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Wie teuer ist das Abtreiben?

Gefragt von: Clemens Schumann  |  Letzte Aktualisierung: 3. Mai 2026
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Ein Schwangerschaftsabbruch kostet in Deutschland in der Regel zwischen 300 und 800 €, abhängig von Methode, Praxis und Narkose, aber die Kosten können von der Krankenkasse oder dem Bundesland übernommen werden, wenn ein Beratungsschein vorliegt und die Einkommensgrenzen eingehalten werden, oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Ohne diese Voraussetzungen müssen die Kosten selbst getragen werden, wobei Sozialhilfeempfänger und Geringverdiener einen Anspruch auf Kostenübernahme haben.

Wie teuer ist das Abtreiben eines Kindes?

Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs

Die Kosten für den eigentlichen Schwangerschaftsabbruch werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Die von Ihnen zu tragenden Kosten belaufen sich auf ungefähr 300 bis 800 € je nach Praxis, Methode und Versicherung.

Wann ist eine Abtreibung kostenlos?

Eine Abtreibung muss nicht bezahlt werden, wenn sie medizinisch oder kriminologisch indiziert ist (dann übernimmt die Krankenkasse komplett) oder wenn die schwangere Frau sozial bedürftig ist und ihren Antrag vorab bei der Krankenkasse stellt, was bei geringem Einkommen (z.B. unter 1.500 € Netto bei DAK-Gesundheit, Stand 2025) und nach einer staatlich anerkannten Beratung möglich ist. Auch Sozialhilfeempfängerinnen, Asylbewerberinnen oder Personen in Einrichtungen, die von Sozialhilfe getragen werden, haben Anspruch. 

Kann man im 2. Monat abtreiben?

Ja, ein Abbruch im 2. Monat (ca. 8 Wochen nach letzter Periode) ist in Deutschland möglich und unter bestimmten Bedingungen straffrei, nämlich wenn seit der Empfängnis nicht mehr als 12 Wochen vergangen sind, eine verpflichtende Beratung erfolgt ist und der Abbruch ärztlich durchgeführt wird. Der medikamentöse Abbruch ist oft bis zur 9. Woche möglich, während chirurgische Methoden bis zur 12. Woche nach Empfängnis angewendet werden können.
 

Was kostet die Tablette zum Abtreiben?

Abtreibungspille: Kosten

Allgemein gilt: Die Kosten für einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch (egal, ob mit Tabletten oder per Absaugung) liegen zwischen 350 und 600 Euro. Dabei kostet eine medikamentöse Abtreibung weniger als ein instrumenteller Abbruch.

Abtreiben ohne Geld: Changes for Women hilft bei Schwangerschaftsabbrüchen.

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Kann man in der 1. SSW abtreiben?

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist bis zur 9. Schwangerschaftswoche (SSW) möglich. Dazu werden der Wirkstoff Mifepriston (Handelsname des Präparats: Mifegyne®) und ein Prostaglandin (bekannt unter dem Handelsnamen Cytotec®), eingesetzt.

Wie schmerzhaft ist die Abtreibungspille?

Die Abtreibungspille kann für manche Frauen eine unangenehme Erfahrung sein. Die Abtreibungspille verursacht Unterleibsschmerzen, die mehrere Stunden andauern können. Etwa so, wie sehr starke Menstruationskrämpfe. Andere mögliche Nebenwirkungen der Abtreibungspille sind Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost und Durchfall.

Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?

In Deutschland erlaubt das Gesetz einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (eigentlich Ende der 14. SSW) nach einer verpflichtenden Beratung (§ 218a StGB), weil in dieser frühen Phase die Abwägung zwischen dem Grundrecht der Schwangeren auf Selbstbestimmung und dem Schutz des ungeborenen Lebens eine Straffreiheit ermöglicht, da das Fötus noch nicht als voll entwickelt gilt und die Risiken für die Mutter in dieser Phase geringer sind als später. Eine weitere Option besteht bei medizinischer Indikation (Gefahr für Leib/Leben der Mutter) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) auch über die 12. Woche hinaus, da hier die Notlage der Frau im Vordergrund steht. 

Wie kann ich nach 3 Monaten eine ungewollte Schwangerschaft verhindern?

Das Verfahren beinhaltet in der Regel die Einnahme einer Tablette namens Mifepriston in einer Arztpraxis. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden folgt zu Hause die Einnahme eines zweiten Medikaments namens Misoprostol. Diese Medikamente wirken zusammen, um die Kontraktion der Gebärmutter und damit die Ausstoßung des Schwangerschaftsgewebes zu bewirken.

Kann man in der 20. SSW noch abtreiben?

Nach 20 Schwangerschaftswochen wird in der Regel vor Induktion des Abbruchs ein Fetozid durchgeführt. Wichtig ist eine angemessene psychische Betreuung und Unterstützung der betroffenen Eltern, auch bei einem frühen Schwangerschaftsabbruch.

Welche Strafe droht bei Abtreibung?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, aber in der Praxis meist strafbar, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Beratung durch einen Arzt durchgeführt wird (Beratungsregelung, § 218a StGB) oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Wer den Abbruch durchführt (Arzt/Arzthelfer) wird härter bestraft, wenn die Schwangere nicht einwilligt oder die Regeln verletzt, während die Schwangere selbst bei der „Beratungsregelung“ nicht strafbar ist. 

Kann man direkt beim Frauenarzt abtreiben?

Eine Schwangerschaft kann operativ oder mit Medikamenten abgebrochen werden („Abtreibung“). Der operative Schwangerschaftsabbruch (Absaugung) wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt.

Wer finanziert eine Abtreibung?

Leistungen bei Schwangerschaftsabbruch in Anspruch nehmen. Erfolgt der Schwangerschaftsabbruch aus kriminologischen oder medizinischen Gründen, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen und von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) abgerechnet.

Kann man ab 16 abtreiben?

Ja, mit 16 kann man abtreiben, da man in diesem Alter in der Regel als einwilligungsfähig gilt und meist keine Zustimmung der Eltern benötigt, wenn der Arzt die Reife zur Entscheidung bejaht, aber eine verpflichtende Erstberatung bei einer anerkannten Stelle (wie Pro Familia) ist erforderlich. Es ist wichtig, sich an spezialisierte Beratungsstellen zu wenden, die Unterstützung und Informationen bieten und auch anonyme Hilfe ermöglichen, auch ohne dass die Eltern davon erfahren. 

Wie lange dauert eine Abtreibung-OP?

Eine operative Abtreibung (Absaugung) dauert meist nur wenige Minuten (ca. 5 bis 10 Minuten), ist ein schneller Eingriff, der ambulant durchgeführt wird, aber der gesamte Aufenthalt in der Praxis oder Klinik inklusive Vorbereitung und Nachsorge (Überwachung, Antibiotika) kann mehrere Stunden dauern, oft sind es insgesamt 6 bis 8 Stunden, bis man wieder nach Hause gehen kann.
 

Kann man in der 18. SSW noch abtreiben?

Bei einer Schwangerschaftsdauer von 18 bis 22 Wochen findet die Behandlung immer unter Sedierung (Dämmerschlaf) statt. Zwei bis drei Stunden vor der Behandlung wird Ihnen ein Medikament (Misoprostol) verabreicht. Dieses sorgt für eine Erweichung und Erweiterung des Gebärmutterhalses.

Was tun, wenn man im ersten Monat schwanger ist und das Kind nicht will?

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch kann von einem qualifizierten Hausarzt oder Gynäkologen durchgeführt werden. Er ist möglich, wenn Sie weniger als neun Wochen schwanger sind. Ab der neunten Schwangerschaftswoche ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch nicht mehr möglich. Vor dem Eingriff sind eine Ultraschalluntersuchung und eine Blutuntersuchung erforderlich.

Was kann ich tun, wenn ich nach einem Jahr ohne Verhütung nicht schwanger werde?

Wenn es ohne Verhütung nach über einem Jahr nicht zu einer Schwangerschaft kommt, ist es ratsam, Ihre Frauenärztin aufzusuchen. Beim ärztlichen Check-up ist es sinnvoll, dass sich sowohl die Frau als auch der Mann auf mögliche Ursachen untersuchen lassen.

Was hilft, eine Schwangerschaft zu verhindern?

Um eine Schwangerschaft zu verhindern, gibt es verschiedene Verhütungsmethoden wie Hormone (Pille, Hormonspirale), Barrieremethoden (Kondome, Diaphragma), Spiralen (Kupferspirale) und dauerhafte Methoden (Sterilisation). Bei Verhütungspannen gibt es die Pille danach oder die Kupferspirale als Notfalllösung. Die beste Methode hängt von persönlichen Bedürfnissen und Gesundheitsaspekten ab, daher ist eine Beratung bei Arzt oder Apotheker sinnvoll.
 

Kann man im 4. Monat abtreiben?

Das bedeutet, dass eine Schwangerschaft innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate ohne Vorliegen eines medizinischen Grundes abgebrochen werden kann. Voraussetzung ist, dass vor dem Abbruch ein Aufklärungsgespräch stattfindet und der Abbruch von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt wird.

Hat ein Embryo Schmerzen bei Abtreibung?

Diese neue Studie deutet darauf hin, dass Föten auch nach 20 Wochen, dem Zeitpunkt, bis zu dem in den meisten Ländern ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden darf, noch keinen Schmerz empfinden.

Was hat Abtreibung für Folgen?

Die Folgen einer Abtreibung können kurzfristig körperliche Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen sein, während langfristige körperliche Komplikationen wie Unfruchtbarkeit oder Probleme bei späteren Schwangerschaften selten, aber möglich sind. Psychisch können die Reaktionen komplex sein, mit möglichen Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Depressionen, obwohl viele Frauen langfristig keine negativen psychischen Folgen sehen. Wichtig ist die medizinische Nachsorge und psychologische Unterstützung, um mögliche Risiken zu minimieren.
 

Wie lange Bettruhe nach Abtreibung?

Nach einem Schwangerschaftsabbruch ist aus medizinischer Sicht keine Bettruhe erforderlich. Durch die einsetzende Hormonumstellung kann es aber sein, dass Frauen sich körperlich oder seelisch erschöpft fühlen. Nach zwei Tagen können sie alles tun, solange es ihnen gut geht.

Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?

Nach einem Schwangerschaftsabbruch sind die Gefühle sehr individuell und reichen von Erleichterung, Freude oder auch einem Gefühl der Stärke bis hin zu Trauer, Schuld, Angst, Niedergeschlagenheit, Wut und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Schmerzen und Blutungen einhergehen können, wobei die Verarbeitung stark von den persönlichen Umständen (z.B. Druck, Lebenssituation, moralische Einstellung) abhängt. Es gibt keine pauschale "normale" Reaktion, und professionelle Beratung bei Beratungsstellen wie pro familia oder donum vitae ist eine wichtige Anlaufstelle. 

Welche Abtreibung ist schonender?

Die gebräuchlichste und schonendste Methode ist die Absaugung. Ein dünnes Röhrchen wird durch den Muttermund eingeführt und die Schleimhaut und die Fruchtblase werden abgesaugt. Der Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten.

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