Welche Schritte bei Abtreibung?
Gefragt von: Gerta Hummel-Rupp | Letzte Aktualisierung: 19. September 2026sternezahl: 4.9/5 (11 sternebewertungen)
In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich ein Straftatbestand (§ 218 StGB), bleibt aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Der Ablauf umfasst mehrere gesetzlich vorgeschriebene Schritte, die in der Regel in dieser Reihenfolge stattfinden:
Was muss ich tun, wenn ich abtreiben will?
Wenn Sie in Deutschland eine Abtreibung planen, müssen Sie zuerst eine staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatung aufsuchen, um einen Beratungsschein zu erhalten, der den Abbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei macht; danach müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt finden, der den Abbruch durchführt, der entweder medikamentös oder operativ erfolgen kann, abhängig von der Schwangerschaftswoche. Es gibt zwei Hauptwege: medikamentös (bis ca. 7. SSW) oder operativ (bis ca. 12. SSW), und Sie benötigen dafür eine Bescheinigung der Beratung und müssen sich an eine Praxis oder Klinik wenden.
Wie läuft der Ablauf einer Abtreibung?
Ein Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) erfolgt entweder medikamentös (bis ca. 9. Woche, mit zwei Medikamenten) oder operativ (Absaugung oder Ausschabung), meist ambulant unter lokaler Betäubung oder Kurznarkose. Vor dem Eingriff steht eine verpflichtende Beratung und mindestens drei Tage Wartezeit. Der operative Eingriff dauert ca. 10-15 Minuten, der medikamentöse Abbruch erstreckt sich über mehrere Tage, mit stärkeren Blutungen und Krämpfen. Beide Methoden erfordern eine Nachuntersuchung.
Wie lange muss man auf einen Abtreibungstermin warten?
Für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch in Deutschland müssen mindestens drei volle Kalendertage zwischen der obligatorischen Schwangerschaftskonfliktberatung (mit Beratungsschein) und dem Eingriff liegen; der Termin selbst hängt dann von der Verfügbarkeit der Arztpraxis oder Klinik ab, wobei der Abbruch nach der Beratungsregelung bis zur 12. Schwangerschaftswoche (ca. 14. Woche nach letzter Periode) möglich ist, medikamentös aber meist früher (bis 9. Woche). Eine frühe Terminvereinbarung bei Beratungsstelle und Arzt/Klinik ist wichtig, da Wartezeiten für die Beratung und den Eingriff selbst entstehen können.
Kann man direkt beim Frauenarzt abtreiben?
Eine Schwangerschaft kann operativ oder mit Medikamenten abgebrochen werden („Abtreibung“). Der operative Schwangerschaftsabbruch (Absaugung) wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt.
Abtreibung - wie funktioniert ein Schwangerschaftsabbruch als Operation?
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Wo melde ich mich, wenn ich abtreiben will?
Die Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO sind gesetzlich anerkannte Beratungsstellen nach § 219 Strafgesetzbuch (StGB) und § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Wenn Sie eine Schwangerschaft abbrechen lassen möchten, brauchen Sie einen Beratungsschein von einer solchen staatlich anerkannten Beratungsstelle.
Wie beantrage ich einen Schwangerschaftsabbruch?
Um einen Termin zu vereinbaren, wenden Sie sich bitte an: Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin – falls dieser/diese Einwände gegen einen Schwangerschaftsabbruch hat, muss er/sie Sie an einen anderen Arzt/eine andere Ärztin überweisen. Eine örtliche Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit, auch Familienplanungs- oder GUM-Klinik (Klinik für Geschlechtskrankheiten) genannt. Direkt an einen Anbieter für Schwangerschaftsabbrüche wie BPAS, MSI oder NUPAS.
Wie schnell ist eine Abtreibung möglich?
Ein Schwangerschaftsabbruch kann medikamentös bis zur 9. Schwangerschaftswoche (SSW) (9 Wochen seit letzter Regel) oder operativ bis zur 12. SSW nach der Beratung erfolgen; bei medizinischer Indikation oder nach Vergewaltigung sind auch spätere Abbrüche bis etwa 22 SSW möglich. Der medikamentöse Abbruch dauert mehrere Tage mit zwei Medikamenten, der operative Eingriff (meist Absaugung) ist oft in wenigen Stunden ambulant abgeschlossen.
Was ist besser, medikamentöse oder operative Abtreibung?
Es gibt keine pauschal "bessere" Methode; sowohl medikamentöse als auch operative Abtreibungen sind sehr sicher, aber sie unterscheiden sich in Ablauf, Dauer und dem Erleben für die Frau, wobei die Wahl oft von der Schwangerschaftswoche und den persönlichen Präferenzen abhängs, betont www.familienplanung.de und www.familienplanung.de. Der medikamentöse Abbruch dauert länger (mehrere Tage), fühlt sich natürlicher an und erfordert keine Narkose, kann aber stärkere Blutungen und Krämpfe verursachen, während der operative Abbruch (Absaugung) schneller unter Narkose abläuft und meist leichtere Blutungen nach sich zieht, aber ein kleinerer Eingriff ist. Die Entscheidung sollte nach ausführlicher ärztlicher Beratung getroffen werden, oft ist bis etwa zur 9. Woche die Wahl zwischen beiden Methoden möglich, danach muss operativ abgebrochen werden.
Kann man in der 4. SSW schon abtreiben?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist bis zur 9. Schwangerschaftswoche (SSW) möglich.
Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?
Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht.
Wie viel kostet eine Abtreiben-Pille?
Die Kosten für eine ambulante Abtreibung liegen zwischen 350 und 500 Euro. Ein stationärer Schwangerschaftsabbruch kostet mehr als 500 Euro. Die Kosten können nicht von der AOK übernommen werden; sie sind von der Frau selbst zu bezahlen.
Wie fühlt man sich nach einer Abtreibung?
Nach einer Abtreibung fühlt man sich oft körperlich erschöpft und hat Schmerzen oder Krämpfe ähnlich einer starken Periode, begleitet von Blutungen. Emotional sind die Reaktionen sehr individuell und reichen von Erleichterung, Trauer, Schuldgefühlen bis zu Angst oder Stimmungsschwankungen, wobei viele Frauen eine Mischung aus Erleichterung und Trauer empfinden können. Unterstützung durch nahestehende Personen ist wichtig, da die Verarbeitung der Entscheidung Zeit braucht.
Wie schmerzhaft ist eine Abtreibung?
Ja, eine Abtreibung kann Schmerzen verursachen, aber das Ausmaß ist je nach Methode (medikamentös oder operativ) und individuell verschieden; operative Abbrüche werden oft unter Vollnarkose durchgeführt, während medikamentöse Abbrüche starke Menstruationskrämpfe und Blutungen auslösen können, die aber gut mit Schmerzmitteln behandelt werden können.
Wie sage ich meinem Frauenarzt, dass ich abtreiben will?
Wenn die Ärztin oder der Arzt nicht selbst Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, kann sie oder er informieren, wo ein Abbruch möglich ist. Auch Beratungsstellen haben meist Listen von Praxen und Kliniken in der Region.
Welche Unterlagen sind für eine Abtreibung notwendig?
Was Sie für den Schwangerschaftsabbruch benötigen
- Bescheinigung über die gesetzlich vorgeschriebene Beratung.
- Blutgruppennachweis falls vorhanden (z.B. alter Mutterpass/ Blutspendeausweis)
- Krankenkassenkarte und Überweisung.
Wann ist die Spättabtreibung?
Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
Ist ein chirurgischer Schwangerschaftsabbruch weniger schmerzhaft?
Der Muttermund kann mit dünnen Stäbchen, sogenannten Dilatatoren, geweitet werden. Die Schwangerschaft wird anschließend mithilfe von Instrumenten und sanfter Absaugung entfernt. Sie werden während des Eingriffs keine Schmerzen verspüren, können aber bei einer Behandlung unter Sedierung ein leichtes Unbehagen empfinden . Die Behandlung dauert etwa 10 bis 20 Minuten.
Kann jeder Frauenarzt die Abtreibungspille verschreiben?
Nein, nicht jeder Frauenarzt verschreibt die Abtreibungspille, aber grundsätzlich dürfen Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, sie verschreiben, da sie nur an zugelassene Praxen oder Kliniken abgegeben wird und nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden darf. Es handelt sich um einen regulären medizinischen Eingriff, der eine ärztliche Betreuung, eine verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung (meist drei Tage vorher) und eine Nachuntersuchung erfordert. Ärztinnen und Ärzte sind jedoch berechtigt, Schwangerschaftsabbrüche generell abzulehen, auch wenn ein ausreichendes Angebot an Einrichtungen gewährleistet werden muss.
Was muss man zuerst machen, wenn man abtreiben will?
Die Schwangere muss den Schwangerschaftsabbruch verlangen. Sie muss mindestens drei Tage vor dem Eingriff eine Schwangerschaftskonfliktberatung durch eine staatlich anerkannte Beratungsstelle wahrgenommen und von dort den für einen Abbruch vorgeschriebenen Beratungsschein erhalten haben.
Wie lange muss man auf einen Termin zur Abtreibung warten?
Für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch in Deutschland müssen mindestens drei volle Kalendertage zwischen der obligatorischen Schwangerschaftskonfliktberatung (mit Beratungsschein) und dem Eingriff liegen; der Termin selbst hängt dann von der Verfügbarkeit der Arztpraxis oder Klinik ab, wobei der Abbruch nach der Beratungsregelung bis zur 12. Schwangerschaftswoche (ca. 14. Woche nach letzter Periode) möglich ist, medikamentös aber meist früher (bis 9. Woche). Eine frühe Terminvereinbarung bei Beratungsstelle und Arzt/Klinik ist wichtig, da Wartezeiten für die Beratung und den Eingriff selbst entstehen können.
Wie läuft ein Schwangerschaftsabbruch ab?
Ein Schwangerschaftsabbruch läuft entweder medikamentös (mit zwei Medikamenten, meist bis zur 9. Woche) oder operativ (meist durch Absaugen, auch „Vakuumaspiration“ genannt, oft mit Narkose oder Betäubung) ab, wobei der Eingriff ambulant in einer Praxis oder Klinik erfolgt und meist nur wenige Minuten dauert, gefolgt von einer kurzen Erholungszeit, wobei Schmerzen und Blutungen als Nachwirkungen auftreten können. Vor dem Abbruch ist eine gesetzlich vorgeschriebene Konfliktberatung notwendig, die drei Tage Pause bis zum Eingriff vorsieht.
Was tun bei einer ungewollten Schwangerschaft?
Bei einer ungeplanten oder ungewollten Schwangerschaft haben Sie drei Möglichkeiten: Sie können das Kind selbst aufziehen, es zur Adoption freigeben oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen . Es ist wichtig, mit vertrauten Personen zu sprechen und sich verlässliche Informationen zu beschaffen.
Kann man einfach einen Schwangerschaftsabbruch machen?
Natürliche Abtreibung – die Rechtslage in Deutschland
Es ist verboten, einen Schwangerschaftsabbruch selbst herbeizuführen – egal ob dafür Kräuter oder andere Hausmittel verwendet werden. Denn Abtreibungen mit Pflanzen, Giften oder Hausmitteln haben über Jahrhunderte zu vielen Komplikationen und Todesfällen geführt.
Wie lautet die neue Regelung zum Thema Abtreibung?
Die Frist von 24 Wochen bleibt unverändert, und in Ausnahmefällen kann sie überschritten werden ; • Die vom Parlament 2022 beschlossene Frist von 10 Wochen für telemedizinische Leistungen bleibt bestehen; • Für einen rechtsgültigen Schwangerschaftsabbruch sind weiterhin die Unterschriften zweier Ärzte erforderlich; • Frauen müssen weiterhin einen der folgenden Gründe erfüllen ...
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