Zum Inhalt springen

Was kostet eine Scheidung nach 20 Jahren?

Gefragt von: Udo Busch  |  Letzte Aktualisierung: 17. August 2026
sternezahl: 4.6/5 (11 sternebewertungen)

Eine Scheidung nach 20 Jahren kostet mindestens rund 2.000 bis 2.500 € bei einer einvernehmlichen Scheidung mit einem Anwalt, kann aber je nach Einkommen und Folgesachen (wie Versorgungsausgleich) leicht auf 3.000 € oder mehr pro Person ansteigen, während eine streitige Scheidung mit zwei Anwälten deutlich teurer wird. Die Kosten basieren auf dem sogenannten Verfahrenswert (Einkommen und Vermögen) und umfassen Gerichtskosten und Anwaltsgebühren, die oft geteilt werden.

Wie viel kostet eine Scheidung, wenn beide einverstanden sind?

Eine einvernehmliche Scheidung kostet bei durchschnittlichen Einkommen oft zwischen 1.000 € und 2.500 € pro Person, wobei die Gesamtkosten (Gericht und ein oder zwei Anwälte) meist unter 3.000 € bis 4.000 € liegen können, da sich die Kosten teilen lassen und nur ein Anwalt oft ausreicht. Die genaue Höhe hängt vom gemeinsamen Nettoeinkommen und dem Streitwert ab, der sich aus dem Versorgungsausgleich berechnet. 

Wer muss die Kosten einer Scheidung bezahlen?

Die Kosten einer Scheidung werden grundsätzlich geteilt: Jede Partei zahlt ihre eigenen Anwaltskosten, während die Gerichtskosten meist hälftig geteilt werden, wobei der Antragsteller die Gerichtskosten zunächst vorschießt und die Hälfte später vom Partner zurückfordern kann. Bei einer einvernehmlichen Scheidung mit nur einem Anwalt teilen sich die Eheleute oft auch die Anwaltskosten. Bei einer streitigen Scheidung zahlt jeder seinen eigenen Anwalt. 

Wie hoch sind die Anwaltskosten bei einem Streitwert von 200.000 €?

Bei einem Streitwert von 200.000 € liegen die einfachen Anwaltsgebühren nach RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) bei etwa 2.000 € bis 2.300 €, wobei der genaue Betrag je nach Gebührensatz variiert (z.B. 2.013 € bis 2.352 €), plus Auslagen und Mehrwertsteuer; bei komplexen Fällen können spezialisierte Kanzleien aber deutlich höhere Stundensätze ansetzen, was die Kosten stark erhöhen kann. 

Wie lange ist eine Scheidung kostenlos?

Erst nach Ablauf von insgesamt 4 Jahren ist eine Rückforderung des Staates nicht mehr möglich und es handelt sich dann bei der Bewilligung um eine „Schenkung“ des Staates. Insofern kann dann von einer kostenlosen Scheidung gesprochen werden.

Das kostet eine Scheidung (Gericht, Unterhalt, Anwälte...)

44 verwandte Fragen gefunden

Was passiert, wenn man sich nach 10 Jahren scheiden lässt?

Nach zehn Jahren Ehe gestaltet sich eine Scheidung schwieriger, da die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass Sie und Ihr Ehepartner Ihr Vermögen und Ihre Schulden größtenteils oder sogar vollständig gemeinsam verwaltet haben . Nach zehn Jahren Ehe besitzen Sie höchstwahrscheinlich gemeinsames Vermögen wie gemeinsame Giro- und Sparkonten oder gemeinsame Kreditkarten.

Wann muss man eine Scheidung nicht bezahlen?

Nur im Ausnahmefall hat der bedürftige Ehegatte, der wegen der Betreuung eines Kindes, Alter, Krankheit oder Gebrechen Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung oder Erwerbslosigkeit bedürftig ist und sich nicht selbst unterhalten kann, Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt (§§ 1570 ff BGB).

Wie hoch ist das Anwaltshonorar bei einer Scheidung?

Bei einer einvernehmlichen Scheidung mit hälftiger Teilung der Anwaltskosten entstehen für jeden Ex-Partner Kosten von 820,73 €. Eine strittige Scheidung erfordert hingegen einen finanziellen Aufwand von 1.448,45 € pro Ehepartner.

Was ist der Mindeststreitwert für eine Scheidung?

Der Mindestverfahrenswert für eine Scheidung in Deutschland beträgt 3.000 Euro, unabhängig vom tatsächlichen Einkommen der Eheleute, wenn dieses niedriger ist; dieser Wert dient als Basis für Gerichts- und Anwaltskosten, wobei das Gericht bei Bedarf auch einen höheren Wert festsetzen kann, basierend auf Einkommen und Vermögen, was die Kosten beeinflusst. 

Wer sollte besser die Scheidung einreichen?

Wer reicht die Scheidung ein? Wer am besten die Scheidung einreicht, wenn sich beide Seiten abwartend verhalten, hängt für einen selbst davon ab, welche Vor- und Nachteile man selbst im Falle einer Scheidung hat. In der Regel wirkt sich ein wirtschaftlicher Vorteil für einen Ehegatten nachteilig für den anderen aus.

Was muss der Mann der Frau bei Scheidung zahlen?

Wenn dein Ex-Partner nicht arbeitet, musst du ihm*ihr 45 % deines bereinigten Einkommens zahlen. Wenn dein Ex-Partner weniger verdient als du, musst du ihm 45 % der Differenz zwischen euren Einkommen zahlen. Du musst genug Geld behalten, um zu leben.

Was passiert, wenn einer der Partner der Scheidung nicht zustimmt?

Wenn ein Ehepartner der Scheidung nicht zustimmt, kann die Ehe trotzdem geschieden werden, da das Gesetz auf dem Prinzip der Ehezerrüttung basiert: Nach einer Trennungszeit von einem Jahr wird die Ehe in der Regel geschieden, nach drei Jahren sogar unwiderlegbar, unabhängig vom Willen des anderen Partners, wie SCHEIDUNG.de und ADVOSCHEIDUNG.de darlegen. Der Partner kann die Scheidung zwar verzögern, sie aber nicht dauerhaft verhindern; bei Nichtzustimmung muss der Antragsteller die Zerrüttung beweisen, was durch das Trennungsjahr oder das Fehlen der Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft untermauert wird, wobei der Partner oft mit Ordnungsgeldern bei Nichterscheinen rechnen muss, wie scheidung.services und Brockerhoff | Geiser erklären. 

Wie lange dauert eine Scheidung, wenn beide einverstanden sind?

Eine einvernehmliche Scheidung dauert in Deutschland meist zwischen 4 und 9 Monaten, da das gesetzliche Trennungsjahr (mindestens 1 Jahr) eingehalten werden muss, bevor der Antrag gestellt werden kann. Wenn der Versorgungsausgleich (Rentenausgleich) ausgeschlossen wird, kann es sich sogar auf 2-3 Monate verkürzen; Verzögerungen entstehen meist durch die Auskunftseinholung bei Rentenversicherungen oder bei fehlender Einigung über Folgesachen wie Unterhalt oder Zugewinn. 

Kann man sich auch ohne Anwalt scheiden lassen?

Nein, eine Scheidung in Deutschland ist ohne Anwalt grundsätzlich nicht möglich, da der Anwaltszwang (§ 114 FamFG) besteht: Der Ehepartner, der den Scheidungsantrag stellt, muss zwingend einen Anwalt beauftragen. Der andere Partner kann aber bei Einigkeit die Zustimmung ohne eigenen Anwalt erteilen, um Kosten zu sparen. Bei strittigen Themen braucht jedoch jeder Ehegatte einen eigenen Anwalt.
 

Welche Unterlagen sind für eine einvernehmliche Scheidung notwendig?

Für eine einvernehmliche Scheidung benötigen Sie hauptsächlich die Heiratsurkunde, die Geburtsurkunden minderjähriger Kinder (falls vorhanden), einen Ehevertrag/Scheidungsfolgenvereinbarung (falls vorhanden) und eine Anwaltsvollmacht; diese Unterlagen werden dem Scheidungsantrag beigefügt, wobei Einkommensnachweise und eventuelle Vereinbarungen zum Versorgungsausgleich ebenfalls wichtig sind, um den Prozess bei Gericht zu erleichtern.
 

Wie hoch sind die Anwaltskosten bei einem Streitwert von 20.000 €?

Bei einem Streitwert von 20.000 € liegen die einfachen Anwaltsgebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) für typische Tätigkeiten (z.B. außergerichtliche Vertretung, Klageerhebung) bei ca. 1.000 € bis 1.300 € netto (zuzüglich 19 % USt.), abhängig von der genauen Tätigkeit (z.B. nur außergerichtlich, oder auch Gerichtstermin), wobei für eine erste außergerichtliche Vertretung (0,5-Gebühr) oft rund 1.000 € netto (ca. 1.190 € brutto) anfallen können und für eine gerichtliche Vertretung (1,3-Gebühr) es sich auf rund 2.000 € netto (ca. 2.380 € brutto) summieren kann, zuzüglich Pauschalen und USt., wodurch die Gesamtkosten schnell auf über 2.000 € brutto steigen können. 

Was kostet eine Gerichtsverhandlung, wenn man verliert?

Wenn Sie eine Gerichtsverhandlung verlieren, tragen Sie in der Regel die gesamten Prozesskosten, also Ihre eigenen Anwaltskosten, die Kosten des gegnerischen Anwalts und die Gerichtskosten; die genaue Höhe hängt stark vom Streitwert (Wert der Sache) ab, wobei die Kosten in Zivilprozessen schnell Tausende von Euro erreichen können, während Strafverfahren je nach Verurteilung kosten. Teilweise Obsiegen führt zu einer Kostenaufteilung nach Quote. 

Was kostet eine Scheidung, wenn sich beide Parteien einig sind?

Eine einvernehmliche Scheidung kostet bei durchschnittlichen Einkommen oft zwischen 1.000 € und 2.500 € pro Person, wobei die Gesamtkosten (Gericht und ein oder zwei Anwälte) meist unter 3.000 € bis 4.000 € liegen können, da sich die Kosten teilen lassen und nur ein Anwalt oft ausreicht. Die genaue Höhe hängt vom gemeinsamen Nettoeinkommen und dem Streitwert ab, der sich aus dem Versorgungsausgleich berechnet. 

Sind Anwaltskosten für Scheidung steuerlich absetzbar?

Seit 2013 sind Scheidungskosten grundsätzlich nicht mehr steuerlich absetzbar. Zu den nicht abziehbaren Kosten zählen unter anderem Anwalts-, Gerichts-, Gutachter- und Fahrtkosten. Eine Ausnahme besteht nur, wenn ohne die Aufwendungen die Existenzgrundlage gefährdet wäre – was in der Praxis äußerst selten ist.

Ist ein gemeinsamer Anwalt bei Scheidung sinnvoll?

Besteht Einigkeit über sämtliche zu regelnde Punkte sowie die Folgen der Scheidung bzw. Scheidungsfolgenvereinbarung, macht regelmäßig ein gemeinsamer Anwalt Sinn. „Gemeinsamer Anwalt“ bedeutet, dass im Scheidungstermin vor Gericht aber nur derjenige Partner vertreten wird, der den Anwalt beauftragt hat.

Wann muss der Mann keinen Unterhalt für die Frau zahlen?

Man muss als Ehemann keinen Unterhalt für die Frau zahlen, wenn die Ehefrau selbst genug Einkommen hat, um ihren Lebensbedarf zu decken (Bedürftigkeit entfällt), wenn sie in einer neuen, verfestigten Partnerschaft lebt oder wenn der Unterhaltspflichtige nicht genug eigenes Einkommen hat (Selbstbehalt unterschritten wird). Auch bei bestimmten Gründen, die keine ehebedingten Nachteile darstellen (z.B. kurze Ehe), kann nachehelicher Unterhalt entfallen oder befristet werden.
 

Welche finanziellen Konsequenzen hat eine Scheidung?

Scheidungsfolgen sind die rechtlichen und finanziellen Auswirkungen einer Scheidung, die über die reine Auflösung der Ehe hinausgehen und alles regeln, was nach der Trennung wichtig wird, wie Unterhalt, Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich, Sorgerecht, Umgangsrecht sowie die Aufteilung von Hausrat und Ehewohnung, oft gebündelt in einer notariell beurkundeten Scheidungsfolgenvereinbarung, um Streitigkeiten zu vermeiden und den Prozess zu beschleunigen.
 

Was passiert mit dem Geld auf meinem Konto bei Scheidung?

Was passiert mit dem Vermögen der Ehegatten in der Ehe und im Falle der Scheidung? Wenn nichts anderes durch Ehevertrag vereinbart ist, leben Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass jeder Ehegatte während der Ehe sein eigenes Vermögen behält.

Vorheriger Artikel
Kann man mit Kaffee färben?