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Was darf ich als Freiberufler nicht?

Gefragt von: Ingo Schmitt  |  Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2026
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Als Freiberufler dürfen Sie keine gewerbliche Tätigkeit ausüben (z.B. Handel mit Waren), müssen Gewerbesteuer zahlen oder ein Gewerbe anmelden und dürfen nicht weisungsgebunden arbeiten oder typische Angestelltenpflichten wie feste Arbeitszeiten haben, um nicht als scheinselbstständig zu gelten, aber Sie dürfen Fachkräfte beschäftigen, solange Sie die Verantwortung behalten und keine unüblich großen Teams führen. Sie müssen zudem Einkommen- und ggf. Umsatzsteuer zahlen, aber keine Gewerbesteuer, und die EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) anstelle der Bilanz erstellen.

Was darf man als Freiberufler alles machen?

Folgende Berufe gehören nach § 18 EStG zu den selbständigen, freien Berufen:

  • die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit,
  • die selbständige Berufstätigkeit der. Ärzte. Zahnärzte. Tierärzte. Rechtsanwälte. Notare. Patentanwälte. ...
  • ähnlicher Berufe.

Wie viel darf man freiberuflich steuerfrei verdienen?

Erst wenn Ihr erwirtschaftetes Einkommen 2025 als Freiberufler den sogenannten Grundfreibetrag von jährlich 12.096 Euro übersteigt, wird für die darüber liegende Summe Ihrer freiberuflichen Tätigkeit Einkommensteuer fällig.

Was sind die Kriterien für Scheinselbständigkeit bei Freiberuflern?

Scheinselbständigkeit bei Freiberuflern liegt vor, wenn diese formal selbständig auftreten, jedoch faktisch wie Angestellte arbeiten. Wichtige Kriterien sind Weisungsgebundenheit, die Integration in die Organisation des Auftraggebers und das Fehlen eines unternehmerischen Risikos.

Was ist die 5/6-Regelung bei der Scheinselbständigkeit?

Die 5/6-Regelung ist eine Faustregel der Deutschen Rentenversicherung: Wenn ein Selbstständiger mehr als fünf Sechstel (ca. 83,3%) seines Umsatzes von nur einem Auftraggeber bezieht, gilt er als arbeitnehmerähnlich und unterliegt der Rentenversicherungspflicht, was oft zu Nachzahlungen führen kann. Es ist kein automatischer Beweis für Scheinselbstständigkeit, sondern ein starkes Indiz für wirtschaftliche Abhängigkeit, das eine Prüfung durch die Rentenversicherung auslöst. 

Freiberufler: Das solltest du beachten!

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Was ist der Unterschied zwischen freiberuflich und Selbstständigkeit?

Freiberufler arbeiten eigenverantwortlich und bieten in der Regel Dienstleistungen an, keine Waren. Ein wesentlicher Unterschied zu gewerblichen Selbstständigen besteht darin, dass Freiberufler kein Gewerbe anmelden müssen und von der Gewerbesteuer befreit sind. Für Freiberufler genügt die Anmeldung beim Finanzamt.

Was muss ich als Freiberufler beim Finanzamt abgeben?

Wenn Sie aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit Einnahmen haben, geben Sie diese in der Anlage S (Einkünfte aus selbstständiger Arbeit) in Ihrer Steuererklärung an. Zusätzlich müssen Sie die Anlage EÜR abgeben. Darin ermitteln Sie Ihren Gewinn in Form einer Einnahmenüberschussrechnung.

Wie viel darf man steuerfrei nebenverdienen?

Monatlich sind das durchschnittlich 1.008 Euro. Wer zusätzliches Einkommen durch eine geringfügige Beschäftigung, wie einen Minijob, erzielt, ist 2025 bis zu einem monatlichen Verdienst von 556 Euro steuer- und sozialabgabenfrei (2024 waren es noch 538 Euro).

Kann ich angestellt und Freiberufler arbeiten?

Ja, denn Ihre freiberufliche Tätigkeit darf Ihre Arbeit als Angestellter nicht behindern oder einschränken. Auch eine Arbeit für Mitbewerber kann kritisch gesehen werden. Das O.K. Ihres Arbeitgebers ist auch für Sie persönlich besser, denn dann können Sie offen bei der Arbeit darüber reden, auch mit Ihren Kollegen.

Wann gelte ich als Freiberufler?

Gemäß § 18 Abs. 1 Nr. 1 Einkommensteuergesetz üben Freiberufler eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit selbstständig aus. Voraussetzung dafür ist eine besondere berufliche Qualifikation, schöpferische Begabung oder fachliche Eignung.

Wie weise ich freiberufliche Tätigkeiten nach?

Der Nachweis einer freiberuflichen Tätigkeit erfolgt primär über die Anmeldung beim Finanzamt (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung) und die Zuteilung einer Steuernummer, wobei bei kammerpflichtigen Berufen zusätzlich Qualifikationsnachweise (z.B. Zeugnisse) bei der zuständigen Berufskammer eingereicht werden müssen. Zur Einkommensprüfung dienen Kontoauszüge, eine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) oder ein Einkommensteuerbescheid, ergänzt durch Belege und ggf. eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). 

Was muss ein Freiberufler steuerlich beachten?

Freiberuflerinnen und Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer zahlen, wohl aber Einkommen- und ggf. Umsatzsteuer, die elektronisch über Elster gemeldet werden. Umsatzsteuerpflicht besteht, wenn die Kleinunternehmerregelung nicht genutzt wird; diese wird per Voranmeldung ans Finanzamt gemeldet.

Welche Tätigkeiten darf ich als Freiberufler ausüben?

Freiberufler sind Selbstständige mit wissenschaftlichen, künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden oder erzieherischen Tätigkeiten, darunter klassische "Katalogberufe" wie Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten und Ingenieure, sowie kreative und beratende Berufe wie Journalisten, Übersetzer, Designer, Softwareentwickler und Berater, die oft eine besondere Qualifikation benötigen und nicht gewerbesteuerpflichtig sind.
 

Was kostet es, sich freiberuflich zu melden?

Möchten Sie ein Einzelunternehmen gründen, sind die Kosten für Sie als Selbstständigen nicht zu hoch: Für die Gründung Ihres Unternehmens reicht oft eine Gewerbeanmeldung aus. Für diese können Sie mit Kosten zwischen 20 € und 65 € rechnen – je nachdem, in welcher Kommune Sie Ihr Gewerbe anmelden.

Wie viel darf ich ohne Gewerbe verdienen?

Ohne Gewerbe anmelden zu müssen, dürfen Sie privat verkaufen bis zu einer Freigrenze von 600 € Gewinn pro Jahr, alles darüber muss versteuert werden. Wenn Sie selbstständig nebenberuflich tätig sind, gilt die Kleinunternehmerregelung (Umsatz < 25.000 € im Vorjahr), aber auch der Grundfreibetrag für Einkommensteuer (ca. 12.000 € für 2025) ist wichtig, wobei Sie bei mehr als 410 € Gewinn pro Jahr schnell als "gewerblich" eingestuft werden können, was ein Gewerbe erfordert. 

Wie wird freiberufliche Nebentätigkeit versteuert?

Wie viel darf ich als Freiberufler verdienen ohne Steuern zu zahlen? Der Gesetzgeber sieht für freiberufliche Nebentätigkeiten eine Bagatellgrenze vor: Bis zu einem jährlichen Gewinn von 410 Euro fällt keine Einkommensteuer an. Bei einem darüber liegenden Betrag zählt das Finanzamt alle Ihre Arbeitseinkünfte zusammen.

Wie kann ich nebenbei 1000 Euro verdienen?

Um 1000 € nebenbei zu verdienen, eignen sich Freelancing (Schreiben, Grafikdesign, Programmieren), der Verkauf von gebrauchten oder selbstgemachten Produkten (Etsy, eBay), digitale Dienstleistungen (Texte erstellen, Social Media Management), Online-Umfragen oder Affiliate-Marketing, wobei Freelancing und der Verkauf von gefragten Artikeln oft das größte Potenzial haben, da sie Zeit-gegen-Geld-Tausch minimieren. Wichtig ist, die Nebentätigkeit dem Hauptarbeitgeber zu melden und steuerliche Aspekte zu beachten. 

Wie prüft das Finanzamt Freiberufler?

Das Finanzamt prüft, ob Ihre freiberufliche Tätigkeit kammerpflichtig ist. Ist sie das, müssen Sie die entsprechenden Qualifikationsnachweise bei der Standeskammer vorzeigen. Freiberuflerinnen und Freiberufler ohne kammerpflichtige Tätigkeit müssen ihre Qualifikationsnachweise beim Finanzamt erbringen.

Wie viel darf ich als Freiberufler verdienen, ohne Steuern zu zahlen?

Grundsätzlich gilt: Liegt das Einkommen unter dem Grundfreibetrag in Höhe von 10.908 Euro für Singles (Stand 2023, für gemeinsam veranlagte Paare 21.816 Euro), fallen für Freiberufler keine Steuern auf das Einkommen an. In diesem Fall entfällt auch die vierteljährliche Vorauszahlung.

Was muss man als Freiberufler beachten?

Wenn Sie sich als Freiberufler selbstständig machen, müssen Sie sich nicht beim Gewerbeamt, sondern direkt beim Finanzamt anmelden. Erfahren Sie mehr über die Anmeldung. Pflichtversicherung: Für Freie Berufe, für die eine Standeskammer besteht, ist die Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk der Kammer Pflicht.

Welche Vorteile hat man als Freiberufler?

Freiberufler profitieren hauptsächlich von Flexibilität (Zeit, Ort, Projekte), steuerlichen Vorteilen (keine Gewerbesteuer, einfachere Buchführung mit EÜR statt Bilanz) und geringerem bürokratischem Aufwand (keine Gewerbeanmeldung, keine IHK-Pflicht). Dies ermöglicht eine große Selbstbestimmung, da Arbeitszeiten, Arbeitsort und die Wahl der Aufträge weitgehend frei bestimmt werden können. 

Was ist steuerlich besser, Freiberufler oder Gewerbe?

Freiberufler:in und Steuern

Ein zentraler Vorteil der Freiberuflichkeit ist die Befreiung von der Gewerbesteuer. Während Gewerbetreibende ab einem Gewerbeertrag von 24.500 € Gewerbesteuer zahlen müssen, bist Du als Freiberufler:in davon komplett befreit – unabhängig von Deinem Gewinn.

Wie melde ich mich freiberuflich?

Wer eine freiberufliche Tätigkeit anmelden will, muss lediglich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Der Gang zum Gewerbeamt entfällt. Entscheidend ist, dass die Tätigkeit zu den freien Berufen nach § 18 EStG gehört. Zur Gruppe der Freien Berufe gehören beispielsweise Ärzte, Anwälte oder Architekten.