Was passiert wenn Tschernobyl nicht gekühlt wird?
Gefragt von: Jürgen Unger-Wirth | Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2026sternezahl: 4.3/5 (19 sternebewertungen)
Wenn Tschernobyl nicht gekühlt würde, käme es zu einer erneuten Kernschmelze und extrem gefährlichen, unkontrollierten Freisetzung großer Mengen radioaktiver Stoffe, wie 1986, da die Reaktoren, selbst die stillgelegten, noch gefährliche Wärme abgeben und die mangelnden Sicherheitsbarrieren den ``< RBMK-Reaktortyp` besonders anfällig machen; die Folge wäre eine massive Gesundheits- und Umweltkatastrophe, die weit über die Ukraine hinausreicht.
Was passiert, wenn Tschernobyl ohne Strom ist?
Ohne Stromversorgung würden vermutlich die Kühlsysteme versagen und es könnte zur Kernschmelze kommen. Im Februar 2025 meldete die Ukraine Beschuss durch Drohnen, bei dem die Schutzhülle um das Atomkraftwerk beschädigt worden sei. Eine erhöhte Strahlung sei trotz bedeutender Schäden nicht gemessen worden.
Was wäre geschehen, wenn Tschernobyl nie eingedämmt worden wäre?
Wäre die Mission der drei mutigen Männer gescheitert , hätte die Zahl der Todesopfer in Tschernobyl wahrscheinlich Millionen erreicht . Der Atomphysiker Wassili Nesterenko erklärte, die Explosion hätte eine Sprengkraft von 3 bis 5 Megatonnen gehabt und große Teile Europas für Hunderttausende von Jahren unbewohnbar gemacht.
Wie lange hält die Strahlung in Tschernobyl noch an?
Die Strahlung in Tschernobyl wird noch Jahrhunderte bis Jahrtausende andauern, da langlebige Radionuklide wie Cäsium-137 (Halbwertszeit 30 Jahre) und besonders Plutonium (Halbwertszeit bis zu 24.000 Jahre) freigesetzt wurden; während die Belastung in der Sperrzone stark variiert und "Hot Spots" existieren, ist die Situation dynamisch, beeinflusst durch Brände und menschliche Aktivität, die Radioaktivität aufwirbeln kann, wie Greenpeace 2016 und das Bundesamt für Strahlenschutz 2022 zeigen.
Haben Feuerwehrleute Tschernobyl überlebt?
Ja, es gibt überlebende Feuerwehrleute von Tschernobyl, obwohl viele an den Folgen der hohen Strahlung starben, insbesondere die ersten, die am Unglücksort waren. Hunderte von Feuerwehrleuten wurden als "Liquidatoren" eingesetzt, um die Katastrophe einzudämmen, viele mit schweren Strahlendosen, aber die meisten überlebten. Einige bekannte Überlebende sind die "Drei Taucher" (Ananenko, Bespalov), die im unterirdischen Reaktorraum arbeiteten, von denen zwei noch leben sollen, während Boris Baranov 2005 verstarb.
Tschernobyl - Die nukleare Katastrophe
35 verwandte Fragen gefunden
Haben die Feuerwehrleute von Tschernobyl überlebt?
Unter den Opfern befanden sich auch Feuerwehrleute, die bei den ersten Bränden auf dem Dach des Turbinengebäudes im Einsatz waren. Alle Brände waren innerhalb weniger Stunden gelöscht, doch die Strahlenbelastung am ersten Tag führte bis Ende Juli 1986 zu 28 Todesfällen – darunter sechs Feuerwehrleute .
Wie viele sind durch Chernobyl gestorben?
Die Zahl der Todesopfer durch die Tschernobyl-Katastrophe ist umstritten, aber die offiziellen Zahlen (WHO, UNSCEAR) sprechen von unter 60 direkten Todesfällen (28 kurz nach dem Unfall durch akute Strahlenkrankheit, weitere durch Schilddrüsenkrebs), während Organisationen wie Greenpeace höhere Schätzungen von bis zu 4.000 oder sogar über einer Million Todesfällen durch Spätfolgen (Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) nennen, wobei die UN diese als übertrieben einstuft. Viele der 600.000 Liquidatoren, die bei den Aufräumarbeiten halfen, erkrankten an Krebs oder starben, aber die genaue Zählung ist schwierig, da die Strahlungseffekte vielschichtig sind.
Ist der Kern in Tschernobyl noch aktiv?
Nein, das Kernkraftwerk Tschernobyl ist seit der endgültigen Abschaltung des letzten Reaktorblocks im Dezember 2000 nicht mehr in Betrieb; seitdem laufen dort Rückbau-, Sicherungs- und Managementarbeiten für die Altlasten und die neue Schutzhülle (NSC), die den beschädigten Reaktor 4 umschließt. Die Anlage produziert also keinen Strom mehr, aber die Stilllegung ist ein langer Prozess, der durch den Krieg in der Ukraine verzögert wurde.
Wie lange wird der Reaktorkern von Tschernobyl radioaktiv sein?
Cäsium-137 und Strontium-90 haben Halbwertszeiten von etwa 30 Jahren , was bedeutet, dass sie mehrere Jahrzehnte lang gefährlich bleiben. Plutonium-239 hat eine Halbwertszeit von etwa 24.000 Jahren und wird daher sehr lange vorhanden sein.
Was ist der schwarze Pilz im Tschernobylreaktor?
Der "Tschernobyl-Pilz" bezieht sich auf spezielle, dunkle Pilzarten wie Cladosporium sphaerospermum, die in der radioaktiv verseuchten Zone rund um das Kraftwerk wachsen und die Strahlung in Energie umwandeln, ähnlich einer Radiosynthese, wobei Melanin eine Schlüsselrolle spielt. Sie sind ein Beispiel für radiotrophe Organismen, die von Strahlung profitieren und sich aktiv zu Strahlenquellen hinbewegen, was Forschungen für den Strahlenschutz in der Raumfahrt und Medizin inspiriert. Auch in Deutschland können Pilze noch radioaktiv belastet sein (Cäsium-137), weshalb maßvoller Verzehr empfohlen wird, besonders in Süddeutschland.
Hat die Explosion von Tschernobyl auch Deutschland betroffen?
Der Süden Deutschlands – vor allem Südbayern und der Bayerische Wald – ist vom Tschernobyl-Fallout besonders betroffen. Aber auch in Sachsen-Anhalt hat die Region um Schollene an der Landesgrenze zu Brandenburg eine höhere Belastung als im übrigen Norden Deutschlands.
Sind Menschen nach Tschernobyl zurückgekehrt?
Nach dem Super-GAU errichteten die sowjetischen Behörden eine Sperrzone von 30 Kilometern rund um den Reaktor, mehr als 160.000 Menschen mussten ihre Häuser fluchtartig verlassen und wurden umgesiedelt. Viele sind in den Jahrzehnten nach der Katastrophe zurückgekehrt. Heute leben rund 1000 Menschen im Sperrgebiet.
Was war der Grund für die Explosion in Tschernobyl?
Die Ursachen der Detonation waren menschliche Fehleinschätzung, Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften und bauliche Mängel. Ein Testlauf, der die Notstromversorgung und sichere Abschaltung des Reaktors prüfen sollte, misslang. In der Folge kam es zu einer Kernschmelze und der Explosion des Reaktors.
Was ist in Tschernobyl passiert 2025?
Das Radiologische Lagezentrum des Bundes im BMUV (RLZ-Bund) wurde am 14. Februar 2025 darüber informiert, dass das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine von einer Drohne beschädigt wurde. Durch die Explosion der Drohne brach Feuer aus, das zunächst gelöscht werden konnte.
Wie lange dauerte der längste Stromausfall der Welt?
Der Stromausfall begann am 19. Februar 2019 um 14:10 Uhr. Anfänglich wurde gemeldet, dass die Stromversorgung erst wieder gegen 3:00 Uhr erfolgen wird. Später wurde daraus 15:00 Uhr und am Ende dauerte es sogar bis 21:00 Uhr (nach knapp 31 Stunden).
Kann man heute in Chernobyl leben?
Experten zufolge besteht auch heute noch die Gefahr, dass die dortige radioaktive Strahlung verschiedene Krebserkrankungen, insbesondere onkologische Erkrankungen, auslösen kann. Dennoch stellt Tschernobyl für einige Menschen weit mehr dar als lediglich eine lebensgefährliche Sperrzone; es ist ihre Heimat, ihr Zuhause.
Wie lange wird Tschernobyl noch verseucht sein?
Tschernobyl bleibt noch Tausende von Jahren verstrahlt, aber die Intensität nimmt ab; während die unmittelbare Umgebung des Reaktors noch für etwa 20.000 Jahre gefährlich ist, sind in weiter entfernten Sperrzonen, die stark vom langlebigen Cäsium-137 betroffen sind, die Belastungen nach der Hälfte der Halbwertszeit (ca. 30 Jahre) nur noch halb so hoch wie 1986, aber Waldbrände können die Verseuchung wieder verbreiten. Die langfristige Sicherheit gewährleisten neue Schutzhüllen, die etwa 100 Jahre halten sollen, aber Elemente wie Plutonium mit Halbwertszeiten von Zehntausenden Jahren bleiben eine Gefahr.
Wie lange darf man nach Tschernobyl?
Diverse Webseiten berichten, dass die Strahlung den Normalwert um das 40.000-fache überschreitet und man sich deshalb nur maximal fünf Minuten dort aufhalten kann.
Wann ist der Reaktor 4 in Tschernobyl explodiert?
Am 26. April 1986 setzten Explosionen im Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl große Mengen radioaktiver Stoffe frei. Sie verbreiteten sich über weite Teile Europas.
Wie viele Menschen arbeiten in der Sperrzone von Tschernobyl?
Die Arbeit im Kernkraftwerk
Bis zur Abschaltung des letzten Blocks im Jahr 2000 arbeiteten bis zu 9000 Menschen im Kraftwerk, danach weniger.
Kann man aktuell nach Tschernobyl reisen?
Viele Menschen fragen mich, ob man heute noch nach Tschernobyl reisen kann. Die kurze Antwort lautet: derzeit nicht. Die längere Antwort ist komplexer – und sie sagt viel über Krieg, Verantwortung und den Umgang mit Orten aus, die Geschichte in sich tragen. Seit 2014 war ich unzählige Male in der Sperrzone unterwegs.
Wann wurde Tschernobyl evakuiert?
Am 4. Mai 1986 wurde ein Gebiet 30 km um den Reaktor evakuiert, davon waren weitere 116.000 Menschen betroffen. Der größte Teil der Evakuierungen wurde von den Reserven der Sowjetarmee durchgeführt. In den folgenden Jahren wurden nochmals 210.000 Einwohner umgesiedelt.
Hat jemand Tschernobyl überlebt?
Tschernobyl-Überlebende sind eine vielfältige Gruppe, darunter die berühmten "Tschernobyl-Taucher" (Ananenko, Bespalow, Baranov), die das Schlimmste verhinderten (Baranov verstarb 2005). Viele Liquidatoren (Arbeiter und Soldaten) litten unter Spätfolgen wie Krebs, während heute "Samosely" (Selbstsiedler) in der Sperrzone leben, oft trotz der Strahlung, und sich mit Landwirtschaft versorgen. Auch "Tschernobyl-Kinder" wie Lydia kämpfen mit langfristigen gesundheitlichen Problemen.
Ist ein Hubschrauber in Tschernobyl abgestürzt?
Im Herbst 1986, als der erste Sarkophag über dem Reaktor fertiggestellt wurde, kam es zu einem tragischen Unfall. Ein Mi-8-Hubschrauber verfing sich mit seinem Heckrotor in einer Krantrosse und stürzte ab.
Was war der schlimmste Atomunfall der Welt?
Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl
Während einer Revision des Atomkraftwerkes Tschernobyl kam es im April 1986 zum schwersten Unfall in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Es wurden große Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt, die sich über die Nordhalbkugel verbreiteten.
Welche Supplemente bei Kinderwunsch?
Was kostet zur Zeit 100 Liter Flüssiggas?