unterrichtsstunden in den höheren Klassenstufen unterrichtet.

Welche Noten gab es in der DDR?

In der DDR gab es ein fünfstufiges Notensystem (1 sehr gut bis 5 ungenügend) anstelle des westdeutschen sechsstufigen, ergänzt durch wichtige Kopfnoten (Betragen, Fleiß, Ordnung, Mitarbeit), die den sozialen Aspekt betonten. Die Noten 1-5 wurden auf dem Zeugnis der Polytechnischen Oberschule (POS) vermerkt, wobei mehrere Vieren oder eine Fünf die Versetzung gefährdeten. Nach der Wiedervereinigung wurden diese Noten für die Vergleichbarkeit mit dem Westen umgerechnet.
 

Wie hieß das Abitur in der DDR?

Das Abitur in der DDR erwarb man hauptsächlich an der Erweiterten Oberschule (EOS), die nach der zehnten Klasse (früher nach der achten Klasse) zur 12-klassigen Hochschulreife führte. Die EOS war der direkte Weg zum Studium und stand nur einem kleinen Teil der Schüler offen, die neben guten Noten auch politisches Engagement und eine „sozialistische“ Einstellung nachweisen mussten; Gymnasien gab es in der DDR nicht. 

Welche Bücher musste man zu DDR-Zeiten in der Schule lesen?

Fremdsprachige Literatur

  • Daniel Defoe: Robinson Crusoe (verbindlich für Klasse 5)
  • Victor Hugo: Gavroche (verbindlich für Klasse 7)
  • William Shakespeare: Hamlet.
  • William Shakespeare: Macbeth (verbindlich für Klasse 9)
  • Alexej N. Tolstoi: Das goldene Schlüsselchen (verbindlich für Klasse 4)

Hat man in der DDR Englisch gelernt?

In der DDR war Englischunterricht in der Schule nicht Pflicht, also haben nur die Kinder, die sich dafür entschieden haben, Englisch gelernt. Damals lernten Schulkinder ab der 5. bis zur 10. Klasse intensiv Russisch.

Wann war in der DDR hitzefrei?

Die Dresdner Nachrichten vom August 1863 verkündeten das erste Hitzefrei: „Mit großer Befriedigung haben wir vernommen, dass in der Schulanstalt des Herrn Direktor Clauß der Unterricht gestern Nachmittag in Anbetracht der Hitze von 25 Grad geschlossen worden ist. “

Wie hieß die Grundschule in der DDR?

Früher hieß es POS Geschwister Scholl dann war es die Grundschule Geschwister Scholl in den 80igern nach der Wende dann die Regelschule Geschwister Scholl. Seit über 10 Jahren ist es wieder die Grundschule Geschwister Scholl.

Bis wann gab es in der DDR samstags Schulunterricht?

Der Samstagsunterricht an Schulen in der DDR wurde erst zum Ende der DDR, genauer gesagt Ende Januar 1990, vollständig abgeschafft, auch wenn die Arbeitswoche für viele Erwachsene schon 1967 auf fünf Tage umgestellt wurde und der Samstag als freier Tag eingeführt wurde. Bis dahin mussten Schülerinnen und Schüler fast durchgehend auch samstags die Schule besuchen. 

Wie nannte man den 10. Klasse Abschluss in der DDR?

2. Die von einer Mittelschule (oder „Zehnklassenschule“) in der DDR nach dem Besuch von 10 aufsteigenden Jahresklassen ausgestellten Abschlusszeugnisse werden den Abschlusszeugnissen der Realschule gleichgestellt.

Wie lange war die Lehrzeit in der DDR?

Die Lehrzeit in der DDR (normal: 2 Jahre; BmA: 3 Jahre) war (zu) kurz, um berufliche Erfahrungen anzusammeln. In der DDR bestand keine freie Wahl der Lehrstelle. Jugendliche und Betriebe wurden „zwangsverheiratet“. Ohne (richtiges) Parteibuch oder als Nicht-FDJ-Mitglied hatte man Nachteile.

Wie wurden die Schüler in der DDR begrüßt?

In der DDR gehörten Schule und Pioniere eng zusammen: In der ersten Klasse wurden die Kinder in der Pionierorganisation aufgenommen. Es gab einen speziellen Pioniergruß, mit dem manchmal auch der Lehrer zu Beginn des Unterrichts die Schüler begrüßte. Dabei sagte der Lehrer „Seid bereit!

Was bedeutet das rote Halstuch in der DDR?

Im Unterschied zur Sowjetunion und anderen Ostblockländern war in der DDR ein blaues Halstuch üblich. Erst ab 1973, zum 25-jährigen Bestehen der Organisation, wurde für die Thälmannpioniere das rote Halstuch eingeführt, während die Jungpioniere beim blauen Halstuch blieben.

Wann gab es das Babyjahr in der DDR?

In der DDR gab es seit 1976 für Mütter ab dem zweiten Kind das Recht auf ein Jahr bezahlte Elternzeit. Dieses Recht wurde Anfang Mai 1986 auf alle Mütter – also auch auf Mütter mit ih- rem erstgeborenen Kind – erweitert.

Wie hieß in der DDR das Abitur?

Erweiterte Oberschule. Die Erweiterte Oberschule (Abkürzung EOS [ˌeːoːˈɛs], offiziell „Erweiterte allgemeinbildende polytechnische Oberschule“ oder „12klassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule“) war die höhere Schule im Schulsystem der DDR und führte nach der zwölften Klasse zur Hochschulreife.

Was war negativ in der DDR?

Punks wurden in der DDR als „negativ-dekadente“ Jugendliche betrachtet, häufig wurden sie ohne Angabe von Gründen überwacht und inhaftiert.

Hat man in der DDR Russisch gelernt?

Der Russisch-Unterricht war für alle Schüler der DDR ab der 5. Klasse verpflichtend als erste Fremdsprache. Das galt schon seit 1951. Heute lernen viel weniger Schüler diese Sprache.

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