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Welche Antidepressiva für Alkoholiker?

Gefragt von: Helga Weidner  |  Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2026
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Bei Alkoholabhängigkeit mit Depression werden oft Antidepressiva wie Sertralin, Citalopram, Escitalopram, Duloxetin, Venlafaxin oder Bupropion in Betracht gezogen, da sie die Wirkung von Alkohol weniger verstärken können oder weniger sedierend wirken, aber die Kombination von Antidepressiva und Alkohol ist generell riskant und kann zu gefährlichen Wechselwirkungen führen, weshalb immer ein Arzt entscheiden muss; oft sind die depressiven Symptome jedoch Teil der Suchterkrankung und klingen mit der Abstinenz ab.

Welches Antidepressivum eignet sich am besten bei Alkoholkonsum?

Experten zufolge sind Nefazodon, Desipramin und Imipramin die besten Antidepressiva für Alkoholiker. Insgesamt konnte mit diesen Medikamenten eine Linderung der Depressionssymptome und eine Reduzierung des Alkoholmissbrauchs erzielt werden.

Welche Medikamente helfen bei Alkoholabhängigkeit?

Medikamente gegen Alkoholsucht unterstützen die Behandlung, sind aber kein Wundermittel und werden oft in Kombination mit Therapie eingesetzt; wichtige Wirkstoffe sind Acamprosat (verringert das Verlangen), Naltrexon und Nalmefen (blockieren die Belohnungswirkung) sowie Baclofen (off-label, aber wirksam zur Reduktion). Zur akuten Entgiftung werden Benzodiazepine oder Clomethiazol verwendet, aber nur kurzzeitig wegen des Abhängigkeitspotenzials.
 

Welches Antidepressiva bei Lebererkrankungen?

Wahl können Venlafaxin, Duloxetin, Reboxetin oder Bupropion gegeben werden.

Was hilft gegen Depressionen nach Alkohol?

Gegen Depressionen nach Alkohol, oft als „Hangxiety“ bekannt, helfen kurzfristig Ruhe, viel Wasser, gesunde Ernährung und leichte Bewegung wie Spaziergänge, um den Körper zu regenerieren und negative Gefühle zu lindern. Langfristig ist jedoch wichtig, beide Probleme (Sucht und Depression) gemeinsam zu behandeln, idealerweise durch professionelle Hilfe, da der Alkoholkonsum die Depression verstärkt und umgekehrt, wobei eine Kombination aus Entgiftung und Psychotherapie (z.B. stationär) oft der beste Weg ist.
 

Antidepressiva: Welche Risiken & Langzeitfolgen sind zu beachten? Warum Aufklärung sooo wichtig ist!

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Wie kommt man psychisch von Alkohol weg?

Um psychische Alkoholabhängigkeit zu überwinden, braucht es eine Kombination aus professioneller Hilfe (Suchtberatung, Therapie), medizinischer Unterstützung (Entgiftung, Medikamente gegen Craving), Selbsthilfe (Gruppen, Online-Programme) und dem Erlernen neuer Bewältigungsstrategien, um Suchtauslöser zu erkennen, das Verlangen zu steuern und ein erfülltes Leben ohne Alkohol zu führen, wobei Akzeptanz und der erste Schritt zu Anlaufstellen entscheidend sind.
 

Was ist eine stille Depression?

Eine stille Depression, auch larvierte oder somatisierte Depression genannt, ist eine Form der Depression, bei der Betroffene ihre tiefe Niedergeschlagenheit und innere Leere hinter einer funktionalen, kontrollierten Fassade verbergen, anstatt offensichtliche Traurigkeit zu zeigen. Stattdessen treten oft unspezifische Symptome wie chronische Schmerzen, Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Probleme auf, die fälschlicherweise als Stress abgetan werden, wodurch die psychische Ursache lange unentdeckt bleibt. 

Welche Antidepressiva sind bei Leberzirrhose unbedenklich?

Zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) mit einem geringeren Risiko für Leberschäden gehören Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram und Escitalopram .

Was macht Ecitaloprame mit mir?

Durch die Blockade des Serotonin-Transporters erhöht Escitalopram die Konzentration von Serotonin im synaptischen Spalt. Dies führt zu einer verstärkten serotonergen Neurotransmission, was wiederum stimmungsaufhellende und angstlösende Effekte zur Folge hat.

Ist Mirtazapin schlecht für die Leber?

Beurteilung. Da sowohl Mirtazapin als auch Chlorprothixen prinzipiell eine Leberwerterhöhung verursachen können, war es problematisch, nach Absetzen von Mirtazapin und Erholung der Laborwerte Mirtazapin allein für die UAW anzuschuldigen.

Was stoppt das Verlangen nach Alkohol?

Legen Sie sich aufs Sofa und hören Sie entspannende Musik oder drehen Sie Ihren Lieblingssong laut auf und tanzen durchs Wohnzimmer. Sind Sie unruhig? Dann gehen Sie eine Runde spazieren, joggen oder Rad fahren. Hunger und Durst können auch das Verlangen nach Alkohol verstärken.

Was kann man gegen Saufdruck tun?

Bei starkem Saufdruck (Alkohol), der oft mit hohem Blutdruck einhergeht, ist sofortige professionelle Hilfe wichtig: Arzt aufsuchen (auch Notruf 112 bei Krise, z.B. über 180/110 mmHg), Suchtberatung kontaktieren oder Selbsthilfegruppen wie Anonyme Alkoholiker (AA) oder Kreuzbund anrufen, da dort Paten rund um die Uhr erreichbar sind, um Krisen zu überstehen, und Apps wie "Clean Day" den Weg unterstützen können, betont das Suchtportal und Kreuzbund Leipzig. 

Welche Therapieform bei Alkoholsucht?

Konservative Behandlung

  • Entzugsbehandlung, mit oder ohne Medikamente.
  • Akupunktur.
  • Psychotherapie als Einzel- und Gruppentherapie.
  • Biofeedbacktherapie.
  • Achtsamkeitstherapie.
  • Sozialberatung.
  • Social Skills Training.
  • Entspannungstraining.

Welche Antidepressiva mit Alkohol?

Insbesondere trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer wie Tranylcypromin und Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten können in Verbindung mit Alkoholhaltigem eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Ethanol und Co. sorgen für eine Verstärkung von Nebenwirkungen.

Welche drei Medikamente werden zur Behandlung von Alkoholismus eingesetzt?

Bislang sind in den USA nur drei Medikamente zur Behandlung des Alkoholabhängigkeitssyndroms von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassen: Acamprosat, Disulfiram und Naltrexon . Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat neben den drei genannten Wirkstoffen auch Nalmefen für die Behandlung zugelassen [12].

Welche Alternative gibt es zu Disulfiram?

Naltrexon (Vivitrol) und Acamprosat gelten als Mittel der ersten Wahl. Disulfiram ist ebenfalls von der FDA für die Behandlung von Alkoholabhängigkeit zugelassen, wirkt aber am besten unter ärztlicher Aufsicht. Topiramat (Topamax) und Gabapentin (Neurontin) werden im Off-Label-Use zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit verschrieben.

Was ist besser, Citalopram oder Ecitaloprame?

Escitalopram gilt oft als besser, weil es das reine, wirksame S-Enantiomer von Citalopram ist, was zu einer stärkeren Wirkung bei weniger Nebenwirkungen führen kann, da das inaktive R-Enantiomer (das bei Citalopram ebenfalls enthalten ist) entfernt wurde. Es hat eine höhere Selektivität und Affinität zum Serotonintransporter, wodurch es potenter ist und bei Depressionen und Angststörungen oft schneller und effektiver wirkt, was es zur bevorzugten Wahl für eine Neueinstellung macht, besonders bei Zwangsstörungen.
 

Wofür ist Ecitalopram gut?

Escitalopram wird zur Behandlung von Depressionen und generalisierter Angststörung (GAD) eingesetzt. Es ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Diese Medikamente wirken, indem sie die Aktivität des Botenstoffs Serotonin im Gehirn erhöhen.

Wie lange darf man Ecitaloprame nehmen?

Das Wirkungsmaximum wird nach etwa 3 Monaten erreicht. Die Behandlung dauert mehrere Monate. Soziale Angststörung Die übliche Dosis beträgt 10 mg einmal täglich. Zur Besserung der Symptome ist in der Regel eine Behandlungsdauer von 2 – 4 Wochen erforderlich.

Welche Medikamente darf man bei Leberzirrhose nicht nehmen?

Bestimmte Medikamente können für Patienten mit Lebererkrankungen sehr schädlich sein und sollten vermieden oder in reduzierten Dosen eingenommen werden. Denken Sie insbesondere daran: Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen müssen vermieden werden.

Welche Medikamente sollte ich bei Leberzirrhose vermeiden?

Beispielsweise sollten nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen und Naproxen bei Patienten mit Leberzirrhose vermieden werden, da bei einer vernarbten Leber die Wahrscheinlichkeit einer Nierenschädigung durch diese Medikamente größer ist.

Was ist eine weiße Depression?

Die weiße Depression ist eine besondere Grundform der Depression, genauer gesagt eine Subspezies der endogenen Depression, also einer Depression ohne (zunächst) erkennbare Ursache. Synonyme für diese Depression sind: larvierte Depression. maskierte Depression.

Was sind die 3 Hauptsymptome einer Depression?

Die drei Hauptsymptome einer Depression sind eine gedrückte Stimmung, Interesselosigkeit/Freudlosigkeit (Anhedonie) und ein deutlicher Antriebsmangel, oft verbunden mit Müdigkeit und Erschöpfung, die über mindestens zwei Wochen anhalten müssen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Hinzu kommen zahlreiche Nebensymptome wie Schlafstörungen, Schuldgefühle, Konzentrationsprobleme oder Appetitveränderungen, die je nach Schweregrad und Person variieren können. 

Was ist lächelnde Depression?

Auch hinter einem stets fröhlichen und unbeschwerten Lächeln kann sich eine tiefe Verstimmung verbergen. Smiling Depression nennt sich diese psychische Erkrankung. Menschen mit dieser atypischen Depression unterdrücken und verbergen ihre wahren Gefühle und inneren Konflikte vor den Mitmenschen.