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Was bedeutet ins Schwarze getroffen?

Gefragt von: Otto Wiegand  |  Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2026
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"Ins Schwarze treffen" bedeutet, genau das Richtige zu sagen oder zu tun, den Kern einer Sache zu erfassen oder einen großen Erfolg zu erzielen, oft metaphorisch vom Schießsport abgeleitet, wo das Treffen der schwarzen Mitte der Zielscheibe die höchste Punktzahl bringt. Es heißt also, Recht haben, eine Annahme bestätigen oder ein Problem exakt lösen.

Warum sagt man ins Schwarze getroffen?

Prallte der geschossene Pfeil oder Bolzen ab, so hatte der Schütze „den Nagel auf den Kopf getroffen“ oder eben auch „ins Schwarze“. Ein Faksimile von einem Vogelschießen in Dresden (1660) verdeutlicht die Herkunft der Redewendung den Vogel abschießen.

Was bedeutet trifft ins Schwarze?

[1] Recht haben, genau das Richtige tun. Herkunft: Die Mitte einer Zielscheibe ist meistens schwarz. Wer genau schießt, trifft somit ins Schwarze.

Woher kommt die Redewendung?

Redewendungen stammen oft aus dem Alltag, der Geschichte, dem Handwerk oder dem Militär und haben sich über die Zeit entwickelt, um Situationen bildhaft zu beschreiben, wie z.B. „den Löffel abgeben“ vom Generationswechsel auf dem Hof oder „08/15“ vom Maschinengewehr. Ihre Herkunft ist manchmal überraschend konkret und spiegelt frühere Lebenswelten wider, wobei die ursprüngliche Bedeutung oft metaphorisch oder sogar wörtlich war, bevor sie sich veränderte. 

Was bedeuten die Redewendungen?

Eine Redewendung (auch Phraseologismus oder idiomatische Wendung) ist eine feste Wortverbindung, deren Gesamtbedeutung sich nicht direkt aus den einzelnen Wörtern ergibt, sondern eine übertragene, bildliche Bedeutung hat, wie z.B. "die Katze aus dem Sack lassen" (ein Geheimnis verraten). Sie ist ein Stilmittel, um Gedanken prägnant auszudrücken, steht oft im Gegensatz zum wörtlichen Sinn und unterscheidet sich vom Sprichwort dadurch, dass sie meist keine allgemeingültige Weisheit darstellt.
 

Beobachtungsschnipsel Vol. 2

16 verwandte Fragen gefunden

Was bedeutet Redewendung?

Eine Redewendung ist ein Ausdruck, dessen Bedeutung sich aus den einzelnen Wörtern nicht erschließen lässt . Sie ist im Grunde das verbale Äquivalent dazu, die falsche mathematische Formel zu verwenden und trotzdem das richtige Ergebnis zu erhalten. Die Redewendung „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ ist ein Beispiel für eine Redewendung.

Warum sagt man auf 180 sein?

Mit der Redewendung "auf 180 sein" drücken Menschen aus, dass sie besonders wütend sind. Wut kann man nicht in Zahlen messen – die 180 wurde aus einem anderen Zusammenhang genommen, dem Autofahren.

Welche 5 Redewendungen sind wichtig?

10 wichtige deutsche Redewendungen, die du kennen musst

  • “Das ist mir Wurst”
  • “Nur Bahnhof verstehen”
  • “Jemandem die Daumen drücken”
  • “Ich glaub mein Schwein pfeift”
  • “Ich glaub' ich spinne”
  • “Fix und fertig sein”
  • “Na?”
  • “Bock haben”

Wo kommt der Ausdruck 0815 her?

Die Herkunft der Redewendung „08/15“ (Nullachtfünfzehn) liegt im Militär des Ersten Weltkriegs und bezieht sich auf das MG 08/15, ein weit verbreitetes und oft als minderwertig empfundenes Maschinengewehr, das als Synonym für gewöhnlich, mittelmäßig oder langweilig wurde. Der Name leitet sich vom ursprünglichen Maschinengewehr 08 (Baujahr 1908) und der Überarbeitung (08/15) im Jahr 1915 ab.
 

Warum sagt man blau machen?

Man sagt „blau machen“, wenn man unentschuldigt der Arbeit oder Schule fernbleibt, was auf den mittelalterlichen „blauen Montag“ der Färber zurückgeht, die an diesem Tag ihre in Waid gefärbten Stoffe zum Trocknen in die Sonne hängten und dadurch frei hatten. Sie mussten warten, bis die Stoffe an der Luft ihre blaue Farbe entwickelten, und nutzten diese Zeit für eine Pause oder zum Trinken, wodurch der freie Montag zum „blauen Montag“ wurde. 

Wie nennt man ein Treffen mit Freunden?

Verabredung (Hauptform) · Date (engl.) · Rendezvous (franz.) · Stelldichein · Treffen · Tête-à-Tête (franz.)

Warum sagt man "Das war ein Schuss in den Ofen"?

"Ein Schuss in den Ofen" bedeutet einen vollständigen Misserfolg, ein Fehlschlag oder ein vergebens unternommener Versuch, also wenn etwas nicht funktioniert oder das erwartete Ziel verfehlt. Die Redewendung beschreibt eine Anstrengung, die absolut nichts gebracht hat, ähnlich wie ein Schuss, der ins Leere geht.
 

Woher kommt der Begriff "sich schwarz ärgern"?

"Sich schwarz ärgern" bedeutet, sich extrem zu ärgern, wobei die Herkunft der Redewendung mit der Farbe Schwarz für Tod, Krankheit und die damit verbundenen dunklen Flecken auf der Haut von Pestkranken (dem "schwarzen Tod") zusammenhängt, was den Ärger mit dem Gefühl des Sterbens gleichsetzt, vergleichbar mit "sich zu Tode ärgern" oder "grün und blau ärgern". 

Hast du den Schuss nicht gehört Bedeutung?

nicht bei klarem Verstand sein · nicht ganz bei Trost sein · verrückt (sein) · (einen) an der Klatsche haben (ugs.) · den Schuss nicht gehört haben (ugs., fig.)

Woher kommt der Spruch "Warten bis man schwarz wird"?

Die Herkunft der Redewendung „Da kannst du warten, bis du schwarz wirst“ liegt in der Verbindung von Schwarz mit Tod und dem Extremen; sie bedeutet, dass man extrem lange, quasi bis zum Tod oder bis nichts mehr passiert, warten kann, da das Ereignis nie eintritt, ähnlich wie beim „Schwarzen Tod“ (Pest) oder „sich schwarzärgern“ (sich zu Tode ärgern), die allesamt die Verfärbung des Körpers im Todesfall oder eine extreme negative Färbung symbolisieren, und hat keinen direkten rassistischen Ursprung, kann aber heute als diskriminierend empfunden werden, so der Spiegel. 

Was bedeutet "Ich bin das schwarze Schaf"?

Mit dem sprichwörtlichen Ausdruck schwarzes Schaf bezeichnet man ein Gruppenmitglied, das sich von den übrigen Mitgliedern einer sozialen Gruppe in einer Weise, die von den anderen als negativ bewertet wird, abhebt.

Woher kommt der Ausdruck "alter Schwede"?

Man sagt „Alter Schwede“ als Ausdruck des Erstaunens, der Bewunderung oder als scherzhafte Anrede für einen Kumpel, weil die Redewendung auf erfahrene schwedische Soldaten aus dem Dreißigjährigen Krieg zurückgeht, die als Ausbilder in Preußen sehr angesehen waren und als „alte Schweden“ bekannt wurden; sie standen für Härte und Können und wurden so zum Symbol für einen „echten Mann“, ähnlich einem „Freundschaftsdienst“. 

Woher kommt der Begriff nullachtfünfzehn?

Im zweiten Weltkrieg war dieses nun völlig veraltete Gewehr auch noch teilweise im Einsatz — da wurde 08/15 zum Synonym für veraltete Massenware. Angeblich wurden früher bei Beamten unbeliebte Kollegen als 08/15 bezeichnet: Null Ahnung, 8 Stunden Anwesenheit, A15 Besoldung.

Woher kommt das Sprichwort "Egal ist 88"?

Man sagt „egal ist 88“, weil die Zahl 88 in der rechtsextremen Szene für „Heil Hitler“ (HH) steht, da „H“ der achte Buchstabe im Alphabet ist und die Zahl 88 symmetrisch ist, also „egal wie man sie dreht, sie bleibt 88“. Der Ausdruck wird als verharmlosender, ironischer Kommentar verwendet, um zu zeigen, dass einem die rechtsextreme Bedeutung egal ist oder um die Bedeutung zu relativieren, obwohl die Zahl selbst eine verbotene Grußformel darstellt. 

Was ist das bekannteste Sprichwort in Deutschland?

Am Ende haben wir die fünf der 20 beliebtesten Sprichwörter gekürt. Hier das Ergebnis: 1. Kommt Zeit, kommt Rat.

Warum sagt man "Ich glaube, ich spinne"?

Oder man sagt "Ich glaub', ich spinne", wenn man etwas furchtbar findet. Das kann auch daher kommen, dass es früher "Spinnhäuser" gab – so etwas wie Gefängnisse. Da mussten die Menschen den ganzen Tag Garn spinnen. Umgangssprachlich sagte man dann "spinnen" für "im Gefängnis sitzen".

Was bedeutet die Redewendung "von A bis Z"?

Die Redewendung ‚von A bis Z' bedeutet so viel wie ‚komplett', ‚vollumfänglich', ‚von Anfang bis Ende'. Die Buchstaben ‚A' und ‚Z' bilden den Anfang und das Ende des lateinischen Alphabets. Beispiel: Er kann seinen Lieblingsfilm von A bis Z mitsprechen.

Woher stammt der Ausdruck "mein lieber Scholli"?

Die Herkunft von „Mein lieber Scholli“ ist nicht eindeutig geklärt, aber die häufigsten Theorien führen sie entweder auf den hugenottischen Dichter Ferdinand Joly (eine Verballhornung seines Namens) oder auf die französische Wendung „ma chère jolie“ (meine liebe Schöne) zurück, die von Soldaten in Norddeutschland übernommen wurde. Eine weitere, weniger verbreitete Theorie bezieht sich auf den badischen Politiker Julius Jolly. 

Woher kommt der Ausspruch "klappe zu Affe tot"?

"Klappe zu, Affe tot" stammt wahrscheinlich aus dem Zirkusmilieu, wo ein kleiner Affe in einer Kiste an der Kasse als Lockmittel diente; wenn der Affe starb, blieb die Kiste dauerhaft geschlossen (die Klappe zu), was das Ende der Vorstellung bedeutete. Heute bedeutet der Spruch, dass eine Sache endgültig und unwiderruflich abgeschlossen ist, auch wenn manche Theorien einen Ursprung im Niederdeutschen ("Apel" = offen) vermuten, was "ganz zu" bedeuten würde. 

Warum sagt man "Ich gehe auf 17"?

„Auf 17 gehen“ bedeutet umgangssprachlich „auf die Toilette gehen“, vor allem im Einzelhandel und unter Kollegen, wobei die Zahl 17 ein verdeckter Code für die Pause ist. Der genaue Ursprung ist unklar, aber es gibt Theorien, dass es mit „Trick 17“ (eine clevere Lösung) oder dem französischen „Plan 17“ im Ersten Weltkrieg zusammenhängt, während die 17 als Code auch in anderen Kontexten wie bei „00“ für Toiletten in Hotels auftaucht. 

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