Welche lesestörungen gibt es?
Gefragt von: Gabriele Wiegand | Letzte Aktualisierung: 8. Oktober 2026sternezahl: 4.5/5 (2 sternebewertungen)
Es gibt hauptsächlich die Lese-Rechtschreib-Störung (LRS), die auch als Legasthenie oder Dyslexie bekannt ist, und sich in eine reine Lesestörung (Schwierigkeiten beim sinnerfassenden Lesen, Verlangsamung), eine Rechtschreibstörung oder eine kombinierte Störung aufteilen kann, wobei auch isolierte Störungen vorkommen. Diese sind spezifische Lernstörungen, die nicht durch Intelligenz, mangelnde Beschulung oder Sehprobleme erklärbar sind.
Welche Leseschwächen gibt es?
Leseschwäche erkennen
- Langsames und stockendes Lesen (fehlende Leseflüssigkeit)
- Verwechseln/Vertauschen von Buchstaben und Wörtern.
- Fehlerhaftes Lesen.
- Buchstabenweises Erlesen, keine Synthese.
- Schwierigkeiten beim Erkennen und Verarbeiten des Gelesenen.
- Probleme beim Leseverständnis.
- Vermeidungsverhalten, Frustration.
Sind Legasthenie und LRS das Gleiche?
Nein, Legasthenie und LRS sind nicht exakt dasselbe, obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden; Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung) gilt als tiefgreifende, oft genetisch bedingte Störung, die lebenslang bestehen bleibt und spezielle Therapie erfordert, während LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche/Schwierigkeit) breiter gefasst ist und auch durch äußere Faktoren verursacht sein kann, oft vorübergehend ist und durch gezielte Förderung verbessert werden kann.
Was ist eine isolierte Lesestörung?
Was ist eine isolierte Rechtschreibstörung? Um eine isolierte Rechtschreibstörung handelt es sich nach der internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation dann, wenn die Schwierigkeiten beim Schreiben bzw. Buchstabieren ohne Störungen des Lesens auftreten. Üblicherweise ist aber genau das der Fall.
Welche Formen von LRS gibt es?
Häufigkeit. Die drei möglichen Formen der LRS (Lesestörung, Rechtschreibstörung, kombinierte Lese-Rechtschreibstörung) treten jeweils mit einer Häufigkeit von ca. 4-5 % bei Kindern und Jugendlichen auf (Schulte-Körne, 2017).
Wie erkennt man LRS / Legasthenie?
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Welche Beispiele gibt es für LRS?
Beispiele für LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) sind langsames, stockendes Lesen, häufiges Verwechseln von Buchstaben (z.B. b/d, ie/ei) oder Wörtern, Probleme beim Abschreiben, das Nicht-Verstehen von gelesenen Texten, viele Fehler bei der Rechtschreibung (auch bei geübten Wörtern) und eine große Kluft zwischen mündlichen und schriftlichen Leistungen, da das Gehirn Buchstaben und Laute nicht gut verknüpft und abspeichert.
Was sind typische Legasthenie-Fehler?
Typische Fehler bei Legasthenie (LRS) sind das Vertauschen und Auslassen von Buchstaben/Silben, fehlerhaftes Dehnen/Verdoppeln (z.B. "Haus" zu "Hauß"), Verwechslung form- oder klangähnlicher Laute (b/p, g/k), unleserliche Handschrift, langsames Lesen, Stocken, Zeilenverlust und Probleme mit dem Textverständnis sowie Grammatik- und Zeichensetzungsfehler, die zu Frustration führen können, obwohl das Kind mündlich oft gut ist.
Welche Arten von Legasthenie gibt es?
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten von Legasthenie innerhalb dieser Klassifizierung, doch dieser Artikel konzentriert sich auf jene Arten von Legasthenie, welche die Verarbeitung und Gehirnfunktion beeinträchtigen: oberflächliche Legasthenie, phonologische Legasthenie und gemischte oder dysphonetische ...
Was wird beim LRS nicht bewertet?
Bei LRS wird durch Notenschutz die Rechtschreib- und/oder Leseleistung in Prüfungen nicht (oder weniger) bewertet, um die Benachteiligung auszugleichen, während Inhalt, Grammatik und Satzbau weiterhin benotet werden, was das Selbstwertgefühl stärken soll. Stattdessen können mündliche Leistungen stärker gewichtet werden (Nachteilsausgleich), und es entfällt der Punktabzug für Fehler, wodurch die Bewertung der fachlichen Leistung im Vordergrund steht.
Können Legastheniker hochbegabt sein?
Kinder können sowohl mit einer Lese- und/oder Rechtschreibstörung leben als auch gleichzeitig in gewissen Lernbereichen hochbegabt sein. Sie sind zweifach aussergewöhnlich, haben sie doch aussergewöhnliche Talente sowie spezielle Lern- und Leistungsprobleme.
Kann ein Kind mit einer LRS aufs Gymnasium?
Kann mein Kind mit einer LRS aufs Gymnasium gehen? Ja, ein Wechsel auf ein Gymnasium ist möglich. Mit passender Hilfestellung, Nachteilsausgleich und gezielter Förderung kann dein Kind auch auf dem Gymnasium einen erfolgreichen Schulweg gehen.
Was können LRS Kinder nicht?
Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) ist ein Sammelbegriff für erhebliche und lang andauernde Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache (Lesen und Rechtschreiben) oder späterhin bei ihrem Gebrauch.
Was ist eine isolierte Lesestörung in der ICD-11?
In der ICD-11 wird die isolierte Lesestörung unter dem Code 6A03.0 Lernentwicklungsstörung mit Lesebeeinträchtigung geführt, die spezifisch Schwierigkeiten beim genauen, flüssigen Lesen und Verstehen von Texten beschreibt, ohne dass dies durch andere Faktoren wie schlechte Beschulung oder Intelligenz gemindert wird. Während die frühere ICD-10 diese als Teil der allgemeinen Lese-Rechtschreibstörung sah, wird in der ICD-11 die eigenständige Diagnose einer isolierten Lesestörung (ohne gleichzeitige Rechtschreibprobleme) klarer definiert und eingeführt.
Was können Kinder mit LRS besonders gut?
Kinder mit einer LRS oder Rechenschwäche können, wie alle anderen auch, lesen, schreiben und rechnen lernen. Sie brauchen jedoch oft mehr Zeit, um neue Inhalte zu verarbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Legasthenie und Lese-Rechtschreib-Schwäche?
Legasthenie (auch Lese-Rechtschreib-Störung, LRS) ist eine tiefgreifende, meist genetisch bedingte Entwicklungsstörung mit spezifischen neurologischen Ursachen, die sich durch hartnäckige Lese- und Rechtschreibprobleme zeigt, während Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) oft ein allgemeinerer Begriff für Lernschwierigkeiten ist, die auch durch äußere Umstände (z.B. fehlende Förderung, Schulprobleme) verursacht werden können und besser durch gezielte Förderung behebbar sind. Der entscheidende Unterschied liegt in der Ursache: Störung (Legasthenie) vs. Schwäche/Schwierigkeit (LRS), was unterschiedliche Therapieansätze erfordert.
Was bedeutet es, wenn ein Kind beim Lesen ratet?
Wenn ein Kind beim Lesen rät, statt zu entziffern, merkt man das oft daran, dass es den Blick vom Text abwendet, bei unbekannten Wörtern stockt, sich zu sehr auf Bilder stützt oder Wörter verdreht/auslässt; dies ist meist ein Zeichen dafür, dass die Grundlagen der Buchstaben-Laut-Zuordnung (Phonetik) fehlen und genaue Einzelwortarbeit sowie gezielte Übungen (z.B. mit Quatschwörtern) nötig sind, um das Problem langfristig zu lösen.
Wird LRS im abi berücksichtigt?
Ja, LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) wird im Abitur berücksichtigt, meist durch Nachteilsausgleich (z.B. längere Bearbeitungszeit, andere Gewichtung der Rechtschreibung) oder Notenschutz, aber die Regelungen sind bundeslandspezifisch und erfordern einen Antrag bei der Schulleitung, der oft mit einer Diagnose belegt werden muss; ein Vermerk im Zeugnis über die gewährten Nachteilsausgleiche ist dabei meist zwingend, um Chancengleichheit zu wahren.
Wie schreibt ein Kind mit LRS?
Im Bereich Schreiben
Ihr Kind schreibt unleserlich und kann das selbst Geschriebene nicht entziffern. Ihr Kind hält sich nicht an die Regeln der Groß- und Kleinschreibung. Ihr Kind schreibt ohne Punkt und Komma. Ihr Kind schreibt auch häufig vorkommende Wörter immer wieder falsch.
Warum sagt man nicht mehr Legasthenie?
Die ICD-10, die internationale Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO führt die Legasthenie ausdrücklich als Krankheit auf. Allerdings haben legasthenische Kinder, die unter besonderen Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten leiden, bestimmte Schritte des Schriftspracherwerbs nicht richtig vollzogen.
Welche Fehler sind typisch bei LRS?
Typische Fehler bei Legasthenie (LRS) sind das Vertauschen und Auslassen von Buchstaben/Silben, fehlerhaftes Dehnen/Verdoppeln (z.B. "Haus" zu "Hauß"), Verwechslung form- oder klangähnlicher Laute (b/p, g/k), unleserliche Handschrift, langsames Lesen, Stocken, Zeilenverlust und Probleme mit dem Textverständnis sowie Grammatik- und Zeichensetzungsfehler, die zu Frustration führen können, obwohl das Kind mündlich oft gut ist.
Was ist typisch für Legastheniker?
Legasthenie-Symptome umfassen vor allem Schwierigkeiten beim Lesen (langsames Tempo, Stocken, Zeilen verlieren, Wörter erraten/verwechseln, schlechtes Textverständnis) und Schreiben (buchstaben- und silbenähnliche Vertauschungen, Auslassungen, undeutliche Schrift, viele Fehler in Diktaten). Auch Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung, Schwierigkeiten beim Abschreiben, eine niedrige auditive Merkfähigkeit und emotionale Folgen wie geringes Selbstwertgefühl können auftreten, oft begleitet von guten mündlichen Fähigkeiten.
Hat Legasthenie etwas mit Intelligenz zu tun?
Ihre Beeinträchtigung beim Lesen und Schreiben hat nichts mit Ihrer Intelligenz zu tun. Die fachlichen Kompetenzen sind bei Menschen mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie nicht eingeschränkt und mit den richtigen Hilfsmitteln kann es gelingen, Beeinträchtigungen zu kompensieren.
Wie liest jemand mit Legasthenie?
Legastheniker lesen oft langsam, stockend und unsicher, indem sie Buchstaben einzeln verschmelzen, Wörter erraten oder auslassen, vertauschen und den Sinn nur schwer erfassen, weil die automatische Wort-Laut-Zuordnung fehlt und der Fokus auf den einzelnen Lauten liegt, anstatt den Text als Ganzes zu verstehen. Sie haben Schwierigkeiten, Gelesenes wiederzugeben und konzentrieren sich stark auf die Worterkennung, was das Textverständnis beeinträchtigt.
Kann man mit Legasthenie aufs Gymnasium?
Ja, mit Legasthenie kann man aufs Gymnasium gehen, da eine fundierte Diagnose und ein entsprechender Nachteilsausgleich den schulischen Erfolg ermöglichen; wichtig sind frühe Diagnose, gezielte Förderung (oft durch spezielle Therapie oder Nachhilfe) und die Beantragung von Nachteilsregelungen wie Notenschutz (z.B. Wegfall der Rechtschreibbewertung) und Zeitzuschlägen bei Prüfungen. Eltern sollten frühzeitig mit Lehrern und Schulpsychologen sprechen, um die notwendigen Schritte und Unterstützung zu klären, da Legasthenie (LRS) als Behinderung anerkannt werden kann.
Welches Merkmal zeichnet Legasthen Menschen besonders aus?
Legasthenie ist eine spezifische Lernstörung, die durch eine gestörte Worterkennung, langsames und unsicheres Lesen und schlechtes Verständnis gekennzeichnet ist. Schätzungen zufolge ist etwa eines von zehn Kindern von dieser zu Schulversagen führenden neurologischen Entwicklungsstörung betroffen.
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