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Warum Vollnarkose bei Grauer Star OP?

Gefragt von: Frau Prof. Dr. Siegrid Schröter  |  Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2026
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Eine Vollnarkose bei einer Grauer Star-OP (Katarakt-OP) ist eher die Ausnahme; meistens reichen örtliche Betäubung durch Augentropfen oder eine Dämmerschlaf-Narkose aus, da der Eingriff kurz ist und normalerweise schmerzfrei abläuft. Eine Vollnarkose wird nur in besonderen Fällen nötig, wenn Patienten ihren Kopf nicht stillhalten können (z.B. bei Parkinson), starke Angst haben oder es sich um Kinder mit angeborenem Grauem Star handelt, um Stress zu vermeiden und optimale Bedingungen für den Operateur zu schaffen.

Welche Narkose bekommt man beim grauen Star?

Bei einer Grauer Star Operation wird meist eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) angewendet, entweder als reine Tropfanästhesie oder in Kombination mit einem leichten Dämmerschlaf (Sedierung) und einer Spritze (z.B. retrobulbär) für eine schmerz- und bewegungsfreie OP. Eine Vollnarkose ist selten notwendig und kommt nur bei speziellen Fällen wie Kindern oder sehr unruhigen Patienten zum Einsatz, da die Lokalanästhesie in der Regel völlig ausreicht.
 

Wie lange dauert Grauer-Star OP mit Vollnarkose?

Eine Grauer Star OP dauert meist nur 10 bis 20 Minuten, auch mit Vollnarkose, wobei der gesamte Klinikaufenthalt (Vorbereitung & Nachsorge) länger dauert (ca. 2-3 Stunden), da der Eingriff meist ambulant erfolgt und in der Regel in Lokalanästhesie oder Dämmerschlaf stattfindet, aber Vollnarkose bei bestimmten Patientengruppen (z.B. Kinder) möglich ist.
 

Warum Vollnarkose bei Augen OP?

Durch diese Narkosekombination wird nicht nur die Schmerzausschaltung während der Operation erreicht. Zusätzlich verbringen die Patienten die Operationsphase in einem beruhigten und angstfreien Zustand. Dieses Vorgehen vermeidet unnötigen Stress und die daraus resultierenden Komplikationen für die Patienten.

Kann man beide Augen gleichzeitig am grauen Star operieren?

Ja, eine Grauer Star Operation (Katarakt-OP) an beiden Augen gleichzeitig ist möglich und wird oft bevorzugt, da nur ein Eingriff nötig ist, Krankenhausaufenthalte verkürzt werden und das Gehirn sich schneller an den neuen Seheindruck anpassen kann, aber es kann auch nacheinander mit wenigen Tagen oder Wochen Abstand erfolgen, je nach Absprache mit dem Arzt. Während die Operationen meist getrennt stattfinden, um Komplikationen zu minimieren, ermöglicht die simultane Methode eine schnellere Genesung, wobei die Voruntersuchung für beide Augen ausreicht.
 

Narkose bei Augenoperationen - Artur Nachtrab | MUNICH EYE

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Wie lange sollte man die Augenklappe nachts tragen nach einer grauen Star-OP?

Nach einer Katarakt-OP sollten Sie die Augenklappe oder Schutzschale in der Regel für die ersten 3 bis 7 Nächte tragen, um das Auge vor versehentlichem Reiben, Drücken oder Verletzungen im Schlaf zu schützen, bis die Heilung stabil ist; die genaue Dauer legt Ihr Augenarzt fest, aber ein längeres Tragen über die erste Woche hinaus ist meist nicht nötig und kann sogar hinderlich sein. 

Was kann schief gehen bei einer grauen Star OP?

Eines der häufigsten Probleme nach einer Grauer Star Operation ist verschwommenes Sehen. Dies kann durch Schwellungen oder Trübungen im Auge verursacht werden, die nach der Operation auftreten können. Die verschwommene Sicht ist aber für die ersten Tage nach der OP nichts Ungewöhnliches und kein Grund der Sorge.

Warum werden Augen bei Narkose zugeklebt?

Die Augen werden bei einer Narkose zugeklebt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen, da die Muskelrelaxantien den Lidschlussreflex außer Kraft setzen und die Augenlider offenbleiben, was zu schmerzhaften Hornhautabschürfungen (Erosio corneae) führen kann. Es dient also der Sicherheit, um die Feuchtigkeit des Auges zu bewahren und es vor Fremdkörpern zu schützen, da die Augen während der OP nicht von selbst schließen können.
 

Welche Nebenwirkungen hat die Narkose auf die Augen?

Etwa sechs von zehn Personen (60 %) schließen die Augen bei einer Vollnarkose nicht von selbst.<sup>1</sup> Dadurch wird die Hornhaut der Luft ausgesetzt und trocknet aus . Auch die verminderte Tränenproduktion während einer Narkose trägt zu trockenen Augen bei.

Wie schmerzhaft ist eine graue Star OP?

Nein, eine Grauer-Star-Operation (Katarakt-OP) ist heutzäutig dank örtlicher Betäubung (meist durch Augentropfen) weitgehend schmerzfrei, Patienten spüren oft nur ein leichtes Druckgefühl oder Kratzen, aber keine echten Schmerzen. Nach der OP können leichte Beschwerden wie Druck, Jucken oder ein Fremdkörpergefühl auftreten, die mit Schmerzmitteln und speziellen Tropfen gut beherrschbar sind und meist nach wenigen Tagen abklingen. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht nötig, moderne Verfahren vermeiden Spritzen hinter das Auge.
 

Kann ich darum bitten, für eine Kataraktoperation in Narkose versetzt zu werden?

Sie können zwar beantragen, während Ihrer Kataraktoperation in Narkose versetzt zu werden , Ihr Augenarzt wird jedoch Ihren allgemeinen Gesundheitszustand berücksichtigen, bevor er diese Entscheidung trifft. In den meisten Fällen überwiegen die Risiken einer Vollnarkose wahrscheinlich deren Vorteile.

Wie lange Ruhe nach grauer Star OP?

Auf Sport wie Fitness und Joggen sollte in den ersten sieben Tagen nach dem Eingriff verzichtet werden. Leichte körperliche Aktivitäten wie ein Spaziergang oder lockeres Fahrradfahren sind unproblematisch.

Was ist besser beim grauen Star, Lasern oder Operieren?

Man "lasert" den Grauen Star (Katarakt) nicht vollständig weg, sondern der Laser (Femtosekundenlaser) unterstützt die OP, indem er präzise Schnitte für Kapselöffnung und Linsenteilung übernimmt, was die Standardoperation mit Skalpell und Ultraschall ergänzt, nicht ersetzt, aber potenziell schonender und präziser macht, wobei Studien zeigen, dass beide Verfahren sicher und wirksam sind und oft Kosten (ca. 1500€) für den Patienten bedeuten können. Die Entscheidung hängt vom Leidensdruck, Sehvermögen und eventuellen Begleiterkrankungen ab, wobei eine OP meist bei <70% Sehschärfe sinnvoll wird, um Alltagsprobleme zu vermeiden.
 

Wird bei Kataraktoperationen eine Vollnarkose angewendet?

Bei einer Kataraktoperation ist eine Vollnarkose (umgangssprachlich: eine Art Schlaf) in der Regel nicht notwendig . Stattdessen wird meist eine Kombination aus kontrolliertem, vorübergehendem Gefühlsverlust und leichter Sedierung angewendet.

Was darf ich nach einer grauen Star OP nicht mehr machen?

Nach einer Grauer Star Operation (Katarakt-OP) sollten Sie für einige Wochen das Auge nicht reiben, drücken oder starkem Schmutz aussetzen und auf Schwimmen, Sauna sowie anstrengenden Sport (insbesondere Wassersport) verzichten, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu gewährleisten, wobei Autofahren meist erst nach der ersten Kontrolle erlaubt ist und eine Sonnenbrille zum Schutz vor UV-Licht getragen werden sollte. 

Welche Narkose bei neuer Linse?

Für die Narkose gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder werden Sie mittels Infusion in einen angenehmen Dämmerschlaf versetzt („Sedoanalgesie“) oder Sie erhalten eine Vollnarkose. Dabei dürfen Sie mindestens sechs Stunden vor dem Eingriff nichts essen.

Warum keine Vollnarkose bei Augen-OP?

Nein, eine Vollnarkose ist bei der Augenlaser-Behandlung nicht notwendig – weder eine Vollnarkose noch eine Kurznarkose/ Sedierung. Im Gegenteil, eine leichte Betäubung der Augen durch Augentropfen reicht beim Augenlasern völlig aus. Denn der Laserstrahl bearbeitet lediglich die oberste Schicht der Hornhaut.

Kann Narkose zur Erblindung führen?

In den letzten zwei Jahrzehnten wurden vermehrt Fälle von vollständiger Erblindung oder schwerer Sehbehinderung nach Narkose beschrieben . Eine Auswertung der Krankenakten von 60.965 Patienten aus dem Jahr 1996 ergab eine Häufigkeit postoperativer Sehstörungen von 0,056 % (34 Patienten)<sup>7</sup>.

Welche Langzeitnebenwirkungen kann eine Narkose haben?

Eine sogenannte postoperative kognitive Dysfunktion kann bei manchen Patienten zu langfristigen Gedächtnis- und Lernproblemen führen. Sie tritt häufiger bei älteren Menschen und solchen mit Erkrankungen wie Herzkrankheiten (insbesondere Herzinsuffizienz), Parkinson oder Alzheimer auf.

Wie lange nicht fernsehen nach grauer Star OP?

Nach einer Grauer Star OP dürfen Sie normalerweise schon kurz nach dem Eingriff wieder fernsehen, da dies eine leichte Aktivität ist, aber Sie sollten das Auge schonen, nicht reiben und auf zu starke Blendung achten, da die neue Linse mehr Licht durchlässt; die vollständige Heilung dauert 4-6 Wochen, in der Sie weitere Belastungen wie Sport, Schwimmen und schwere Arbeit vermeiden sollten, um eine optimale Genesung zu gewährleisten, und die endgültige Brillenstärke erst danach bestimmt wird.
 

Werden Ihnen während der Vollnarkose die Augen zugeklebt?

Kleine Pflasterstreifen werden häufig verwendet, um die Augenlider während der Narkose vollständig geschlossen zu halten . Dadurch wird das Risiko einer Hornhautabschürfung nachweislich verringert.<sup>1,2</sup> Allerdings kann es beim Entfernen der Pflaster zu Blutergüssen am Augenlid kommen, insbesondere bei dünner Haut, die leicht zu Blutergüssen neigt.

Hat man bei Narkose die Augen offen?

Rund 60% der Patienten, die eine Vollnarkose benötigen, schliessen ihre Augen nicht vollständig und haben einen erhöhten Tränenausstoss.

Wie lange Augenklappe nachts nach Katarakt-OP?

Nach einer Katarakt-OP sollten Sie die Augenklappe oder Schutzschale in der Regel für die ersten 3 bis 7 Nächte tragen, um das Auge vor versehentlichem Reiben, Drücken oder Verletzungen im Schlaf zu schützen, bis die Heilung stabil ist; die genaue Dauer legt Ihr Augenarzt fest, aber ein längeres Tragen über die erste Woche hinaus ist meist nicht nötig und kann sogar hinderlich sein. 

Werden bei einer grauen Star-OP beide Augen gleichzeitig operiert?

Nein, es ist nicht zwingend, beide Augen immer gleichzeitig zu operieren, aber es ist möglich und wird oft empfohlen, da es Zeit und Aufwand spart. In Deutschland wird traditionell oft das schlechter sehende Auge zuerst operiert und das zweite Auge wenige Tage bis Wochen später, um das Risiko einer Komplikation zu minimieren, die beide Augen betreffen könnte. Moderne Methoden erlauben auch eine simultane Operation beider Augen, was schnellere Erholung ermöglicht, aber individuelle Risikobewertung durch den Arzt erfordert.
 

Was passiert, wenn man den grauen Star nicht operieren läßt?

Wenn Grauer Star (Katarakt) unbehandelt bleibt, schreitet die Trübung der Augenlinse fortschreitend voran, was zu zunehmend verschwommenem und schlechterem Sehen, erhöhter Blendempfindlichkeit (z.B. nachts) führt und im schlimmsten Fall zu vollständiger Erblindung führen kann, da es keine Heilung ohne Operation gibt und die Sehqualität dauerhaft sinkt. Zusätzlich können andere Komplikationen wie ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) oder Entzündungen auftreten, und eine Untersuchung des Augenhintergrunds wird unmöglich.