Was passiert mit der Riester-Rente?
Gefragt von: Herr Prof. Claus-Dieter Wiedemann | Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2026sternezahl: 4.7/5 (43 sternebewertungen)
Mit der Riester-Rente passiert im Alter eine lebenslange, garantierte monatliche Auszahlung (oft ab 62), die die Rentenlücke schließen soll, wobei mindestens das eingezahlte Guthaben (Beiträge + Zulagen) garantiert ist; bei Kündigung gehen Förderung und Pfändungsschutz verloren, weshalb eine Kündigung oft nicht ratsam ist, aber Reformen geplant sind (ab 2027 neue Produkte). Bestehende Verträge laufen weiter, aber es wird über neue Modelle mit Garantien und staatlichen Depot-Varianten für junge Leute diskutiert, um die Probleme des alten Systems zu lösen.
Wie lange gibt es noch Riester?
Millionen stillgelegte Riester-Verträge
Auch um die noch existierenden Verträge steht es nicht gut. Zieht man die Verträge in der Auszahlphase – im Jahr 2020 rund eine Million – von den 15,9 Millionen Ende 2022 noch bestehenden Verträgen ab, ergibt das 14,9 Millionen Verträge in der Ansparphase Ende 2022.
Wie geht es weiter mit der Riester-Rente?
Die Bundesregierung will die Riester-Rente ablösen und durch flexiblere, renditestärkere, staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte ersetzen. Künftig sollen Garantieprodukte und ein neues Altersvorsorgedepot mit höherem Risiko zur Wahl stehen - Kosten, Bürokratie und Wechselgebühren sollen sinken.
Was soll ich mit meiner Riester-Rente machen?
Was Sie mit Ihrer Riester-Rente machen, hängt von Ihrer Situation ab: Beitragsfrei stellen ist oft besser als Kündigen, um Zulagen und Guthaben zu erhalten, während Sie bei Unzufriedenheit den Anbieter wechseln oder den Vertrag ruhen lassen können. Später können Sie wählen, ob Sie eine lebenslange Rente oder bis zu 30 % als Einmalzahlung möchten, wobei die Auszahlungen steuerpflichtig sind.
Soll man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?
Eine Auszahlung des gesamten angesparten Riester-Kapitals ist zwar möglich, aber mit erheblichen Nachteilen verbunden. Weil die Riester-Rente als lebenslange Rente vorgesehen ist, spricht die Gesetzgebung bei einer Gesamtauszahlung von einer sogenannten schädlichen Verwendung .
Kostenfalle Riestervertrag - kündigen oder laufen lassen?
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Ist es sinnvoll, die Riester-Rente zu kündigen?
Nein, eine Kündigung der Riester-Rente ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da Sie staatliche Zulagen und Steuervorteile komplett zurückzahlen müssen und oft sogar weniger herausbekommen, als Sie eingezahlt haben – ein sogenannter "förderschädlicher" Vorgang. Sinnvoller sind Alternativen wie Beitragsfreistellung (Vertrag ruhen lassen), Beitragsreduzierung oder ein Anbieterwechsel, um Verluste zu minimieren und die Altersvorsorge zu erhalten, meint Finanztip.
Ist eine vollständige Auszahlung der Riester-Rente möglich?
Nein, eine vollständige Einmalzahlung der Riester-Rente ist normalerweise nicht möglich, da sie als lebenslange Rente konzipiert ist; Sie können sich aber zu Rentenbeginn einmalig bis zu 30 % des Kapitals auszahlen lassen, den Rest müssen Sie verrenten, es gibt aber Ausnahmen für sehr geringe Renten (Kleinbetragsrente) oder bei Wohn-Riester.
Warum macht Riester keinen Sinn?
Die Aussage "Riester-Rente lohnt sich nicht" ist pauschal falsch, aber die Kritikpunkte (hohe Kosten, niedrige Zinsen, Komplexität, Beitragsgarantie, Besteuerung) machen sie für viele unattraktiv, insbesondere für Gutverdiener; sie kann sich aber für Geringverdiener, Familien mit Kindern und Berufseinsteiger lohnen, wenn Zulagen voll ausgeschöpft werden und der richtige Vertrag gewählt wird. Die Rendite ist oft geringer als bei Alternativen wie ETFs, da die gesetzliche Garantie die Anbieter zu risikoarmer, zinsarmer Anlage zwingt.
Wie hoch ist die monatliche Auszahlung bei Riester-Rente?
Wie viel Riester-Rente Sie monatlich bekommen, hängt stark von Ihren Einzahlungen, Zulagen und der Rendite ab, liegt aber oft zwischen 100 und 400 € monatlich, wobei der Durchschnitt aktuell eher bei ca. 130 € liegt, da viele Verträge noch jung sind. Sie können sich zu Rentenbeginn 30 % des Kapitals auszahlen lassen und den Rest als lebenslange Rente beziehen, die steuerpflichtig ist.
Wird die Riester-Rente von der Altersrente abgezogen?
Nein, die Riester-Rente wird nicht von der gesetzlichen Rente abgezogen, sondern beide Rentenarten werden addiert und ergeben Ihr Gesamteinkommen im Alter, wobei die Riester-Rente später nachgelagert versteuert wird. Sie erhalten also sowohl Ihre gesetzliche Rente als auch Ihre ausgezahlte Riester-Rente zusätzlich, was Ihr Einkommen im Alter erhöht, auch wenn die Riester-Zahlungen zur Besteuerung herangezogen werden.
Ist die Riester-Rente heute noch sinnvoll?
Wenn Sie gut verdienen, lohnt sich eine Riester-Rente besonders für Sie. Für die volle Riester-Zulage zahlen Sie höhere Sparbeiträge ein (4 Prozent aus dem Einkommen des Vorjahrs, begrenzt auf 2.100 Euro, abzüglich eventueller Zulagen). Dies wirkt sich aber auch positiv auf Ihren Steuervorteil aus.
Was passiert mit Riester, wenn ich sterbe?
Bei Tod des Riester-Sparers geht das Guthaben an Ehepartner oder Kinder, wobei staatliche Förderungen nur bei Übertragung auf einen eigenen Riester-Vertrag des Ehepartners oder bei Auszahlung an kindergeldberechtigte Kinder erhalten bleiben; ansonsten müssen Zulagen zurückgezahlt werden, in der Rentenphase sichert eine Rentengarantiezeit die Zahlungen für den Partner ab.
Ist 1800 Euro netto eine gute Rente?
Ja, 1800 € netto Rente sind eine sehr gute Rente in Deutschland, die deutlich über dem Durchschnitt liegt und einen soliden Lebensstandard ermöglicht, aber Steuern und Abzüge müssen einkalkuliert werden, weshalb eine Bruttorente von etwa 2000 € nötig wäre, um auf netto 1800 € zu kommen, wobei die tatsächliche Nettosumme von individuellen Faktoren abhängt. Sie sichert eine komfortable Existenz, aber der genaue Betrag hängt von individuellen Steuern, Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträgen ab, die bei höheren Renten fällig werden.
Was passiert, wenn ich die Riester-Rente stilllege?
Ruht Ihr Vertrag, zahlen Sie nicht mehr ein und somit fallen auch die Zulagen und die Steuervorteile weg: Hören Sie im laufenden Jahr auf, Beiträge zu zahlen, könnte sich die Zulage entsprechend verringern. Zahlen Sie das ganze Jahr nichts ein, erhalten Sie keine staatliche Förderung.
Was passiert jetzt mit der Riester-Rente?
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge, die Zulagen und Steuervorteile bietet, aber in der Kritik steht, weil die Auszahlungen oft gering (durchschnittlich nur ca. 130-140 € monatlich) und die Kosten hoch sind, weshalb eine Reform geplant ist, um sie effizienter zu machen und flexibler in Fonds anzulegen. Sparer erhalten eine garantierte lebenslange Rente, die sich aus Beiträgen, Zulagen (Grund- und Kinderzulagen) und Erträgen zusammensetzt, aber auch voll besteuert wird.
Wird die Riester-Rente ein Leben lang gezahlt?
Ja, die Riester-Rente wird grundsätzlich als lebenslange, monatliche Rente ausgezahlt, um das Langlebigkeitsrisiko abzusichern, ähnlich der gesetzlichen Rente. Zum Rentenbeginn können Sie sich einmalig bis zu 30 % des angesparten Kapitals auszahlen lassen, der Rest muss dann als lebenslange Rente fließen, wobei Sie auch eine flexible Auszahlung oder eine Rentenoption für einen Hinterbliebenen wählen können.
Wie sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?
Für die Auszahlung der Riester-Rente gibt es 2 verschiedene Möglichkeiten: Du kannst dir das gesamte Vorsorgevermögen als lebenslange Rente auszahlen lassen. Oder du lässt dir eine Einmalzahlung in Höhe von 30 % des Gesamtkapitals (20 % bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden) auszahlen.
Was bleibt von der Riester-Rente übrig?
Von der Riester-Rente bleibt nach Renteneintritt ein monatlicher Betrag übrig, der durch den sogenannten Grundfreibetrag und einen Teil der Rente steuerfrei ist (ca. 100 € Grundfreibetrag plus 30 % des Restbetrags). Bei vollständiger Auszahlung oder Kündigung vor Rentenbeginn müssen alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden, es bleibt meist nur das eingezahlte Kapital abzüglich hoher Kosten und Steuern übrig, weshalb eine Kündigung meist nicht sinnvoll ist.
Warum scheiterte die Riester-Rente?
Die Riester-Rente gilt oft als gescheitert wegen hoher Kosten, Intransparenz und niedriger Renditen, die den Nutzen schmälern, besonders bei Versicherungsverträgen. Kritisiert werden auch bürokratische Hürden, die vielen Sparern die volle staatliche Zulage verwehren und Verträge unattraktiv machen, wodurch viele Riester-Verträge stillgelegt oder gekündigt werden.
Wie alt muss man werden, damit Riester sich lohnt?
Ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, hängt von Deiner Lebenserwartung ab. Durchschnittlich musst Du rund 78 Jahre alt werden, damit Du mehr herausbekommst, als Du eingezahlt hast. Familien mit Kindern schaffen das oft schon früher, Gutverdiener brauchen meist länger.
Welche Nachteile hat die Riester-Rente?
Die Hauptnachteile der Riester-Rente sind hohe Kosten, niedrige Renditen aufgrund der Beitragsgarantie (die zu zinsarmen Anlagen zwingt), komplexe Verträge, die volle Besteuerung der Rentenzahlungen im Alter und eingeschränkte Verfügbarkeit des Kapitals, was die Attraktivität gegenüber Alternativen wie ETFs mindert. Auch Geringverdiener haben oft wenig Vorteil, da die Grundsicherung ihre „Aufstockung“ mindert.
Was passiert mit Riester bei Tod?
Bei Tod des Riester-Sparers geht das Guthaben an Ehepartner oder Kinder, wobei staatliche Förderungen nur bei Übertragung auf einen eigenen Riester-Vertrag des Ehepartners oder bei Auszahlung an kindergeldberechtigte Kinder erhalten bleiben; ansonsten müssen Zulagen zurückgezahlt werden, in der Rentenphase sichert eine Rentengarantiezeit die Zahlungen für den Partner ab.
Was ist besser, monatliche Rente oder Kapitalauszahlung?
Besser ist, was zu Ihrer Lebenssituation passt: Eine monatliche Rente bietet lebenslange finanzielle Sicherheit und Absicherung gegen Langlebigkeit, ideal bei geringer Absicherung durch gesetzliche Renten, während eine Kapitalauszahlung sofortige Flexibilität für große Anschaffungen (Immobilien, Kredite) oder Investitionen gibt, aber das Risiko birgt, dass das Geld verbraucht ist, bevor man stirbt, und je nach Vertrag steuerliche Vor- oder Nachteile haben kann.
In welchem Alter wird die Riester-Rente ausgezahlt?
Die frühestmögliche Auszahlung einer Riester-Rente hängt vom Vertragsabschluss ab: Bei Verträgen vor 2012 ist der früheste Beginn mit 60 Jahren möglich, bei Verträgen ab 2012 mit 62 Jahren. Man kann sich bis zu 30 % des Guthabens als Einmalzahlung auszahlen lassen und den Rest als lebenslange Rente, wobei die volle Auszahlung nur bei sehr kleinen Rentenbeträgen (Kleinstbetragsrente) möglich ist.
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