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Was spricht gegen die Reichensteuer?

Gefragt von: Manfred Kohl MBA.  |  Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2026
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Eines der beliebtesten Argumente gegen eine stärkere Besteuerung von Reichen ist, dass sie bereits den größten Teil der Steuern zahlen würden. Richtig ist: Zehn Prozent der Steuerpflichtigen zahlen mehr als die Hälfte der Lohn- und Einkommensteuer.

Was spricht gegen Reichensteuer?

Ein häufiger Einwand gegen die Vermögensteuer ist, dass ihre Erhebung durch hohe Kosten einen beträchtlichen Teil der Einnahmen aufzehren könnte – teilweise werden dabei Erhebungskosten von über 30 Prozent angeführt.

Welche Argumente sprechen gegen die Vermögenssteuer?

Die zehn nachfolgend aufgeführten Argumente sprechen vielmehr dafür, diese Steuerart aus dem Grundgesetz zu streichen.

  1. Vermögensteuern überdehnen das Leistungsfähigkeitsprinzip. ...
  2. Vermögensteuern verschärfen das Problem der Mehrfachbesteuerung. ...
  3. Vermögensteuern werden angesichts steigender Steuereinnahmen nicht gebraucht.

Wieso keine Reichensteuer?

Offiziell wurde die Vermögenssteuer 1997 nicht abgeschafft, sondern nur "ausgesetzt". Hintergrund war eine Entscheidung aus Karlsruhe von 1995: Damals kritisierte das Bundesverfassungsgericht, die Besitzer von Immobilien würden zu wenig Steuern zahlen.

Ist eine Reichensteuer sinnvoll?

Sie wurde mit dem „Steueränderungsgesetz 2007“ eingeführt und gilt seit dem 1. Januar 2007. Die Reichensteuer ist keine Steuer im eigentliche Sinn, sondern bezieht sich allein auf eine Erhöhung des Einkommensteuersatzes für höhere Einkommen.

Pro und Contra: Sollten Reiche höhere Steuern zahlen?

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Warum zahlen Milliardäre so wenig Steuern?

Reiche zahlen nicht gar keine Steuern, aber wesentlich weniger als die arbeitende Mitte. Das liegt daran, dass in Deutschland Vermögenseinkommen viel niedriger besteuert werden als Arbeitseinkommen. Superreiche profitieren von zahlreichen Steuerprivilegien, Steuerschlupflöchern und einer ausgesetzten Vermögensteuer.

Was würde die Reichensteuer bringen?

Eine »Milliardärssteuer« von zwei Prozent auf Vermögen ab 100 Millionen Euro könnte dem Fiskus bis zum Jahr 2030 Einnahmen von rund 200 Milliarden Euro bringen – und damit die Klimatransformation in Deutschland finanzieren. Das ergab eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace, die dem SPIEGEL exklusiv vorliegt.

Was bringt eine Milliardärssteuer?

Was könnte eine Milliardärssteuer bewirken? Es gibt weltweit rund 3000 Milliardäre. Damit könnte die Steuer jährlich etwa zusätzliche 250 Milliarden US-Dollar in die Staatskassen spülen. Würde sie auf Hundertermillionäre ausgeweitet, kämen weitere 100 bis 140 Milliarden Dollar dazu.

Wer hat die Reichensteuer eingeführt?

Die als „Reichensteuer“ bezeichnete Erhöhung der Einkommensteuer für hohe Einkommen wurde im Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart. Sie wurde mit dem „Steueränderungsgesetz 2007“ eingeführt und gilt seit dem 1. Januar 2007.

Wieso muss man in Deutschland so viel Steuern zahlen?

Steuern sind die wichtigste Einnahme- quelle des Staates. Damit finanziert er Aufgaben, die im Interesse der Gemein- schaft sind. Dazu gehören beispielsweise das Bildungs- und Gesundheitswesen oder die öffentliche Infrastruktur. Jede Bürgerin und jeder Bürger ist also einerseits verpflichtet, Steuern zu zahlen.

Welche 3 Steuern bringen die höchsten Einnahmen?

Innerhalb der Gemeinschaftsteuern waren die Umsatzsteuer (einschließlich Einfuhrumsatzsteuer) mit 302,1 Milliarden Euro (+3,7 %) und die Lohnsteuer mit 248,9 Milliarden Euro (+5,4 %) am ertragreichsten. Bei den reinen Bundessteuern erbrachte die Energiesteuer mit 35,1 Milliarden Euro die höchsten Einnahmen (-4,3 %).

Welche Probleme gibt es mit der Vermögenssteuer?

Die Vermögensteuer hat im Vergleich zu anderen Steuerarten entscheidende Nachteile, die den Wirtschaftsstandort Deutschland bedrohen. Mögliche Ausweichreaktionen und hohe Erhebungs- sowie Befolgungskosten der Steuer wiegen schwerer als die Aussicht auf mehr Steuereinnahmen und Verteilungsgerechtigkeit.

Bei welcher Geldanlage zahle ich keine Steuern?

Dennoch müssen private Anlegerinnen und Anleger tatsächlich oft keine Kapitalertragsteuer bezahlen. Denn es gibt einen hohen Freibetrag: Kapitalerträge bis zu 1.000 Euro pro Jahr (für Verheiratete 2.000 Euro) sind steuerfrei (Stand: 2023).

Wer hat das beste Steuersystem der Welt?

Steuersysteme. Estland liegt zum zwölften Mal in Folge auf dem ersten Platz des International Tax Compatitiveness Index der Tax Foundation.

Wen trifft die Reichensteuer?

„Reichensteuer“ ist der umgangssprachliche Name für den Höchststeuersatz von 45 %. Er greift ab 277.826 € zvE (Ledige); bei Zusammenveranlagung ab 555.652 €. Auch hier gilt die Logik des Grenzsteuersatzes: Nur der Teil darüber wird mit 45 % besteuert.

Ist Deutschland das Land mit den höchsten Steuern?

Deutschland bleibt weiterhin knapp unterhalb einer tariflichen Gesamtbesteuerungsmarke von 30 Prozent, was in der betrachteten Gruppe von Staaten nach Malta und Japan der dritthöchste Wert ist. Im Jahr 2022 blieben die Unternehmensteuersätze in den meisten betrachteten Staaten weitestgehend konstant.

Warum keine Reichensteuer?

1995 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Vermögensteuer für verfassungswidrig, seitdem wird sie in Deutschland nicht mehr erhoben. Die SPD und die Grünen wollen die Vermögensteuer wieder einführen, aber ihnen fehlt die Mehrheit dafür. Die FDP positioniert sich klar gegen eine Vermögensteuer.

Ist Deutschland das einzige Land mit Kirchensteuer?

In welchen Ländern gibt es Kirchensteuer? Neben Deutschland gibt es in Europa noch weitere Länder, die Kirchensteuer oder einen Kirchenbeitrag erheben, etwa Österreich, die Schweiz, Dänemark, Italien und Island (Stand 2024). Neben Deutschland ist die Kirchensteuer vor allem in den skandinavischen Ländern präsent.

Wie viele Jahre kann das Finanzamt eine Steuererklärung nachfordern?

Bei Personen, die zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, gibt es eine siebenjährige Frist, innerhalb der das Finanzamt die Steuererklärung nachfordern kann. Falls Ihnen dann die Belege fehlen, kann das Finanzamt die Steuer schätzen.

Wer hat in Deutschland die höchste Erbschaftssteuer bezahlt?

Die höchste jemals in Deutschland gezahlte Erbschaftsteuer betrug rund vier Milliarden Euro, gezahlt von der Familie des Unternehmers Heinz Hermann Thiele, was eine Rekordsumme darstellt. Generell sind die Steuersätze progressiv und können in der höchsten Steuerklasse (III) bis zu 43 % betragen, wenn der steuerpflichtige Betrag über 26 Millionen Euro liegt. 

In welchem Land gibt es Reichensteuer?

Wegen der scharfen Besteuerung der Reichen wurde Japan sogar das „erfolgreichste kommunistische Land“ der Welt genannt. Tatsächlich gehen von steuerpflichtigen Einkommen über 345.000 Euro insgesamt 55 Prozent an den japanischen Staat, ab 155.000 Euro werden knapp 50 Prozent fällig.

Welche Folgen hat die Besteuerung der Reichen?

Eine Vermögenssteuer senkt die Löhne, vernichtet Arbeitsplätze und verringert das Kapital. Alle Einkommensgruppen sind durch die sinkende Wirtschaftstätigkeit schlechter gestellt. Vermögenssteuern machen nur einen sehr geringen Anteil der Steuereinnahmen aus.

Ist ein Lottogewinn immer steuerfrei?

Gewinne aus Glücksspielen sind in Deutschland zunächst steuerfrei, sie gelten als „nicht steuerbar“. Der Grund dafür ist, dass sie nicht zu den sieben Einkunftsarten zählen, auf die der Staat Einkommensteuer erhebt. Das bedeutet, dass Wett- und Lottogewinne zunächst steuerfrei sind.

Warum ist die Lohnsteuer im Januar 2025 höher als im Dezember 2024?

Ab Januar 2025 wirkt sich diese Erhöhung des Grundfreibetrags und Kinderfreibetrags nicht mehr nur in einem Monat aus, sondern ist auf zwölf Monate verteilt. Im Vergleich zum Dezember wird es daher in den meisten Fällen einen verhältnismäßig höheren Lohnsteuerabzug geben.

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