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Wer darf meine Arbeitszeit kontrollieren?

Gefragt von: Sarah Lechner  |  Letzte Aktualisierung: 3. September 2022
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Die Zeiterfassung der individuell geleisteten Arbeit hat für beide im Arbeitsverhältnis stehende Parteien wichtige Bedeutung: Arbeitgeber können so ihre Arbeitskräfte kontrollieren, während Arbeitnehmer ihre geleistete Zeit nachweisen können.

Wer darf meine Arbeitszeit einsehen?

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben jederzeit Zugriff auf die Dokumentationen der Arbeitszeiten. Aus diesem Grund muss eine Verfügbarkeit der Einsicht geregelt sein. Nur der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber und das zuständige Personal haben Zugriff auf die Arbeitszeit des Mitarbeiters.

Wer ist verantwortlich für die Arbeitszeiterfassung?

Als Arbeitgeber sind Sie für die korrekte Zeiterfassung verantwortlich. Sie müssen die Arbeitszeit spätestens 7 Tage, nachdem sie geleistet wurde, erfassen. Tarifverträge zur Arbeitszeit brechen die gesetzlichen Regelungen, abgesehen von der Maximalarbeitszeit.

Wer darf überwacht werden?

Grundsätzlich gilt: In Räumen, die öffentlich zugänglich sind, in denen also nicht nur Mitarbeiter verkehren, darf eine Überwachung per Videokamera stattfinden, wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse hieran nachweisen kann und es gleichzeitig auch keine milderen Mittel gibt.

Was darf der Chef kontrollieren?

Sollte Ihr Arbeitgeber einen begründeten Verdacht haben, dass Sie ggf. Waren entwendet haben, dann darf dieser auch Ihre Hosen- und Jackentaschen kontrollieren. Dies kann jedoch nicht vor allen anderen Mitarbeitern erfolgen, sondern muss an einem nicht einsehbaren Ort geschehen.

Muss dein Chef deine Arbeitszeit kontrollieren? | Rechtsanwalt Christian Solmecke

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Werden Arbeitszeiten kontrolliert?

Wer überwacht die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes? Für die Überwachung der Einhaltung sind die Aufsichtsbehörden des jeweiligen Landes zuständig. Die Behörden können Auskünfte über gearbeitete Zeiten verlangen und Maßnahmen anordnen. Sie dürfen Betriebe während der Arbeitszeit auch betreten.

Wie weit darf der Arbeitgeber kontrollieren?

Eine Überwachung von Angestellten ist gemäß dem Arbeitsrecht daher zwar grundsätzlich gestattet, aber nur unter der Voraussetzung, dass besagte Persönlichkeitsrechte nicht verletzt werden. Dies alleine führt dazu, dass der Arbeitgeber kein permanentes Überwachungsrecht innehat.

Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter kontrollieren?

Einmal aktiviert, steht dem Arbeitgeber eine Fülle von Überwachungsmethoden zur Verfügung. Das reicht von der simplen Aufzeichnung von Tastaturanschlägen und Mausbewegungen über die Überwachung des Surfverhaltens im Internet bis hin zur GPS-Ortung von Mitarbeitern.

Wer kontrolliert das Arbeitsrecht?

Der Arbeitnehmer kann Verstöße des Arbeitgebers gegen das Arbeitszeitgesetz bei der zuständigen Behörde anzeigen. (1) Die Einhaltung dieses Gesetzes und der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen wird von den nach Landesrecht zuständigen Behörden (Aufsichtsbehörden) überwacht.

Wann ist Leistungskontrolle erlaubt?

Eine Verhaltens- oder Leistungskontrolle ist nur möglich, wenn die erhobenen Daten den einzelnen Arbeitnehmern zugeordnet werden können. Fehlt es an der Individualisierbarkeit, ist der Mitbestimmungstatbestand nicht erfüllt.

Wer muss seine Arbeitszeit nicht erfassen?

Das ArbZG gibt zur Form der Zeiterfassung von Arbeitszeit keine Vorgaben. Dennoch sind Arbeitnehmer rechtlich nicht ungeschützt. Bei der Arbeitszeiterfassung greift vom Gesetz her nämlich nicht nur das Arbeitsrecht, sondern auch das Verwaltungsrecht – genauer gesagt das Bundesdatenschutzgesetz.

Ist Arbeitszeiterfassung verpflichtend?

Arbeitszeiterfassung: die rechtliche Lage in Deutschland

Einerseits hat das Arbeitsgericht in Emden in einem Urteil entschieden, dass es bereits im Jahr 2020 auf Basis des EuGH Urteils eine Pflicht zur Zeiterfassung für deutsche Unternehmen gibt, und zwar für die komplette Arbeitszeit (ab Stunde 0).

Ist die Arbeitszeiterfassung gesetzlich vorgeschrieben?

Derzeit besteht in Deutschland keine allgemeine Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Laut dem deutschen Arbeitsrecht ist nur die Dokumentation von Überstunden sowie die Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen gesetzlich vorgeschrieben.

Sind Arbeitszeiten Datenschutz?

Datenschutz und Zeiterfassung

Die Arbeitszeitverordnung (ArbZVO) regelt in § 12 Abs. 7, dass die erfasstenArbeitszeitdaten nur für die Überprüfung der Einhaltung der Arbeitszeit sowie für besoldungsrechtliche Zwecke verwendet werden dürfen und spätestens nach zwei Jahren zu löschen sind.

Sind Stundenzettel Datenschutz?

„Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten (…), die die Angabe der Uhrzeit, zu der ein Arbeitnehmer seinen Arbeitstag beginnt und beendet, sowie der Pausen bzw. der nicht in die Arbeitszeit fallenden Zeiten enthalten, fallen unter den Begriff personenbezogene Daten (…)“.

Ist Dienstplan Datenschutz?

Grundsätzlich gehört der Dienstplan zu den Dokumenten, die personenbezogene Daten beinhalten. Zu diesen Daten gehören unter Anderem der Klarname, die Adresse und das Geburtsdatum, aber auch die Arbeitszeiten, Urlaubs- und Krankheitstage sowie Überstunden.

Wo kann man Arbeitszeitverstöße melden?

Ihr Arbeitgeber verstößt gegen das Arbeitszeitgesetz? Den Verstoß melden Sie als Beschäftigter entweder beim Betriebsrat (falls vorhanden) oder direkt bei der zuständigen Aufsichtsbehörde. Häufig funktioniert dies auch anonym.

Werde ich auf der Arbeit überwacht?

Wie bereits mehrfach erwähnt ist die heimliche Überwachung der Mitarbeiter im Allgemeinen untersagt. Da es sich jedoch um ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt handelt, kann im Einzelfall bei bestimmter Legitimationsgrundlage (Rechtfertigung) dennoch die heimliche Überwachung am Arbeitsplatz erlaubt sein.

Wie Arbeitszeit kontrollieren?

Die Kontrolle der Arbeitszeit durch Stundenzettel oder Stechuhr ist nichts Ungewöhnliches. Sie kann durch Magnetkarten erfolgen, bedarf allerdings auch der Zustimmung durch den Betriebsrat. Mitarbeiter müssen sich daran halten; wenn eine Überwachung der Arbeitszeit offiziell vom Unternehmen eingeführt wird.

Kann der Arbeitgeber sehen von wo man arbeitet?

Für die Überwachung im Homeoffice heißt das: Der Arbeitgeber kann und muss die Arbeitszeit der Mitarbeitenden erfassen können. Daher ist eine Auswertung der Login-Daten als zulässig anzusehen.

Kann Chef whatsapp verlangen?

Will Ihr Chef einen bestimmten Kommunikationskanal zur dienstlichen Nutzung vorschreiben, muss er dafür die entsprechenden Geräte zur Verfügung stellen, also Diensthandys anschaffen. Wie sich Whatsapp dann datenschutzkonform im Unternehmen nutzen lässt, muss Ihr Arbeitgeber klären.

Kann mein Chef mich abhören?

Wann dürfen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter abhören und wann nicht? Grundsätzlich unterliegt das Abhören von Telefonaten am Arbeitsplatz dem Fernmeldegeheimnis und ist aus diesem Grund verboten. Eine Ausnahme liegt laut Arbeitsrecht jedoch dann vor, wenn der betroffene Arbeitnehmer seine Zustimmung gegeben hat.

Was darf mein Chef zu mir sagen?

Auch über die Ordnung im Betrieb und das Verhalten der Arbeitnehmer darf der Chef bestimmen. Aber: Seine Weisungen müssen sich immer noch im Bereich des „billigen Ermessens“ bewegen. Das heißt: Sie dürfen nicht ungerecht oder unverhältnismäßig sein.

Sind 15 Minuten schon eine Überstunden?

Das heißt: Niemand darf seine Arbeitnehmer dazu auffordern, mehr als sechs Stunden am Stück pausenlos zu arbeiten. Ab neun Stunden kommen dann nochmal 15 Minuten obendrauf – mehr als zehn Stunden am Tag dürfen es sowieso laut Gesetz nicht werden – Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel.

Was versteht man unter Leistungskontrolle?

betriebsorganisatorische Maßnahme zur Überprüfung der erstellten Leistung (Menge und Qualität) im Verhältnis zur aufgewandten Zeit.

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