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Was ist besser medikamentöse oder operative Abtreibung?

Gefragt von: Dagmar Lenz  |  Letzte Aktualisierung: 5. Februar 2026
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Es gibt keine pauschal "bessere" Methode; sowohl medikamentöse als auch operative Abtreibungen sind sehr sicher, aber sie unterscheiden sich in Ablauf, Dauer und dem Erleben für die Frau, wobei die Wahl oft von der Schwangerschaftswoche und den persönlichen Präferenzen abhängs, betont www.familienplanung.de und www.familienplanung.de. Der medikamentöse Abbruch dauert länger (mehrere Tage), fühlt sich natürlicher an und erfordert keine Narkose, kann aber stärkere Blutungen und Krämpfe verursachen, während der operative Abbruch (Absaugung) schneller unter Narkose abläuft und meist leichtere Blutungen nach sich zieht, aber ein kleinerer Eingriff ist. Die Entscheidung sollte nach ausführlicher ärztlicher Beratung getroffen werden, oft ist bis etwa zur 9. Woche die Wahl zwischen beiden Methoden möglich, danach muss operativ abgebrochen werden.

Welche Abtreibungsmethode ist schonender?

Die gebräuchlichste und schonendste Methode ist die Absaugung. Ein dünnes Röhrchen wird durch den Muttermund eingeführt und die Schleimhaut und die Fruchtblase werden abgesaugt. Der Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten.

Ist medikamentöse oder operative Abtreibung besser?

Der medikamentöse Abbruch ist nicht besser oder schlechter als der operative Eingriff. Aber er ist eine Alternative. Und Frauen sollten wohl in einer sowieso psychisch äußerst belasteten Situation selbst entscheiden können. Das ist in Deutschland aber oft nicht der Fall.

Wie schmerzhaft ist eine medikamentöse Abtreibung?

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch verursacht Schmerzen, die oft mit starken Menstruationskrämpfen (Regelschmerzen) vergleichbar sind, ausgelöst durch die Kontraktionen der Gebärmutter, begleitet von starken Blutungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schüttelfrost, wobei Schmerzmittel zur Linderung bereitgestellt werden. Die Intensität variiert, aber Krämpfe und Blutungen können mehrere Stunden bis Tage andauern und sind ein normaler Teil des Prozesses.
 

Was spricht gegen einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch?

Der medikamentöse Abbruch ähnelt einer Fehlgeburt. Die hier genannten Aspekte und die aktive Rolle der Frau (durch Medikamenteneinnahme) können zu einer anderen psychischen Verarbeitung führen, zum Beispiel zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Schwangerschaftsabbruch.

Abtreibung - wie funktioniert ein Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten?

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Wie oft geht eine medikamentöse Abtreibung schief?

Von 100 Frauen, die einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch durchführen, klappt es bei 3-4 Frauen nicht. Entweder wird die Schwangerschaft nicht vollständig ausgestossen oder bleibt bestehen oder es gibt eine verstärkte oder verlängerte stärkere Blutung.

Ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch schmerzhafter als die Geburt selbst?

Ergebnisse: MA ist im Vergleich zur Geburt relativ weniger schmerzhaft und im Vergleich zur Menstruation relativ schmerzhafter, basierend auf vier Faktoren: Schmerzintensität, Dauer, Begleitsymptome und Nebenwirkungen sowie Ansprechen auf Schmerzmittel.

Welche Gefühle erleben Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch?

Nach einem Schwangerschaftsabbruch sind die Gefühle sehr individuell und reichen von Erleichterung, Freude oder auch einem Gefühl der Stärke bis hin zu Trauer, Schuld, Angst, Niedergeschlagenheit, Wut und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, die oft auch mit körperlichen Reaktionen wie Schmerzen und Blutungen einhergehen können, wobei die Verarbeitung stark von den persönlichen Umständen (z.B. Druck, Lebenssituation, moralische Einstellung) abhängt. Es gibt keine pauschale "normale" Reaktion, und professionelle Beratung bei Beratungsstellen wie pro familia oder donum vitae ist eine wichtige Anlaufstelle. 

Hat das Baby Schmerzen bei der Abtreibung?

Ein Forschungsbericht im British Medical Journal deutet darauf hin, dass Föten keinen Schmerz empfinden und dass sich Schmerzempfinden erst nach der Geburt entwickelt.

Wie hoch ist das Risiko für Restgewebe nach einer Abtreibung?

Bei Einnahme der Abtreibungspille liegt das Risiko auf Restgewebe bei etwa 5 bis 6 %. Bei einer Saugkürettage liegt das Risiko auf Restgewebe bei 1 bis 2 %. In diesen Fällen entscheidet der Arzt nach Rücksprache mit Ihnen, ob zusätzliche Medikamente oder eine (erneute) Kürettage erforderlich ist.

Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht. 

Wann ist eine Spättabtreibung erlaubt?

Ein Spätabbruch ist straffrei, wenn eine medizinische Indikation vorliegt – beispielsweise, wenn pränataldiagnostische Untersuchungen, die erst nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden können, Hinweise auf schwere Fehlbildungen des ungeborenen Kindes geben.

Wie viel kostet der medikamentöse Abbruch?

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch kostet in Deutschland meist zwischen 350 und 600 Euro (oder etwas mehr), da er oft günstiger ist als ein operativer Eingriff, da keine Narkose nötig ist. Die Kosten müssen selbst getragen werden, es sei denn, es liegt eine medizinische oder kriminologische Indikation vor oder Sie können eine Kostenübernahme wegen geringen Einkommens bei der Krankenkasse beantragen, was vor dem Termin schriftlich zugesagt werden muss.
 

Bis wann dauert ein medikamentöse Abbruch?

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche möglich, genauer gesagt bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Menstruation, wobei eine ärztliche Beratung und eine Wartezeit von drei Tagen vorgeschrieben sind. Dabei werden zwei Medikamente (Mifepriston und ein Prostaglandin) eingenommen, die die Schwangerschaft beenden, was sich über mehrere Tage erstrecken kann. Bei älteren Schwangerschaften (ab der 9. Woche) ist oft nur noch der operative Abbruch möglich. 

Was ist besser, Absaugung oder Ausschabung?

Ausschabung (Kürettage): Dabei wird ein stumpfer Löffel in die Gebärmutter eingeführt, mit dem Gebärmutterschleimhaut und Embryo entfernt werden. Der Eingriff dauert etwa 10 Minuten. Die Ausschabung gilt als risikoreicher als die Absaugung. Daher wird sie in medizinischen Leitlinien nicht mehr empfohlen.

Was passiert mit dem Embryo bei einem Schwangerschaftsabbruch?

Bei einer Abtreibung wird der Embryo bzw. Fötus durch verschiedene medizinische Verfahren aus der Gebärmutter entfernt, entweder medikamentös (durch Auslösen von Wehen und Abstoßen ähnlich einer Fehlgeburt) oder operativ (meist durch Absaugen oder Ausschaben), wobei die Methode vom Schwangerschaftsstadium abhängt, um den Herzschlag zu stoppen und das Gewebe zu entfernen. Der Vorgang ist medizinisch so gestaltet, dass er in der Regel effektiv ist und Komplikationen selten sind, wobei die genaue Vorgehensweise vom Zeitpunkt der Schwangerschaft und der gewählten Methode variiert.
 

Wie lange Bettruhe nach Abtreibung?

Nach einem Schwangerschaftsabbruch ist aus medizinischer Sicht keine Bettruhe erforderlich. Durch die einsetzende Hormonumstellung kann es aber sein, dass Frauen sich körperlich oder seelisch erschöpft fühlen. Nach zwei Tagen können sie alles tun, solange es ihnen gut geht.

Was spürt ein Embryo bei einer Abtreibung?

Demnach ist ausgeschlossen, dass Föten in der zwölften Woche Schmerzen empfinden können. Was sie allerdings schon früher entwickeln, sind Reflexe. So kann es etwa sein, dass sich ein Fötus instinktiv zurückzieht, wenn er berührt wird. Solche Reflexe geschehen unbewusst, in der Regel ist das Gehirn nicht beteiligt.

Ist es nach einer Abtreibung schwieriger, ein Kind zu bekommen?

Ja, ein Schwangerschaftsabbruch hat in der Regel keine Auswirkungen auf Ihre Fruchtbarkeit. Sie können bereits im nächsten Zyklus wieder schwanger werden.

Welche physischen Spätfolgen kann eine Abtreibung haben?

Körperliche Folgen einer Abtreibung sind meist kurzfristig und umfassen Schmerzen (ähnlich Menstruationskrämpfen), Blutungen (oft länger als eine normale Periode) sowie Übelkeit; seltene, aber ernste Risiken sind Infektionen, Verletzungen der Gebärmutter (Perforation) oder starke Nachblutungen, die medizinische Behandlung erfordern können, während langfristige Auswirkungen auf Fruchtbarkeit generell als gering eingeschätzt werden, aber Nachuntersuchungen wichtig sind. 

Ist Abtreiben moralisch vertretbar?

Die moralische Vertretbarkeit von Abtreibung ist eine tiefgreifende ethische Frage ohne einfache Antwort, die verschiedene Perspektiven einbezieht: Während einige die Selbstbestimmung und das Recht der Frau auf körperliche Autonomie betonen und Abtreibung in bestimmten Situationen als ethisch notwendig sehen (z.B. bei Gefährdung der Gesundheit), argumentieren andere, dass das menschliche Leben ab der Empfängnis geschützt werden muss, was Abtreibung moralisch verwerflich macht, insbesondere aus religiösen Sichtweisen (wie im Katholizismus). Der deutsche Gesetzgeber sieht Abtreibung grundsätzlich als strafbar, ermöglicht aber unter der Fristen- und Beratungsregelung sowie bei Indikationen eine Straffreiheit, was einen Kompromiss darstellt, der verschiedene ethische Positionen zu vereinen versucht. 

Was tun, wenn man einen Schwangerschaftsabbruch bereut?

Wenn Sie eine Abtreibung bereuen, ist es wichtig, professionelle Hilfe bei Schwangerschaftsberatungsstellen (z.B. Pro Familia, AWO, staatliche Stellen) oder Psychotherapeuten zu suchen, um Ihre Gefühle zu verarbeiten, da Trauer und Schuldgefühle normal sind und oft verarbeitet werden können, was auch Rituale, künstlerischen Ausdruck oder Selbstfürsorge einschließt, um zu heilen und mit sich ins Reine zu kommen. Nehmen Sie sich Zeit, sprechen Sie offen mit Fachleuten und suchen Sie nach Wegen, sich selbst zu vergeben und die Erfahrung zu integrieren.
 

Ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch schlimm?

Ein medikamentöser Abbruch ist generell sicher, birgt aber typische Nebenwirkungen wie starke Krämpfe, Blutungen (länger als Menstruation), Übelkeit, Erbrechen, Schüttelfrost und emotionale Schwankungen; seltene Komplikationen sind unvollständige Entleerung, Infektionen oder starke, anhaltende Blutungen, die eine ärztliche Nachbehandlung erfordern können. Die meisten dieser Beschwerden sind Teil des natürlichen Prozesses, aber bei starken oder anhaltenden Symptomen sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden.
 

Ist ein früher Schwangerschaftsabbruch weniger schmerzhaft?

Der sehr frühe medikamentöse Schwangerschaftsabbruch (VEMA) hat mehrere Vorteile: weniger Schmerzen ; kürzere Blutungszeit; er findet statt, bevor eine Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht; und bevor Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Wie sehr tut eine medikamentöse Abtreibung weh?

Eine Narkose ist nicht nötig. Es kann vorübergehend zu Nebenwirkungen wie Übelkeit und Unterleibskrämpfen kommen – schwere Nebenwirkungen sind aber selten. Anders als der operative Abbruch dauert der medikamentöse Abbruch mehrere Tage.

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