Wie viel Schmerzensgeld kann ich verlangen?
Gefragt von: Susann Merz-Metzger | Letzte Aktualisierung: 5. Februar 2026sternezahl: 4.2/5 (12 sternebewertungen)
Schmerzensgeld kann von wenigen hundert Euro (z.B. leichte Prellungen) bis zu mehreren hunderttausend Euro reichen, abhängig von Schwere und Dauer der Verletzung, bleibenden Schäden (z.B. Lähmungen, Koma) und persönlichen Umständen, wobei es keine feste Obergrenze gibt, sondern die Höhe individuell vom Gericht festgelegt wird, basierend auf Schmerzensgeldtabellen (z.B. ADAC, Advocado) als Richtwerte. Beispiele sind 12.000 € für Tinnitus oder 500.000 € für ein schweres Trauma mit Wachkoma.
Wer legt die Höhe von Schmerzensgeld fest?
Das Gericht entscheidet, ob Sie Schmerzensgeld bekommen sollen und wie hoch das Schmerzensgeld ist. Das Gericht bestimmt auch, bis wann die Gegenseite das Schmerzensgeld bezahlen muss.
Wie berechnet man das Schmerzensgeld?
Schmerzensgeld wird nicht pauschal berechnet, sondern individuell anhand von Faktoren wie Verletzungsart, -schwere, -dauer, Behandlungsaufwand, Alter, psychischen Folgen und Auswirkungen auf Beruf/Alltag bemessen, wobei sich Gerichte und Anwälte an Schmerzensgeldtabellen (z.B. Beck'sche Tabelle) orientieren, die konkrete Vergleichsfälle enthalten. Jede Entscheidung ist eine Einzelfallprüfung, die oft eine taggenaue Berechnung (z.B. Intensivstation: 150€/Tag) oder spezifische Beträge nach Verletzungsmuster (z.B. Schleudertrauma: 250-2000€) einbezieht, um eine angemessene Entschädigung zu finden.
Für was bekommt man das meiste Schmerzensgeld?
Art und Schwere der Verletzung: Schwere und dauerhafte Verletzungen führen in der Regel zu höheren Schmerzensgeldbeträgen als leichte und vorübergehende Beeinträchtigungen. Dauer der Beeinträchtigung: Langandauernde oder dauerhafte Leiden erhöhen das Schmerzensgeld.
Kann ich Schmerzensgeld ohne Anwalt verlangen?
Ja, Schmerzensgeld kann man auch ohne Anwalt beantragen, besonders außergerichtlich bei der gegnerischen Versicherung oder bei geringen Forderungen (bis 5.000 €) vor dem Amtsgericht, aber ein Anwalt ist oft ratsam, da Versicherungen versuchen, Kosten zu minimieren und man als Laie Nachteile hat, vor allem bei höheren Beträgen oder vor Gericht. Sie schreiben einen Antrag, legen ärztliche Nachweise bei und müssen sich mit der Versicherung auseinandersetzen; ein Anwalt hilft bei der korrekten Bemessung und Durchsetzung.
Schmerzensgeld - wie viel erhalte ich?
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Wo liegt die Beweislast bei Schmerzensgeld?
Sobald es um die Zahlung von Schmerzensgeld geht, liegt die Beweislast bei Ihnen. Sie müssen demnach sämtliche Schäden (egal ob seelisch oder körperlich) nachweisen. Folgende Details sollten deshalb in Ihrer Klageschrift nicht fehlen: wie der Schaden überhaupt entstanden ist.
Wie wird Schmerzensgeld ermittelt?
Schmerzensgeld wird nicht pauschal berechnet, sondern individuell anhand von Faktoren wie Verletzungsart, -schwere, -dauer, Behandlungsaufwand, Alter, psychischen Folgen und Auswirkungen auf Beruf/Alltag bemessen, wobei sich Gerichte und Anwälte an Schmerzensgeldtabellen (z.B. Beck'sche Tabelle) orientieren, die konkrete Vergleichsfälle enthalten. Jede Entscheidung ist eine Einzelfallprüfung, die oft eine taggenaue Berechnung (z.B. Intensivstation: 150€/Tag) oder spezifische Beträge nach Verletzungsmuster (z.B. Schleudertrauma: 250-2000€) einbezieht, um eine angemessene Entschädigung zu finden.
Was brauche ich vom Arzt für Schmerzensgeld?
Das ärztliche Attest ist unbedingt notwendig für die Geltendmachung des Schmerzensgeldes, weil man als Geschädigter nachweispflichtig ist. War man beim Arzt, so kann man danach mit der gegnerischen Versicherung Kontakt aufnehmen und dieser mitteilen, dass man sich verletzt hat und Schmerzensgeld beantragen will.
Wie lange dauert es, bis Schmerzensgeld gezahlt wird?
Die Dauer bis zur Schmerzensgeldzahlung variiert stark: In einfachen Fällen (z.B. Kfz-Unfall mit klarem Hergang) kann es wenige Wochen dauern, bei komplexen Fällen mit strittiger Schuld, langwierigen Gutachten oder Gerichtsprozessen jedoch mehrere Monate bis Jahre. Die Versicherung hat eine Prüffrist (oft 4-6 Wochen), danach kann Klage eingereicht werden, wenn keine Zahlung erfolgt. Der Prozess hängt von der Komplexität der Verletzung, der Klärung der Haftung und der Auslastung der Gerichte ab.
Was braucht man, um Schmerzensgeld zu bekommen?
Ein ärztliches Attest, das klar den Zusammenhang zwischen dem zugrunde liegenden Vorfall und den Verletzungen belegt, ist daher meist unerlässlich. Wenn es um psychische Leiden geht, muss der Betroffene in aller Regel ein psychologisches Attest oder Gutachten vorweisen, um seine Ansprüche zu belegen.
Was ist das höchste Schmerzensgeld in Deutschland?
Das höchste verhängte Schmerzensgeld in Deutschland liegt bei 1 Million Euro, zugesprochen vom Landgericht Göttingen im August 2025 an ein Mädchen aufgrund schwerer Geburtsfehler, die zu lebenslangen Behinderungen führten. Vorherige Rekorde umfassten 800.000 € für einen Behandlungsfehler und ein Vergleich von 700.000 € plus Rente für einen Geburtsschaden. Solche extrem hohen Summen sind die absolute Ausnahme und hängen von der Schwere der Verletzung und dem Grad des Verschuldens ab.
Kann ich Schmerzensgeld ohne Arztbesuch erhalten?
Kann ich ein Schmerzensgeld auch vollständig ohne Arztbesuch erhalten? Grundsätzlich ja. Aber es wird schwieriger. Im Zivilrecht gilt, dass Sie selber beweisen müssen, dass Verletzungen vorliegen, und wie schwer diese ausgefallen sind.
Wer entscheidet über die Höhe des Schmerzensgeldes?
Wer entscheidet beim Schmerzensgeld über die Höhe? In der Regel bestimmt ein Richter im Zuge eines entsprechenden Verfahrens, wie hoch das Schmerzensgeld ausfällt.
Was steht mir nach einem unverschuldeten Unfall zu?
Dazu gehören: Eine Nutzungsausfallentschädigung oder ein Mietwagen für die Dauer der erforderlichen Reparatur an Ihrem Fahrzeug. Alle Kosten, welche im Zuge der Behandlung Ihrer Verletzungen entstanden sind. Eine Verdienstausfallentschädigung, falls Sie aufgrund des unverschuldeten Unfalls nicht zur Arbeit können.
Kann man ohne Anwalt Schmerzensgeld beantragen?
Ja, Schmerzensgeld kann man auch ohne Anwalt beantragen, besonders außergerichtlich bei der gegnerischen Versicherung oder bei geringen Forderungen (bis 5.000 €) vor dem Amtsgericht, aber ein Anwalt ist oft ratsam, da Versicherungen versuchen, Kosten zu minimieren und man als Laie Nachteile hat, vor allem bei höheren Beträgen oder vor Gericht. Sie schreiben einen Antrag, legen ärztliche Nachweise bei und müssen sich mit der Versicherung auseinandersetzen; ein Anwalt hilft bei der korrekten Bemessung und Durchsetzung.
Wie lange muss man krankgeschrieben sein, um Schmerzensgeld zu bekommen?
Schmerzensgeld: Wer 6 Wochen arbeitsunfähig war, kann unter Umständen Ersatzansprüche geltend machen. Bei der Berechnung der Schmerzensgeldhöhe spielen mehrere Faktoren eine maßgebliche Rolle.
Bei welchen Verletzungen bekommt man Schmerzensgeld?
Anspruch auf Schmerzensgeld besteht bei erheblichen, unfallbedingten Verletzungen, die direkt mit dem Unfall zusammenhängen und bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Verhalten des Unfallverursachers bzw. der Unfallverursacherin.
Wie hoch sind die Tagessätze für Schmerzensgeld?
Es gibt kein pauschales "Schmerzensgeld pro Tag", da die Höhe individuell nach Verletzungsschwere, Dauer der Arbeitsunfähigkeit und Lebensbeeinträchtigung berechnet wird; jedoch nutzen Gerichte eine Methode mit Tagessätzen für Behandlungsphasen (z.B. 150 € Intensivstation, 100 € Normalstation, 60 € Reha) und addieren dies zu weiteren Faktoren wie der Dauer der Krankschreibung (oft 20-50 € extra pro Tag) und bleibenden Schäden, um eine Gesamtsumme zu ermitteln, wobei der Bundesgerichtshof die reine Tagessatz-Methode kritisiert.
Wie lange kann man Schmerzensgeld einfordern?
Schmerzensgeldansprüche verjähren in der Regel nach drei Jahren, beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie Kenntnis vom Schädiger hatten (z.B. nach einem Unfall oder Behandlungsfehler). Bei vorsätzlich begangenen Taten oder wenn der Schädiger unbekannt ist, können längere Fristen bis zu 30 Jahre gelten. Eine anwaltliche Beratung ist ratsam, um die Fristen genau zu prüfen.
Wie fordere ich Schmerzensgeld ein?
Um Schmerzensgeld zu beantragen, muss man den Anspruch außergerichtlich mit dem Schädiger (oder dessen Versicherung) verhandeln oder gerichtlich einklagen; beides erfordert einen unverzüglichen Arztbesuch zur Beweissicherung, die Dokumentation aller Schäden und in der Regel die Hilfe eines Fachanwalts, da Schmerzensgeld nicht einfach „beantragt“, sondern eingefordert wird. Wichtig sind der Nachweis von Verschulden, Kausalität (Verursachung der Verletzung) und der Schwere der Verletzung (ärztliche Gutachten), wobei eine außergerichtliche Einigung oft bevorzugt wird, aber bei Weigerung eine Klage nötig ist.
Wer muss Verschulden nachweisen?
Bei der Verschuldenshaftung nach §§ 823-826, 839 BGB ist das Verschulden eine Anspruchsvoraussetzung. Der Anspruchsteller muss dem Gegner das Verschulden nachweisen. Bei vermutetem Verschulden muss der Anspruchsgegner seine Nichtschuld beweisen.
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