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Wann ist der GFR erhöht?

Gefragt von: Hanspeter Dietrich  |  Letzte Aktualisierung: 26. April 2026
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Eine erhöhte GFR (glomeruläre Filtrationsrate) von über 90 ml/min bedeutet eine normale bis gesteigerte Nierenfunktion, kann aber auch auf eine beginnende Nierenschädigung hinweisen, bei der sich die Nieren kompensatorisch anstrengen, um die Funktion aufrechtzuerhalten; auch physiologisch kann sie während der Schwangerschaft oder nach proteinreicher Kost ansteigen.

Wann ist GFR erhöht?

Anhand der geschätzten GFR können Mediziner*innen beurteilen, wie es um die Nieren steht: Ein Wert von 90 oder höher liegt im Normalbereich. Ein Wert von 60–89 kann eine Nierenerkrankung im Frühstadium bedeuten. Ein Wert von 15–59 weist auf eine Nierenerkrankung hin.

Welcher GFR-Wert in welchem Alter?

Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) nimmt mit dem Alter ab, was ein normaler physiologischer Prozess ist, wobei die Nierenfunktion ab etwa 40 Jahren um ca. 1 ml/min/Jahr sinkt. Während ein Wert unter 60 ml/min/1,73m² oft als Niereninsuffizienz gilt, werden bei älteren Menschen angepasste Schwellenwerte verwendet, da der starre Wert zu einer Überdiagnose führen kann; so können Werte > 45 ml/min bei über 65-Jährigen als normal angesehen werden, wenn keine Albuminurie vorliegt. 

Kann sich der GFR-Wert verändern?

Je nach Tageszeit kann die GFR um bis zu einem Drittel schwanken. Das Alter hat ebenfalls einen Einfluss auf die glomeruläre Filtrationsrate. Der Gipfel wird bei Ende des Wachstums mit ca. 20 Jahren erreicht.

Kann sich der GFR-Wert wieder verbessern?

Ja, der GFR-Wert (glomeruläre Filtrationsrate) kann unter bestimmten Umständen wieder steigen, besonders wenn der Abfall durch vorübergehende Faktoren (Dehydrierung, Medikamente wie SGLT2-Hemmer) verursacht wurde, während bei einer chronischen Niereninsuffizienz die Erholung oft nicht vollständig ist, aber durch Behandlung verlangsamt und stabilisiert werden kann. Ein GFR-Anstieg ist möglich, wenn die Ursache behoben wird, aber bei dauerhafter Schädigung ist eine vollständige Regeneration unwahrscheinlich, jedoch können Maßnahmen die Funktion erhalten. 

Creatinine, GFR, urea. Kidney laboratory values.

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Kann das Trinken von mehr Wasser die GFR verbessern?

Nach 12 Monaten zeigte sich, dass die Flüssigkeitsmenge keinen signifikanten Einfluss auf die glomeruläre Filtrationsrate bzw. Nierenfunktion hatte. Es gibt daher keine Begründung für eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr bei Patienten nach Nierentransplantationen.

Was kann ich tun, wenn mein GFR schlecht ist?

Ein zu niedriger GFR-Wert erfordert eine ärztliche Abklärung, um die Ursache (wie Diabetes, Bluthochdruck) zu finden und zu behandeln. Wichtig sind eine nierenfreundliche Ernährung (salz-, phosph-, oft auch kalium- und eiweißarm) und die Anpassung von Medikamenten, wobei in fortgeschrittenen Stadien (GFR < 15 ml/min) Dialyse oder Transplantation nötig werden können. Der Fokus liegt auf der Verlangsamung der Verschlechterung durch Lebensstiländerungen und Medikamentenanpassung, um die Nierenfunktion so lange wie möglich zu erhalten.
 

Ist der GFR-Wert abhängig von der Trinkmenge?

Ja, die Trinkmenge beeinflusst den GFR-Wert (Glomeruläre Filtrationsrate), aber nicht immer so, wie man denkt: Ausreichend Trinken ist wichtig, aber übermäßiges Trinken bei bereits bestehender Niereninsuffizienz kann sogar schaden, während Dehydrierung den GFR-Wert künstlich senken kann (wegen dickflüssigerem Blut). Bei gesunden Menschen gibt es kaum einen langfristigen Effekt, aber bei Nierenproblemen ist die richtige, individuell angepasste Trinkmenge entscheidend, wobei Ärzte oft eine moderate Menge empfehlen, nicht exzessives "Spülen".
 

Ist es möglich, schlechte Nierenwerte zu verbessern?

Bei chronischen Nierenleiden ist eine Regenerierung nicht möglich. Sie stellen nach und nach ihre Funktion ein. Wird die chronische Niereninsuffizienz allerdings früh erkannt, kann sie in einigen Fällen geheilt oder verlangsamt werden. Im Spätstadium helfen nur die Dialyse oder eine Transplantation.

Ist ein GFR-Wert von 26 normal?

Eine GFR von 26 ml/min sagt z.B. aus, dass die Funktion Ihrer Nieren bei rund 26 % der normalen Leistung liegt.

Welche Anzeichen deuten auf schlechte Nierenwerte hin?

Schlechte Nierenwerte (z.B. erhöhte Kreatinin- oder Cystatin-C-Werte) deuten auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin und können zu Symptomen wie Müdigkeit, Wassereinlagerungen (Ödeme), Bluthochdruck, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder veränderter Urinproduktion führen, wobei sich die Probleme oft schleichend entwickeln. Ursachen sind häufig Diabetes, Bluthochdruck oder Medikamentenmissbrauch, aber auch Alterungsprozesse. Eine frühzeitige Abklärung beim Arzt ist wichtig, da eine Nierenschwäche das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht und langfristig zu ernsthaften Komplikationen führen kann. 

Wie viel GFR ist pro Jahr normal?

Als Faustregel gilt ein Verlust der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von 1 ml/min pro Jahr. Nun wurde die bisher breiteste Analyse altersabhängiger Referenzwerte publiziert.

Was ist wichtiger, Kreatinin oder GFR?

Eine zusätzliche Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) oder der Kreatinin-Clearance sei unabdingbar. Die Begriffe dürften jedoch nicht synonym verwendet werden. „Die Kreatinin-Clearance ist im Durchschnitt immer 10 bis 20 Prozent höher als die GFR«, so der Mediziner.

Welche Nierenwerte sind im Alter normal?

Im Alter sind die Nierenwerte (besonders die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, eGFR) altersabhängig und sinken natürlicherweise, wobei Werte bei älteren Männern (z. B. 75 Jahre) zwischen 50-80 ml/min und bei Frauen entsprechend niedriger liegen können, während junge Erwachsene bei >90 ml/min liegen. Eine altersgerechte Nierenfunktion bedeutet, dass die Werte nicht so stark abfallen, wie bei einer Krankheit, zum Beispiel gelten bei 70-80-Jährigen Werte ab 40 ml/min noch als normal. Wichtig ist der Trend, nicht nur der absolute Wert, da ein allmählicher Rückgang (ca. 1 ml/min pro Jahr nach 40) normal ist.
 

Ist farbloser Urin ein Anzeichen für Niereninsuffizienz?

Im Frühstadium eines chronischen Nierenversagens können Betroffene einen häufigeren Harndrang verspüren. Der Urin kann farblos und schaumig sein. Weitere häufige Symptome sind hoher Blutdruck und das Anschwellen der Beine.

Welcher GFR-Wert ist bedenklich?

Ein GFR-Wert wird ab unter 90 ml/min als leicht eingeschränkt betrachtet, wobei Werte unter 60 ml/min auf eine chronische Nierenerkrankung hinweisen, die in Stadien von leicht (60-89) über moderat (30-59) bis schwer (15-29) eingeteilt wird, wobei unter 15 ml/min auf Nierenversagen hindeutet und eine sofortige Behandlung erfordert. Bedrohlich wird es, wenn Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Wassereinlagerungen auftreten, besonders bei GFR-Werten im Bereich von < 30 ml/min. 

Was verfälscht den GFR-Wert?

Adipositas verfälscht Werte

Die MDRD-Formel bezieht die GFR auf eine standardisierte Körperoberfläche von 1,73 m2, weshalb der errechnete Wert anschließend noch an die individuelle Körperoberfläche angepasst werden muss.

Wie bekomme ich gute Nierenwerte?

5 Tipps für eine gesunde Niere:

  • Kontrolle des erhöhten Blutdrucks und Blutzuckerspiegel.
  • Gesunde Ernährung: eiweißarme Ernährung/salzarme Ernährung.
  • Abnehmen.
  • Rauchen aufgeben.
  • Vermeidung bestimmter Schmerzmedikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen.

Wie schnell verändert sich der GFR-Wert?

1 ml/min pro Jahr altersbedingt ab. So liegt die altersangepasste normale GFR eines 80jährigen Mannes bei ca. 50 - 80 ml/min. Obwohl das Alter bei der Berechnung der GFR mit eingeht, unterschätzt die aktuelle KDOQI/KDIGO-Einteilung der chronischen Niereninsuffizienz das "Altersproblem".

Wie lässt sich der GFR-Wert verbessern?

Der eGFR-Wert lässt sich kaum verbessern, aber er kann stabilisiert werden. Der uACR-Wert kann hingegen in der Tat verbessert werden. Das können Hausärzte und Hausärztinnen tun, um den Albumin-Wert im Urin zu senken und die Nieren zu schützen: 1.

Werden die Nierenwerte besser, wenn man mehr trinkt?

Auch was die Niere angeht, gibt es keine Daten, die zeigen, dass beim Menschen eine hohe Trinkmenge die Progression von chronischen Nierenerkrankungen verlangsamt“, erklärt die Expertin. Davon ausgenommen sind selbstverständlich akute Dehydrationszustände.

Ist ein GFR-Wert von 130 normal?

Wie hoch ist der normale GFR-Wert? Der normale Bereich für die glomeruläre Filtrationsrate ist alters- und geschlechtsabhängig. Generell gelten Werte ab 90 ml/min als normal. Bei gesunden Menschen mit einer durchschnittlichen Körperoberfläche gelten GFR-Werte zwischen 90 und 130 ml/min als normal.

Was ist gift für die Nieren?

Es kommt zu erhöhten Konzentrationen harnpflichtiger Substanzen im Blut. Solche Substanzen sind beispielsweise Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure. Wenn sich diese Stoffe im Organismus ansammeln, führen dies zu einer Vergiftung und Überwässerung des Körpers.

Können schlechte Nierenwerte wieder besser werden?

In vielen Fällen erholt sich die Nierenfunktion nach einer akuten Nierenschwäche wieder. Vor allem wenn Flüssigkeits- oder Blutverluste, niedriger Blutdruck oder Giftstoffe erfolgreich behandelt wurden, können die Nieren ihre Arbeit wieder aufnehmen.

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