Wie sieht Bürgergeld aus?
Gefragt von: Klaus Eichhorn | Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2026sternezahl: 4.9/5 (39 sternebewertungen)
Bürgergeld sieht aus wie ein monatlicher Geldbetrag vom Jobcenter, der den Lebensunterhalt sichern soll, bestehend aus einem Regelsatz (z.B. 563 € für Alleinstehende in 2025/2026) für Ernährung, Kleidung etc., plus den angemessenen Kosten für Miete und Heizung sowie möglichen Zusatzbedarfen für Alleinerziehende, Schwangere oder bei Behinderung. Im ersten Bezugsjahr werden Miete und Heizung in tatsächlicher Höhe, danach nur bei Angemessenheit übernommen.
Was bekommt man beim Bürgergeld alles bezahlt?
Beim Bürgergeld bekommt man einen Pauschalen Regelsatz für den täglichen Bedarf (Essen, Kleidung etc.), zusätzliche Kosten für angemessene Unterkunft und Heizung, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie bei Bedarf Mehrbedarfe (z.B. für Schwangerschaft, Alleinerziehung) und einmalige Leistungen (z.B. für Erstausstattung Wohnung oder Kleidung). Die Höhe der Kosten für Unterkunft und Heizung hängt von den lokalen Mietpreisen ab.
Wie hoch ist das Bürgergeld pro Person?
Das Bürgergeld pro Person hängt von der jeweiligen Lebenssituation ab, aber der Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen beträgt ab dem 1. Januar 2025 563 € monatlich. Für Paare liegt der Satz bei 506 € pro Partner, für Jugendliche (14-17 Jahre) bei 471 €, für Kinder (6-13 Jahre) bei 390 € und für Kleinkinder (0-5 Jahre) bei 357 €.
Ist im Bürgergeld die Miete mit drin?
Beziehen Sie Bürgergeld, wird die Miete vom Jobcenter übernommen. Zu den Kosten der Unterkunft (so die offizielle Bezeichnung) gehören ebenfalls Neben- und Heizkosten. Allerdings müssen all diese Posten angemessen sein.
Was ist der Unterschied zwischen Bürgergeld und Hartz 4?
Das Bürgergeld hat das frühere Arbeitslosengeld II (ALG II), umgangssprachlich Hartz IV, zum 1. Januar 2023 abgelöst; der Hauptunterschied liegt in höheren Regelsätzen (z. B. 563 € statt 449 € für alleinstehende Erwachsene), einer Karenzzeit bei Miete und Heizkosten im ersten Jahr sowie einem stärkeren Fokus auf Weiterbildung statt schneller Jobvermittlung und einem angepassten Sanktionssystem. Es gibt also keinen funktionalen Unterschied, sondern eine Reform, die mehr Unterstützung und Anerkennung bieten soll.
So sieht das neue Bürgergeld aus | AFP
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Was ist der Nachteil von Bürgergeld?
Nachteile des Bürgergelds sind vor allem die strikten Sanktionen bei Pflichtverletzungen (wie versäumte Termine), die mangelnde finanzielle Motivation bei Geringverdienern (da die Wohnung gezahlt wird, aber die Miete bei Jobverlust plötzlich selbst getragen werden muss) und die mögliche Benachteiligung gegenüber Rentnern bei bestimmten Regelungen. Auch der hohe bürokratische Aufwand für Empfänger und Jobcenter sowie die fehlende Altersvorsorge durch den Wegfall von Rentenbeiträgen bei Erwerbslosigkeit sind wesentliche Kritikpunkte.
Welche Menschen haben Anspruch auf Bürgergeld?
Das Bürgergeld können alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen erhalten, die das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze der Regelaltersrente. noch nicht erreicht haben. Das Bürgergeld kommt in Frage, wenn kein Anspruch auf das Arbeitslosengeld I (ALG I) besteht oder wenn der ALG-I-Anspruch erschöpft ist.
Welche Kosten müssen Bürgergeldempfänger selbst bezahlen?
Bürgergeld-Empfänger zahlen aus dem monatlichen Regelsatz (z.B. 563 € für Alleinstehende) ihre täglichen Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Körperpflege und den Anteil der Haushaltsenergie (Strom), während das Jobcenter Miete und Heizung übernimmt (sofern angemessen) und Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlt; selbst zu tragen sind oft Medikamentenzuzahlungen und Rentenlücken entstehen, da Beiträge nicht gezahlt werden, es sei denn, es gibt Einkommen oder Mehrbedarfe.
Was ist besser, Wohngeld oder Bürgergeld?
Ob Wohngeld oder Bürgergeld besser ist, hängt von Ihrer finanziellen Situation ab: Wohngeld ist besser, wenn Sie ein eigenes Einkommen haben, das aber nicht für die Miete reicht (höhere Vermögensfreibeträge, weniger Auflagen). Bürgergeld ist besser, wenn Sie gar kein Einkommen haben oder Ihr Einkommen so gering ist, dass der Lebensunterhalt komplett nicht gedeckt ist (umfassendere Absicherung). Wohngeld ist vorrangig, aber bei Bedarf können Sie zum Jobcenter wechseln, wenn Wohngeld nicht ausreicht; umgekehrt schließt Bürgergeld einen Anspruch auf Wohngeld aus.
Wie viel Geld muss mir im Monat zum Leben bleiben?
Für eine Einzelperson in Deutschland braucht man im Monat durchschnittlich zwischen 1.800 und 2.000 Euro, um grundlegende Ausgaben wie Miete, Lebensmittel, Energie und Mobilität zu decken, wobei die Kosten je nach Wohnort (Großstadt vs. ländlich) und Lebensstil stark variieren; Familien benötigen entsprechend mehr. Ein Paar ohne Kinder kommt auf rund 3.400 € und eine vierköpfige Familie auf etwa 3.500 bis 4.000 €.
Was darf man bei Bürgergeld besitzen?
Beim Vermögen gibt es einen Freibetrag (Absetzbetrag). Dieser ist nach Ablauf der Karenzzeit maßgeblich und beträgt 15.000 Euro für jede Person, die in der Bedarfsgemeinschaft lebt.
Wie lange bekommt man Bürgergeld?
Bürgergeld wird zu Monatsbeginn für den kommenden Monat an Sie ausgezahlt. Während das Arbeitslosengeld grundsätzlich nach einem Jahr endet (Ausnahmen gibt es für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer), erhalten Sie Bürgergeld so lange, wie Sie die finanzielle Unterstützung benötigen.
Ist Strom im Bürgergeld enthalten?
Ja, Stromkosten sind grundsätzlich im Bürgergeld-Regelsatz enthalten, da ein Pauschalbetrag dafür vorgesehen ist, den Bedürftige für Haushaltsstrom (Licht, Geräte, Kochen, etc.) selbst nutzen müssen, aber Heizkosten werden separat übernommen. Das bedeutet, Strom muss aus dem Regelsatz bezahlt werden, auch Nachzahlungen, aber es gibt Ausnahmen, in denen das Jobcenter hilft, z. B. bei Härtefällen oder Schulden, oft als Darlehen.
Können Bürgergeld-Empfänger eine Waschmaschine bekommen?
Urteil vom Sozialgericht Kiel zur Waschmaschine für einen Bürgergeld-Empfänger. Bürgergeld-Empfänger können eine Waschmaschine als Mehrbedarf anerkannt bekommen, wie ein Urteil aus Kiel zeigt. in Bürgergeld-Empfänger hatte beim Jobcenter einen Zuschuss für eine neue Waschmaschine beantragt.
Wem steht Bürgergeld nicht zu?
Sie haben keinen Anspruch auf Bürgergeld, wenn Sie
Dann haben Sie Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. nicht hilfebedürftig sind. wenn ausreichend verwertbares Vermögen vorhanden ist oder ein unabweisbarer Bedarf anderweitig gedeckt werden kann.
Wer zahlt Zahnersatz bei Bürgergeld?
Bei Bürgergeld zahlt die Krankenkasse den Zahnersatz, aber meist nur die Regelversorgung (Standardversorgung), den Restbetrag trägt man selbst, es sei denn, man bekommt einen Härtefall anerkannt, wodurch die Krankenkasse die Kosten für die Regelversorgung vollständig übernimmt. Das Jobcenter ist für Zahnersatz nicht zuständig, aber ein Härtefallantrag bei der Krankenkasse ist für Bürgergeld-Empfänger meist erfolgreich und sichert die vollständige Übernahme der Basisversorgung.
Welche Nachteile hat der Bezug von Bürgergeld?
Nachteile des Bürgergelds sind vor allem die strikten Sanktionen bei Pflichtverletzungen (wie versäumte Termine), die mangelnde finanzielle Motivation bei Geringverdienern (da die Wohnung gezahlt wird, aber die Miete bei Jobverlust plötzlich selbst getragen werden muss) und die mögliche Benachteiligung gegenüber Rentnern bei bestimmten Regelungen. Auch der hohe bürokratische Aufwand für Empfänger und Jobcenter sowie die fehlende Altersvorsorge durch den Wegfall von Rentenbeiträgen bei Erwerbslosigkeit sind wesentliche Kritikpunkte.
Wie viel Geld darf ich beim Bürgergeld auf dem Konto haben?
Beim Bürgergeld dürfen Sie im ersten Bezugsjahr (Karenzzeit) als Einzelperson bis zu 40.000 € Vermögen haben, danach und für jede weitere Person in der Bedarfsgemeinschaft liegt die Grenze bei 15.000 €. Zu diesem Vermögen zählen Bargeld, Sparguthaben, Aktien, aber auch ein Auto bis 7.500 € Wert und Schmuck. Ein selbstgenutztes Haus oder eine Wohnung zählt nicht dazu.
Was passiert, wenn ein Bürgergeld-Empfänger die Miete nicht zahlt?
Wenn ein Bürgergeld-Empfänger die Miete nicht zahlt, muss er sich sofort beim zuständigen Jobcenter melden, um einen Antrag auf Übernahme der Mietschulden als Darlehen zu stellen, besonders bei drohender Wohnungskündigung. Das Jobcenter kann Mietschulden als Darlehen übernehmen, um Wohnungslosigkeit zu verhindern, wenn die Miete angemessen ist, aber es besteht kein Rechtsanspruch. Bei wiederholten unzuverlässigen Zahlungen kann das Jobcenter die Miete auch direkt an den Vermieter zahlen, um eine Kündigung zu vermeiden.
Ist es möglich, Bürgergeld zu beziehen, wenn mein Haus zu groß ist?
Wenn ein Haus beim Bürgergeld als "zu groß" eingestuft wird, kann der Anspruch auf Leistungen entfallen oder es muss eine Verwertung (Teil- oder Gesamtaufgabe) erfolgen; entscheidend ist, dass die Wohnfläche die Angemessenheitsgrenze (meist 140 m² für eine Person, plus 20 m² pro weitere Person) überschreitet, was als „verwertbares Vermögen“ gilt und zu Ablehnung oder Darlehen führt, bis das Haus verkauft oder vermietet wird.
Wann wird Bürgergeld abgelehnt?
Bürgergeld wird abgelehnt, wenn Einkommen oder Vermögen zu hoch sind, andere vorrangige Sozialleistungen (wie ALG I, Wohngeld, Kindergeld) nicht ausgeschöpft wurden, die Hilfebedürftigkeit nicht nachgewiesen werden kann, oder bei fehlender Mitwirkung (z. B. keine Unterlagen), wobei letzteres oft nur zu Leistungskürzungen führt, aber auch eine vollständige Versagung möglich ist. Auch wenn ein «zumutbarer» Job dauerhaft abgelehnt wird, kann es zu Sanktionen kommen.
Welche Bedingungen muss ich erfüllen, um Bürgergeld zu bekommen?
Damit du Bürgergeld beantragen kannst, musst du “erwerbsfähig” sein. Diese Erwerbsfähigkeit ist eindeutig definiert: Erwerbsfähig ist, wer unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann.
Was ist der Unterschied zwischen Bürgergeld und Grundsicherung?
Bürgergeld ist die heutige „Grundsicherung für Arbeitsuchende“ (ersetzt Hartz IV), die sich an erwerbsfähige Menschen in Not richtet, während es auch die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gibt, für Menschen, die nicht mehr arbeiten können und deren Einkommen nicht reicht. Zukünftig (voraussichtlich ab Juli 2026) wird das Bürgergeld in eine neue „Grundsicherung“ umbenannt, die strengere Regeln und Sanktionen vorsieht, aber die Leistungen für Arbeitsuchende ähnlich regelt. Der Hauptunterschied liegt also in der Zielgruppe (arbeitsfähig vs. nicht arbeitsfähig) und den zukünftigen Reformen.
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