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Wie läuft es in der Psychiatrie ab?

Gefragt von: Annelie Heinrich MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2026
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In der Psychiatrie beginnt der Ablauf mit einer umfassenden Diagnostik (Anamnese, Tests, Labor), um einen individuellen Therapieplan zu erstellen, der oft eine Mischung aus Medikamenten, Einzel- und Gruppentherapie sowie Ergotherapie, Kunsttherapie und Sport beinhaltet, mit dem Ziel, Patienten zu stabilisieren und ihnen Werkzeuge für den Alltag zu geben, entweder vollstationär, tagesklinisch (Tagsüber in der Klinik, abends zuhause) oder ambulant. Es gibt intensive Behandlungsprogramme, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind, oft durch ein multiprofessionelles Team, Ärzte, Psychologen und Pflegekräfte. Das kann auch die Behandlung akuter Krisen umfassen, wobei bei akuter Gefährdung auch Zwangsmassnahmen und richterliche Auflagen eine Rolle spielen können, wenn auch selten.

Was wird in der Psychiatrie gemacht?

In der Psychiatrie werden psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie oder Essstörungen diagnostiziert und behandelt, wobei ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen und Pflegekräften eine Kombination aus ärztlichen Gesprächen (inkl. Medikamenten), Psychotherapie (Einzel-, Gruppen-, Kunst-, Musiktherapie), Sozialarbeit und Pflegerischer Unterstützung (z. B. Strukturierung) anbietet, um Patienten zu stabilisieren und die Lebensqualität zu verbessern. Ziel ist es, die Betroffenen in ihren Alltag zurückzuführen, indem sowohl die psychischen als auch mögliche körperliche Ursachen berücksichtigt werden. 

Wie läuft ein Tag in der Psychiatrie ab?

Der Tagesablauf in der Psychiatrie (stationär oder teilstationär) ist strukturiert, mit festen Zeiten für Frühstück, Visiten, Therapiegruppen (Einzel-, Kunst-, Ergo-, Sport-, Entspannungstherapie), Mittagessen, Nachmittagsaktivitäten und Abendessen, um Struktur zu geben und gezielte Behandlung zu ermöglichen, wobei Ruheräume und Freizeit (Spiele, Fernsehen) für Entspannung sorgen, mit dem Ziel, das Erlernte in den Alltag zu integrieren. 

Was passiert, wenn man in der Psychiatrie ist?

Die Behandlung wird mit einer Kombination von medikamentöser Therapie sowie Psychotherapie und ergänzender Ergotherapie durchgeführt. In akuten Krisensituationen erhalten die Betroffenen einen stationären Behandlungsplatz, danach kann die Patientin oder der Patient ambulant weiter betreut werden.

Wie lange dauert in der Regel ein Aufenthalt in der Psychiatrie?

Ein Aufenthalt in der Psychiatrie variiert stark, dauert aber oft durchschnittlich vier bis acht Wochen, je nach Diagnose (z.B. Depressionen) und Behandlungsbedarf, wobei Akutbehandlungen kürzer (ca. 3 Wochen), komplexere Störungen (Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen) aber auch mehrere Monate bis über 14 Wochen in Anspruch nehmen können. Die genaue Dauer wird individuell von den Ärzten in Absprache mit dem Patienten festgelegt, oft gefolgt von ambulanter Weiterbehandlung, und kann von sehr kurzen Kriseninterventionen bis zu längeren Aufenthalten reichen.
 

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Hat man in der Psychiatrie ein Einzelzimmer?

Einzelzimmer gibt es nur in Ausnahmefällen (z.B. hochansteckende Krankheit).

Was darf man in die Psychiatrie nicht mitnehmen?

In die Psychiatrie dürfen Sie keine gefährlichen Gegenstände (Waffen, Messer, scharfe Werkzeuge), große Mengen Bargeld, selbstgekochtes Essen, nicht originalverpackte Lebensmittel oder Medikamente ohne ärztliche Bescheinigung mitnehmen; auch Dinge wie Fernseher, Wasserpfeifen und ggf. Laptops können beschränkt oder verboten sein, da sie die Sicherheit und Therapie stören könnten. Generell gilt: Alles, was als Selbst- oder Fremdgefährdung eingestuft werden könnte, ist verboten, während persönliche Hygieneartikel, Kleidung, Handy (nach Regeln), Bücher und geringe Mengen Original-Tabak erlaubt sind. 

Was passiert in der Psychiatrie?

Die meisten psychiatrischen Stationen bieten rund um die Uhr Beobachtung, Pflege und Behandlung durch Psychiater, approbierte Therapeuten und andere Fachkräfte . Sie bieten zudem eine deutlich intensivere Betreuung als ambulante Einrichtungen.

Hat man in der geschlossenen Psychiatrie ein Handy?

In der geschlossenen Psychiatrie ist die Mitnahme eines Handys oft eingeschränkt oder verboten, da es als Ablenkung oder potenzielle Gefahr für die Therapie und Sicherheit angesehen werden kann, aber es gibt Ausnahmen und die Regeln variieren stark je nach Klinik und Station, oft sind Telefone für Patient*innen vorhanden oder der Gebrauch wird im Laufe der Behandlung bei besserem Zustand erlaubt. 

Wann ist es sinnvoll, in die Psychiatrie zu gehen?

Man kommt in die Psychiatrie, wenn schwere psychische Probleme den Alltag unmöglich machen oder eine akute Gefahr für sich selbst (Eigengefährdung) oder andere (Fremdgefährdung) besteht, die ambulant nicht mehr behandelbar ist, sei es durch eine geplante, freiwillige Aufnahme oder eine unfreiwillige Einweisung nach Psychisch-Krankengesetz (PsychKG) bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung.
 

Wann wird man im KH geweckt?

Im Krankenhaus wird man meist zwischen 6:00 und 7:00 Uhr morgens geweckt, da dann die Frühschicht beginnt und die Pflegekräfte die Körperpflege, Medikamentengabe sowie Blutabnahmen durchführen, oft gefolgt von der Ärztevisite und dem Frühstück. Es gibt jedoch auch modernere Konzepte wie den "Patientenorientierten Tagesablauf (POT)", der die Weckzeit auf nach 7:00 Uhr verschiebt, um den Schlaf zu respektieren, aber die Organisation bleibt oft komplex, da die Bedürfnisse der Patienten und der Schichtwechsel der Mitarbeiter koordiniert werden müssen.
 

Dürfen Freunde Sie in der psychiatrischen Klinik besuchen?

Dürfen stationäre Patienten Besuch empfangen? In der Regel ja. Die meisten psychiatrischen Kliniken erlauben Besuche während festgelegter Besuchszeiten , die Entscheidung, ob ein Besuch gewünscht ist, liegt jedoch beim Patienten.

Was nimmt man mit in die Psychiatrie?

Für einen Klinikaufenthalt in der Psychiatrie packen Sie wichtige Dokumente (Versichertenkarte, Überweisung, Medikamentenliste), Bequeme Kleidung & Schuhe (auch Sport- und Outdoorkleidung), Hygieneartikel, Medikamente (in Originalverpackung, falls erlaubt), Persönliches (Handy, Buch, Musik) sowie Hilfsmittel (Brille, Prothesen) ein, wobei Sie die spezifischen Regeln der Klinik beachten sollten. 

Wie ist der Tagesablauf in einer Psychiatrie?

Im Gegensatz zur vollstationären Therapie gehen Patienten in einer teilstationären Therapie (Tagesklinik) nach einem Therapietag von 8 Stunden plus Pause wieder nach Hause, so dass sie den Abend und die Nacht sowie die Wochenenden in der gewohnten häuslichen Umgebung verbringen können.

Was sind die 5 Ps der Psychiatrie?

(2012). Sie entwickelten ein Konzept, um Klienten und ihre Probleme systematisch und ganzheitlich zu betrachten und dabei (1) das aktuelle Problem, (2) prädisponierende Faktoren, (3) auslösende Faktoren, (4) aufrechterhaltende Faktoren und (5) schützende Faktoren zu berücksichtigen .

Wird man in der Psychiatrie körperlich untersucht?

Ja, eine körperliche Untersuchung ist ein wichtiger Standardbestandteil der psychiatrischen Diagnostik, um körperliche Ursachen (wie z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen, neurologische Probleme) für psychische Symptome auszuschließen oder zu erkennen und die Behandlung zu planen, wobei auch Laboruntersuchungen (Blut) und neurologische Tests (EEG, MRT) zum Einsatz kommen können.
 

Hat man in der Psychiatrie Ausgang?

Ausgang Sofern Sie keine Therapien haben, besteht die Möglich- keit, nach Rücksprache mit dem Stationsarzt, die Stati- on zu verlassen.

Kann man Freunde in der Psychiatrie besuchen?

Du kannst nach Absprache Besuch von deinen Eltern, Großeltern, Verwandten, Freunden und Betreuern aus deiner Einrichtung bekommen – an Wochenenden und Feiertagen.

Wie lange bleibt man in der Regel in der Psychiatrie?

Ein Aufenthalt in der Psychiatrie variiert stark, dauert aber oft durchschnittlich vier bis acht Wochen, je nach Diagnose (z.B. Depressionen) und Behandlungsbedarf, wobei Akutbehandlungen kürzer (ca. 3 Wochen), komplexere Störungen (Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen) aber auch mehrere Monate bis über 14 Wochen in Anspruch nehmen können. Die genaue Dauer wird individuell von den Ärzten in Absprache mit dem Patienten festgelegt, oft gefolgt von ambulanter Weiterbehandlung, und kann von sehr kurzen Kriseninterventionen bis zu längeren Aufenthalten reichen.
 

Was passiert, wenn man zum ersten Mal einen Psychiater aufsucht?

Der erste Besuch dauert am längsten.

Sie füllen Formulare und Beurteilungsbögen aus, die zur Diagnosestellung beitragen . Anschließend führen Sie ein Gespräch mit dem Psychiater, das gegebenenfalls von einer medizinischen Fachkraft (NP oder PA) begleitet wird. Der Arzt lernt Sie kennen und versucht zu verstehen, warum Sie eine Behandlung suchen.

Was machen Patienten in der Psychiatrie?

Ein Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie untersucht und behandelt krankhafte Veränderungen und Störungen der Gefühle, des Denkens, aber auch der Stimmungen, des Antriebs, des Gedächtnisses oder des Erlebens und Verhaltens.

Was sind die 5 Cs der Psychiatrie?

Sie bilden die Grundlage für psychische und emotionale Gesundheit: Verbundenheit, Bewältigungsstrategien, Ruhe, Fürsorge und Mitgefühl . Die Integration dieser Komponenten in Ihren Alltag kann einen optimalen Plan zur Stressbewältigung schaffen, Beziehungen verbessern und die persönliche Entwicklung fördern.

Welche Kleidung sollte ein Patient in der Psychiatrie tragen?

In Psychiatrieabteilungen wird oft von den Patienten verlangt, normale Kleidung zu tragen, und es ist selten erlaubt, tagsüber im Pyjama herumzulaufen. Sollte das zutreffen, ist die Mitnahme bequemer Kleidung, die der Jahreszeit entspricht, empfehlenswert.

Was trägt man in einer psychiatrischen Klinik?

Wir empfehlen bequeme Schuhe zum Hineinschlüpfen und Kleidung ohne Kordelzüge . Kordelzüge (an Hosen oder Hemden), Schnürsenkel, Glas, Metall und andere potenziell gefährliche Gegenstände werden entweder eingelagert oder den Familienmitgliedern mitgegeben.

Kann man sich weigern, in die Psychiatrie zu gehen?

Wenn ein Patient oder Bewohner akut psychisch erkrankt ist und sich selbst oder andere erheblich gefährdet, kann eine Zwangseinweisung und Behandlung in einer psychiatrischen Klinik notwendig werden.