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Warum bei 90 Grad Einkochen?

Gefragt von: Frau Dr. Gesine Pietsch B.Eng.  |  Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2026
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Man kocht bei 90 °C ein, weil diese Temperatur ausreichend ist, um die meisten Mikroorganismen abzutöten und Lebensmittel haltbar zu machen, insbesondere bei längerem Einkochen, was Sporen abtötet und so das Risiko von Lebensmittelvergiftungen wie Botulismus reduziert, wobei die Zeit je nach Lebensmittel variiert (Obst: kürzer, Gemüse/Fleisch: länger). Die 90-Grad-Methode ist sicher für viele Lebensmittel, erfordert aber Präzision bei Zeit und Temperatur, da die Dauer entscheidend ist, um die Sporen von Clostridium botulinum zuverlässig abzutöten.

Wie lange bei 90 Grad Einkochen?

Die heiße Soße in Einmachgläser abfüllen und sofort verschließen. Anschließend die Gläser in einen Topf stellen und mit soviel Wasser füllen, sodass die Gläser zu drei Viertel im Wasser stehen. Das Wasser auf 90 Grad Celsius erhitzen und die Soße 30 Minuten einkochen lassen.

Wie erkenne ich Botulismus im Glas?

Botulismus im Glas erkennt man oft an äußeren Anzeichen wie aufgeblähten Deckeln (Bombagen), losen Deckeln (bei WECK-Gläsern) oder einem gelösten Vakuum, sowie an verdächtigen Veränderungen wie Trübungen, seltsamen Gerüchen oder schaumigem Inhalt. Das Tückische: Einige Bakterienstämme bilden das Toxin, ohne Gas zu produzieren, sodass das Glas äußerlich perfekt erscheinen kann; hier hilft nur vollständiges Erhitzen auf 100 °C vor dem Verzehr von selbstgemachten Konserven (besonders bei Gemüse und Fleisch), um das Gift zu zerstören. 

Welche Nachteile hat das Einkochen im Backofen?

Nachteile für das Einkochen von Fleisch und Fertiggerichten im Backofen: Die Einkochzeit dauert sehr viel länger. Das Einkochgut wird dadurch viel zu sehr durchgekocht. Der Energieverbrauch ist viel höher als bei anderen Methoden wie z.

Welche Temperatur sollte man zum Einkochen verwenden?

Die Einkochtemperatur liegt je nach Lebensmittel meist zwischen 75 °C und 100 °C, wobei die Zeitmessung erst beginnt, wenn die Zieltemperatur erreicht ist; Obst und weiches Gemüse benötigen oft weniger Hitze (z.B. 80-90 °C), während härteres Gemüse, Suppen und Fleischwaren bis zu 100 °C und eine längere Einkochzeit (60-90 Min.) brauchen, um Mikroorganismen sicher abzutöten und ein Vakuum zu erzeugen. Ein Thermometer ist wichtig, um die Kerntemperatur zu kontrollieren. Milchprodukte erfordern sogar 119 °C, was einen Schnellkochtopf nötig macht.
 

Properly preserve fruit and vegetables by canning

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Welche Lebensmittel kann man bei 100 Grad Einkochen?

Bei Fleisch oder proteinreichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten sind sogar 100 Grad Celsius erforderlich, um diese sicher einzukochen. Suppen oder vegetarische Eintöpfe sollten – je nach Rezept – mindestens eine Stunde eingekocht werden, Fleischgerichte wie Gulasch oder Bolognese sogar zwei.

Was kann man beim Einkochen falsch machen?

Was du beim Einkochen vermeiden solltest

  • Deckel aus beschichtetem Metall wiederverwenden. ...
  • Deckel aus beschichtetem Metall in Essigwasser bzw. ...
  • Deckel aus beschichtetem Material im Geschirrspüler waschen. ...
  • Gummidichtungen auskochen oder in Essig / Alkohol einlegen. ...
  • Ölhaltige Füllgüter: ...
  • Kalte Gläser heiß füllen.

Kann man normale Schraubgläser zum Einkochen nehmen?

Schraubgläser eignen sich gut zum Einkochen, wenn sie hitzebeständig sind (Twist-Off-Deckel mit spezieller Dichtung für höhere Temperaturen) und hygienisch vorbereitet werden (Sterilisieren in kochendem Wasser oder Backofen), wobei der Inhalt mit 2-3 cm Abstand zum Rand eingefüllt wird, um Platz für Ausdehnung zu lassen, und die Gläser fest verschraubt werden, um ein Vakuum zu erzeugen. Ob ein Vakuum entstanden ist, lässt sich am „Plopp“ (einrastende Deckelmitte) oder einem Murmel-Test erkennen, bevor die Gläser bei 80-100°C im Wasserbad oder Einkochtopf nacherhitzt werden.
 

Woher weiß ich, ob das Einkochen funktioniert hat?

Der Deckel sollte beim Anheben danach am Glas festsitzen (Deckelprobe), dann hat alles funktioniert. Bei Schraubgläsern erkennt man dies am nach unten gewölbten Deckel. Sind Lebensmittel verdorben oder hat das Einkochen nicht funktioniert, lässt sich das daran erkennen, dass Luft eingedrungen ist.

Bei welcher Temperatur stirbt Botulismus?

Die Neurotoxine selbst sind hitzelabil und werden bei Temperaturen oberhalb von 80°C zerstört.

Wie verhindere ich Botulismus beim Einkochen?

Um Botulismus beim Einkochen zu vermeiden, müssen Sie säurearme Lebensmittel (Fleisch, Gemüse) mit einem Druckkochtopf auf 121 °C erhitzen oder sie zweimal im Abstand von 1-2 Tagen im Wasserbad auf 100 °C erhitzen, dazwischen bei Raumtemperatur lagern, um Sporen keimen zu lassen und abzutöten. Alternativ säuern Sie Lebensmittel mit Essig/Zitronensaft an (pH-Wert < 4,6) oder nutzen sichere Methoden wie Einfrieren, da die Sporen von Clostridium botulinum sehr hitzeresistent sind.
 

Was darf nicht eingekocht werden?

Nüsse wie beispielsweise Walnüsse eignen sich nicht zum Einkochen.

  • Glutenhaltige Produkte, da es sonst gären würde (z.B. Weizen, Dinkel, Hafer)
  • Glutenhaltige Gemüsebrühe.
  • Frische Petersilie sowie gefriergetrocknete Petersilie. ...
  • Gemüsebrühe mit Petersilie (wenn kein Pulver)
  • Milch und Milchprodukte (auch Butter)

Kann ich Schraubgläser Einkochen, wenn sie fest zugeschraubt sind?

Schraubgläser eignen sich gut zum Einkochen, wenn sie hitzebeständig sind (Twist-Off-Deckel mit spezieller Dichtung für höhere Temperaturen) und hygienisch vorbereitet werden (Sterilisieren in kochendem Wasser oder Backofen), wobei der Inhalt mit 2-3 cm Abstand zum Rand eingefüllt wird, um Platz für Ausdehnung zu lassen, und die Gläser fest verschraubt werden, um ein Vakuum zu erzeugen. Ob ein Vakuum entstanden ist, lässt sich am „Plopp“ (einrastende Deckelmitte) oder einem Murmel-Test erkennen, bevor die Gläser bei 80-100°C im Wasserbad oder Einkochtopf nacherhitzt werden.
 

Kann man zu lange Einkochen?

Ja, man kann Lebensmittel zu lange einkochen, was zwar meist nicht gesundheitsschädlich ist (solange der Einkochprozess korrekt war), aber zu Qualitätseinbußen führt: Das Gargut wird oft matschig, zerfällt (besonders bei Fleisch), verliert an Geschmack und Konsistenz, und bei falscher Temperatur- und Zeitwahl besteht immer das Risiko von Botulismus-Keimen, die bei zu kurzen Zeiten überleben können, daher wird bei eiweißhaltigen Lebensmitteln ein zweites Einkochen nach 1-2 Tagen (Tyndallisation) empfohlen. 

Kann ich Sauerkraut im Einkochautomaten Einkochen?

Sauerkraut im Einkochautomaten einzukochen stoppt die Gärung und macht es haltbar, indem man es nach der Fermentation in saubere Gläser füllt, mit etwas Flüssigkeit bedeckt, fest verschließt und dann für etwa 120 Minuten bei 100 °C im Automaten erhitzt, um Keime abzutöten und die Gläser luftdicht zu versiegeln. Achten Sie darauf, die Ränder sauber zu wischen und die Gläser richtig zu verschließen, damit das Kraut später nicht schlecht wird.
 

Warum stellt man Marmeladengläser nicht mehr auf den Kopf?

Das Umdrehen von Marmeladengläsern war lange üblich, ist heute aber nicht mehr notwendig. Entscheidend für eine lange Haltbarkeit bleiben Hygiene, Hitze und schnelles Arbeiten. Wer mag, kann das Glas nach dem Verschließen noch kurz auf den Kopf stellen, nötig ist es allerdings nicht.

Kann ich Gläser beim Einkochen übereinander stapeln?

Ja, man kann Gläser beim Einkochen übereinander stapeln, aber nur unter bestimmten Bedingungen: Sie müssen stabil stehen (z.B. auf einem Gitter oder Tuch), der Einkochtopf muss hoch genug sein, und das Wasser muss die obersten Gläser mindestens zu zwei Dritteln bedecken, damit die Wärme richtig zirkulieren kann; oft wird eine Pyramiden-Struktur (zwei unten, eins oben) empfohlen, um Stabilität und Zirkulation zu gewährleisten. 

Was tun, damit das Glas nicht platzt?

Die wichtigste Maßnahme ist das Vorwärmen. Dazu reicht es in der Regel aus, die Einmachgläser und Flaschen vor dem Abfüllen heiß auszuspülen. Bei geringen Temperaturunterschieden von nicht mehr als 30 Grad dehnt sich Glas an Außen- und Innenseite nämlich gleichmäßig aus.

Warum keine Sahne Einkochen?

Man sollte Sahne nicht einfach einkochen, weil sie bei hohen Temperaturen ausflockt (Fett trennt sich) und die Haltbarkeit negativ beeinflusst wird; Milchprodukte sind generell schwierig, da sie schnell sauer oder ranzig werden können, wenn sie nicht korrekt behandelt werden, was die Haltbarkeit drastisch reduziert oder das Gericht ungenießbar macht. Stattdessen sollte Sahne erst nach dem Einkochen frisch hinzugefügt werden, oder man verwendet spezielle Kochsahne und achtet auf geringe Hitze und kurze Kochzeiten, um ein Gerinnen zu verhindern.
 

Wie lange müssen die Gläser nach dem Einkochen auf dem Kopf stehen?

Einmachgläser stellt man nach dem Befüllen mit heißem Inhalt für etwa 10 Minuten auf den Kopf, damit die Hitze den oberen Rand und den Deckel sterilisiert und ein Vakuum bildet; danach werden sie wieder umgedreht und auf einem Tuch langsam abgekühlt, aber maximal 5-10 Minuten stehen gelassen, damit die Marmelade nicht im Deckel geliert, sagt Leifheit. Eine zusätzliche kurze Zeit (2-3 Min.) kann Keime abtöten, ist aber bei sehr sauberem Arbeiten (sterilisierten Gläsern) und hohem Zuckergehalt nicht zwingend nötig, wird aber oft empfohlen, um auf Nummer sicher zu gehen, so REWE und Bayerischer Rundfunk. 

Welche Nachteile hat das Einkochen?

Nachteile beim Einkochen sind höherer Zeit- und Energieaufwand, signifikanter Vitaminverlust (besonders B & C), das Risiko von Fehlern (Verderb durch Botulismus bei Fleisch/Gemüse) und eingeschränkte Eignung für kleine Mengen, wobei der Geschmack und die Konsistenz sich ändern können. Die Sicherheit ist nur bei korrekter Durchführung gewährleistet, da Bakterien wie Clostridium botulinum säurearme Lebensmittel gefährden können, was eine doppelte Erhitzung erfordert.
 

Wann entsteht Botulismus beim Einkochen?

Das Gute: Das Botulinumtoxin ist sehr hitzelabil und kann schon in 5 Minuten bei 80 °C oder in 1 Minute bei 85 °C unschädlich gemacht werden.

Kann man Marmelade auch kalt in Gläser füllen?

Eine der einfachsten Techniken ist die Heißabfüllung von Früchten. Man kann aber auch Obst kalt in Gläser füllen und im Topf einkochen.

Wie kann ich Essen im Glas Einkochen, um es länger haltbar zu machen?

Essen im Glas einkochen bedeutet, vorbereitete Lebensmittel (Obst, Gemüse, Suppen, Fertiggerichte) heiß in saubere Gläser zu füllen, diese zu verschließen und im Wasserbad bei ca. 100°C für 30-60 Minuten zu erhitzen, um ein Vakuum zu erzeugen und sie haltbar zu machen. Dabei werden die Gläser auf ein Tuch oder einen Rost in einen Topf gestellt, mit Wasser bedeckt und erhitzt, bis die Gläser nicht mehr klappern. Wichtig sind saubere Gläser, 2 cm Freiraum zum Rand und das Erhitzen bis kurz vor das Sprudeln, um das Vakuum zu bilden.
 

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