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Warum verdienen Leiharbeiter weniger als Angestellte?

Gefragt von: Herr Prof. Silvio Thiele  |  Letzte Aktualisierung: 23. August 2026
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Leiharbeiter verdienen oft weniger als festangestellte Mitarbeiter, vor allem, weil sie zu anderen Tarifverträgen gehören und die Zeitarbeitsfirma zusätzliche Verwaltungskosten und Gewinnmargen decken muss. Trotz des gesetzlich verankerten Grundsatzes des "Equal Pay" gibt es in der Praxis erhebliche Lohnunterschiede.

Warum ist der Mindestlohn in der Zeitarbeit höher?

In der Zeitarbeit gelten häufig höhere Mindestlöhne als im allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Sie ergeben sich aus branchenspezifischen Tarifverträgen, die für Zeitarbeitnehmende verbindlich sind und berücksichtigen die besonderen Herausforderungen der Branche.

Warum verdient man bei Zeitarbeit mehr?

Gerade Zuschläge an Sonn- und Feiertagen oder auch nachts werden sehr gut entlohnt. Ist die Auftragslage entsprechend können Zeitarbeitnehmer auch mehr arbeiten, um ihre Bezahlung aufzubessern. Dadurch besteht für viele Zeitarbeitnehmer die Option, noch mehr zu verdienen wie vertraglich vereinbart.

Kann ein Leiharbeiter mehr verdienen als Festangestellte?

Leiharbeiter dürfen mehr verdienen als fest angestellte Mitarbeiter. Für die Stammbelegschaft ergibt sich daraus auch kein Anspruch auf eine Gehaltserhöhung oder darauf, sich ebenfalls als Leiharbeiter im Unternehmen anstellen zu lassen.

Sind Zeitarbeiter teurer als Festangestellte?

Ja, der Stundensatz für Leiharbeiter ist oft höher, da er Gewinnmarge und Verwaltungskosten der Zeitarbeitsfirma enthält, aber die Gesamtkosten für Unternehmen können durch Flexibilität und Einsparungen bei Sozialabgaben, Urlaub und Recruiting sinken, besonders bei kurzfristigem Bedarf. In manchen Sektoren (z.B. Pflege) werden Leihkräfte aber auch deutlich teurer bewertet und die Mehrkosten sind oft nicht refinanziert.
 

Wie Firmen Leiharbeiter ausbeuten und das Gesetz umgehen

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Was ist der Nachteil an Zeitarbeit?

Nachteile der Zeitarbeit sind oft Unsicherheit (häufige Wechsel, befristete Verträge), mangelnde Integration und Wertschätzung (zweite Klasse), eingeschränkte Karrierechancen und Weiterbildung, die Belastung durch ständige Umstellung auf neue Teams und Abläufe sowie potenzielle negative Auswirkungen auf das Privatleben durch unregelmäßige Einsätze, erklärt. Auch das Gefühl der geringen Bindung an ein Unternehmen und die Sorge um die langfristige Planungssicherheit sind wichtige Punkte, die gegen Zeitarbeit sprechen können, so liebezeitarbeit.com und starke-jobs.com. 

Haben Zeitarbeiter die gleichen Rechte wie Festangestellte?

Vom ersten Arbeitstag an haben Sie die Rechte eines Arbeitnehmers. Sie haben außerdem die gleichen Rechte wie Ihre festangestellten Kollegen, alle vom Arbeitgeber bereitgestellten Gemeinschaftseinrichtungen und -dienste zu nutzen , zum Beispiel: Kantine, Getränkeautomaten, betriebseigene Kinderkrippe oder Mutter-Kind-Raum.

Hat man das Recht zu wissen, was der Kollege verdient?

Nein, Sie dürfen nicht die exakten Gehälter Ihrer Kollegen erfahren, aber dank des Entgelttransparenzgesetzes (EntgTranspG) haben Sie einen Auskunftsanspruch auf den Median des Entgelts von vergleichbaren Kollegen (gleiche oder gleichwertige Tätigkeit), um Lohngleichheit zu prüfen, insbesondere bezogen auf Geschlecht. Sie müssen sich an Ihren Betriebsrat (oder Arbeitgeber) wenden und können Auskunft über Kriterien der Gehaltsfindung und anonymisierte Durchschnittswerte erhalten, wobei konkrete Nennungen einzelner Personen nicht erlaubt sind.
 

Wer zahlt Lohn bei Leiharbeit?

Bei Leiharbeit übernimmt das Verleihunternehmen die Rechte und Pflichten eines Arbeitgebers und somit auch die Bezahlung.

Was besagt die Drehtürklausel?

Um den Arbeitnehmer genau davor zu schützen, gibt es die Drehtürklausel. Sie besagt, dass ein Arbeitnehmer mindestens sechs Monate aus einem Unternehmen ausgeschieden sein muss, bevor er über eine Zeitarbeitsfirma zu anderen oder schlechteren Bedingungen wieder im selben Unternehmen eingesetzt werden kann.

Für wen lohnt sich Zeitarbeit?

Für Berufseinsteiger, Quereinsteiger und andere Interessenten, die schnell eine neue Tätigkeit suchen, hat Zeitarbeit klare Vorteile. Sie eröffnet Einblicke in verschiedene Branchen, stabilisiert die Qualifikation und ermöglicht den Zugang zu langfristigen Chancen.

Wie argumentiere ich für ein höheres Gehalt?

Gute Argumente für eine Gehaltserhöhung basieren auf quantifizierbaren Leistungen, gestiegener Verantwortung und Mehrwert für das Unternehmen, wie z.B. Umsatzsteigerung, Effizienzgewinne oder neue Qualifikationen, idealerweise untermauert durch konkrete Beispiele und marktgerechte Vergleiche, da persönliche finanzielle Gründe meist nicht überzeugen. Wichtig ist, den eigenen Mehrwert und die Erfolge objektiv zu präsentieren, statt sich nur auf Inflation oder die Dauer der Betriebszugehörigkeit zu berufen. 

Was besagt die 3-Monats-Regel bei einem Job?

Eine dreimonatige Probezeit ist ein üblicher Testzeitraum, in dem Arbeitgeber die Eignung eines neuen Mitarbeiters für eine Stelle beurteilen . Probezeiten können für Neueinstellungen, Beförderungen, unzureichende Leistungsbeurteilung und mögliche Kündigungen eingesetzt werden.

Ist 15 Euro pro Stunde gut?

15 Euro Stundenlohn sind eine deutliche Verbesserung gegenüber dem aktuellen gesetzlichen Mindestlohn (12,82 € seit 2025, steigend auf 13,90 €/14,60 €), liegen aber noch unter den geforderten 15 € für einen allgemeinen Mindestlohn, der in bestimmten Branchen (wie Gastronomie) bereits durch Tarifverträge erreicht oder übertroffen wird, aber auch zu Kontroversen bezüglich Arbeitsplatzverlust führen kann, besonders für Ungelernte und in der aktuellen Wirtschaftslage. Es ist gut für Niedriglohnsektoren, aber ob es „viel“ ist, hängt stark von der Branche, der Berufserfahrung und dem regionalen Arbeitsmarkt ab. 

Wie hoch ist der Stundenlohn bei Leiharbeit?

Der Stundenlohn in der Zeitarbeit hängt von der Entgeltgruppe (EG) ab, wobei der Mindestlohn durch Tarifverträge festgelegt wird und aktuell (Stand Jan. 2026) in der niedrigsten Gruppe EG 1 bei 14,96 € liegt, mit weiteren Steigerungen auf 15,33 € im September 2026, und höhere Gruppen entsprechend mehr verdienen, abhängig von Qualifikation, Branche und Einsatz, wobei das Prinzip des Equal Pay (gleicher Lohn wie Stammkräfte) gilt.
 

Wer profitiert am meisten vom Mindestlohn?

Ein höherer Mindestlohn kommt vor allem Familien mit dem geringsten Einkommen zugute – Familien mit niedrigem Einkommen und Familien der unteren Mittelschicht .

Welche Nachteile hat Leiharbeit?

Nachteile der Zeitarbeit sind oft Unsicherheit (häufige Wechsel, befristete Verträge), mangelnde Integration und Wertschätzung (zweite Klasse), eingeschränkte Karrierechancen und Weiterbildung, die Belastung durch ständige Umstellung auf neue Teams und Abläufe sowie potenzielle negative Auswirkungen auf das Privatleben durch unregelmäßige Einsätze, erklärt. Auch das Gefühl der geringen Bindung an ein Unternehmen und die Sorge um die langfristige Planungssicherheit sind wichtige Punkte, die gegen Zeitarbeit sprechen können, so liebezeitarbeit.com und starke-jobs.com. 

Wie viel verdient eine Zeitarbeitsfirma an ihren Mitarbeiter?

Eine Zeitarbeitsfirma verdient an ihren Mitarbeitern, indem sie einen Aufschlag auf den Bruttolohn des Leiharbeitnehmers berechnet, der die Lohnkosten, Sozialabgaben, Verwaltung, Akquise und den Gewinn der Firma deckt – typischerweise verdient die Firma das 2- bis 3-fache dessen, was der Mitarbeiter an Bruttolohn erhält, also wenn ein Leiharbeiter 15 €/Std. bekommt, berechnet die Firma dem Entleiher vielleicht 30-40 €/Std. Die Marge variiert stark nach Branche und Qualifikation, aber eine Spanne von 5-10 % Gewinn des Umsatzes gilt als realistisch.
 

Was passiert nach 9 Monaten Zeitarbeit?

Nach 9 Monaten haben Leiharbeitnehmer Anspruch auf das gesetzliche Equal Pay gemäß § 8 AÜG. Dabei zählt ausschließlich die tatsächlich geleistete Einsatzdauer im Betrieb.

Ist über Lohn sprechen Kündigungsgrund?

Nein, das Sprechen über den eigenen Lohn ist grundsätzlich kein Kündigungsgrund, und entsprechende Klauseln in Arbeitsverträgen sind meist unwirksam, da Arbeitnehmer das Recht auf Entgelttransparenz haben, um Lohndiskriminierung zu vermeiden. Ein Arbeitgeber kann jedoch Maßnahmen ergreifen, wenn Gehaltsgespräche zu massivem Team-Unfrieden, Störung des Betriebsfriedens oder Verletzung von Geschäftsgeheimnissen führen, was jedoch Fingerspitzengefühl erfordert und meist nur bei extremem Missbrauch eine Kündigung rechtfertigen könnte. 

Was tun bei ungerechter Bezahlung?

Bei ungerechter Bezahlung solltest du zunächst die Fakten sammeln (Vergleiche, Dokumentation), das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und dabei Argumente mit deinem Marktwert und Erfolgen untermauern; bei anhaltendem Problem sind arbeitsrechtliche Schritte wie Auskunftsanspruch nach dem EntgTranspG, Mediation oder die Hilfe eines Fachanwalts für Arbeitsrecht, der auch Prozesskostenhilfe beantragen kann, sinnvoll, um Ansprüche durchzusetzen oder Klage zu erheben. 

Wie kann man höflich nach Gehalt fragen?

6 Tipps wie du im Vorstellungsgespräch richtig nach dem Gehalt frägst

  1. Erläutere warum du die Frage stellst. ...
  2. Sei dir deiner Gehaltsvorstellungen bewusst. ...
  3. Bitte um eine Videokonferenz oder ein Telefonat. ...
  4. Berücksichtige unentgeltliche Vorteile neben dem Gehalt. ...
  5. Sei selbstbewusst. ...
  6. Sei geschickt in der Wortwahl.

Ist ein Leiharbeiter teurer als ein Festangestellter?

Ja, der Stundensatz für Leiharbeiter ist oft höher, da er Gewinnmarge und Verwaltungskosten der Zeitarbeitsfirma enthält, aber die Gesamtkosten für Unternehmen können durch Flexibilität und Einsparungen bei Sozialabgaben, Urlaub und Recruiting sinken, besonders bei kurzfristigem Bedarf. In manchen Sektoren (z.B. Pflege) werden Leihkräfte aber auch deutlich teurer bewertet und die Mehrkosten sind oft nicht refinanziert.
 

Wie lange darf ein Leiharbeiter im gleichen Betrieb beschäftigt sein?

Zeitarbeitnehmer dürfen nicht länger als 18 Monate beim Kunden beschäftigt sein bzw. dorthin überlassen werden. War ein Leiharbeiter länger als 3 Monate nicht beim selben Kundenunternehmen tätig, gilt der Einsatz als unterbrochen. Die Berechnung der Höchstüberlassungsdauer beginnt in diesem Fall von Neuem.

Was ist der Unterschied zwischen Leiharbeitern und Zeitarbeitern?

Die Begriffe Leiharbeit und Zeitarbeit werden in der Regel synonym verwendet, sodass es hier keinen wesentlichen Unterschied gibt. Mit beiden Begriffen wird ein Beschäftigungsmodell beschrieben, in dem ein Leiharbeiter bei einer Zeitarbeits- oder einer Leiharbeitsfirma angestellt ist.

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