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Warum liest mein Kind so schlecht?

Gefragt von: Frank Ernst-Thiele  |  Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2026
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Ihr Kind liest schlecht, weil die Lesetechnik noch nicht sitzt, was die Konzentration auf das Entziffern lenkt statt auf das Verständnis, oder es mangelt an Leseflüssigkeit (langsames, stockendes Lesen), oft ein Zeichen einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) (Legasthenie), die zu schlechter Wort- und Satzverarbeitung führt. Ursachen können auch mangelndes Interesse, Ablenkbarkeit, falsche Übungsmethoden (wie reines Silbenlernen) oder Schwierigkeiten beim Erkennen ganzer Wörter sein, was das Textverständnis beeinträchtigt.

Was tun, wenn das Kind schlecht liest?

Wenn bei Ihrem Kind Probleme beim Lesen lernen auftreten, sollten Sie zunächst die Fibel oder andere „richtige Bücher“ zum Lesen üben wegräumen, weil die darin enthaltene Textmenge Ihr Kind beim Lesen lernen noch überfordert. Verbessern Sie mit anderen täglichen Übungen beim Lesen lernen die Leistungen Ihres Kindes.

Wie erkennt man Leseschwäche bei Kindern?

Symptome einer Leseschwäche bei Kindern sind langsames, stockendes Lesen, das Verlieren der Zeile, das Vertauschen oder Auslassen von Buchstaben/Wörtern, schlechtes Textverständnis trotz erlesener Wörter, Probleme beim Zusammenziehen von Buchstaben (Lautverschmelzung) und Schwierigkeiten beim Abschreiben, oft begleitet von Frustration und Vermeidungsverhalten, auch wenn die Kinder mündlich gut sind.
 

Was kann ich tun, wenn mein Kind zu langsam liest?

Wenn ein Kind sehr langsam liest, kann das an mangelnder Leseflüssigkeit liegen, weil es sich zu sehr auf einzelne Buchstaben konzentriert, was das Textverständnis beeinträchtigt und die Motivation senkt. Mögliche Ursachen sind eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Probleme mit der Augenbewegung, Ablenkung oder mangelnde Routine. Um zu helfen, fördern Sie spielerisch Leseflüssigkeit, üben Sie regelmäßig, schaffen Sie eine gemütliche Leseumgebung und erwägen Sie professionelle Hilfe bei anhaltenden Schwierigkeiten, da Legasthenie die Intelligenz nicht beeinträchtigt, aber gezielte Förderung nötig ist.
 

Wie bringe ich meinem Kind besser Lesen bei?

Um Ihr Kind besser lesen zu lernen, fördern Sie die Motivation durch die Auswahl interessanter Bücher (mit Bildern!), lesen Sie ihm regelmäßig vor, üben Sie spielerisch mit Anlauten und Silben, und bleiben Sie geduldig, indem Sie in kleinen, konzentrierten Einheiten üben und das Tempo anpassen, um eine positive Verbindung zwischen Schrift und Sinn zu schaffen. 

Schwierigkeiten beim Lesen? So kannst du es deinem Kind richtig beibringen! | body'n brain

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Was bedeutet es, wenn ein Kind beim Lesen ratet?

Wenn ein Kind beim Lesen rät, schaut es oft vom Text weg, stockt häufig, überspringt schwierige Wörter oder verlässt sich zu stark auf Bilder statt auf die Buchstaben. Hauptursachen sind oft mangelnde phonetische Fähigkeiten (Buchstaben-Laut-Zuordnung), um Wörter zu entschlüsseln, und der Versuch, das Gelesene durch den Kontext zu erraten, besonders wenn das genaue Lesen anstrengend ist. Wichtig ist es, die Ursachen zu erkennen und gezielt zu fördern, z.B. durch kurze, genaue Übungen mit lautgetreuen Wörtern oder Silben, um das Automatisieren zu unterstützen und das Textverständnis zu verbessern. 

In welchem Alter sollte man die Zahl Lesen?

Das bewusste und aktive Lernen von Zahlen findet aber in der Regel erst ab dem vierten Lebensjahr statt. Bevor es dann in die Grundschule geht, steht oft eine sogenannte Schuleingangsuntersuchung an, bei der auch Zahlwörter und das Zählen behandelt werden.

Warum liest mein Kind nicht flüssig genug?

Mein Kind liest nicht flüssig genug:

Es hat Schwierigkeiten, sich zu merken, was im Text steht. Es ist zu sehr damit beschäftigt, Buchstaben und Silben zu lesen. Deshalb versteht es wenig vom Text. Schauen Sie hierfür unter Übungen für die Leseflüssigkeit (oben) oder Lesetraining weiter.

Was sind typische Anzeichen für LRS?

LRS-Symptome (Legasthenie) zeigen sich durch ** langsames, stockendes Lesen**, Fehler beim Zusammensetzen von Buchstaben zu Wörtern, mangelndes Textverständnis, häufige Rechtschreibfehler (Buchstaben vertauschen, auslassen, verdrehen), Probleme beim Abschreiben und eine oft unleserliche Handschrift, wobei Kinder mündlich oft besser sind als schriftlich. Oft entwickeln sich auch emotionale Probleme wie Schulunlust, Frustration, Ängste oder Verweigerung, da die schulischen Anforderungen als überfordernd empfunden werden.
 

In welchem Alter erkennt man Legasthenie?

Eine sichere Diagnose einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist meist ab dem Ende der ersten oder Anfang der zweiten Klasse möglich, sobald Kinder lesen und schreiben lernen und sich die Defizite über einen längeren Zeitraum zeigen. Erste Anzeichen können aber schon früher erkennbar sein. Wichtig ist, dass die Probleme deutlich hinter den Fähigkeiten Gleichaltriger zurückbleiben, trotz normaler Intelligenz, und die Freude am Lernen beeinträchtigen.
 

Was sind die Ursachen für langsames Lesen?

Eine Leseschwäche hat oft eine der oft folgende Ursachen:

  • Das zu lesende Wort oder Wortsegment wird nicht am richtigen Ort fixiert.
  • Das zu lesende Wort oder Wortsegment wird zu kurz fixiert.
  • Es können nur kleine Wortsegmente erkannt werden, weil das Aufmerksamkeitsfeld nicht weiter ausgedehnt wird.

Wo kann man Leseschwäche testen?

LRS testen lassen

Eine Testung auf Legasthenie wird häufig in der Grundschule durchgeführt, ist aber u.a. auch beim Kinderarzt möglich.

Wie kann ich meinem Kind mit Leseschwäche helfen?

Bei einer Leseschwäche (Legasthenie) helfen eine frühe, gezielte Lerntherapie (oft 1:1), regelmäßiges gemeinsames Lesen, digitale Hilfsmittel (Spracherkennung), die Beantragung eines Nachteilsausgleichs in der Schule und das Schaffen positiver Perspektiven, wobei eine fachliche Diagnose wichtig ist, um die Stärken und Schwächen individuell anzugehen und den Druck zu minimieren, wie von Worthelden und therapie.de empfohlen wird. 

Wann muss ein Kind flüssig Lesen können?

Kinder erreichen flüssiges Lesen meistens gegen Ende der 2. oder in der 3. Klasse, wobei die Entwicklung stark variiert, aber bis zur 4. Klasse die meisten Schüler 150 Wörter pro Minute (WpM) erreichen sollten; in der 1. Klasse geht es primär um Buchstaben- und Silben-Erkennung, die Lesegeschwindigkeit steigert sich dann stetig, oft von ca. 30 WpM am Ende der 1. bis über 115 WpM am Ende der 3. Klasse.
 

Ist eine Leseschwäche heilbar?

Nein, eine Leseschwäche (Legasthenie/LRS) ist nicht im klassischen Sinne "heilbar", aber sie ist sehr gut behandelbar und beherrschbar durch gezielte, individuelle Förderung, die bereits in jungen Jahren beginnen sollte, um die Schwierigkeiten deutlich zu mindern und ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Ohne Therapie bleiben die Probleme oft bestehen, auch im Erwachsenenalter. 

Wie liest ein Kind mit lrs?

Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche lesen meist langsam und stockend. Wenn Eltern beobachten, dass ihr Kind Buchstaben nicht als Wörter erkennt und sie stattdessen immer wieder einzeln liest, sollten sie hellhörig werden. Zudem werden teilweise Wörter gelesen, die zwar in den Sinn passen, aber nicht im Text stehen.

Was können Kinder mit LRS besonders gut?

Kinder mit einer LRS oder Rechenschwäche können, wie alle anderen auch, lesen, schreiben und rechnen lernen. Sie brauchen jedoch oft mehr Zeit, um neue Inhalte zu verarbeiten.

Wie schreibt ein LRS Kind?

Typische Anzeichen beim Schreiben

Das Hauptmerkmal sind Schwierigkeiten, orthografisch richtig zu schreiben (z. B. Konsonantendoppelungen oder Vokallängenmarkierungen, wie in Meer oder Mehl) und Schwierigkeiten beim Einhalten grammatischer Regeln.

Soll ich mein Kind auf LRS testen lassen?

Der richtige Testzeitpunkt. Eltern und Lehrer sollten bereits bei den ersten Anzeichen für eine LRS oder Legasthenie reagieren und einen Termin im LOS vereinbaren, um das Kind auf LRS testen zu lassen. Am besten, bevor sich die Schwierigkeiten auch auf die anderen schriftlichen Fächer auswirken.

Wie fördere ich mein Kind beim lesen?

Lesen lernen: Fünf Tipps, wie Eltern Kinder unterstützen können

  1. Tipp 1: Geduldig bleiben.
  2. Tipp 2: Bücher sind nicht das einzige Lesemedium.
  3. Tipp 3: Leseumgebung schaffen.
  4. Tipp 4: Lesen in den Alltag einbinden.
  5. Tipp 5: Vorbild sein.
  6. Vorlesen bringt viel.
  7. Hörbücher als Ergänzung.
  8. Studienergebnisse zur Lesekompetenz von Schülern.

Wie lange dauert es, bis ein Kind richtig lesen kann?

Kinder lernen Lesen unterschiedlich schnell, oft nach einem halben bis zwei Jahren Grundschulzeit, wobei die meisten am Ende der 1. Klasse erste einfache Wörter (ca. 15-40 WPM) schaffen und bis zur 4. Klasse flüssiges Lesen (ca. 150 WPM) erreichen sollten, was von individueller Förderung, Konzentration und Übung abhängt, da der Prozess von Lauten zu Silben und Wörtern verläuft. Wichtig ist Geduld, das Vermeiden von Druck und das gezielte Üben auf dem jeweiligen Niveau, da jeder in seinem Tempo lernt. 

Was sind die Ursachen für Lesestörungen?

Lesestörungen (Legasthenie/LRS) haben vielschichtige Ursachen, darunter genetische Vorbelastung und neurobiologische Unterschiede (veränderte Sprachverarbeitung im Gehirn) sowie Probleme bei der phonologischen Bewusstheit (Lauterkennung) und der Wortverarbeitung. Auch kognitive Faktoren (Wahrnehmung) und ungünstige Lernumgebungen (fehlende Förderung, belastendes Klima) können die Entwicklung verstärken, sind aber selten alleinige Ursachen. 

Wie weit muss ein 5-Jähriger Zahlen können?

Ein 5-Jähriges Kind sollte idealerweise die Zahlen bis mindestens 10 sicher zählen können, die Ziffern bis 10 kennen und das Prinzip der Mengenlehre (z. B. dass eine Gruppe von 5 Objekten immer 5 bleibt) verstehen; viele Kinder schaffen auch schon Zahlen bis 20 oder 30 und erkennen die Ziffern, aber wichtig ist der Mengenbegriff, nicht nur das Auswendiglernen der Zahlwörter. 

Wann lernen hochbegabte Kinder lesen?

Manche Kinder beschäftigen sich in sehr frühem Alter – das kann durchaus zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr beginnen – mit Zahlen und Buchstaben, und einige von ihnen lernen auch sehr schnell lesen und rechnen. Hochbegabte Kinder sind in der Regel sehr wortgewandt und verstehen z.B. deutlich vor Gleichaltrigen Ironie.

Wie liest ein Kind in der 2. Klasse?

Während der zweiten Klasse erfassen Kinder größere Einheiten auf einen Blick und müssen sich Wörter nicht mehr mühsam erlesen. Sie lesen nun längere Wörter, Sätze und Texte. Mit zunehmender Automatisierung des Lesens, gerät der Fokus mehr auf den Inhalt von Texten. Das eigentliche Ziel des Lesens.