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Wie hoch dürfen Investitionskosten im Pflegeheim sein?

Gefragt von: Herr Prof. Dr. Bernard Heim  |  Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2026
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Investitionskosten im Pflegeheim sind nicht pauschal begrenzt, sondern hängen stark vom Bundesland, der Einrichtung und dem Gebäudezustand ab, liegen aber im Durchschnitt bei ca. 10 bis 20 Euro pro Tag (ca. 300-600 €/Monat), wobei die regionalen Spannen groß sind (z.B. niedrig in Sachsen-Anhalt, hoch in Bremen/NRW). Sie decken Kosten für Bau, Ausstattung und Instandhaltung ab und werden zusätzlich zum Pflegeanteil berechnet, wobei die Pflegekasse einen Teil der umlagefähigen Kosten übernimmt.

Wie hoch ist der Anteil der Investitionskosten bei der Pflegeheim?

Auch in der Kurzzeitpflege waren die Investitionskosten in städtischen Regionen durchschnittlich um 24 Prozent höher als in ländlichen. Mehr als Zweidrittel der Fördermittel (rund 69 Prozent) flossen 2022 in die vollstationäre Dauerpflege, 16 Prozent in die ambulante Pflege und sieben Prozent in die Kurzzeitpflege.

Sind Investitionskosten im Pflegeheim steuerlich absetzbar?

Ja, Investitionskosten sind als Teil der Heimkosten prinzipiell steuerlich absetzbar. In vielen Fällen können Sie die Heimkosten als „außergewöhnliche Belastungen“ geltend machen.

Was zählt als Investitionskosten?

Investitionskosten sind Ausgaben für langfristige Wirtschaftsgüter (Anlagevermögen) wie Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge oder Lizenzen, die der Aufrechterhaltung und dem Wachstum eines Unternehmens oder einer Einrichtung dienen, im Gegensatz zu kurzfristigen Betriebskosten (OPEX). Sie werden auch als Capital Expenditures (CapEx) bezeichnet und umfassen die Anschaffung, Herstellung oder Verbesserung von Sach- und immateriellen Vermögenswerten, die über einen längeren Zeitraum genutzt werden.
 

Was kann man tun, wenn Pflegeheim Kosten drastisch erhöht?

Wenn Pflegeheimkosten zu hoch sind, beantragen Sie Hilfe zur Pflege beim Sozialamt (vor dem Einzug!), da dies eine Sozialleistung ist, die die Lücke nach Pflegekasse und Eigenanteil schließt; prüfen Sie auch Pflegezusatzversicherungen oder günstigere Pflegeheime und holen Sie sich Rat bei Verbraucherzentralen, da Sozialhilfe erst nach vollständiger Bedürftigkeitsprüfung greift und auch Einkommen/Vermögen von Ehepartnern sowie ggf. Kindern (ab 100.000€ Jahreseinkommen) berücksichtigt wird. 

Pflegeheim/ Altenheim Kosten 2025 - Eigenanteil, Zuzahlung und Schonvermögen

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Wie hoch ist die maximale Zuzahlung im Pflegeheim 2025?

Beispiele für Pflegeheimkosten 2025 (nach Pflegegrad)

Die Pflegegrade 2 bis 5 weisen steigende Gesamtkosten von 3.913 Euro bis 5.204 Euro auf, während der Zuschuss der Pflegeversicherung ebenfalls steigt (von 805 Euro bis 2.096 Euro).

Wie oft darf ein Pflegeheim die Kosten erhöhen?

Ein Pflegeheim darf die Kosten beliebig oft erhöhen, solange jede Erhöhung durch gestiegene Berechnungsgrundlagen (Pflege, Betreuung, Verpflegung, Investitionen) gerechtfertigt ist, vertraglich vereinbart wurde und die Ankündigung rechtzeitig erfolgt. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für die Häufigkeit, aber die Erhöhungen müssen transparent, angemessen und in Einklang mit dem Pflegeversicherungsgesetz sein, wobei auch die gesetzlichen Leistungszuschüsse die Eigenanteile mit der Dauer des Heimaufenthalts senken. 

Wie hoch sind die Investitionskosten?

Investiertes Kapital bezeichnet die Gesamtsumme, die ein Unternehmen durch Eigenkapital (Aktien) und Fremdkapital (Kredite oder Anleihen) zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit und Expansionspläne aufnimmt . Diese Mittel werden für den Erwerb von Vermögenswerten, die Finanzierung von Projekten und die Steigerung der Rentabilität eingesetzt.

Wer muss die Investitionskosten im Pflegeheim bezahlen?

Die Investitionskosten werden in der Regel auf die Bewohner umgelegt und können bei Veränderungen in der Finanzierung des Heims schwanken.

Wie berechnet man die Investitionskosten?

Die Investitionskosten entsprechen dem Gesamtbetrag, den Sie ursprünglich für den Erwerb eines Vermögenswerts gezahlt haben. Üblicherweise setzen sie sich aus Kaufpreis, Gebühren, Abgaben und Steuern zusammen . Diese Kosten bilden die Grundlage für die Berechnung von Gewinnen oder Verlusten beim Verkauf Ihrer Anlage.

Wie hoch sind die Investitionskosten für eine Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim?

Jede Pflegeeinrichtung erhebt unterschiedlich hohe Investitionskosten, im Durchschnitt können Sie hier mit 10 bis 20 Euro pro Tag rechnen.

Welche Kosten für ein Pflegeheim können als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden?

Aufwendungen für die Unterbringung in einem Pflegeheim, Altenpflegeheim oder in der Pflegeabteilung eines Altenheims oder Wohnstifts sind als außergewöhnliche Belastungen gemäß § 33 EStG absetzbar, wenn der Grund dafür eine Pflegebedürftigkeit, eine Behinderung oder eine Krankheit ist.

Ist es möglich, Investitionskosten für ein Pflegeheim rückwirkend abzurechnen?

Nach der neuen Rechtsprechung des BSG ist es nur zulässig, die bereits tatsächlich angefallenen Investitionskosten rückwirkend umzulegen. Eine Rücklagenbildung ist nicht mehr möglich. Bei geförderten Pflegeeinrichtungen muss die zuständige Landesbehörde nun jährlich der Berechnung des Umlagebetrages zustimmen.

Wie verringert sich der Eigenanteil im Pflegeheim?

Der Eigenanteil im Pflegeheim verringert sich durch gestaffelte Leistungszuschläge der Pflegekasse, die mit der Dauer des Heimaufenthalts steigen: 15 % (erstes Jahr), 30 % (zweites Jahr), 50 % (drittes Jahr) und 75 % (ab dem vierten Jahr) auf den pflegebedingten Eigenanteil, den sogenannten "einrichtungseinheitlichen Eigenanteil" (EEE). Zusätzlich können Sie Sozialhilfe beantragen, wenn Ihre Mittel nicht ausreichen, oder bestimmte Kosten steuerlich geltend machen. 

Was sind investive Kosten?

Investitionskosten sind langfristige Ausgaben für die Anschaffung, Herstellung oder Instandsetzung von Vermögenswerten, die dem Betrieb dienen, wie Gebäude, Maschinen, Patente oder Fahrzeuge, und nicht zu den direkten Betriebskosten zählen, sondern die Infrastruktur sichern und oft auf die Nutzenden umgelegt werden, etwa in der Pflege. Sie umfassen Kosten für Bauten, technische Anlagen, Fuhrpark und Büroeinrichtungen und dienen der Schaffung oder Erhaltung einer langfristigen Leistungsfähigkeit.
 

Was zählt zum Schonvermögen bei Heimunterbringung?

Zum Schonvermögen bei Heimunterbringung zählen ein Grundfreibetrag von 10.000 € pro Person (bei Paaren 20.000 €), angemessener Hausrat, ein angemessenes Fahrzeug und eine selbstgenutzte Immobilie sowie zweckgebundene Vorsorgeverträge wie Bestattungsvorsorge. Diese Beträge sind vor dem Zugriff des Sozialamtes geschützt, um den Lebensstandard zu sichern, und müssen nicht für die Heimkosten aufgebraucht werden, wobei die genaue Bewertung im Einzelfall durch das Sozialamt erfolgt. 

Wie hoch ist der Eigenanteil für Investitionskosten in einem Pflegeheim?

Eigenanteile weiter angestiegen

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die die Heimbewohner komplett selbst tragen, sind ebenfalls gestiegen auf durchschnittlich 921 Euro pro Monat (2023: 857 Euro). Bei den Investitionskosten gibt es eine Steigerung von monatlich 472 Euro in 2023 auf 485 Euro in 2024.

Warum sind die Investitionskosten im Pflegeheim so hoch?

Die alternde Bevölkerung führt zu einem wachsenden Pflegebedarf – damit steigt die Nachfrage nach Pflegeleistungen stark an. Steigende Lohnkosten im Pflegebereich, höhere Energiepreise sowie Vorgaben zur Qualität treiben die Kosten in Pflegeeinrichtungen in die Höhe.

Kann der Entlastungsbetrag für Investitionskosten abgerechnet werden?

Hierzu gehören die "Hotelkosten" und die "Investitionskosten". Diese können Sie über den angesparten Entlastungsbetrag finanzieren. Auch hierfür kann eine Abtretungserklärung unterschrieben werden, durch die die Einrichtung direkt die Kosten abrechnen kann.

Was gehört alles zu Investitionskosten?

Investitionskosten sind Ausgaben für langfristige Wirtschaftsgüter (Anlagevermögen) wie Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge oder Lizenzen, die der Aufrechterhaltung und dem Wachstum eines Unternehmens oder einer Einrichtung dienen, im Gegensatz zu kurzfristigen Betriebskosten (OPEX). Sie werden auch als Capital Expenditures (CapEx) bezeichnet und umfassen die Anschaffung, Herstellung oder Verbesserung von Sach- und immateriellen Vermögenswerten, die über einen längeren Zeitraum genutzt werden.
 

Wer zahlt die Investitionskosten?

Investitionsaufwendungen werden laut Gesetz für die soziale Pflegeversicherung (§ 82 Abs. 4 SGB XI) auf die Pflegebedürftigen umgelegt. Zu den Investitionskosten zählen Posten, die nicht durch die Pflegekasse abgedeckt sind.

Was darf man beim MDK nicht sagen?

Beim MDK darf man nicht lügen oder die Situation beschönigen, aber auch nicht so tun, als wäre man gesünder als man ist; man sollte ehrliche Einblicke in den Pflegealltag geben, aber unzulässige Fragen zu Religion, Politik oder Finanzen ignorieren und den Gutachter nicht einschüchtern oder unter Druck setzen, um einen realistischen Pflegegrad zu ermitteln. 

Was kann ich tun, wenn mein Pflegeheim zu teuer ist?

Wenn Pflegeheimkosten zu hoch sind, beantragen Sie Hilfe zur Pflege beim Sozialamt (vor dem Einzug!), da dies eine Sozialleistung ist, die die Lücke nach Pflegekasse und Eigenanteil schließt; prüfen Sie auch Pflegezusatzversicherungen oder günstigere Pflegeheime und holen Sie sich Rat bei Verbraucherzentralen, da Sozialhilfe erst nach vollständiger Bedürftigkeitsprüfung greift und auch Einkommen/Vermögen von Ehepartnern sowie ggf. Kindern (ab 100.000€ Jahreseinkommen) berücksichtigt wird. 

Wird das Pflegeheim im zweiten Jahr günstiger?

Je länger der Heimaufenthalt dauert, desto höher werden diese Entlastungzuschläge. Im zweiten Jahr senkt er den Eigenanteil an der Pflege nun um 30 statt 25 Prozent, im dritten um 50 statt 45 Prozent und ab dem vierten Jahr im Heim um 75 statt 70 Prozent.

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