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Was ist der Unterschied zwischen Herzstolpern und Herzrhythmusstörung?

Gefragt von: Walburga Forster  |  Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2026
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Herzstolpern ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine harmlose Form der Herzrhythmusstörung (Extrasystole), bei der das Herz kurzzeitig einen zusätzlichen Schlag ausführt, während der medizinische Überbegriff "Herzrhythmusstörung" alle Abweichungen vom normalen Herzschlag umfasst – von harmlosen Extraschlägen bis zu ernsten Formen wie Vorhofflimmern, die behandlungsbedürftig sein können. Kurz gesagt: Jedes Herzstolpern ist eine Rhythmusstörung, aber nicht jede Rhythmusstörung ist nur Herzstolpern.

Sind Herzrhythmusstörungen und Herzstolpern das Gleiche?

Herzstolpern, auch als Extrasystolen bezeichnet, ist eine meist harmlose Form von Herzrhythmusstörung, bei der zusätzliche Herzschläge auftreten. Wann Herzstolpern jedoch gefährlich werden kann und wie eine moderne Behandlung aussieht, erläutert Ihnen das Team unserer Kardiologie in Berlin.

Was macht der Kardiologe bei Herzstolpern?

Wir Kardiologen haben dabei die Aufgabe, strukturelle Herzerkrankungen per Diagnose auszuschließen. Wichtige Methoden dafür sind Ruhe-EKG, Belastungsuntersuchungen und Ultraschalluntersuchungen des Herzens. Verschwinden die Extrasystolen unter Belastung, können wir das als günstiges Zeichen bewerten.

Wie merkt man, dass man Herzstolpern hat?

Herzstolpern äußert sich oft als spürbare Unregelmäßigkeit des Herzschlags – wie ein Aussetzen, ein kräftiger Extra-Schlag oder ein "Stocken" – begleitet von Symptomen wie Herzrasen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Unruhe, Angstgefühlen oder Brustbeklemmung. Manche Menschen spüren auch ein starkes Pochen bis zum Hals oder ein "Blubbern". Die Intensität variiert stark; manchmal bleibt es harmlos, manchmal können auch Schwäche oder Ohnmacht auftreten. 

Wie äußert sich eine Herzrhythmusstörung?

Herzrhythmusstörungen äußern sich oft als Herzstolpern, Herzrasen, Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Puls, begleitet von Schwindel, Luftnot, Müdigkeit, Brustschmerzen oder dem Gefühl, das Herz setze aus oder mache Pausen. In schweren Fällen können auch Ohnmachtsanfälle, Krampfanfälle oder eine allgemeine Leistungsschwäche auftreten; manche Störungen bleiben aber auch symptomlos. 

Herzrhythmusstörungen: Von Vorhofflimmern bis unregelmäßige Herzschläge - Symptome, Folgen, Therapie

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Wie hoch ist der Puls bei einer Herzrhythmusstörung?

Der Puls bei Herzrhythmusstörungen kann extrem schnell (z.B. 150-600 bpm bei Vorhofflimmern, >320 bpm bei Kammerflimmern) oder sehr langsam (<60 bpm) sein, oft begleitet von Unregelmäßigkeiten (Herzstolpern) und plötzlichen Frequenzwechseln, abhängig von der Art der Arrhythmie, die das Herz aus dem Takt bringt.
 

Ist es schlimm, eine Herzrhythmusstörung zu haben?

Meinertz, Herzspezialist und Chefredakteur von "HERZ heute", der Mitgliederzeitschrift der Herzstiftung. „Die meisten Herzrhythmusstörungen sind ebenso wie der langsame oder zu schnelle Herzschlag nicht gefährlich und beeinträchtigen die Lebenserwartung nicht,“ ergänzt der Herzspezialist.

Was hilft sofort gegen Herzstolpern?

Was können Sie selber tun?

  • Valsalva-Versuch (Pressdruck-Versuch) Sie atmen tief ein und halten sich dann die Nase zu. ...
  • Trinken. Trinken sie möglichst schnell kaltes, kohlensäurehaltiges Wasser. ...
  • Eis. ...
  • Karotissinusmassage. ...
  • Medikamente. ...
  • Ausführliche Informationen.

Wann ist Herzstolpern nicht normal?

Beispielsweise sollte eine Abklärung stattfinden, wenn ein neu aufgetretenes Herzstolpern wiederholt bei Belastungen oder danach auftaucht oder länger als 30 Sekunden anhält. Ist dies nicht der Fall, besteht bei Herzstolpern ohne wesentliche Begleiterscheinungen kein Grund zur Sorge.

Wie kündigt sich plötzlicher Herztod an?

Anzeichen für einen drohenden plötzlichen Herztod sind oft ** Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Ohnmacht**, aber es kann auch ohne Vorwarnung eintreten. Im akuten Moment kommt es zu plötzlicher Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und fehlendem Puls. Sofortiges Handeln ist entscheidend: Notruf 112 wählen und mit der Herzdruckmassage beginnen.
 

Was macht der Kardiologe bei Herzrhythmusstörungen?

Der Kardiologe diagnostiziert Herzrhythmusstörungen mittels EKG, Herzultraschall und Belastungstests, um die Ursache zu finden, und behandelt diese dann mit Medikamenten (Betablocker, Rhythmusmedikamente), elektrischen Therapien wie Kardioversion (Stromstoß) oder Ablation (Verödung von Störherden) und implantiert bei Bedarf Schrittmacher oder Defibrillatoren, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen oder zu stabilisieren. 

Kann man Herzstolpern im EKG sehen?

Ja, Herzstolpern (Extrasystolen) ist im EKG direkt sichtbar, da es die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet und die zusätzlichen, "stolpernden" Schläge als Abweichung vom normalen Rhythmus darstellt, oft gefolgt von einer kurzen Pause. Treten sie aber nur selten auf, kann ein normales Ruhe-EKG unauffällig bleiben; dann sind oft ein Langzeit-EKG oder eine Patienten-EKG-Aufzeichnung während der Symptome nötig, um sie zu erfassen.
 

Wie viele Herzstolpern pro Tag sind normal?

Es gibt keine feste "normale" Zahl, aber einige hundert Extrasystolen (Herzstolpern) pro Tag sind oft harmlos, während mehr als 20.000 pro 24 Stunden (oder über 10-25% der Schläge) bei manchen Menschen ein Risiko für Herzprobleme darstellen können, daher sollte dies abgeklärt werden, insbesondere wenn Symptome auftreten, da die Ursachen vielfältig sind (Stress, Mangelerscheinungen, aber auch strukturelle Herzprobleme). Wichtig ist, die Häufigkeit und die Umstände zu beobachten und bei Bedenken einen Kardiologen aufzusuchen, der mittels EKG das Problem genauer einschätzen kann. 

Welche Krankheit löst Herzstolpern aus?

Herzerkrankungen: Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder Herzklappenerkrankungen sind häufige organische Ursachen für Herzstolpern. Bei diesen Erkrankungen kommt es durch strukturelle Veränderungen des Herzens zu Störungen im Reizleitungssystem.

Wie ist der Blutdruck bei Herzrhythmusstörungen?

Der Blutdruck bei Herzrhythmusstörungen kann variabel sein: Oft besteht Bluthochdruck als Ursache oder Begleiter (besonders bei Vorhofflimmern) und erhöht die Belastung fürs Herz, aber auch niedriger Blutdruck kann Symptom einer zugrundeliegenden Herzproblematik sein, da das Herz den Druck nicht mehr effektiv regulieren kann. Die Herzfrequenz schwankt zudem – von zu schnell (Tachykardie) bis zu langsam (Bradykardie) oder völlig unregelmäßig – was den Blutdruck direkt beeinflusst und zu Schwindel oder Ohnmacht führen kann.
 

Wie fühlen sich gefährliche Herzrhythmusstörungen an?

Gefährliche Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) äußern sich durch Symptome wie starken Schwindel, Benommenheit, plötzliche Ohnmachtsanfälle, Herzrasen/Herzstolpern mit Luftnot, Brustschmerzen oder Engegefühl, Verwirrtheit oder sogar Krampfanfälle, oft begleitet von Müdigkeit und Leistungseinschränkung. Während leichte Arrhythmien harmlos sein können, sollten Symptome wie plötzliche Herzrasen-Attacken, Bewusstlosigkeit oder starke Brustschmerzen sofort ärztlich abgeklärt werden, da sie auf ernsthafte Probleme bis hin zum plötzlichen Herztod hindeuten können.
 

Kann Herzstolpern zum Herzstillstand führen?

Herzrhythmusstörungen: vom harmlosen Herzstolpern bis hin zum plötzlichen Herztod. Herzrhythmusstörungen stellen einen häufigen Vorstellungsgrund im niedergelassenen Bereich dar. Diese reichen von harmlosen ventrikulären Extrasystolen bis hin zum überlebten plötzlichen Herztod.

Was ist der Unterschied zwischen Herzrhythmusstörung und Herzstolpern?

Herzstolpern ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine harmlose Form der Herzrhythmusstörung (Extrasystole), bei der das Herz kurzzeitig einen zusätzlichen Schlag ausführt, während der medizinische Überbegriff "Herzrhythmusstörung" alle Abweichungen vom normalen Herzschlag umfasst – von harmlosen Extraschlägen bis zu ernsten Formen wie Vorhofflimmern, die behandlungsbedürftig sein können. Kurz gesagt: Jedes Herzstolpern ist eine Rhythmusstörung, aber nicht jede Rhythmusstörung ist nur Herzstolpern.
 

Wie fühlen sich Herzstolpern an?

Herzstolpern fühlt sich oft wie ein kurzes Aussetzen des Herzschlags an, gefolgt von einem kräftigen „Nachschlag“, manchmal wie ein Schluckauf im Brustkorb oder ein Flattern/Zittern, verbunden mit Unruhe oder Herzrasen. Manche spüren gar nichts, andere erleben zusätzlich Schwindel, Enge oder Atemnot; ernsthafte Symptome wie Brustschmerzen oder Ohnmacht erfordern sofortige ärztliche Hilfe. 

Ist es schlimm, wenn mein Herz stolpert?

Herzsystolen (Extrasystolen), also Extraschläge, sind meist harmlos, können aber bei häufigem Auftreten, starken Symptomen (Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel) oder bekannten Herzerkrankungen (wie Vorhofflimmern, Herzinfarktfolgen, Herzschwäche) gefährlich werden, da sie auf eine zugrundeliegende Herzerkrankung hinweisen oder diese verschlimmern können. Eine Abklärung durch einen Kardiologen ist ratsam, um die Ursache zu klären und eine Herzschwäche zu verhindern.
 

Was darf man mit Herzrhythmusstörungen nicht machen?

Wer an Herzrhythmusstörungen leidet, sollte darauf achten, Stress zu meiden und sich regelmäßige Ruhepausen gönnen. Sinnvoll ist zudem das Erlernen von Entspannungsmethoden. Auf Kaffee, Alkohol und Rauchen sollte verzichtet werden. Gerade Alkoholkonsum begünstigt Vorhofflimmern.

Ist Herzstolpern Kopfsache?

Stress oder Aufregung als Ursachen für Herzstolpern

Sie können als Einzelschläge, Doppelschläge oder Salven auftreten. Bei gesunden Menschen werden sie häufig durch Stress, Aufregung, Angst oder Freude verursacht. Auch nach dem Genuss von Alkohol, Nikotin oder Kaffee können Extrasystolen auftreten.

Wie bekomme ich eine Herzrhythmusstörung wieder weg?

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) behebt man durch Lifestyle-Änderungen (weniger Stress, Koffein, Nikotin), Medikamente (Betablocker, Antiarrhythmika) und medizinische Eingriffe wie Herzschrittmacher, Kardioversion (elektrischer Impuls) oder Katheterablation (Verödung der Störquelle), wobei der Arzt je nach Art der Störung (z.B. Vorhofflimmern, langsame/schnelle Rhythmen) die passende Therapie wählt, um das Herz wieder in den normalen Rhythmus zu bringen und das Schlaganfallrisiko zu senken.
 

Wie zeigt ein Blutdruckmessgerät Herzrhythmusstörungen an?

Ein Blutdruckmessgerät zeigt Herzrhythmusstörungen durch ein Warnsymbol (meist ein Herz-Symbol mit Blitz/Ausrufezeichen) an, wenn es während der Messung einen unregelmäßigen Puls (Arrhythmie) erkennt, der von der durchschnittlichen Herzfrequenz abweicht, oft durch die IHB-Technologie (Irregular Heartbeat). Dieses Symbol erscheint bei der Messung selbst oder danach; wiederholtes Blinken kann auf Vorhofflimmern hindeuten, was eine ärztliche Abklärung erfordert.
 

Ist Herzstolpern ein Anzeichen für einen Herzinfarkt?

Herzstolpern (Extrasystolen) ist oft harmlos, kann aber bei Menschen mit Herzerkrankungen wie nach einem Herzinfarkt ein ernstes Warnzeichen für eine Verschlechterung sein. Während gelegentliches Stolpern meist unbedenklich ist, sollten Schwindel, Brustschmerzen oder Atemnot in Verbindung mit Herzstolpern immer ärztlich abgeklärt werden, um gefährliche Rhythmusstörungen (wie Kammerflimmern) auszuschließen und die Ursache zu finden, die von Stress bis zu zugrundeliegenden Herzerkrankungen reichen kann.
 

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