Wie vertrauenswürdig sind die Siegel der Fische?
Gefragt von: Ilona Schilling-Knoll | Letzte Aktualisierung: 23. Januar 2026sternezahl: 4.7/5 (51 sternebewertungen)
Fischsiegel wie das MSC-Siegel gelten als relativ vertrauenswürdig, aber nicht perfekt; sie bieten eine Orientierung für nachhaltigeren Wildfang, sind aber oft nur Mindeststandards, die von Umweltschützern wie WWF und Greenpeace kritisiert werden, da sie Fischereien mit Mängeln zertifizieren können. Bessere Alternativen sind oft Bio-Siegel wie Demeter oder Bioland für Zuchtfisch. Generell ist der nachhaltigste Fisch der, der gar nicht erst gefangen wird, weshalb die Reduzierung des Fischkonsums empfohlen wird.
Ist das MSC-Siegel vertrauenswürdig?
Der MSC-Umweltstandard ist der weltweit strengste und anerkannteste Standard zur Bewertung und Zertifizierung nachhaltiger Fischereien. Für FischesserInnen, denen Nachhaltigkeit und Meeresschutz am Herzen liegen, kann Wildfisch ohne Siegel keine Alternative sein!
Was ist besser bei Fisch, ASC oder MSC?
ASC-Siegel für Zuchtfische aus Aquakulturen
Fische aus Aquakulturen sowie Süßwasserfische wie Lachs, Karpfen, Forelle und Aal werden von den Regeln des MSC nicht erfasst und können nicht danach zertifiziert werden. Das MSC-Siegel bezieht sich ausnahmslos auf wildlebende Meerestiere.
Was bedeutet das MSC-Siegel für Fisch?
Die MSC-Zertifizierung (Marine Stewardship Council) ist ein weltweit anerkanntes Umweltsiegel für nachhaltige Fischerei (Wildfisch), das Verbrauchern hilft, Fisch und Meeresfrüchte aus verantwortungsvoller Quelle zu erkennen, die nicht überfischt ist, das marine Ökosystem schont und eine nachweisbare Rückverfolgbarkeit ermöglicht. Das blaue Fisch-Siegel garantiert, dass die Fischerei unabhängige Prüfungen durchläuft und die Fangmethoden umweltschonend sind, um Fischbestände und Lebensräume zu schützen.
Welches Fischsiegel ist das beste?
Am besten sind Produkte mit den Siegeln von demeter, Naturland oder Bioland, die hier strengere Kriterien haben als die Mindeststandards der EU vorgeben. Grundsätzlich bedenklich ist die Züchtung von Raubfischen: Für ein Kilo Lachs werden bis zu zwei Kilo Fischmehl oder Fischöl aus Sardinen, Sardellen etc.
Check deinen Fisch! I Achte auf die Siegel!
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Welchem Bio-Siegel kann man vertrauen?
Das staatliche Bio-Siegel
Seit 2001 gibt es ein staatliches Bio-Siegel. Das sechseckige Zeichen mit dem Schriftzug "Bio" steht für die Kriterien der EG-Öko-Verordnung. Das Siegel definiert Mindestkriterien und ist im Wesentlichen vertrauenswürdig.
Welche Fische kann man noch bedenkenlos essen?
Man kann Fische wie Seelachs, Hering, Kabeljau (aus bestimmten Regionen), regionale Plattfische (Scholle, Flunder, Kliesche), Forelle und Saibling bedenkenlos essen, besonders wenn sie aus nachhaltiger Fischerei (MSC-Siegel) oder kontrollierter Zucht stammen und nicht überfischt sind. Generell sind kleinere Schwarmfische und Arten mit niedrigerer Stellung in der Nahrungskette (weniger Schwermetalle) oft eine sichere Wahl, während große Raubfische wie Schwertfisch und älterer Kabeljau mehr Quecksilber enthalten können.
Welchen Fisch darf man noch essen Greenpeace?
Laut Greenpeace (Stand 2016/aktuellere Einschätzungen von WWF & Verbraucherzentralen) sind Karpfen (aus geschlossenen Zuchtanlagen), Wels, Hering (je nach Herkunft) und Alaska-Seelachs (mit Einschränkungen) sowie spezielle Thunfisch-Arten (z.B. Echter Bonito, mit Handleine) oft empfehlenswert, während viele andere Arten wie Rotbarsch, Scholle und Seeteufel wegen Überfischung vermieden werden sollten; entscheidend sind immer die Herkunft und Fangmethode, daher sind die aktuellen Fischratgeber von Organisationen wie dem WWF oder den Verbraucherzentralen zu prüfen.
Warum wird MSC kritisiert?
Seit Jahren ein wichtiger Kritikpunkt: das Unvermögen des MSC, eine signifikante Anzahl von Fischereien aus Entwicklungsländern zu zertifizieren und die Standards auch auf kleinskalige Fischereien, zu denen wenig Datenmaterial vorliegt, zu übertragen.
Ist MSC Fisch aus Aquakultur?
Nach dem MSC-Standard können nur Fischereien, keine Zuchtbetriebe zertifiziert werden. Fischprodukte aus Zuchtbetrieben und Aquakultur können nach dem Standard des Aquaculture Stewardship Council (ASC) zertifiziert werden.
Ist Kabeljau ein hochwertiger Fisch?
Ja, Kabeljau ist ein sehr guter Fisch: Er ist gesund, mager, reich an Proteinen, wichtigen Mineralstoffen (Jod, Selen) und Vitaminen (B12, D), schmeckt mild und ist vielseitig zubereitbar, aber man sollte auf nachhaltigen Fang achten, da einige Bestände überfischt sind.
Warum kein Fisch aus Aquakultur?
Leider ist auch Zuchtfisch aus Aquakulturen oft keine umweltfreundliche Alternative zu wild gefangenem Fisch. Im schlechtesten Fall werden für den Bau von Fischfarmen wertvolle Lebensräume wie Mangrovenwälder zerstört und durch die intensive Fischzucht Gewässer mit Chemikalien, Antibiotika und Exkrementen verschmutzt.
Ist MSC Wildfang?
Bei allem Reformbedarf bleibt MSC das weltweit strengste Wildfang-Label für Meeresfisch. Denn vor allem jene 90 Prozent nicht-zertifizierte Fischereien sind es, die den größten Raubbau an unseren Meeren zu verantworten haben.
Ist das MSC-Siegel greenwashing?
Greenwashing erleichtert Plünderung der Meere
Der 1997 gegründete MSC (Marine Stewardship Council) ist eine Organisation, die mit ihrem Siegel nachhaltig gefangenen Fisch kennzeichnen will. Aktuell (Stand Okt 2024) sind fast 680 Fischereien weltweit MSC-zertifiziert, das sind 16 Prozent der Meeresfischereien.
Ist ASC oder MSC besser?
ASC-Siegel konzentriert sich auf Aquakultur, im Unterschied zum MSC-Siegel für Wildfänge. Kritik am MSC-Siegel zielt auf unzureichende Standards und den Vorwurf der Interessenkonflikte ab, die die Glaubwürdigkeit und Effektivität des Siegels in Frage stellen.
Was bedeutet das MSC-Siegel auf Thunfisch?
Wer sich diese Frage stellt, für den gilt: Wenn auf einem Thunfischprodukt das blaue MSC-Siegel abgebildet ist, kommt der Thunfisch aus einem nicht überfischten Bestand und wurde nachhaltig gefangen.
Ist MSC Fisch gut?
Im Zweifel sei es besser, beim Kauf von Fisch und Meeresprodukten aus Wildfang zu MSC-zertifizierten Produkte zu greifen als zu Produkten ohne Siegel, bei denen womöglich keine oder nur sehr niedrige Nachhaltigkeits-Standard eingehalten würden.
Was bedeutet bei Fisch MSC?
Das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) mit dem blauen Fisch kennzeichnet Wildfisch und Meeresfrüchte, die aus wissenschaftlich fundierter, nachhaltiger Fischerei stammen, die Fischbestände schont, das Ökosystem schützt und Rückverfolgbarkeit gewährleistet. Es dient Verbrauchern als Orientierungshilfe, um umweltschonende Entscheidungen zu treffen, gilt als strengstes Siegel für Wildfisch, obwohl es auch Kritik bezüglich der Standards und der unabhängigen Zertifizierung gibt, wie die Verbraucherzentralen und Umweltverbände anmerken.
Ist Lachs MSC oder ASC zertifiziert?
Fischerei & Nachhaltigkeit von Lachs
Beim Kauf von Wildlachs sollte man deshalb unbedingt auf das MSC-Siegel achten! Wildlachs mit dem MSC-Siegel kommt aus einer Fischerei, die dem strengen MSC-Umweltstandard entspricht. Dazu gehört, dass der Bestand eine gesunde Größe hat und nicht überfischt ist.
Welcher Fisch ist am wenigsten schadstoffbelastet?
Am wenigsten belastet sind oft kleinere Fische mit kürzerer Lebensdauer, die niedriger in der Nahrungskette stehen, wie Hering, Sardelle, Makrele, Scholle, Flunder und Seelachs (wenn aus bestimmten Regionen wie Spitzbergen). Auch Karpfen und Wels aus kontrollierter Zucht sind eine gute Wahl, ebenso wie Bio-Lachs und Bio-Forellen, da sie weniger Schadstoffe ansammeln und nachhaltiger produziert werden. Achten Sie auf Siegel wie MSC/ASC und die Herkunftsangaben.
Welcher Fisch steht auf der roten Liste?
Insgesamt sind 10 Arten als bestandsgefährdet eingestuft, darunter sind 2 Arten vom Aussterben bedroht (Hundshai, Kleiner Scheibenbauch) und 6 Arten (Dornhai, Europäischer Aal, Finte, Heringskönig, Seehecht, Zwergdorsch) stark gefährdet.
Ist Pangasius bedenkenlos zu essen?
Die professionelle Zucht des Pangasius verbraucht daher kaum Ressourcen und hat nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt. Der Fisch lässt sich somit jederzeit bedenkenlos und mit gutem Gewissen genießen.
Welchen Fisch kann man unbesorgt essen?
Bedenkenlos essen können Sie:
- Forelle aus regionalen Gewässern (vom lokalen Fischhändler)
- Karpfen.
- Wildlachs aus Alaska.
- Hering aus Norwegen.
- Sprotte.
- Austern.
- Amerikanischer und Europäischer Wels.
Kann man Bio-Lachs bedenkenlos essen?
Ja! Wer Bio-Lachs kauft, kann sich sicher sein, dass die Futtermittel nachhaltig produziert werden und nicht genverändert sind.
Können Fische Inzucht betreiben?
Bezüglich "Inzucht bei Fischen":
ja, das tritt wie bei praktisch jeder Tierart auf.
Wie kann man Brüste beschreiben?
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