Was passiert wenn man unter der Pfändungsgrenze liegt?
Gefragt von: Metin Gruber B.A. | Letzte Aktualisierung: 2. September 2026sternezahl: 5/5 (16 sternebewertungen)
Wenn das Einkommen unter der Pfändungsgrenze liegt, darf es grundsätzlich nicht gepfändet werden, da dieser Betrag dem Existenzminimum dient und der Sicherung des Lebensunterhalts. Bei einer Kontopfändung wird das gesamte Guthaben eines normalen Girokontos gesperrt, auch wenn es unter der Grenze liegt; man muss dafür ein spezielles Pfändungsschutzkonto (P-Konto) einrichten, um diesen Schutz zu gewährleisten. Bei einer Lohnpfändung muss der Arbeitgeber den pfändungsfreien Betrag automatisch berücksichtigen, sonst kann der Gläubiger Schadensersatz fordern.
Kann man unter der Pfändungsgrenze pfänden?
Das Einkommen, das zwischen der Grenze von 1.559,99 Euro und dem Höchstbetrag in Höhe von 4.766,99 Euro liegt, kann nur zum Teil gepfändet werden. Drei Zehntel des Einkommens, dass über der Pfändungsfreigrenze liegt, verbleiben dem Schuldner.
Was passiert mit dem Geld auf dem P-Konto, wenn es über dem Freibetrag liegt?
Geld auf dem P-Konto, das den Freibetrag übersteigt, wird zunächst für bis zu drei Monate auf ein Auskehrungskonto (auch Moratoriumskonto) umgebucht und ist damit vor direkter Pfändung geschützt; wenn es in diesen drei Monaten nicht verbraucht oder auf ein anderes Konto transferiert wird, kann es danach von den Gläubigern gepfändet werden. Nicht verbrauchtes Guthaben wird automatisch in den nächsten Monat übertragen, um den Freibetrag aufzufüllen, aber nur für maximal drei Monate. Der Teil des Einkommens, der den Freibetrag übersteigt, wird oft in gestaffelten Beträgen gepfändet, bis ein Höchstbetrag erreicht ist, danach wird der gesamte Überschuss gepfändet.
Was passiert, wenn ich einen monatlichen Freibetrag nicht ganz verbraucht habe?
Was passiert, wenn ich einen monatlichen Freibetrag nicht ganz verbraucht habe? Ist das pfändungsgeschützte Guthaben bis zum Ende des Kalendermonats nicht aufgebraucht, wird der verbleibende Guthabenrest in den Folgemonat übertragen.
Ist es möglich, ein Konto trotz Pfändung zu schließen?
Ja, ein Konto trotz Pfändung zu schließen ist möglich, aber komplex: Ein normales Konto kann gekündigt werden, verliert aber den Schutz, während ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) zwar auch gekündigt oder in ein normales Konto umgewandelt werden kann, aber nur wenn keine Pfändung mehr vorliegt oder die Umwandlung in ein neues P-Konto bei einer anderen Bank erfolgt, um den Schutz zu erhalten und Guthaben nicht an Gläubiger zu verlieren.
Kontopfändung: Was kann man machen?
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Wie lange dauert die Kontosperrung nach einer Pfändung?
Es gibt keine gesetzliche Regelung darüber, wie lange Konten gesperrt werden dürfen. In der Regel bleibt das betroffene Girokonto so lange gesperrt, bis die Ursache für die Kontosperrung behoben wurde – zum Beispiel bis Schulden behoben sind.
Kann ich trotz Pfändung mein Konto wechseln?
Ja, ein Kontowechsel trotz Pfändung ist möglich, indem Sie ein neues Konto eröffnen und das alte kündigen, aber es ist wichtig, dass das neue Konto sofort als P-Konto mit allen Freibeträgen eingerichtet wird, da die alte Pfändung nicht automatisch übertragen wird, aber Gläubiger eine neue beantragen können, wenn sie das neue Konto kennen, weshalb Sie eine lückenlose Absicherung brauchen, etwa durch eine neue P-Konto-Bescheinigung.
Was darf ich bei einer Kontopfändung auf meinem P-Konto behalten?
Die Grundgrenze für ein P-Konto liegt aktuell bei 1.560 € pro Monat (Stand Juli 2024/2025), die automatisch vor Pfändung geschützt sind. Bei gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen können durch eine Bescheinigung höhere Freibeträge beantragt werden (z.B. für eine Person ca. 2.145 €), die sich mit jeder weiteren unterhaltsberechtigten Person erhöhen, um Existenzminimum zu sichern.
Was kann ich tun, wenn mein P-Konto den Freibetrag überschritten hat?
Überschreitet das P-Konto den Freibetrag, ist es möglich, das Guthaben auf den Folgemonat zu übertragen. Zu diesem Zweck wird ein sogenanntes PSK-Auskehrungskonto eingerichtet. Der Übernahmebetrag muss innerhalb von drei Monaten aufgebraucht werden, anschließend ist er pfändbar.
Was passiert mit meinem P-Konto, wenn keine Pfändung vorliegt?
Auch wenn bislang keine Pfändungen vorliegen, sollte deshalb vor Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens das bestehende Girokonto in ein P-Konto umgewandelt werden. Dann können Kontoinhaber:innen weiter im Rahmen der Freibeträge über das Kontoguthaben verfügen.
Warum kann ich kein Geld abheben, obwohl ich was drauf habe?
Wenn trotz Guthaben keine Auszahlung möglich ist, liegen die Gründe oft an einer Kontopfändung, die Ihr Konto sperrt (auch den Existenzschutz, bis ein P-Konto eingerichtet ist), an Limits (Tages-, Wochenlimit, spezielle Bank-Limits), verdächtigen Geldwäsche-Prüfungen (bei großen Summen) oder einfach an falschen Kartendaten/PIN. Prüfen Sie zuerst Ihre Karteneinstellungen und Limits, kontaktieren Sie dann Ihre Bank, um den genauen Grund (z.B. Pfändung oder Sperrung wegen Geldwäscheverdacht) zu erfragen.
Was passiert, wenn ich den Freibetrag auf meinem P-Konto überschreite?
Da der monatliche Freibetrag überschritten wird, wird der doppelte Zahlungseingang von der Bank eingezogen. Jedoch kann aus den Abschöpfungen eine Umbuchung nach § 900 Abs. 2 ZPO in den Folgemonat erfolgen (max. der Grundfreibetrag 1.560,00€).
Kann ich die Miete trotz Kontopfändung bezahlen?
Bei einer Kontopfändung wird das Konto gesperrt, aber Sie können es in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen, um Miete, Strom und Lebensmittel zu bezahlen, da ein monatlicher Freibetrag (ca. 1.500 € + Zulagen) geschützt bleibt und Daueraufträge sowie Lastschriften bis zu diesem Betrag weiterhin ausgeführt werden. Handeln Sie schnell, indem Sie bei Ihrer Bank die Umwandlung beantragen, da dies innerhalb eines Monats nach Zustellung des Pfändungsbeschlusses die Schutzwirkung entfaltet. Ohne P-Konto kann das gesamte Guthaben an den Gläubiger gehen, was eine Kündigung von Wohnung oder Energieversorgung drohen lässt.
Ist mein P-Konto vor Pfändungen geschützt?
Ein P-Konto ohne aktuelle Pfändung bietet Ihnen volle Freiheit über Ihr Guthaben, da der Schutzmechanismus bei Nichtvorliegen einer Pfändung ausgesetzt ist und Sie über Ihr gesamtes Geld verfügen können, was bei Präventivnutzung ohne Schulden besser ist als ein normales Konto, da P-Konten oft eingeschränkte Funktionen haben, aber bei einer Pfändung sofort den Grundfreibetrag schützen, der sich bei Unterhaltspflichten erhöhen lässt.
Was bedeutet Pfändungsfreigrenze?
Die Pfändungsfreigrenze ist der gesetzlich festgelegte Betrag des Einkommens (z.B. Gehalt, Rente), der Schuldnern monatlich unantastbar bleiben muss, um ihr Existenzminimum wie Miete, Essen und Strom zu sichern. Dieser Betrag wird regelmäßig angepasst, berücksichtigt Unterhaltspflichten und dient dem Schutz der finanziellen Basis, damit Betroffene nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sind und ihren Lebensunterhalt bestreiten können.
Ist es möglich, eine Kontopfändung in Raten zu bezahlen?
Bei einer Kontopfändung kann eine Ratenzahlung eine Lösung sein, um das Konto freizugeben: Sie vereinbaren mit dem Gläubiger eine monatliche Rate, die Sie zahlen, und im Gegenzug wird die Pfändung "ruhend gestellt" oder aufgehoben, solange Sie zahlen, was bedeutet, dass Ihr Konto wieder verfügbar ist. Wichtig: Wenn die Raten nicht gezahlt werden, lebt die Pfändung wieder auf; oft ist die Zustimmung der Bank für die "Ruhendstellung" nötig, was scheitern kann, weshalb eine direkte Vereinbarung mit dem Gläubiger und eine Aufhebung der Pfändung die beste Lösung ist.
Was passiert, wenn ich den Freibetrag zu hoch angegeben habe?
Wer mehr Freistellungsaufträge erteilt als erlaubt, überschreitet den gesetzlichen Sparerpauschbetrag und muss die zu viel freigestellten Kapitalerträge nachversteuern. Die Banken melden die genutzten Beträge ans Bundeszentralamt, das automatisch ans Finanzamt weitergibt, wenn die Summe zu hoch ist.
Was ist ein PSK-Auskehrungskonto?
Ein PSK-Auskehrungskonto ist ein spezielles Unterkonto eines Pfändungsschutzkontos (P-Konto), das überschüssige Gelder verwaltet, die den monatlichen Freibetrag übersteigen, um sie zunächst zu sichern und einen Ausgleich schwankender Einkommen zu ermöglichen, bevor sie an Gläubiger "ausgekehrt" werden. Dieser Mechanismus, geregelt in § 850k ZPO, schützt das Existenzminimum, indem nicht verbrauchte oder überschüssige Beträge in den nächsten Monat übertragen werden, was einen Puffer für unregelmäßige Zahlungen schafft.
Was passiert, wenn man über der Pfändungsgrenze liegt?
Wenn dein Einkommen über der Pfändungsgrenze liegt, wird der Überschuss anteilig gepfändet, wobei der unpfändbare Grundbetrag und zusätzliche Freibeträge für Unterhaltspflichtige immer geschützt sind; Beträge über dem Höchstbetrag können sogar vollständig gepfändet werden, aber du kannst das Guthaben über der Freigrenze auf das nächste Monat übertragen lassen (Moratorium), was bei P-Konten automatisch geschieht, um den Pfändungsschutz zu erhalten.
Kann ich mein P-Konto trotz Pfändung kündigen?
Ja, Sie können ein P-Konto trotz Pfändung kündigen, aber es ist riskant: Sie verlieren sofort Ihren Pfändungsschutz, was bei offenen Forderungen zu Problemen führen kann, da Gläubiger auf das Guthaben zugreifen können, bis das neue Konto als P-Konto eingerichtet ist; nur ein Konto darf als P-Konto geführt werden, daher muss der Wechsel reibungslos funktionieren, was bei bestehender Pfändung schwierig ist und am besten mit Schuldnerberatung geklärt wird.
Welche Geldeingänge sind nicht pfändbar?
Nicht pfändbar sind grundsätzlich nur bestimmte Freibeträge auf dem Einkommen (z.B. ab Juli 2025 ca. 1.555 € monatlich, mehr bei Unterhaltspflichten), Sozialleistungen (Bürgergeld, Grundsicherung, Wohngeld), staatliche Zulagen (Elterngeld, Mutterschaftsgeld), bestimmte Arbeitsmittel und Hilfsmittel (z.B. Brille, Prothese) sowie kleine Beträge auf einem P-Konto (aktuell ca. 1.560 €), um das Existenzminimum zu sichern, aber keine pauschalen „Gelder“, sondern nur bis zu den gesetzlich festgelegten Grenzen.
Was passiert mit dem restlichen Geld bei P-Konto?
Wenn mehr Geld auf dem P-Konto vorhanden ist als der pfändungsfreie Betrag, wird diesesüberschüssige Geld auf das Auskehrungskonto übertragen. Dort ist es vor Pfändung geschützt und kann im nächsten Monat verwendet werden, falls das Guthaben auf dem P-Konto ausgeschöpft ist.
Wie bekomme ich mein Geld vom Konto trotz Pfändung?
Um trotz Pfändung an Ihr Geld zu kommen, müssen Sie Ihr Girokonto sofort in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen, um den gesetzlichen Freibetrag (ca. 1.491,75 € monatlich) zu sichern, über den Sie dann verfügen können; zusätzlich sollten Sie sich bei einer Schuldnerberatung Hilfe suchen und bei fehlerhaften Pfändungen Einspruch einlegen.
Wie erfährt Gläubiger von einem neuen Konto?
Erfährt der Gläubiger, wenn ich mein Konto wechsle? Außer dem Finanzamt und den Banken erfährt niemand, wenn Sie Ihr Konto wechseln. Das Finanzamt erhält von der BaFin (Bank- und Finanzaufsicht) eine Mitteilung, wenn Sie im Inland ein neues Konto einrichten. Daher können Sie vor dem Finanzamt auch nicht flüchten.
Wie kann ich den Freibetrag auf meinem P-Konto bei einer Kontopfändung einmalig erhöhen?
Ja, eine einmalige Erhöhung des P-Kontos ist möglich, etwa für eine Hartz-4-Nachzahlung oder andere einmalige Zahlungen, um mehr Geld freizugeben, was Sie durch eine spezielle P-Konto Bescheinigung bei Ihrer Bank beantragen können, die Sie von anerkannten Stellen wie der Schuldnerberatung, dem Jobcenter, dem Sozialamt oder auch einem Anwalt erhalten. Sie benötigen dafür den entsprechenden Bescheid und reichen diesen bei Ihrer Bank ein, damit der geschützte Betrag für diesen Monat erhöht wird, damit Sie darüber verfügen können.
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