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Wie berechnet man den Kindesunterhalt ab 18?

Gefragt von: Frau Prof. Gabriela Ullrich  |  Letzte Aktualisierung: 24. März 2026
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Die Berechnung des Kindesunterhalts ab 18 hängt davon ab, ob das Kind noch zu Hause wohnt oder nicht: Lebt es aus, gilt ein fester Bedarf von pauschal 990 € (Stand 2025) pro Monat, von dem Kindergeld und eigenes Einkommen (BAföG, Job) komplett abgezogen werden; der Rest wird je nach Einkommen der Eltern aufgeteilt. Wohnt es noch zuhause, wird der Bedarf nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelt, wobei das Einkommen beider Elternteile und das volle Kindergeld berücksichtigt werden, ähnlich dem minderjährigen Unterhalt, aber mit höherer Anrechnung eigenen Einkommens.

Wie wird der Unterhalt berechnet, wenn das Kind 18 wird?

Eltern müssen ihren volljährigen Kindern Unterhalt zahlen – bis zum Abschluss einer ersten beruflichen Ausbildung. Studiert Dein Kind und wohnt es nicht mehr zuhause, stehen ihm im Jahr 2025 & 2026 monatlich 990 Euro an Kindesunterhalt zu (2024: 930 Euro).

Wie hoch ist der Selbstbehalt für volljährige Kinder laut Düsseldorfer Tabelle?

Der Unterhalt für volljährige Kinder nach der Düsseldorfer Tabelle ab 18 Jahren hängt vom Einkommen des zahlenden Elternteils ab und wird 2026 auf mindestens ca. 698 € (bei bis zu 2.100 € Nettoeinkommen) bis deutlich mehr, je nach Einkommensstufe, angehoben, wobei das Kindergeld angerechnet wird; es gibt zudem einen Selbstbehalt für den Unterhaltspflichtigen, der aktuell bei 1.750 € liegt (Stand 2026). Die genaue Höhe richtet sich nach dem bereinigten Nettoeinkommen der Bedarfstabelle, wobei Kindergeld und Einkommen des Kindes abgezogen werden.
 

Wie hoch ist der Kindesunterhalt, wenn das Kind volljährig ist?

Ja, auch volljährige Kinder haben Anspruch auf Unterhalt, solange sie sich in einer ersten Berufsausbildung oder einem Studium befinden und bedürftig sind; die Unterhaltslast verteilt sich nun auf beide Elternteile, die das Kind selbst geltend machen muss, wobei Kindergeld und eigene Einkünfte angerechnet werden. Der Bedarf für ein studierendes, nicht zuhause lebendes Kind beträgt pauschal 990 € (Stand 2025). 

Wie berechnet sich der Unterhalt, wenn das Kind in Ausbildung ist?

Die Berechnung des Unterhalts für ein Kind in Ausbildung hängt davon ab, ob es noch zu Hause wohnt: Lebt das Kind bei den Eltern, wird der Bedarf nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelt und das halbe Kindergeld sowie die Ausbildungsvergütung (bereinigt um eine Pauschale) angerechnet; zieht es aus, besteht ein fester Bedarfssatz (ca. 930-990 €, Stand 2024/2025), von dem das volle Kindergeld und die volle Vergütung abgezogen werden, wobei oft kein Unterhalt mehr gezahlt werden muss, wenn das Einkommen des Kindes den Bedarf deckt. 

Unterhalt für volljährige Kinder - Kindesunterhalt ab 18

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Wird der Lehrlingsgehalt voll auf den Unterhalt angerechnet?

Auch volljährige Azubis haben unter bestimmten Voraussetzungen noch einen Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern. Allerdings wird die Ausbildungsvergütung zumindest anteilig angerechnet. Es kommt also darauf an, in welchem Alter Sie Ihre Ausbildung starten.

Was muss man beachten, wenn das Kind 18 wird?

Wenn ein Kind 18 wird, ändert sich rechtlich alles: Es wird voll geschäftsfähig, Eltern haben keine automatische Vertretung mehr (Verträge, Medizin, Bank), das Kind ist für sich selbst verantwortlich, darf selbstständiger Entscheidungen treffen (Wohnort, Ausbildung, Alkohol/Rauchen), braucht aber eventuell eine Vollmacht von den Eltern, um sie zu unterstützen, und Kindergeld muss neu beantragt werden (mit Nachweisen). Wichtig ist, Verträge, Vollmachten und Finanzen zu besprechen und die Familienkasse zu informieren. 

Wie verändert sich der Kindesunterhalt ab 18?

Allgemeines zum Volljährigenunterhalt

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres sind beide Elternteile zu Barunterhalt verpflichtet und die Aufteilung in Natural- und Barunterhalt entfällt. Dies gilt unabhängig davon, bei wem das Kind lebt.

Wann darf der Vater den Kindesunterhalt kürzen?

Ein Vater darf den Kindesunterhalt nicht einfach selbst kürzen, sondern nur, wenn sich die Einkommensverhältnisse wesentlich ändern oder bei ausgedehntem Umgang, wobei dann eine Anpassung über das Gericht oder Jugendamt nötig ist. Kürzungen sind möglich bei deutlich reduziertem Einkommen (unter Selbstbehalt), wenn das Kind eigenes Einkommen hat, oder bei sog. "Tabletten-Fällen" im Rahmen des erweiterten Umgangs, wobei dies eine Anpassung des Titels erfordert. 

Was tun, wenn ein volljähriges Kind nicht arbeiten will?

Wenn ein volljähriges Kind nicht arbeiten will, müssen Sie eine offene Kommunikation suchen und realistische Ziele vereinbaren; rechtlich besteht oft noch Unterhaltspflicht, aber das Kind muss sich nachweisenlich um Arbeit bemühen, sonst kann der Anspruch verwirken, wobei das Jugendamt (Hilfen für junge Volljährige) oder die Arbeitsagentur unterstützend wirken können, wenn das Kind selbst Hilfe sucht oder sich überfordert fühlt, etwa durch <<< !nav>>Bewerbungstrainings oder Beratung. 

Wie viel Geld muss mir übrig bleiben, wenn ich Kindesunterhalt zahlen muss?

Beim Kindesunterhalt haben Sie einen Eigenbehalt von 1.450 Euro, wenn Sie berufstätig sind und die Kinder minderjährig oder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs in der Ausbildung sind, dabei unverheiratet sind und noch im Haushalt der Eltern leben. Sind Sie nicht berufstätig, sind es bei solchen Kindern 1.200 Euro.

Wann muss der Vater weniger Unterhalt zahlen?

Der Unterhaltsanspruch bei minderjährigen Kindern entfällt dann, wenn entweder das Kind ausreichend eigene Einkünfte hat, um sich selbst zu versorgen oder wenn der den Unterhalt zahlende Elternteil nicht in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen, weil er selbst nicht genügend zum Leben hat.

Wie lange sind Eltern für erwachsene Kinder unterhaltspflichtig?

Zeitraum. Eltern sind in der Regel nur bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Eine starre Altersgrenze existiert nicht.

Wie wird das Einkommen des Kindes auf den Unterhalt angerechnet?

Das Einkommen eines Kindes wird bei der Unterhaltsberechnung in der Regel voll angerechnet, um seinen Bedarf zu decken, wobei bei minderjährigen Kindern oft nur die Hälfte des Einkommens (abzüglich Freibeträgen) und bei volljährigen Kindern das bereinigte Einkommen vollständig auf den Bedarf angerechnet wird, was den Unterhaltsanspruch mindert. Bei minderjährigen Kindern sind Schülerjob-Einkünfte oft irrelevant, aber Lehrlingsgehälter werden zur Hälfte (abzüglich 100 €) angerechnet, während bei volljährigen Kindern alle Einkünfte (inkl. BAföG, Ausbildungsbeihilfe) vollständig berücksichtigt werden, bis der Bedarf gedeckt ist.
 

Wie lange muss ich als Vater Unterhalt für mein Kind zahlen?

Unterhaltsansprüche untereinander von betreuenden Eltern bestehen in der Regel drei Jahre nach Geburt des Kindes und längstens bis zum Erreichen des 12. Lebensjahres. Unterhaltszahlungen aufgrund besonderer Betreuungsbedarfe des Kindes können auch darüber hinaus noch verlangt werden.

Wie hoch ist der Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle 2025 abzüglich Kindergeld?

Die Düsseldorfer Tabelle 2025 enthält die Unterhaltsbeträge, von denen das Kindergeld abgezogen wird: Bei minderjährigen Kindern wird das hälftige Kindergeld (127,50 € bei 255 € Kindergeld) abgezogen, was zu den Zahlbeträgen führt (z.B. 357 € für 0-5 Jahre in Gruppe 1). Bei volljährigen Kindern wird das volle Kindergeld abgezogen. Die Tabelle regelt den Bedarf, wobei die tatsächliche Höhe von Ihrem Nettoeinkommen abhängt und sich in Einkommensgruppen einteilt.
 

Was reduziert die Unterhaltszahlung?

Was den Unterhalt mindert, sind vor allem eigene Einkünfte des Unterhaltsberechtigten (z.B. Kindergeld, Job-Einkommen), bestimmte Abzüge vom Einkommen des Pflichtigen (z.B. berufsbedingte Kosten, Sozialversicherungsbeiträge, Altersvorsorge), Ehebedingte Schulden und Kosten der Kinderbetreuung, aber auch krankheitsbedingte Mehrkosten oder unbilliges Verhalten des Berechtigten, was eine Anpassung der Höhe durch das Familiengericht erfordert, um den Selbstbehalt zu wahren und Gerechtigkeit zu gewährleisten. 

Wie hoch ist der Unterhaltsanspruch für ein volljähriges Kind?

Ja, volljährige Kinder haben weiterhin einen Unterhaltsanspruch, solange sie sich in einer ersten, zielstrebigen Ausbildung (Schule, Studium, Berufsausbildung) befinden und ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Beide Elternteile sind dann zum Barunterhalt verpflichtet, wobei die Höhe nach der Düsseldorfer Tabelle und den Elterneinkommen berechnet wird; leben die Kinder zu Hause, kann auch Naturalunterhalt (Kost und Logis) geleistet werden. Der Anspruch endet mit Abschluss der Ausbildung, bei grundlosem Abbruch oder wenn das Kind die Ausbildung abbricht, um sich nicht zu qualifizieren. 

Kann zu wenig gezahlter Kindesunterhalt nachgefordert werden?

Ja, zu wenig gezahlten Kindesunterhalt können Sie nachfordern, aber nur zeitnah und durch Inverzugsetzung des Unterhaltspflichtigen (z.B. durch eine Mahnung mit Fristsetzung oder ein Auskunftsverlangen) und idealerweise mit einem Unterhaltstitel (Jugendamtsurkunde), wobei Sie den Anspruch meist ab dem Monat der Inverzugsetzung geltend machen können. Wichtig ist, schriftlich zu handeln und Beweise zu sichern, sonst kann der Anspruch verjähren oder verwirken, was eine schnelle Geltendmachung notwendig macht. 

Wie wird Unterhalt ab 18 berechnet?

Unterhalt ab 18 wird nach dem bereinigten Nettoeinkommen beider Elternteile berechnet, wobei die Düsseldorfer Tabelle als Grundlage dient und beide Elternteile anteilig haften, unabhängig davon, bei wem das Kind lebt. Bei ausziehenden Studierenden oder Auszubildenden wird ein fester Bedarfssatz (2025/2026: 990 €) angesetzt, von dem Kindergeld und eigene Einkünfte abgezogen werden. Lebt das Kind noch zu Hause, gilt der Tabellenbedarf entsprechend dem Elterneinkommen, wobei Kindergeld voll angerechnet wird.
 

Wie beantrage ich Unterhalt ab 18?

Für volljährige Kinder, die sich in Ausbildung befinden, ist der Antrag auf Unterhalt beim zuständigen Amtsgericht oder über das Jugendamt (Beratung, Berechnung, Beurkundung einer Jugendamtsurkunde) zu stellen, da beide Elternteile barunterhaltspflichtig sind, wenn keine Einigung erzielt werden kann, wobei der Bedarf sich nach der Düsseldorfer Tabelle richtet und das eigene Einkommen angerechnet wird. Der Weg führt idealerweise über eine einvernehmliche Einigung, notfalls durch einen Antrag auf Festsetzung des Unterhalts bei Gericht.
 

Wann hat ein volljähriges Kind seinen Unterhaltsanspruch verwirkt?

Ja, der Unterhaltsanspruch volljähriger Kinder kann verwirkt werden, anders als bei Minderjährigen, was bei groben Verfehlungen wie anhaltender Kontaktverweigerung oder schweren Beleidigungen der Fall sein kann, aber pauschale Kritik reicht nicht; es muss ein "Zeitmoment" (lange Nichtgeltendmachung) und ein "Umstandsmoment" (Vertrauensenttäuschung) vorliegen, wobei dies immer eine Einzelfallprüfung erfordert und man sich nicht zu schnell auf eine Einstellung der Zahlungen verlassen sollte. 

Ist man noch alleinerziehend, wenn das Kind 18 ist?

Alleinerziehend? Sie gelten als alleinerziehend, wenn Sie alleine mit einem Kind oder mehreren Kindern (unter 18 Jahren) in einer Wohnung leben und sie großziehen.

Wie viel Geld schenkt man zum 18.?

Ein angemessenes Geldgeschenk zum 18. Geburtstag hängt stark vom Verhältnis zum Beschenkten ab: Freunde geben oft 20–50 €, enge Verwandte wie Onkel/Tanten 50–100 €, Geschwister 50–150 €, Großeltern 100–500 € und Eltern sogar 100–1000 €, wobei die Höhe auch vom eigenen Budget und dem Anlass (Feier, grösserer Bedarf des Geburtstagskindes) abhängt. 

Was bedeutet bis einschließlich 18 Jahre?

"Bis einschließlich 18 Jahre" bedeutet, dass die Altersgruppe alle Personen bis zum letzten Tag vor dem 19. Geburtstag umfasst, also auch Personen, die bereits 18 Jahre alt sind – bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, danach ist man volljährig und gehört nicht mehr dazu; es schließt also den 18. Geburtstag mit ein, aber nicht den Tag danach. Es definiert den höchsten erlaubten oder genannten Altersbereich, oft im Sinne von "unter 19" oder "bis zum 18. Geburtstag". 

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