Wie oft kann man BEM ablehnen?
Gefragt von: Frau Prof. Dr. Marion Rauch | Letzte Aktualisierung: 5. Februar 2026sternezahl: 4.5/5 (55 sternebewertungen)
Ein BEM-Gespräch ist freiwillig und kann grundsätzlich abgelehnt werden, ohne dass dies sofortige rechtliche Konsequenzen hat, aber mehrfache Ablehnungen erhöhen das Risiko einer späteren krankheitsbedingten Kündigung, da der Arbeitgeber seine Pflichten zur Prüfung milderer Mittel (wie Arbeitszeitreduzierung) nicht nachweisen kann; es wird empfohlen, eher teilzunehmen und bei Unsicherheit nur zu schweigen oder eine Vertrauensperson mitzubringen, statt einfach abzulehen. Eine Ablehnung gilt oft erst nach mehrmaligem, konsequentem Verweigern in Abständen als endgültig.
Wie oft kann ich ein BEM-Gespräch ablehnen?
Ist eine Wiedereingliederung trotz allen Bemühens gescheitert, läuft es auf eine krankheitsbedingte Kündigung zu. Wie oft BEM-Gespräch? Angesichts einer drohenden Kündigung stellt sich vielleicht die Frage, wie oft so ein BEM gemacht stattfinden kann. Dafür gibt es keine vorgeschriebene Obergrenze.
Was kann passieren, wenn man BEM ablehnt?
Das Ablehnen eines BEM-Gesprächs ist freiwillig, hat keine direkten Konsequenzen wie Abmahnung oder Kündigung, aber mittelfristig kann es Ihre Position in einem späteren Kündigungsschutzprozess schwächen; der Arbeitgeber kann argumentieren, dass er seine Pflichten erfüllt hat und Sie die Chance auf eine Lösung (z.B. leidensgerechter Arbeitsplatz) verweigert haben, was die Wirksamkeit einer krankheitsbedingten Kündigung erhöhen kann. Es ist ratsam, das BEM ernst zu nehmen, ggf. eine Vertrauensperson hinzuzuziehen und nicht vorschnell abzulehnen, da der Arbeitgeber sonst seine Nachweispflichten leichter erfüllen kann.
Wann gilt BEM als abgelehnt?
es gibt keine Vorgabe darüber, wie oft ein BEM angeboten werden muss, aber bei mehrmaligem Angebot in Abständen kann es tatsächlich als Abgelehnt angesehen werden. - Auch, weil der Arbeitnehmer zwar grundsätzliches Interesse aber keine Vorschläge dazu macht.
Wie oft kann ein BEM durchgeführt werden?
Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) muss angeboten werden, sobald ein Mitarbeiter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig ist; es gibt keine starre Obergrenze, aber ein abgeschlossenes BEM hat kein „Mindesthaltbarkeitsdatum“ und muss erneut angeboten werden, wenn die 6-Wochen-Grenze erneut überschritten wird, was zu mehreren BEMs pro Jahr führen kann, um die Wiedereingliederung zu sichern und Kündigungen zu vermeiden.
BEM - Die gefährlichste Frage und wie du perfekt reagierst!
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Kann man wegen BEM gekündigt werden?
Die Kündigung aufgrund langandauernder Erkrankung ist nur zulässig, wenn die Arbeitsunfähigkeit zum Kündigungszeitpunkt noch besteht und keine absehbare Besserung eintritt. Ein ordnungsgemäßes bEM ist erforderlich, um den Mitarbeiter wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren, bevor eineKündigung ausgesprochen wird.
Wie viele Krankheitstage sind akzeptabel?
Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zahl, wie viele Krankheitstage man haben darf, aber als Faustregel gelten mehr als 30 Tage (ca. 6 Wochen) pro Jahr als problematisch für Arbeitgeber; wichtig sind auch die Art und Häufigkeit der Fehltage (viele kurze Episoden vs. wenige lange), wobei die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen pro neuer Erkrankung garantiert ist, bevor das Krankengeld der Krankenkasse einsetzt.
Was darf man beim BEM-Gespräch nicht sagen?
Beim BEM-Gespräch sollte man keine Diagnosen, Krankheitsverläufe oder private Ursachen nennen und auch keine Forderungen stellen, ohne sie zu begründen; stattdessen sollte man sich auf arbeitsplatzbezogene Probleme wie Arbeitszeit, Belastung oder Ergonomie konzentrieren, da private Details dem Arbeitgeber Munition liefern können und Sie nicht verpflichtet sind, tiefe Einblicke in Ihre Gesundheit zu geben, sondern nur eine leidensgerechte Lösung finden wollen.
Welche Nachteile hat das BEM für Arbeitnehmer?
Nachteile des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) für Arbeitnehmer sind vor allem die Angst vor dem Offenlegen sensibler Gesundheitsdaten, die Sorge vor Stigmatisierung, der Zeitaufwand und die Möglichkeit, dass das BEM letztlich zur Kündigungsvorbereitung missbraucht wird, auch wenn die Teilnahme freiwillig ist, da eine Ablehnung in einem späteren Kündigungsschutzprozess nachteilig für den Arbeitnehmer sein kann. Das Verfahren ist ergebnisoffen und führt nicht immer zu einer positiven Lösung, was zu Frustration führen kann, wenn der Arbeitsplatz nicht angepasst werden kann.
Wie lange vorher muss ein BEM-Gespräch angekündigt werden?
Es hat sich bewährt, bei mehrfach Kurzeiterkrankten unmittelbar bei Erreichen der Sechs-Wochen-Frist eine schriftliche Einladung zu einem BEM-Gespräch an die Privatadresse des Mitarbeiters zu senden.
Was passiert, wenn man nicht zum BEM-Gespräch kommt?
Unterbleibt es, kann die Kündigung trotzdem wirksam sein und das Arbeitsverhältnis beenden. Allerdings dürfte es sich regelmäßig um einen taktischen Fehler des Arbeitgebers handeln, wenn er ein bEM-Verfahren beim Vorliegen seiner Voraussetzungen nicht anschiebt.
Ist der Arbeitgeber zu einem BEM-Gespräch verpflichtet?
Das BEM ist gesetzlich in § 167 Abs. 21 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) verankert und als Verpflichtung der Arbeitgebenden festgeschrieben. Unter den dort genannten Voraussetzungen haben Sie der berechtigten Person ein BEM-Verfahren anzubieten.
Was ist, wenn die Eingliederung nicht klappt?
Zunächst einmal sollte der Arbeitgeber eine klare und offene Kommunikation mit dem betroffenen Mitarbeiter führen. Ein ehrliches Gespräch kann dabei helfen, Probleme zu identifizieren und geeignete Lösungen zu finden. Dabei ist es auch wichtig, den Arzt einzubeziehen und dessen medizinische Expertise zu nutzen.
Wie viele Krankheitstage braucht man für einen BEM?
Ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) muss angeboten werden, wenn ein Mitarbeiter innerhalb von 12 Monaten länger als sechs Wochen (42 Kalendertage) durch Krankheit arbeitsunfähig war, sei es zusammenhängend oder unterbrochen. Bei wiederholten Fehlzeiten werden die Arbeitstage gezählt: Bei einer 5-Tage-Woche sind das 30 Arbeitstage (6 Wochen x 5 Tage), bei 6 Arbeitstagen 36, und so weiter, wobei alle Tage zählen, an denen eine Arbeitspflicht bestand.
Kann man ein BEM-Verfahren ablehnen?
Das Gesetz stellt ausdrücklich klar, dass das BEM „mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person“ durchzuführen ist. Daher geht hier nichts ohne oder gar gegen den Willen des betroffenen Arbeitnehmers.
Wann ist das zweite BEM-Gespräch?
volle zwölf Monate nach dem letzten BEM-Angebot bzw. BEM-Abschluss abgewartet werden müssen, bevor der Arbeitgeber verpflichtet ist, erneut ein BEM durchzuführen bzw. anzubieten.
Wird man nach einem BEM-Gespräch gekündigt?
Ja, man kann nach einem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) gekündigt werden, aber nur, wenn der Arbeitgeber nachweist, dass das BEM ordnungsgemäß durchgeführt wurde, keine milderen Mittel (wie leidensgerechte Versetzung) gefunden wurden, die Kündigung verhältnismäßig ist und die Kündigung nicht verzögert ausgesprochen wurde. Die Ablehnung eines BEM führt zu negativen Konsequenzen in einem Kündigungsschutzprozess, da dem Arbeitgeber dann eine Beweiserleichterung zusteht.
Soll man ein BEM-Gespräch annehmen?
Ja, Sie sollten ein BEM-Gespräch grundsätzlich annehmen, da es freiwillig ist, aber die Teilnahme Ihre Chancen verbessert, Kündigungen zu vermeiden und Arbeitsbedingungen zu verbessern; Lehnen Sie ab, kann dies bei späteren rechtlichen Auseinandersetzungen negativ ausgelegt werden, auch wenn keine direkte Pflichtverletzung vorliegt, weil der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht nachweisen muss und der Arbeitnehmer Mitwirkungspflichten hat, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Nehmen Sie teil, aber nutzen Sie Ihre Rechte, um nur notwendige Informationen preiszugeben und eine Vertrauensperson (Betriebsrat, Anwalt) mitzunehmen.
Was darf der Arbeitgeber nicht vom Arbeitnehmer fordern?
Ihr Chef darf nicht von Ihnen fordern, private Dinge zu berichten, die Sie nicht von sich aus erzählen würden. Jeder Mitarbeiter hat ein Recht auf Privatsphäre und die ist außerdem auch durch das deutsche Rechtssystem geschützt.
Wann gilt ein BEM als abgelehnt?
Zu diesem Thema hat das LAG Kiel am 03.06.2015, 6 Sa 396/14, grundsätzlich geurteilt wie folgt: Leitsatz: Hat der Arbeitnehmer das BEM abgelehnt, muss er erst dann wieder ein BEM anbieten, wenn sich in einem Zeitraum von maximal 365 Tagen abermals Fehlzeiten im in § 84 Abs. 2 SGB IX genannten Umfang angesammelt haben.
Was gehört nicht in ein Mitarbeitergespräch?
Auch wenn das Arbeitsverhältnis gut ist und private Gespräche stattfinden, gehören persönliche Fragen nicht in ein Mitarbeitergespräch. Fragen nach Hobbys oder dem Gesundheitszustand sind irrelevant für die berufliche Leistung.
Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezählt wird?
Wie lange muss man zwischen 2 Krankschreibungen arbeiten gehen, damit wieder von vorne gezahlt wird? Dabei kommt es darauf an, ob Sie wegen derselben Krankheit oder wegen einer anderen Erkrankung arbeitsunfähig werden: Ist dieselbe Krankheit wie beim ersten Mal der Grund, müssen mind. 6 Monate dazwischen liegen.
Kann man wegen oft krank sein gekündigt werden?
Es existiert weder ein Kündigungsverbot im Krankenstand noch ein genereller Kündigungsschutz bei Krankheit.
Wie viele Krankheitstage sind vor einer Disziplinarmaßnahme erlaubt?
Wichtig: Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, wie viele Krankheitstage vor disziplinarischen Maßnahmen zulässig sind. Als Arbeitgeber müssen Sie sicherstellen, dass Sie ausreichend Zeit zur Genesung eingeräumt und angemessene Anpassungen angeboten haben, damit Ihr Mitarbeiter problemlos an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann.
Wann ist ein Mitarbeiter nicht mehr tragbar?
War der Beschäftigte in drei Jahren immer mehr als 30 Tage krank, so droht eine Kündigung. Hier spricht man von häufigen Kurzerkrankungen. Mit einer Kündigung rechnen muss man außerdem, wenn eine dauerhafte oder lang anhaltende Arbeitsunfähigkeit vorliegt.
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