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Warum kein Riester mehr?

Gefragt von: Herwig Siebert B.Eng.  |  Letzte Aktualisierung: 14. April 2026
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Die Riester-Rente wird nicht komplett abgeschafft, sondern durch eine neue, einfachere und kostengünstigere staatlich geförderte Altersvorsorge ersetzt, da sie als gescheitert gilt: Kritisiert wird, dass die Produkte zu teuer, zu kompliziert und intransparent sind, mit geringer Rendite und hohen Kosten (Abschluss-/Verwaltungskosten), weshalb sie für viele Geringverdiener unattraktiv ist und die Versorgungslücken nicht schließt. Die Neuregelung (Riester 2.0) soll flexiblere Produkte mit besseren Renditechancen und geringeren Kosten einführen, bestehende Verträge können aber weitergeführt oder gewechselt werden.

Was ist das Problem mit Riester?

Die größten Probleme der Riester-Rente sind hohe Kosten (Abschluss- und Verwaltungskosten), die Renditeschwäche durch die gesetzliche Beitragsgarantie, die zu konservativen Investments zwingt, und die Komplexität der Verträge, die zu Fehlern bei der Zulagenbeantragung führt. Dies resultiert oft in einer niedrigen Nettorendite, bei der die staatlichen Förderungen die hohen Kosten kaum ausgleichen, sowie in einer nachträglichen Besteuerung der Renten im Alter. Auch die eingeschränkte Vererbbarkeit und die Intransparenz sind Kritikpunkte, weshalb die Verträge tendenziell sinken. 

Warum gibt es keine Riester-Rente mehr?

Teuer, wenig Rendite, wenig Flexibilität: Das soll sich jetzt ändern. Weil sich die Riester-Rente als Flop erwiesen hat, soll es neue staatlich geförderte Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge geben. Das hat das Bundeskabinett Mitte Dezember 2025 in Berlin beschlossen.

Wann wird Riester abgeschafft?

Ab 2027 können allerdings keine Verträge mehr nach altem Riester-Modell abgeschlossen werden.

Warum lohnt sich eine Riester-Rente nicht mehr?

Kritikpunkte: Niedrige Zinsen, hohe Kosten und komplizierte Vertragsbedingungen machen die Riester-Rente für viele unattraktiv. Die Rendite ist oft gering. Alternativen: ETFs, Fonds oder andere flexible Anlageformen bieten oft höhere Renditen und geringere Kosten als die Riester-Rente.

Schlechter Riester Vertrag - was tun? | Die Möglichkeiten

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Warum ist die Riester-Rente ein Flop?

Die Hauptnachteile der Riester-Rente sind hohe Kosten, niedrige Renditen aufgrund der Beitragsgarantie (die zu zinsarmen Anlagen zwingt), komplexe Verträge, die volle Besteuerung der Rentenzahlungen im Alter und eingeschränkte Verfügbarkeit des Kapitals, was die Attraktivität gegenüber Alternativen wie ETFs mindert. Auch Geringverdiener haben oft wenig Vorteil, da die Grundsicherung ihre „Aufstockung“ mindert.
 

Wie viel Rente sollte man mit 40 Jahren angespart haben?

Für Personen ab 40 Jahren empfiehlt Fidelity in seinen Richtlinien zur Altersvorsorge einen Sparbetrag in Höhe des Zweifachen ihres Jahresgehalts¹ , damit sie im Ruhestand ihren Lebensstandard halten können.

Was ändert sich 2025 bei Riester-Rente?

Bei Einführung der Riester-Rente lag der gesetzliche Garantiezins, der generell für die gesamte Dauer eines Vertrags gilt, noch bei 3,25 Prozent. Nach jahrelangem Sinkflug bis auf 0,25 Prozent wurde er zu Jahresbeginn 2025 auf 1 Prozent angehoben.

Soll man die Riester-Rente stilllegen?

Ja, eine Riester-Rente stillzulegen (beitragsfrei zu stellen) ist oft sinnvoller als eine Kündigung, da Sie das angesparte Guthaben und die staatlichen Zulagen nicht zurückzahlen müssen und das Kapital weiter verzinst wird, auch wenn keine neuen Zulagen fließen und Sie die Beiträge pausieren können. Eine Kündigung führt fast immer zu Verlusten, da erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückgefordert werden, was sie zur schlechtesten Option macht, besonders bei Verträgen mit langer Laufzeit. 

Welche Alternativen gibt es zu Riester?

Gute Alternativen zur Riester-Rente sind die Rürup-Rente (Basisrente) (für Selbstständige/Gutverdiener mit Steuervorteilen), die betriebliche Altersvorsorge (bAV) für Angestellte, renditeorientierte ETFs/Fondssparpläne (für langfristig Sparwillige) sowie klassische private Rentenversicherungen (für Sicherheitsorientierte), je nach individueller Situation und Risikobereitschaft. Auch staatlich geförderte Altersvorsorge-Depots, die mehr Risiko und Rendite ermöglichen, werden als Nachfolger diskutiert. 

Warum ist die Riester-Rente gescheitert?

Die Riester-Rente gilt oft als gescheitert wegen hoher Kosten, Intransparenz und niedriger Renditen, die den Nutzen schmälern, besonders bei Versicherungsverträgen. Kritisiert werden auch bürokratische Hürden, die vielen Sparern die volle staatliche Zulage verwehren und Verträge unattraktiv machen, wodurch viele Riester-Verträge stillgelegt oder gekündigt werden. 

Was passiert mit der Rente ab 2025?

Ab 2025 gibt es eine jährliche Rentenerhöhung um 3,74 % zum 1. Juli, das Rentenniveau wird bei 48 % stabilisiert, die Mütterrente III verbessert die Kindererziehung, die Besteuerung der Rente steigt langsamer, und Erwerbsminderungsrentner erhalten einen Zuschlag sowie höhere Hinzuverdienstgrenzen, wobei ab Dezember 2025 der Zuschlag direkt in die Rente integriert wird. 

Für wen lohnt sich Riester noch?

Die Riester-Rente lohnt sich besonders für Familien mit Kindern (wegen der hohen Kinderzulagen), Geringverdiener (hohe staatliche Zulagen im Verhältnis zum Einkommen), Alleinerziehende und Beamte/Arbeitslose mit Kinderbezug, da sie von den Zulagen profitieren und oft besser verdienen, wenn sie rentenversicherungspflichtig waren; auch Gutverdiener können durch Steuervorteile profitieren, sollten aber Alternativen prüfen. 

Warum kündigen so viele die Riester-Rente?

Hohe Kosten und niedrige Renditen machen diese Option zunehmend unattraktiv. Bestehende Verträge werden zudem vielfach nicht mehr bespart. Für Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu ist das Vorhaben, eine verlässliche Altersvorsorge durch die staatlich geförderte Riester-Rente zu ermöglichen mittlerweile gescheitert.

Warum hat die Riester-Rente einen schlechten Ruf?

Wenig Rente nach einer langen Phase des Ansparens: Die Riester-Rente leistet Experten zufolge keine ausreichende private Zusatzvorsorge fürs Alter. Sie bemängeln, dass hohe Gebühren einen Gutteil des Kapitals schon vor Rentenantritt aufzehren.

Was ist besser als Riester-Rente?

Rürup kann also eine sinnvolle Alternative zu Riester sein. Die Rürup–Rente richtet sich unter anderem an Personen, die nicht pflichtversichert sind. Also Personen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen, aber dürfen. Sie ist demnach nicht auf bestimmte Personengruppen beschränkt.

Wie komme ich aus Riester raus?

Eine Riester-Rente kann man kündigen, muss aber mit finanziellen Verlusten rechnen, da Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen, was den Rückkaufswert mindert. Die Kündigung erfolgt schriftlich mit Vertragsnummer, Widerruf der Einzugsermächtigung und Angabe der Bankdaten, meist mit 6 Wochen Frist zum Monatsende. Alternativen sind Beitragsfreistellung, Pausieren oder Anbieterwechsel, was oft vorteilhafter ist, da die Kündigung wegen der "schädlichen Verwendung" meist nicht ratsam ist. 

Was passiert, wenn ich meine Riesterte kündige?

Wenn Sie Ihre Riester-Rente kündigen, müssen Sie alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen, was zu erheblichen finanziellen Verlusten führen kann, da der Nettobetrag oft deutlich geringer ausfällt als das angesparte Guthaben. Der Anbieter fordert die Förderungen bei der Zentralen Zulagenstelle (ZfA) zurück und zieht diese vom Guthaben ab. Es ist meist sinnvoller, den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder auf einen anderen Vertrag umzuschichten, um die Verluste zu minimieren. 

Ist es seriös, eine Riester-Rente zu verkaufen?

Einen Riester-Vertrag können Sie nicht seriös wie eine Lebensversicherung verkaufen, da er staatlich gefördert wird; eine Kündigung führt zur Rückzahlung aller Zulagen und Steuervorteile (schädliche Verwendung), was sich meist nicht lohnt, aber Sie können ihn beitragsfrei stellen, wechseln, ruhen lassen oder einen Widerruf prüfen. Seriöse Alternativen zur Kündigung sind Anbieterwechsel (oft problemlos), Beitragsfreistellung oder Reduzierung, um Kosten zu vermeiden und Förderungen zu erhalten, falls Sie nur kurzfristig Liquidität benötigen.
 

Wann sollte man sich die Riester-Rente auszahlen lassen?

Die Riester-Rente wird normalerweise mit dem Eintritt in die Regelaltersrente ausgezahlt, aber frühestens mit 62 Jahren (Verträge vor 2012: ab 60 Jahren), wobei eine vollständige Einmalauszahlung von bis zu 30 % des Guthabens möglich ist, der Rest wird lebenslang monatlich gezahlt. Eine frühere Auszahlung ist möglich, führt aber zur Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen. 

Kann ich 2025 noch mit 63 Jahren in Rente gehen?

Im Jahr 2025 erfüllen Sie die erste Voraussetzung von mindestens 45 Beitragsjahren. Sie sind im Jahr 2025 aber erst 61 Jahre alt und können daher noch nicht in den Ruhestand gehen. Mit Abschlägen können Sie die Rente mit 63 Jahren in Anspruch nehmen. Abschlagsfrei können Sie mit 65 Jahren in Rente gehen.

Wie geht es mit Riester weiter?

Mit der Riester-Rente passiert im Ruhestand, dass sie als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt wird, ergänzend zur gesetzlichen Rente, wobei Sie zu Beginn bis zu 30 % als Einmalbetrag entnehmen können; aktuell gibt es zudem Diskussionen über eine Reform hin zu einem neuen Altersvorsorge-System ab 2027, in das bestehende Verträge wechseln könnten. Wichtig ist, dass das angesparte Guthaben (Beiträge, Zulagen, Zinsen) garantiert erhalten bleibt, aber bei Kündigung die staatliche Förderung entfällt und die Zulagen zurückgezahlt werden müssen. 

Wie viel Vermögen braucht man, um mit 60 in Rente zu gehen?

Tabelle mit 4 Spalten und 7 Zeilen. Wer ab 60 kein Einkommen mehr hat, muss den Bedarf bis zum Rentenbeginn vollständig aus seinem Ersparten decken. Bei Ausgaben von 3.500 Euro pro Monat beispielsweise ergibt das einen jährlichen Bedarf von 42.000 Euro. Für die Dauer von sieben Jahren sind 294.000 Euro notwendig.

Wie viel Geld braucht man, um mit 50 in Rente zu gehen?

Um mit 50 in Rente zu gehen, braucht man je nach Lebensstil mehrere hunderttausend bis über eine Million Euro, um die Zeit bis zur gesetzlichen Rente (ca. 67) zu überbrücken und den gewohnten Lebensstandard zu halten, wobei Faustregeln eine Summe von dem Fünf- bis Zehnfachen des Jahresnettoeinkommens empfehlen und die benötigte Summe stark von individuellen Faktoren wie Konsum, Ausgaben (Miete), Rendite der Anlagen und der Lebenserwartung abhängt. 

Wie viel Vermögen braucht man, um mit 40 in Rente zu gehen?

So viel sollten Sie mit 40 für den Ruhestand bereits auf dem Konto haben. Mit 40 Jahren sollten Sie bereits deutlich mehr Geld zurückgelegt haben – rund 114.000 Euro. Diese Zahl ergibt sich aus folgenden Überlegungen: Ein 40-Jähriger verdient in Deutschland im Schnitt 52.221 Euro brutto pro Jahr.