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Welche Wohnungen stehen leer?

Gefragt von: Daniel Hildebrandt  |  Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2026
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Es gibt etwa 1,9 Millionen leerstehende Wohnungen in Deutschland (Stand Zensus 2022), hauptsächlich in strukturschwachen Regionen, wobei die meisten seit über einem Jahr unbewohnt sind und oft als Spekulationsobjekte dienen, auch wenn Gesetze gegen langfristigen Leerstand existieren, wie z.B. in Berlin oder München. Frankfurt am Main hat eine vergleichsweise niedrige Leerstandsquote von ca. 3,2 %, liegt aber dennoch bei über 10.000 leeren Wohnungen, wobei ein Großteil kurzfristig leersteht, aber „spekulativer Leerstand“ (0,29 % des Bestandes) ebenfalls existiert, oft aufgrund von Erbschafts- oder Finanzierungsproblemen.

Wo stehen die meisten Wohnungen leer?

Die Flächenländer mit den meisten leerstehenden Wohnungen sind Sachsen-Anhalt (12,6 Prozent), Sachsen (10 Prozent) und Thüringen (10 Prozent). Am wenigsten Leerstand gibt es in Baden-Württemberg (3,8 Prozent), Schleswig-Holstein (4,1 Prozent), Bayern (4,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (4,6 Prozent).

Warum lassen manche Eigentümer ihre Wohnungen leer stehen?

Während die einen eine Bleibe suchen, lassen manche Eigentümer ihre Wohnungen leer stehen. Sie spekulieren auf höhere Gewinne in der Zukunft. Das ist eigentlich illegal. Es gibt auch Mittel, dem etwas entgegenzusetzen.

Wann gilt eine Wohnung als leerstehend?

Eine leerstehende Wohnung ist am Erhebungsstichtag weder zu Wohnzwecken vermietet noch von der Eigentümerin oder dem Eigentümer selbst bewohnt und auch keine Ferien- oder Freizeitwohnung.

Wie lange darf ein Vermieter eine Wohnung leer stehen lassen?

Als Eigentümerin oder Eigentümer von Wohnraum müssen Sie der zuständigen Stelle melden, wenn dieser länger als 4 Monate leer steht. Dies gilt auch wenn Sie im Namen einer Firma, wie einer Wohnungsbaugesellschaft, entscheiden, wie Wohnraum genutzt oder verwaltet wird.

Massenweise Leerstand trotz Wohnungsnot – wie kann das sein? | WISO

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Bin ich verpflichtet, eine leerstehende Wohnung zu vermieten?

Leerstehende Wohnungen müssen im Zweifelsfall, etwa bei einer Haussanierung, auch befristet vermietet oder zwischenvermietet werden. Verweigern Vermieter eine zumutbare Zwischenvermietung, kann die Kommune sie per Wohnnutzungsgebot dazu zwingen.

Warum lohnt sich Leerstand?

Vielfältige Gründe für Leerstand

Hinzu kommt die Preisexplosion bei Eigentumswohnungen. Aufgrund dieser Entwicklungen können Wohnungen, die einige Zeit leer stehen und dann neu vermietet oder als Eigentumswohnungen verkauft werden, höhere Rendite bringen als bei einer dauerhaften Vermietung.

Ist eine kalte Räumung strafbar?

Eine "kalte Räumung" durch den Vermieter ist verbotene Selbsthilfe (unerlaubte Eigenmacht nach § 229 BGB), die teure Folgen hat: Der Vermieter muss dem Mieter Schadensersatz (z.B. für beschädigte oder weggeworfene Möbel, Hotelkosten) leisten, oft verschuldensunabhängig, und trägt die Beweislast für die Abwesenheit von Wertgegenständen. Strafrechtlich kann es zu Strafen für Hausfriedensbruch (bis 3 Jahre Haft oder Geldstrafe in der Schweiz) kommen, wenn der Vermieter eigenmächtig eindringt, aber primär drohen hohe zivilrechtliche Forderungen.
 

Wie lange darf ein Mieter seine Wohnung unbewohnt lassen?

Welche Rechte und Pflichten haben die Mietenden auch dann, wenn er über einen längeren Zeitraum die Mieteinheit nicht bewohnt? Mieter dürfen ihre Wohnung beliebig lang leer stehen lassen, müssen aber weiterhin Miete und Betriebskosten zahlen sowie Schäden durch Vertrauensperson abwenden lassen.

Wo in Deutschland sind die meisten Wohnungen frei?

Karte II: Wo in Deutschland die meisten Wohnungen leerstehen

Wie oben erwähnt, erfasst der Zensus 2022 auch die Leerstände bei bei Wohnungen. Die höchste Quote an ungenutztem Wohnraum liegt demnach bei etwa 43 Prozent in Hartmannsdorf im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen.

Wer zahlt bei Leerstand?

Müssen Mieter für Leerstand zahlen? Wenn eine Wohnung leer steht, gilt, dass der Vermieter für die Nebenkosten aufkommen muss, die während des Leerstands anfallen. Der Vermieter muss somit selbst für die entstehenden Aufwendungen aufkommen.

Warum stehen so viele Wohnungen leer?

Die Mieten steigen, der Wohnraum wird knapp – und trotzdem stehen zehntausende Häuser und Wohnungen leer. Was auf den ersten Blick paradox wirkt, hat tiefere Ursachen: komplizierte Eigentümerstrukturen, Sanierungsstau, rechtliche Hürden oder fehlende Anreize blockieren vielerorts die Aktivierung vorhandener Flächen.

Wie lange akzeptiert das Finanzamt Leerstand?

ein Leerstand von mehr als 10 Jahren als zu lang angesehen wird. Dauert die Renovierung länger als 10 Jahre, darf das Finanzamt folglich die Vermietungsverluste streichen.

Werden die Immobilienpreise 2026 wieder steigen?

Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet, dass die Preise für Wohnungen und Häuser deswegen 2026 weiter anziehen. "Ich rechne mit einem moderaten Anstieg von drei bis vier Prozent." Auch die Wirtschaftskrise ändere daran nichts.

In welcher Stadt ist es am schwersten, eine Wohnung zu finden?

Am größten ist die Lücke in Berlin, Hamburg und Köln. In den 77 deutschen Großstädten fehlen fast zwei Millionen günstige Wohnungen.

Welche Gründe gibt es für Leerstand?

Die häufigsten Gründe für Leerstand

Ein zentraler Faktor ist der Sanierungsstau. Viele Wohnungen sind energetisch oder technisch in einem Zustand, der eine Vermietung wirtschaftlich unattraktiv macht. Steigende Baukosten und unsichere Förderbedingungen führen dazu, dass Eigentümer notwendige Investitionen aufschieben.

Ist Leerstand strafbar?

Dauerhafter Leerstand von Wohnräumen gilt schließlich als Zweckentfremdung und wird demnach bestraft. Jedoch ist nicht gleich jede leer stehende Wohnung zweckentfremdet. Beispielsweise darf eine Wohnung kurzfristig leer stehen, wenn sie saniert wird. Sie sollte aber nach spätestens drei Monaten wieder vermietet werden.

Wie oft darf mein Freund bei mir schlafen?

Wenn du eine Mietwohnung alleine mietest, darf dein Partner oder deine Partnerin so oft bei dir übernachten, wie du willst. Es gehört zu deinem Gebrauchsrecht, persönliche und soziale Kontakte in der gemieteten Wohnung zu pflegen, ohne dass dies von einer Einwilligung der Vermieterschaft abhängt.

Wie lange wohnen Mieter durchschnittlich in einer Wohnung?

Mietdauer: 55 Prozent aller privaten Mietverhältnisse dauern länger als fünf Jahre, mehr als 40 Prozent sogar länger als zehn Jahre. Die durchschnittliche Mietdauer beträgt acht Jahre.

Was tun, wenn man vom Nachbarn schikaniert wird?

Wenn Ihr Nachbar Sie terrorisiert, sollten Sie zuerst versuchen, das Problem persönlich und sachlich zu klären, aber bei akuter Gefahr oder wiederholten Vorfällen sofort die Polizei (Notruf 110) rufen, Beweise sammeln (Protokolle, Zeugen), und rechtliche Schritte prüfen, wie z.B. eine Anzeige, Abmahnung durch den Vermieter oder einen Anwalt einschalten, um eine Unterlassungserklärung zu erwirken. 

Kann man rausgeschmissen werden, wenn man keine Miete zahlt?

Zahlt ein Mieter die regelmäßig monatliche Miete nicht, kann das ein Grund für eine fristlose Kündigung von Seiten des Vermieters sein. Auch unregelmäßige oder unvollständige Mietzahlungen können dazu führen, dass der Vermieter zu solch harten Mitteln greift.

Was darf ein Vermieter nicht machen?

Ein Vermieter darf nicht willkürlich die Wohnung betreten (nur nach Ankündigung oder bei Gefahr), den Strom abstellen, Mieter diskriminieren, pauschal Haustiere oder Rauchen verbieten, einseitig Mietverträge ändern, Mieter aus der Wohnung werfen oder die Instandhaltungspflichten (z.B. bei defekten Geräten) auf den Mieter abwälzen. Er muss Reparaturen selbst zahlen und darf Mieter nicht bei der Wohnungseinrichtung einschränken (z.B. Wandfarbe). 

Ist 1000 € Miete viel?

Nach der 40er-Mietregel darf die monatliche Miete deiner Wohnung nicht mehr als 1.000 Euro betragen (40.000 Euro / 40 = 1.000 Euro). Diese Regel ist einfach anzuwenden und bietet einen guten Richtwert.

In welchem Alter sollte man eine Wohnung kaufen?

Wir halten also fest: Mit 5 kann das richtige Alter sein, mit Anfang 20 kann das richtige Alter sein, mit Mitte 30 oder 40 kann das richtige Alter sein und je nach Motiv auch mit 60, 70 oder 80 Jahren. Die Kapitalanlageimmobilie ist eine Anlage, die sich für viele, Menschen sehr gut rechnet.

Sind 600 € Miete viel?

Die 30-Prozent-Mietregel orientiert sich an Ihrem monatlichen Nettoeinkommen. Ihre Miete sollte nicht über 30 % Ihres Nettoeinkommens liegen. Bei einem Nettoeinkommen von 2.000 Euro entspricht dies ungefähr 600 Euro Miete.