Was dürfen Ärzte verweigern?
Gefragt von: Jörn Wittmann | Letzte Aktualisierung: 15. August 2026sternezahl: 4.4/5 (60 sternebewertungen)
Ärzte dürfen Behandlungen ablehnen, wenn kein Notfall vorliegt, aber es müssen triftige Gründe bestehen, besonders bei GKV-Patienten, wie Überlastung, gestörtes Vertrauensverhältnis (z.B. durch Beleidigungen), fehlendes Fachwissen oder wenn der Patient unwirtschaftliche/medizinisch nicht indizierte Wünsche (z.B. Sterbehilfe ohne Indikation) äußert; eine allgemeine Ablehnung ohne Grund ist nur Privatärzten vor Vertragsabschluss möglich, bei Notfällen besteht jedoch immer eine Behandlungspflicht.
In welchen Fällen darf ein Arzt die Behandlung ablehnen?
Eine Verweigerung kommt jedoch häufig vor, wenn Ärzt:innen keine Kapazitäten mehr für neue Patient:innen haben, es zu Beleidigungen oder Bedrohungen kommt, ärztliche Anordnungen missachtet werden oder die Behandlung nicht dem medizinischen Fachbereich des Arztes bzw. der Ärztin entspricht.
Kann mein Hausarzt mich rausschmeißen?
Ja, Ihr Hausarzt kann die Behandlung grundsätzlich kündigen oder Sie ablehnen, aber nicht willkürlich und nicht bei akuten Notfällen; es bedarf eines wichtigen Grundes wie gestörtem Vertrauen (z. B. Aggression, Missachtung von Anordnungen) oder Überlastung, und bei Kassenpatienten muss die Kündigung meist zum Quartalsende erfolgen, während Privatpatienten sofort entlassen werden können.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt die Behandlung verweigert?
Wenn ein Patient eine Behandlung verweigert, muss der Arzt ihn umfassend über die Risiken und Folgen aufklären und dies dokumentieren; bei Notfällen besteht eine Behandlungspflicht, ansonsten dürfen Ärzte in bestimmten Fällen (z.B. Unwirtschaftlichkeit) ablehnen, müssen aber Alternativen aufzeigen und können bei unzureichender Aufklärung auch rechtliche Probleme bekommen. Wichtig ist die Kommunikation: Bei Medikamenten verweigert man sie nicht einfach, sondern sucht nach alternativen Darreichungsformen oder Gründen, und bei Pflege verweigern Betreuer oder Angehörige, können Pflegende gemeinsam mit dem Team nach Lösungen suchen.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt keine Patienten mehr aufnimmt?
Ablehnung verboten: Hier besteht Behandlungspflicht
Hier besteht also eine Behandlungspflicht. Das gilt auch bei Überlastung der Arztpraxis. Sollte die Arztpraxis die Behandlung dennoch ablehnen, kann das laut § 323c des Strafgesetzbuchs (StGB) Absatz 1 als unterlassene Hilfeleistung betrachtet werden und ist strafbar.
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Sind Ärzte dazu verpflichtet, Patienten aufzunehmen?
Nein, Ärzte müssen nicht grundsätzlich neue Patienten aufnehmen, aber es gibt wichtige Ausnahmen: Bei Notfällen besteht eine Behandlungspflicht nach § 323c StGB (unterlassene Hilfeleistung). Auch Vertragsärzte dürfen gesetzlich versicherte Patienten nicht willkürlich ablehnen, wenn eine Kassenleistung möglich ist, aber Überlastung oder fehlende Fachkompetenz können eine Ablehnung rechtfertigen. Der Aufnahmestopp wird oft wegen hoher Arbeitsbelastung oder Kapazitätsgrenzen verhängt.
Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?
Alles wird gut?: Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze
- „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
- „Alles wird gut! “ ...
- „Sollen wir alles versuchen? “ ...
- „Wir können nichts anderes tun. “ ...
- „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “
Was bringt eine Beschwerde bei der Ärztekammer?
Eine Beschwerde bei der Ärztekammer zielt darauf ab, mögliche Behandlungsfehler oder Verstöße gegen Berufspflichten aufzudecken. Der Prozess kann unterschiedliche Ergebnisse haben, von Vermittlung bis hin zu Gutachterverfahren.
Was kann ich beim Arzt sagen, wenn ich nicht mehr kann?
Um Ihrem Arzt zu sagen, dass Sie nicht mehr können, beschreiben Sie Ihre Gefühle und Symptome konkret (z.B. "Ich fühle mich ausgebrannt, kann nicht mehr aufstehen, habe keine Freude mehr"), bereiten Sie sich mit Notizen vor, um nichts zu vergessen, und scheuen Sie sich nicht, eine Auszeit (Krankschreibung) oder weitere Untersuchungen zu fordern, da dies der erste Schritt zur Besserung ist.
Ist ein Arzt verpflichtet mir zu helfen?
Für den Arzt gilt auch die allgemeine Verpflichtung zur Hilfeleistung (§323c StGB). Auch aus § 7 Abs. 2 Satz 2 Muster Berufsordnung Ärzte (MBO-Ä) wird ersichtlich, dass Ärzte in einem Notfall zur Behandlung verpflichtet sind. Der Arzt muss jedoch nur die unaufschiebbaren Maßnahmen ergreifen.
Was tun, wenn Ärzte nicht helfen wollen?
So können sie bei Verdacht auf eine fehlerhafte Behandlung ein Sachverständigengutachten des Medizinischen Dienstes ( MD ) einholen. Auch die Landesärztekammern und die Landeszahnärztekammern können bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Ärzteschaft und Patientinnen und Patienten hinzugezogen werden.
Wann darf ein Arzt einen Patienten kündigen?
In Ausnahmefällen kann die Behandlungspflicht durchbrochen werden, d. h., Sie können trotz des abgeschlossenen Behandlungsvertrags die Behandlung verweigern oder den Behandlungsvertrag kündigen. Liegt ein solcher Fall vor, berechtigt Sie dies grundsätzlich zur Kündigung.
Ist ein Arzt zu Hausbesuchen verpflichtet?
Ja, Ärzte sind grundsätzlich verpflichtet, Hausbesuche zu machen, wenn Patienten aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Bettlägerigkeit, hohes Fieber) die Praxis nicht aufsuchen können; dies gilt für Haus- und Fachärzte, die Verpflichtung besteht bei einem Behandlungsvertrag, aber in Notfällen ist immer der Notdienst (112) zu rufen. Der Arzt darf den Besuch nur in Ausnahmefällen ablehnen, muss dann aber für Ersatz sorgen, und kann die Besuche auf vor- oder nachmittags legen.
Kann mein Hausarzt sehen, wenn ich bei einem anderen Arzt war?
Nein, Ihr Hausarzt kann nicht automatisch sehen, bei welchem anderen Arzt Sie waren, da dies dem Datenschutz unterliegt, aber er kann über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die elektronische Patientenakte (ePA) Einblick erhalten, wenn Sie dem zustimmen, oder über die e-Medikationsliste (vor allem in Österreich) und Abrechnungen Informationen bekommen; bei Fachärzten müssen Sie oft aktiv Befunde anfordern, damit Ihr Hausarzt Bescheid weiß, es sei denn, es gibt eine Überweisung oder eine Notwendigkeit zum Informationsaustausch.
Warum stellen Ärzte ungern Überweisungen aus?
Die Überweisung zum Urologen stellen Hausärzte oft ungern aus, da sie sich teils vom Kollegen kontrolliert fühlen.
Was ist ein Akutpatient?
Akutpatienten sind Menschen mit plötzlich auftretenden, dringenden gesundheitlichen Problemen, die eine sofortige oder sehr zeitnahe Behandlung benötigen, da sonst ernste Schäden drohen. Der Begriff "akut" beschreibt den schnellen Beginn und Verlauf einer Krankheit, im Gegensatz zu chronischen Leiden, und erfordert eine zügige Versorgung, oft ohne festen Termin in speziellen Akut-Sprechstunden oder Notaufnahmen.
Was kann ich meinem Arzt sagen, damit er mich krankschreibt?
Um eine Krankschreibung zu bekommen, beschreiben Sie Ihrem Arzt Ihre echten Beschwerden (z.B. starke Kopfschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Probleme, psychischen Stress) und bitten um eine Untersuchung; der Arzt stellt dann die Arbeitsunfähigkeit fest, die Diagnose bleibt geheim, nur Dauer und Ihr Name werden übermittelt. Wichtig ist, dass Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig informieren und mitteilen, wie lange Sie voraussichtlich fehlen werden.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt mich nicht ernst nimmt?
Wenn ein Arzt Sie nicht ernst nimmt, sollten Sie das Gespräch suchen, eine zweite Meinung einholen, eine Begleitperson mitnehmen, Ihre Beschwerden genau dokumentieren und bei anhaltender Ignoranz die Landesärztekammer oder Kassenärztliche Vereinigung kontaktieren sowie die Unabhängige Patientenberatung (UPD) (0800 0117722) um Rat fragen, denn dies kann auf "Medical Gaslighting" hinweisen, besonders bei chronischen oder hormonellen Erkrankungen, so news.at und NDR.de.
Was ist der beste Grund, sich krankschreiben zu lassen?
Der "beste" Grund für eine Krankschreibung ist der, der deine tatsächliche Arbeitsunfähigkeit beschreibt; häufige medizinische Ursachen sind psychische Erkrankungen (Burnout, Depression), Muskel-Skelett-Probleme (Rückenschmerzen) und Atemwegserkrankungen (Infektionen), wobei psychische Ursachen oft zu längeren Ausfällen führen, während Atmungsprobleme die meisten Fehltage insgesamt verursachen. Arbeitgeber müssen den genauen Grund nicht wissen, nur dass du arbeitsunfähig bist (außer bei meldepflichtigen Krankheiten).
Was kann ich tun, wenn mein Arzt unfreundlich ist?
Kassenärztliche Vereinigungen
Wenn eine Ärztin oder ein Arzt diese verletzt, können Beschwerden bei der örtlichen Kassenärztlichen Vereinigung eingereicht werden. Gleiches gilt, wenn Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihre vertragsärztlichen Pflichten nicht einhalten.
Was könnte als Beschwerde gelten?
„ Ein Ausdruck der Unzufriedenheit, ob mündlich oder schriftlich, der eine Reaktion erfordert . Er kann sich beziehen auf: eine Handlung, Unterlassung oder Entscheidung Ihrerseits und/oder den Standard Ihrer Dienstleistung.“
Wie kann man am besten eine Beschwerde gegen einen Arzt einreichen?
Um eine Beschwerde gegen einen Arzt oder Facharzt einzureichen, wenden Sie sich an die Ärztekammer Ihres Bundeslandes . Das Verzeichnis der staatlichen Ärztekammern finden Sie auf der Website des Verbandes der staatlichen Ärztekammern (Federation of State Medical Boards, FSMB).
Wie sagt man danke an einen Arzt?
Um sich bei einem Arzt zu bedanken, sind persönliche Worte der Wertschätzung, die Konkretes benennen (z.B. „Danke für Ihre Geduld/Kompetenz/Empathie“) oft am wirkungsvollsten, entweder direkt (mündlich), per handgeschriebenem Brief, einer Online-Bewertung, oder auch durch ein kleines Geschenk (wie Süßigkeiten für das Team) oder einen Bezug zur Medizin (wie ein Anatomie-Poster, siehe Amazon). Ein handgeschriebener Brief kombiniert mit einer positiven Online-Bewertung wird von Ärzten sehr geschätzt.
Kann ich einem Arzt das Vertrauen entziehen?
Wenn Sie einem Arzt das Vertrauen entziehen, können Sie den Behandlungsvertrag kündigen, was bei gesetzlich Versicherten oft nur mit gutem Grund (z. B. Vertrauensverlust, Behandlungsfehler) oder innerhalb des Quartals möglich ist; bei schwerwiegenden Verstößen kann auch die Approbation (Arzt-Zulassung) entzogen werden, was die Landesärztekammer oder zuständige Behörde veranlasst, bei Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit des Arztes, was jedoch ein hoher Maßstab ist, erklärt praktischArzt und tagesschau.de.
Was mögen Ärzte bei Patienten?
Besonders wichtig ist es, dass Ärzt:innen im Arzt-Patienten-Gespräch Empathie zeigen. Sie sollten sich in ihr Gegenüber hineinversetzen können und so eine Beziehung und Vertrauen zu ihm/ihr aufbauen.
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