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Wie schnell entstehen Legionellen in der Wasserleitung?

Gefragt von: Pia Döring  |  Letzte Aktualisierung: 9. Mai 2026
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Legionellen vermehren sich rasant in warmem Wasser zwischen 20 und 50 °C, besonders optimal bei 30–45 °C, wo sich die Population unter guten Bedingungen innerhalb weniger Stunden verdoppeln kann (z.B. bei 36 °C in nur etwa 3 Stunden). Die Geschwindigkeit hängt stark von Temperatur, Nährstoffen und der Bildung von Biofilmen ab; in kaltem Wasser unter 20 °C oder heißem über 55 °C vermehren sie sich kaum oder sterben ab.

Wie entstehen Legionellen in der Wasserleitung?

Legionellen entstehen in Wasserleitungen, wenn warme Temperaturen (25-45°C), stehendes Wasser (Stagnation) und Nährstoffe wie Biofilme (Ablagerungen) zusammenkommen, was besonders in älteren, schlecht gewarteten oder wenig genutzten Systemen (z.B. Ferienhäuser, Totleitungen) der Fall ist. Diese Bakterien vermehren sich dann in den Rohren und können bei Inhalation von Wassernebel (Duschen, Whirlpools) eine Lungenentzündung (Legionellose) verursachen, aber nicht durch Trinken.
 

Wie lange muss ich meine Dusche laufen lassen, damit ich keine Legionärskrankheit bekomme?

Um Legionellen vorzubeugen, sollten Sie nach längerer Nichtbenutzung (mehrere Tage) die Dusche mehrere Minuten laufen lassen, idealerweise heiß (mindestens 70 °C für kurze Zeit), dabei das Bad lüften und sich nicht im direkten Sprühbereich aufhalten, um Aerosole zu vermeiden, bis das Wasser spürbar heiß ist. Wichtig ist regelmäßiges Spülen (mindestens alle 3 Tage) und das Vermeiden von Stagnation, da Legionellen sich bei Temperaturen zwischen 25°C und 45°C vermehren.
 

Wie merkt man, dass Legionellen im Wasser sind?

Legionellen sind mit bloßem Auge im Wasser nicht erkennbar, der zuverlässigste Weg zur Feststellung ist eine professionelle Laboranalyse von entnommenen Wasserproben (Warmwasser bevorzugt). Anzeichen können Symptome einer Infektion (Fieber, Husten, Lungenentzündung) sein, die aber unspezifisch sind, oder verdächtig heißes/kaltes Wasser. Vermieter sind oft zur regelmäßigen Prüfung verpflichtet, aber auch Hausbesitzer sollten bei Verdacht Wasserproben untersuchen lassen, da Legionellen durch Einatmen von Aerosolen (z.B. beim Duschen) krank machen können.
 

Wie lange muss Wasser laufen, um Legionellen zu vermeiden?

Alle 24 bis 72 Stunden sollten die Leitungen durchgespült werden, um die Vermehrung von Legionellen zu verhindern. Nach längerer Abwesenheit ist es empfehlenswert, nicht sofort Wasser von der Leitung zu trinken. Vielmehr sollten Sie sämtliche Leitungen mit Trinkwasser etwa zwei Minuten lang durchspülen.

Legionellen im Trinkwasser – Ursachen, Gefahren und Lösungen

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Wie lange sollte man die Wasserhähne nach einer Abwesenheit laufen lassen?

Wenn Sie gerade erst eingezogen sind oder zwei Wochen oder länger nicht zu Hause waren, lassen Sie das Wasser in Küche, Badewanne, Waschbecken und Dusche fünf Minuten lang laufen, bevor Sie es benutzen – dadurch werden eventuell angesammelte Bakterien weggespült. Stellen Sie außerdem sicher, dass die Warmwassertemperatur an Ihrem Boiler auf Maximum eingestellt ist.

Wie lange sollte man Wasser nach längerer Abwesenheit laufen lassen?

Nach dem Urlaub sollten Sie alle Wasserhähne und Duschen für 2 bis 3 Minuten laufen lassen, bis das Wasser merklich kälter wird, um abgestandenes Wasser und mögliche Keime wie Legionellen auszuspülen, besonders in Küche und Bad. Für längere Reisen (über 4 Wochen) ist es ratsam, das Wasser mindestens 5 bis 10 Minuten durchspülen oder idealerweise jemanden zu bitten, alle 3 Tage das Wasser laufen zu lassen. 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich beim Duschen mit der Legionärskrankheit anzustecken?

Ja, man kann sich beim Duschen mit der Legionärskrankheit anstecken. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung im eigenen Zuhause ist gering, wenn man dort dauerhaft wohnt. Das Risiko einer Ansteckung ist jedoch beim Duschen in Fitnessstudios, Hotels, Krankenhäusern oder Büros – überall dort, wo ein großes Trinkwassernetz vorhanden ist – deutlich höher .

Wie schnell vermehren sich Legionellen im Wasser?

Die stärkste Legionellen-Vermehrung stellen Fachleute im Temperaturbereich von etwa 25 bis 55 °C fest. Demnach kann sich die Zahl der Bakterien bei 36 °C in nur etwa drei Stunden verdoppeln.

Wie lange muss ich die Wasserhähne laufen lassen, um Legionellen zu bekämpfen?

Wenn Sie in Ihr neues Zuhause einziehen, lassen Sie das Wasser in Badewanne und Waschbecken mindestens fünf Minuten lang ununterbrochen laufen. Dadurch werden Bakterien weggespült. Falls Ihre Dusche eine Woche oder länger nicht benutzt wurde, lassen Sie zwei Minuten lang warmes und kaltes Wasser durch Duschschlauch und Duschkopf laufen.

Kann man trotz Legionellen Duschen?

Trotz Legionellenbefall kann man sicher duschen, indem man spezielle Sterilfilter-Duschköpfe nutzt, die die Bakterien blockieren, oder das Wasser vor dem Duschen sehr heiß aufdreht, um die Keime abzutöten (aber dabei das Bad verlassen). Wichtig ist, dass die Temperatur im Boiler hoch genug (mind. 55 °C) eingestellt wird und das Kaltwasser kühl bleibt; bei hohen Befallwerten kann ein Duschverbot durch das Gesundheitsamt ausgesprochen werden, dann sind nur spezielle Maßnahmen wie Filter oder Vollbäder erlaubt.
 

Wie bekomme ich Legionellen aus der Wasserleitung?

Massnahmen zur Bekämpfung und Vermeidung von Legionellen:

Der Warmwasserspeicher sollte durch eine automatische Schaltung mindestens einmal wöchentlich auf 60°C erhitzt werden (Legionellenschaltung). Ab etwa 55°C vermehren sich die Bakterien nicht mehr und sterben mit steigenden Temperaturen zunehmend rasch ab.

Wie hoch ist die Legionellengefahr in einem Einfamilienhaus?

In Einfamilienhäusern gibt es keine gesetzliche Pflicht für Legionellenprüfungen, aber Experten empfehlen Maßnahmen zur Vorbeugung, da Legionellen bei Wassertemperaturen zwischen 25-45°C gut gedeihen. Wichtige Maßnahmen sind das Erhitzen des Warmwassers auf mindestens 60°C (idealerweise 70°C zur Abtötung), gute Dämmung der Leitungen, regelmäßiges Durchspülen aller Zapfstellen, um Stagnation zu vermeiden, und die Reinigung von Duschköpfen. Moderne Lösungen sind Frischwasserstationen oder UVC-Desinfektion, aber oft reichen einfache Hygienepraktiken, wenn der Wasserdurchlauf stimmt. 

Kann man Legionellen befallenes Wasser Trinken?

Ja, normalerweise ist legionellenbelastetes Leitungswasser trinkbar, da die Magensäure die Bakterien abtötet; die Gefahr besteht im Einatmen von Aerosolen (z.B. beim Duschen), die zu Lungenentzündungen führen können. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte man vernebeltes Wasser meiden (Duschen, Luftbefeuchter) und das kalte Wasser zunächst ablaufen lassen, da sich Legionellen in warmem Wasser vermehren.
 

Wer ist schuld an Legionellen?

Konkret heißt das: Verantwortlich für das Trinkwasser ist der Eigentümer der Trinkwasserinstallation (TWI) ab dem Übergabepunkt des Wasserversorgungsunternehmens, was meist dem Wasserzähler entspricht.

Sind Legionellen auch in kaltem Wasser?

Ja, Legionellen können auch im kalten Wasser vorkommen und sich vermehren, besonders wenn das Wasser durch Umwelteinflüsse oder benachbarte Warmwasserleitungen erwärmt wird, ideal sind Temperaturen zwischen 25°C und 45°C; unter 20°C wachsen sie kaum, über 55°C sterben sie ab. Obwohl Kaltwasser in Leitungen meist unter 20°C hat, können Hitzeperioden und schlechte Installationen (z. B. warme Rohre neben kalten) dazu führen, dass sich das Kaltwasser erwärmt und Legionellen vermehren, insbesondere in stagnierendem Wasser oder selten genutzten Leitungen.
 

Wie viele Tote gab es durch Legionellen in Deutschland?

In Deutschland gibt es jährlich eine nicht genau bezifferbare, aber signifikante Zahl von Todesfällen durch Legionellen (Legionellose), die schwere Lungenentzündungen auslösen können; Schätzungen gehen von bis zu über 1000 Todesfällen pro Jahr aus, wobei die Sterblichkeitsrate je nach Infektionsart (z.B. krankenhausbedingt höher) variiert, mit bekannten Ausbrüchen, die mehrere Todesopfer forderten, wie 2010 in Ulm. Die Infektionen nehmen zu, teilweise durch bessere Erkennung, aber auch durch Klimaveränderungen begünstigt, mit regionalen Zunahmen und Todesfällen, z.B. in Baden-Württemberg und Thüringen.
 

Wie merkt man, dass man an Legionellen erkrankt ist?

Legionellen erkennt man an Symptomen einer schweren Lungenentzündung (Legionärskrankheit) mit hohem Fieber, Husten, Schüttelfrost, Kopf- und Bauchschmerzen, Durchfall sowie Verwirrtheit, oder als milderes Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen; der sichere Nachweis erfolgt jedoch nur durch Laboruntersuchungen des Wassers oder spezielle medizinische Tests wie Urin- oder Atemwegsproben, da die Bakterien unsichtbar sind.
 

Wie lange darf Wasser in der Leitung stehen?

Denn wie alle Lebensmittel verdirbt es, wenn es zu lange steht – „zu lange“ bedeutet, dass dies bei Wasser schon nach drei Tagen der Fall sein kann. Die Richtlinie VDI 6023 legt deswegen exakt fest, dass sämtliches in einer Trinkwasser-Installation enthaltene Wasser nach spätestens 72 Stunden ausgetauscht sein muss.

Wie lange muss man eine Dusche wegen Legionellen laufen lassen?

Um Legionellen vorzubeugen, sollten Sie nach längerer Nichtbenutzung (mehrere Tage) die Dusche mehrere Minuten laufen lassen, idealerweise heiß (mindestens 70 °C für kurze Zeit), dabei das Bad lüften und sich nicht im direkten Sprühbereich aufhalten, um Aerosole zu vermeiden, bis das Wasser spürbar heiß ist. Wichtig ist regelmäßiges Spülen (mindestens alle 3 Tage) und das Vermeiden von Stagnation, da Legionellen sich bei Temperaturen zwischen 25°C und 45°C vermehren.
 

Wer ist anfällig für Legionellen?

Besonders betroffen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem aufgrund einer Erkrankung oder Medikation ( z.B. Kortikosteroide), Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus oder chronischen Herz-/Lungenerkrankungen, darüber hinaus auch Raucher und ältere Menschen (75-80% der Meldefälle ...

Kann man sich beim Händewaschen mit Legionellen anstecken?

Wichtig: Sich mit Legionellen kontaminiertem Wasser die Hände zu waschen, oder dieses zu Trinken stellt kein Problem dar. Die Aerosolbildung, also die Vernebelung von kontaminiertem Wasser sollte vermieden werden, da die Bakterien sonst dahin gelangen, wo sie Schaden anrichten, in die Lunge!

Warum kein Leitungswasser morgens?

Aber am Morgen bitte nicht direkt das erste Wasser aus der Leitung! Denn steht Wasser länger als vier Stunden in den Leitungen oder im Boiler, kann es bei alten Systemen gelöste Metalle enthalten, etwa Nickel, Cadmium oder Blei. Darauf weist die Verbraucherzentrale Brandenburg hin.

Was passiert, wenn man die Dusche lange nicht benutzt?

Wenn eine Dusche lange nicht benutzt wird, kann Wasser in den Leitungen stagnieren, was einen idealen Nährboden für Bakterien wie Legionellen schafft, die dann beim nächsten Gebrauch als feiner Nebel eingeatmet werden können und Lungenentzündungen verursachen können. Zusätzlich können sich Schimmel und Kalkablagerungen bilden, die Dichtungen angreifen und zu schlechterer Wasserqualität und verstopften Düsen führen, weshalb die Dusche vor Wiederinbetriebnahme gründlich durchgespült und gereinigt werden sollte.
 

Wie schnell bilden sich Legionellen im Warmwasserspeicher?

Legionellen vermehren sich im Warmwasserspeicher sehr schnell bei Temperaturen zwischen 25°C und 45°C, wobei sich ihre Population bei etwa 36°C alle drei bis sechs Stunden verdoppeln kann, besonders in stehendem Wasser mit Nährstoffen. Bei Temperaturen über 50°C stoppt die Vermehrung, über 60°C sterben sie schnell ab; eine Speichertemperatur von mindestens 55°C bis 60°C ist daher entscheidend zur Vorbeugung. 

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