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Was ist schlimmer Diebstahl oder Unterschlagung?

Gefragt von: Gabriela Stoll-Berndt  |  Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026
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Im Grundsatz ist Diebstahl (nach § 242 StGB) meist schlimmer als die einfache Unterschlagung (nach § 246 Abs. 1 StGB), da Diebstahl mit bis zu fünf Jahren Haft, Unterschlagung aber mit bis zu drei Jahren Haft bestraft wird. Der Hauptunterschied liegt in der Tathandlung: Beim Diebstahl wird die Sache weggenommen (Gewahrsamsbruch), während bei der Unterschlagung der Täter die Sache bereits im Gewahrsam hat und sich diese dann zueignet (kein Gewahrsamsbruch). Allerdings kann die Unterschlagung verschärft werden (veruntreuende Unterschlagung), wenn die Sache dem Täter anvertraut war, was den Strafrahmen wieder ansteigen lässt.

Was ist schlimmer, Unterschlagung oder Diebstahl?

Von der Strafbarkeit unterscheidet sich der Diebstahlunterschlagung nicht so großartig. Der einfache Diebstahl hat eine etwas höhere Strafdrohung als die Unterschlagung.

Wie hoch ist die Strafe bei Unterschlagung?

Die Strafe für Unterschlagung nach § 246 StGB ist entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren; bei veruntreuender Unterschlagung (wenn die Sache anvertraut war) droht eine höhere Strafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, wobei der Strafrahmen immer vom Einzelfall, dem Wert der Sache und eventuellen Vorstrafen abhängt, wobei eine Wiedergutmachung strafmildernd wirken kann. 

Was ist ein besonders schwerer Fall der Unterschlagung?

Ein besonderer Fall ist die veruntreuende Unterschlagung, § 246 Abs. 2 StGB. Hierbei wurde dem Täter eine fremde Sache anvertraut, die er z.B. aufbewahren sollte. Wenn er sich diese ihm anvertraute Sache dann zueignet (indem er z.B. die Rückgabe verweigert), hat er einen besonderen Vertrauensbruch begangen.

Ist Diebstahl und Unterschlagung ein Offizialdelikt?

§§ 247, 248a StGB. Durch die Vorschriften des § 247 StGB (Haus- und Familiendiebstahl) sowie des § 248a StGB (Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen) werden Diebstahl und Unterschlagung in diesen Varianten zu Antragsdelikten.

Jura Basics: Unterschlagung und Diebstahl | Rechtsanwalt Christian Solmecke

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Wie lange steht Unterschlagung im Führungszeugnis?

Die Löschungsfristen sind abhängig von der Art und Schwere der Verurteilung: Einfache Eintragungen: Löschung nach 3 Jahren ab Rechtskraft der Verurteilung. Erweiterte Eintragungen: Löschung nach 5 Jahren, bei bestimmten Sexualstraftaten nach 10 Jahren.

Wie hoch ist die Strafe bei Diebstahl?

Die Strafe für Diebstahl nach § 242 StGB ist eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe, wobei das genaue Strafmaß stark vom Einzelfall abhängt: Ersttäter bei geringem Wert oft mit Geldstrafe, Wiederholungstäter oder Taten mit hohem Wert (z.B. Wohnungseinbruch) können zu höheren Strafen oder Bewährungsstrafen führen. Schwere Fälle (Bandendiebstahl, mit Waffe) werden mit Freiheitsstrafen von 6 Monaten bis 10 Jahren bestraft, während Kinder unter 14 Jahren nicht strafmündig sind. 

Was zählt als besonders schwerer Diebstahl?

Besonders schwerer Diebstahl (§ 243 StGB) liegt vor, wenn zum normalen Diebstahl (Wegnahme einer fremden Sache) eine erschwerende Tathandlung hinzukommt, wie Einbruch/Einstieg in geschlossene Räume, das Stehlen von besonders gesicherten Sachen (Safe, Fahrradschloss), gewerbsmäßiges Handeln (wiederholte Taten zur Existenzsicherung), der Diebstahl aus Kirchen oder Museen, das Stehlen von Bedeutungsgütern oder das Ausnutzen von Hilflosigkeit/Unglücksfällen (z.B. bei Rettungsarbeiten) sowie der Diebstahl von Waffen oder Sprengstoff.
 

Kann man jemanden nach Jahren noch anzeigen?

Ja, man kann jemanden auch nach Jahren noch anzeigen, da es keine generelle Frist für die Erstattung einer Anzeige gibt; allerdings greift bei vielen Straftaten die Verjährung, die eine Strafverfolgung nach Ablauf einer bestimmten Zeit verhindert, wobei es besonders bei Sexualdelikten oft verlängerte Fristen gibt, die eine Anzeige auch Jahrzehnte später noch ermöglichen. 

Was passiert bei Anzeige wegen Unterschlagung?

Die einfache Unterschlagung wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt es sich um eine veruntreuende Unterschlagung, ist die unterschlagene Sache also dem Täter anvertraut gewesen, so wird eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe verhängt.

Wann geht Diebstahl vor Gericht?

Der Diebstahl von geringwertigen Sachen wird gemäß § 248a StGB nur aufgrund eines Strafantrages verfolgt. Laut § 77b StGB muss das Opfer des Diebstahls innerhalb von 3 Monaten nach der Tat bzw. nach Kenntnis der Tat einen Strafantrag bei den Strafverfolgungsbehörden stellen.

Ist bei Unterschlagung Gewahrsam gebrochen?

1. fremde bewegliche Sache. Zunächst ist für die Unterschlagung des § 246 StGB – wie beim Diebstahl (§ 242 StGB) – eine fremde bewegliche Sache erforderlich. Definition: Bewegliche Sache ist jeder körperliche Gegenstand, unabhängig vom Aggregatzustand oder wirtschaftlichem Wert, der fortgeschafft werden kann.

Was passiert bei Diebstahl 100 €?

Ein Diebstahl bis 100 Euro gilt als Diebstahl geringwertiger Sachen (§ 248a StGB) und ist strafbar, meist als Geldstrafe (z.B. 10-30 Tagessätze), kann aber bei Ersttätern zur Einstellung des Verfahrens führen, wenn ein Strafantrag gestellt wird oder ein öffentliches Interesse fehlt; Wiederholungstäter müssen mit härteren Strafen rechnen, und auch ein Eintrag ins Führungszeugnis ist möglich, abhängig von der Höhe der Geldstrafe (meist ab 91 Tagessätzen). 

Ist Unterschlagung eine schwere Straftat?

Fazit. Wegen Unterschlagung macht sich strafbar, wer sich oder einem Dritten vorsätzlich eine fremde, bewegliche Sache rechtswidrig zueignet. In vielen Fällen ist gleichzeitig ein schwereres Delikt verwirklicht, z.B. Diebstahl oder Untreue. Es drohen Geldstrafe, Berufsverbot und/oder bis zu fünf Jahre Haft.

Wie lange dauert die Unterschlagung?

Strafgesetzbuch (StGB) § 246 Unterschlagung

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

Was zählt alles unter Unterschlagung?

Der Unterschlagung gemäß § 246 StGB macht sich strafbar, wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet. Eine fremde bewegliche Sache ist wie beim Diebstahl jeder körperliche Gegenstand, der nicht fest mit dem Erdboden verbunden ist. Fremd ist die Sache, wenn sie einem nicht gehört.

Wann ist es zu spät, eine Anzeige zu machen?

Grundsätzlich kann man eine Anzeige jederzeit erstatten. Das Gesetz sieht keine zeitliche Grenze vor. Wenn die Straftat aber schon verjährt ist, kann es sein, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt.

Wie lange muss man sich rückwirkend melden?

Gemäß § 17 Abs. 1 BMG gilt dabei: Wer eine Wohnung bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anzumelden. Informieren Sie die zuständige Behörde erst nach drei Wochen oder mehreren Monaten, gilt dies somit als zu spät umgemeldet und kann Sanktionen nach sich ziehen.

Welche Straftaten verjähren nicht?

In Deutschland verjährt nur Mord (§ 211 StGB) nicht, was sowohl die Strafverfolgung als auch die Vollstreckung betrifft, da dieser die schwerste Straftat darstellt und lebenslang verfolgt werden kann, während andere Taten nach § 78 StGB verjähren, wobei die Frist (z.B. 30, 20, 10, 5 oder 3 Jahre) von der angedrohten Höchststrafe abhängt. Bei bestimmten Delikten, insbesondere gegen Kinder, kann die Verjährung auch ruhen (§ 78b StGB), z.B. bis zum 30. Geburtstag des Opfers bei sexuellem Missbrauch, um dem Opfer Zeit zu geben, Anzeige zu erstatten. 

Wann wird eine Anzeige wegen Diebstahl fallen gelassen?

Eine Anzeige wegen Diebstahls wird oft fallen gelassen, wenn der Wert der Sache gering ist (meist unter 50 €), es sich um ein „Bagatelldelikt“ handelt, der Verdacht nicht ausreicht, oder das Opfer keinen Strafantrag bei geringwertigen Sachen stellt, wobei eine echte "Rücknahme" einer Anzeige nicht möglich ist, aber die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen kann. Die Staatsanwaltschaft kann Verfahren wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO) oder mangels hinreichenden Tatverdachts einstellen, was eine Art "Fallenlassen" darstellt, obwohl die Anzeige selbst bestehen bleibt. 

Wie hoch ist die Geldstrafe bei Diebstahl?

Bei Diebstahl droht nach § 242 StGB eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren; Ersttäter bei geringwertigen Sachen (unter ca. 50 €) erhalten oft nur eine geringe Geldstrafe (z.B. 10-30 Tagessätze), während bei Wiederholungstätern, höherwertigen Gütern oder erschwerenden Umständen (z.B. Einbruch, Bandendiebstahl) höhere Geldstrafen oder Freiheitsstrafen (bis 10 Jahre) verhängt werden. Ein Tagessatz entspricht einem Dreißigstel des monatlichen Nettoeinkommens. 

Welche Straftaten gelten im deutschen Recht als besonders schwerwiegend?

Besonders Straftaten, die eine gravierende Rechtsgutsverletzung zur Folge haben, gelten im deutschen Recht als schwere Straftaten. So sind sowohl der Mord als auch der Totschlag als Straftaten gegen das Leben besonders schwerwiegend.

Was passiert, wenn man eine Anzeige wegen Diebstahl bekommt?

Nach einer Diebstahlsanzeige startet ein Ermittlungsverfahren bei der Polizei, die den Fall prüft, Beweise sichert (Zeugen, Videos) und an die Staatsanwaltschaft weiterleitet, die über Einstellung, Strafbefehl oder Anklage entscheidet, wobei bei geringwertigen Sachen oft ein Strafantrag des Geschädigten nötig ist, sonst Einstellung wegen Geringfügigkeit möglich ist. Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafen, je nach Wert und Schwere des Diebstahls, sowie zivilrechtliche Forderungen.
 

Was ist die Höchststrafe für Diebstahl?

Die Höchststrafe für Diebstahl beträgt sieben Jahre Haft .

Was passiert, wenn man das erste Mal geklaut hat?

Wer zum ersten Mal bei einem Ladendiebstahl erwischt wird, dem droht in der Regel keine Freiheitsstrafe, sondern eine Geldstrafe. Ein Diebstahl geringerwertiger Sachen wird nur auf Antrag des Geschädigten/Bestohlenen strafrechtlich verfolgt.

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