Was versteht man unter einem Schwangerschaftsabbruch?
Gefragt von: Ellen Förster | Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2026sternezahl: 4.5/5 (8 sternebewertungen)
Ein Schwangerschaftsabbruch (auch Abtreibung) ist die absichtliche, vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft mittels Medikamenten oder operativen Eingriffen (wie Absaugen oder Ausschaben). In Deutschland ist er grundsätzlich strafbar (§ 218 StGB), aber unter bestimmten Fristen (meist 12 Wochen nach Empfängnis, nach Beratung) und bei medizinischer/kriminologischer Indikation straffrei.
Was ist ein Schwangerschaftsabbruch einfach erklärt?
Als Schwangerschaftsabbruch (medizinischer Begriff: Abruptio graviditatis) bezeichnet man die absichtlich herbeigeführte vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft.
Was ist ein Schwangerschaftsabbruch?
Ein Schwangerschaftsabbruch (Abort) beendet eine Schwangerschaft in Deutschland meist bis zur 12. Woche nach Empfängnis unter bestimmten Voraussetzungen straffrei durch Beratung und ärztliche Durchführung (Mifepriston/Misoprostol oder Absaugung), bei Vergewaltigung (kriminologische Indikation) oder Gesundheitsgefährdung (medizinische Indikation). Der Eingriff erfolgt medikamentös oder operativ (meist Absaugung) und muss von einer Ärztin/einem Arzt vorgenommen werden, wobei eine Beratungsbescheinigung für die Regelung nach §218a StGB erforderlich ist, die bei Pro Familia oder anderen Beratungsstellen erhältlich ist.
Welche Gründe gibt es für einen Schwangerschaftsabbruch?
Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind vielfältig und reichen von ungeplanten Schwangerschaften, finanziellen oder partnerschaftlichen Problemen, Überforderung, dem Gefühl, noch nicht bereit für ein Kind zu sein, bis hin zu gesundheitlichen Risiken für die Schwangere oder den Fötus sowie Fällen von Vergewaltigung, wobei die Entscheidung oft eine Mischung aus persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren darstellt und in der Regel durch eine Konfliktberatung begleitet wird.
Wann spricht man von einer Abtreibung?
Von einem Spontanabort spricht man, wenn eine Schwangerschaft von selbst endet oder beginnt, sich von selbst aus der Gebärmutter zu lösen. In der Regel geschieht dies vor der 20. Schwangerschaftswoche (8).
Schwangerschaftsabbruch: Was Ärzte nicht sagen dürfen | Quarks Exklusiv
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Welche Voraussetzungen braucht man für eine Abtreibung?
Ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ist unter bestimmten Voraussetzungen straffrei möglich: In der Regel bis zur 12. Schwangerschaftswoche (14. SSW ab letzter Regelblutung) mit Beratungsschein (nach 3 Tagen Bedenkzeit) und ärztlicher Durchführung, oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation (z. B. Vergewaltigung, Gefahr für die Gesundheit der Frau) auch später, wobei hier meist eine ärztliche Bescheinigung ausreicht und keine Beratungspflicht besteht, aber die Durchführung durch einen Arzt erfolgt.
Welche Arten von Abtreibung gibt es?
Es gibt zwei Hauptmethoden, eine Schwangerschaft abzubrechen: den medikamentösen Abbruch (mit Tabletten, die eine Fehlgeburt auslösen) und den operativen Abbruch (durch Absaugen oder in selteneren Fällen Ausschabung), die in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Die Wahl hängt vom Fortschritt der Schwangerschaft (meist bis 9. Woche medikamentös, länger operativ möglich) und der Präferenz der Frau ab, wobei beide Methoden sicher sind, wenn sie ärztlich durchgeführt werden.
Unter welchen Gründen darf man abtreiben?
Ein medizinischer Grund für einen Schwangerschaftsabbruch liegt vor, wenn für die Schwangere Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes besteht (= sogenannte medizinische Indikation).
Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?
Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht.
Was ist der Grund für die meisten Abtreibungen?
Biografische Gründe (41,2 %), Überlastung (31,7 %) und Probleme in der Partnerschaft (17,5%).
Was spricht für Schwangerschaftsabbruch?
Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind vielfältig und reichen von ungeplanten Schwangerschaften, finanziellen oder partnerschaftlichen Problemen, Überforderung, dem Gefühl, noch nicht bereit für ein Kind zu sein, bis hin zu gesundheitlichen Risiken für die Schwangere oder den Fötus sowie Fällen von Vergewaltigung, wobei die Entscheidung oft eine Mischung aus persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren darstellt und in der Regel durch eine Konfliktberatung begleitet wird.
Ist eine Abtreibung schmerzhaft für das Kind?
Sie kann in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Zur örtlichen Betäubung bekommen Sie eine Spritze rechts und links vom Muttermund, dies ist wenig oder gar nicht schmerzhaft. In einigen Praxen wird vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel gegeben, wodurch Sie ein wenig schläfrig werden.
Wie viel kostet ein Abtreiben?
Für einen Schwangerschaftsabbruch muss man mit Kosten zwischen 300 und 700 Euro rechnen, je nach gewählter Methode (operativ oder medikamentös) und Narkoseart. Der medikamentöse Abbruch kostet weniger als der operative, da keine Narkose notwendig ist.
Was gilt als Abtreibung?
Definition. Ein Schwangerschaftsabbruch ist die Beendigung einer Schwangerschaft, bevor der Fötus außerhalb der Gebärmutter überlebensfähig ist . Er kann spontan erfolgen (Fehlgeburt) oder durch medizinische oder chirurgische Eingriffe herbeigeführt werden.
Was verursacht Schwangerschaftsabbruch?
Die meisten Fehlgeburten werden durch eine grundlegende Störung bei der Befruchtung oder bei der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verursacht. Bei Unregelmäßigkeiten im „Bauplan“ des Embryos bricht die Entwicklung meist kurzerhand ab.
Wie nennt man Kinder, die abgetrieben wurden?
Umgangssprachlich wird oft auch der Begriff „Sternenkinder“ oder „Schmetterlingskinder“verwendet. Etwa jede dritte Frau ist in ihrem Leben einmal von einer Fehlgeburt betroffen. Fehlgeburten treten in der Frühschwangerschaft, das heißt bis zur 12. Schwangerschaftswoche am häufigsten auf (sogenannter Frühabort).
Welche Frauen treiben am meisten ab?
Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen nach Altersgruppen in Deutschland (1996-2023) Am häufigsten werden Schwangerschaftsabbrüche bei 25- bis 29-jährigen Frauen vorgenommen, gefolgt von den 30- bis 34-jährigen Frauen.
Ist es normal, eine Abtreibung zu bereuen?
Das Bedauern nach einem Schwangerschaftsabbruch ist eine tiefgreifende emotionale Reaktion, die viele Frauen nach der Entscheidung für einen Abbruch erleben ; 37 % der Frauen berichten von Depressionen und 34 % von Angstzuständen nach dem Abbruch. Diese Gefühle können neben Erleichterung auftreten und sind daher schwer zu verstehen und zu verarbeiten.
Wie geht es Frauen nach der Abtreibung?
In den ersten Tagen nach dem Schwangerschaftsabbruch können Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen auftreten. Ein Abbruch kann eine belastende Situation sein, hat aber meist keine langfristigen körperlichen oder psychischen Folgen. Bei Problemen wendet man sich an die Arztpraxis oder eine Beratungsstelle.
Was tun, wenn ich schwanger bin und das Kind nicht will?
Medikamente können eingesetzt werden, um eine frühe Schwangerschaft zu beenden . In vielen Fällen darf der erste Tag Ihrer letzten Periode nicht länger als elf Wochen zurückliegen. Sind Sie bereits über die elfte Schwangerschaftswoche hinaus, ist möglicherweise ein Schwangerschaftsabbruch in einer Klinik erforderlich. Einige Kliniken bieten medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche auch nach der elften Woche an.
Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?
In Deutschland erlaubt das Gesetz einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (eigentlich Ende der 14. SSW) nach einer verpflichtenden Beratung (§ 218a StGB), weil in dieser frühen Phase die Abwägung zwischen dem Grundrecht der Schwangeren auf Selbstbestimmung und dem Schutz des ungeborenen Lebens eine Straffreiheit ermöglicht, da das Fötus noch nicht als voll entwickelt gilt und die Risiken für die Mutter in dieser Phase geringer sind als später. Eine weitere Option besteht bei medizinischer Indikation (Gefahr für Leib/Leben der Mutter) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) auch über die 12. Woche hinaus, da hier die Notlage der Frau im Vordergrund steht.
Wie lange dauert eine Abtreibung?
Ein Schwangerschaftsabbruch dauert je nach Methode unterschiedlich lange: Der operative Abbruch (Absaugung) ist ein kurzer Eingriff von wenigen Minuten, meist unter Narkose, mit 3-4 Stunden Klinikaufenthalt. Der medikamentöse Abbruch erstreckt sich über mehrere Tage (ca. 1-2 Tage für den eigentlichen Prozess), beginnt mit der Einnahme von zwei Medikamenten und löst dann starke Blutungen und Krämpfe aus, bis die Schwangerschaft ausgestoßen wird.
Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?
Nach einem Schwangerschaftsabbruch sind die Gefühle sehr individuell und reichen von Erleichterung, Freude oder auch einem Gefühl der Stärke bis hin zu Trauer, Schuld, Angst, Niedergeschlagenheit, Wut und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Schmerzen und Blutungen einhergehen können, wobei die Verarbeitung stark von den persönlichen Umständen (z.B. Druck, Lebenssituation, moralische Einstellung) abhängt. Es gibt keine pauschale "normale" Reaktion, und professionelle Beratung bei Beratungsstellen wie pro familia oder donum vitae ist eine wichtige Anlaufstelle.
Wie läuft eine Abtreibung ab?
Das Standardverfahren ist die Absaugmethode (Vakuumaspiration oder Saugkürettage). Dabei wird unter Kurznarkose oder örtlicher Betäubung ein schmales Röhrchen durch die Vagina (Scheide) in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Durch dieses Röhrchen wird die Gebärmutterschleimhaut dann mit dem Embryo abgesaugt.
Wie lange ist man krank nach einer Abtreibung?
Nach einem Schwangerschaftsabbruch hängt die Krankschreibung stark von der Methode (medikamentös vs. operativ), den individuellen körperlichen und seelischen Folgen und der Art der Arbeit ab; oft reichen wenige Tage bis eine Woche Pause, aber bei körperlich anstrengenden Jobs oder starken Beschwerden können auch 10-14 Tage ratsam sein, wobei der Arzt die genaue Dauer festlegt. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören und sich bei starken Schmerzen, Fieber oder starken Blutungen sofort an den Arzt zu wenden, da dies auf Komplikationen hindeuten kann.
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