Wann darf ein Arzt einen Patienten ablehnen?
Gefragt von: Piotr Vogel | Letzte Aktualisierung: 5. Juli 2026sternezahl: 4.6/5 (39 sternebewertungen)
Ein Arzt darf Patienten ablehnen, wenn kein medizinischer Notfall vorliegt und triftige Gründe bestehen, wie z.B. Überlastung der Praxis, ein gestörtes Vertrauensverhältnis (z. B. durch Missachtung von Anweisungen, Beleidigungen) oder Forderungen nach medizinisch nicht indizierten Leistungen. Auch fehlende Fachkenntnisse oder Ausstattung für eine spezielle Behandlung können eine Ablehnung rechtfertigen, wobei die Ablehnung immer gut begründet und dokumentiert werden muss.
Kann ein Arzt einen Patienten ablehnen?
Ja, ein Arzt kann einen Patienten grundsätzlich ablehnen, solange kein Notfall vorliegt, aber nur in gut begründeten Fällen, wie bei Überlastung, gestörtem Vertrauensverhältnis, fehlender Fachkompetenz oder unzumutbarem Verhalten des Patienten. In Notfallsituationen besteht eine Behandlungspflicht. Eine Ablehnung muss nachvollziehbar sein, um Diskriminierung zu vermeiden und kann bei ungerechtfertigter Verweigerung zu Beschwerden bei der Ärztekammer führen.
Kann mein Hausarzt mich rausschmeißen?
Ja, Ihr Hausarzt kann die Behandlung grundsätzlich kündigen oder Sie ablehnen, aber nicht willkürlich und nicht bei akuten Notfällen; es bedarf eines wichtigen Grundes wie gestörtem Vertrauen (z. B. Aggression, Missachtung von Anordnungen) oder Überlastung, und bei Kassenpatienten muss die Kündigung meist zum Quartalsende erfolgen, während Privatpatienten sofort entlassen werden können.
Was tun, wenn kein Arzt neue Patienten aufnimmt?
Wenn kein Arzt neue Patienten aufnimmt, kontaktieren Sie die 116117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) für sofortige Hilfe, die Kassenärztliche Vereinigung oder das Gesundheitsamt zur Vermittlung, suchen Sie Bereitschaftspraxen auf oder nutzen Sie Online-Arztsuchen, da in Notfällen Behandlungszwang besteht und die 116117 bei der Suche helfen kann.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt die Behandlung verweigert?
Wenn ein Patient eine Behandlung verweigert, muss der Arzt ihn umfassend über die Risiken und Folgen aufklären und dies dokumentieren; bei Notfällen besteht eine Behandlungspflicht, ansonsten dürfen Ärzte in bestimmten Fällen (z.B. Unwirtschaftlichkeit) ablehnen, müssen aber Alternativen aufzeigen und können bei unzureichender Aufklärung auch rechtliche Probleme bekommen. Wichtig ist die Kommunikation: Bei Medikamenten verweigert man sie nicht einfach, sondern sucht nach alternativen Darreichungsformen oder Gründen, und bei Pflege verweigern Betreuer oder Angehörige, können Pflegende gemeinsam mit dem Team nach Lösungen suchen.
Behandlungspflicht - Muss ein Arzt einen Patienten behandeln?
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Ist ein Arzt verpflichtet mir zu helfen?
Für den Arzt gilt auch die allgemeine Verpflichtung zur Hilfeleistung (§323c StGB). Auch aus § 7 Abs. 2 Satz 2 Muster Berufsordnung Ärzte (MBO-Ä) wird ersichtlich, dass Ärzte in einem Notfall zur Behandlung verpflichtet sind. Der Arzt muss jedoch nur die unaufschiebbaren Maßnahmen ergreifen.
Was bringt eine Beschwerde bei der Ärztekammer?
Eine Beschwerde bei der Ärztekammer zielt darauf ab, mögliche Behandlungsfehler oder Verstöße gegen Berufspflichten aufzudecken. Der Prozess kann unterschiedliche Ergebnisse haben, von Vermittlung bis hin zu Gutachterverfahren.
Ist ein Arzt verpflichtet, einen Patienten aufzunehmen?
Nein, Ärzte müssen nicht grundsätzlich neue Patienten aufnehmen, aber es gibt wichtige Ausnahmen: Bei Notfällen besteht eine Behandlungspflicht nach § 323c StGB (unterlassene Hilfeleistung). Auch Vertragsärzte dürfen gesetzlich versicherte Patienten nicht willkürlich ablehnen, wenn eine Kassenleistung möglich ist, aber Überlastung oder fehlende Fachkompetenz können eine Ablehnung rechtfertigen. Der Aufnahmestopp wird oft wegen hoher Arbeitsbelastung oder Kapazitätsgrenzen verhängt.
Welche Sätze sollte ein guter Arzt niemals sagen?
Alles wird gut?: Gute Ärzte sagen nie DIESE fünf Sätze
- „Warum haben Sie so lange gewartet, bevor Sie zu uns gekommen sind? “ Dieser Satz sollte tabu sein. ...
- „Alles wird gut! “ ...
- „Sollen wir alles versuchen? “ ...
- „Wir können nichts anderes tun. “ ...
- „Was haben die anderen Ärzte getan oder gesagt? “
Warum lehnen Ärzte neue Patienten ab?
Eine Verweigerung kommt jedoch häufig vor, wenn Ärzt:innen keine Kapazitäten mehr für neue Patient:innen haben, es zu Beleidigungen oder Bedrohungen kommt, ärztliche Anordnungen missachtet werden oder die Behandlung nicht dem medizinischen Fachbereich des Arztes bzw. der Ärztin entspricht.
Wann darf ein Arzt einen Patienten kündigen?
In Ausnahmefällen kann die Behandlungspflicht durchbrochen werden, d. h., Sie können trotz des abgeschlossenen Behandlungsvertrags die Behandlung verweigern oder den Behandlungsvertrag kündigen. Liegt ein solcher Fall vor, berechtigt Sie dies grundsätzlich zur Kündigung.
Was tun, wenn kein Hausarzt mich annimmt?
Kontaktieren Sie das örtliche Gesundheitsamt oder besser die zuständige kassenärztliche Vereinigung: Sie können sich auch an das örtliche Gesundheitsamt wenden, um Informationen über Hausärzte in Ihrer Nähe zu erhalten und eventuelle Fragen zu klären.
Ist ein Arzt zu Hausbesuchen verpflichtet?
Ja, Ärzte sind grundsätzlich verpflichtet, Hausbesuche zu machen, wenn Patienten aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Bettlägerigkeit, hohes Fieber) die Praxis nicht aufsuchen können; dies gilt für Haus- und Fachärzte, die Verpflichtung besteht bei einem Behandlungsvertrag, aber in Notfällen ist immer der Notdienst (112) zu rufen. Der Arzt darf den Besuch nur in Ausnahmefällen ablehnen, muss dann aber für Ersatz sorgen, und kann die Besuche auf vor- oder nachmittags legen.
Kann mein Hausarzt sehen, wenn ich bei einem anderen Arzt war?
Nein, Ihr Hausarzt kann nicht automatisch sehen, bei welchem anderen Arzt Sie waren, da dies dem Datenschutz unterliegt, aber er kann über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die elektronische Patientenakte (ePA) Einblick erhalten, wenn Sie dem zustimmen, oder über die e-Medikationsliste (vor allem in Österreich) und Abrechnungen Informationen bekommen; bei Fachärzten müssen Sie oft aktiv Befunde anfordern, damit Ihr Hausarzt Bescheid weiß, es sei denn, es gibt eine Überweisung oder eine Notwendigkeit zum Informationsaustausch.
Was ist ein Akutpatient?
Akutpatienten sind Menschen mit plötzlich auftretenden, dringenden gesundheitlichen Problemen, die eine sofortige oder sehr zeitnahe Behandlung benötigen, da sonst ernste Schäden drohen. Der Begriff "akut" beschreibt den schnellen Beginn und Verlauf einer Krankheit, im Gegensatz zu chronischen Leiden, und erfordert eine zügige Versorgung, oft ohne festen Termin in speziellen Akut-Sprechstunden oder Notaufnahmen.
Was tun, wenn kein Hautarzt mehr Patienten aufnimmt?
Falls du einen neuen findest, und immernoch keinen Termin bei einem Hautarzt hast, kann dieser dir auch eine Dringlichkeits-Überweisung ausstellen. Nennt sich Hausarztvermittlungsfall.
Wie sagt man danke an einen Arzt?
Um sich bei einem Arzt zu bedanken, sind persönliche Worte der Wertschätzung, die Konkretes benennen (z.B. „Danke für Ihre Geduld/Kompetenz/Empathie“) oft am wirkungsvollsten, entweder direkt (mündlich), per handgeschriebenem Brief, einer Online-Bewertung, oder auch durch ein kleines Geschenk (wie Süßigkeiten für das Team) oder einen Bezug zur Medizin (wie ein Anatomie-Poster, siehe Amazon). Ein handgeschriebener Brief kombiniert mit einer positiven Online-Bewertung wird von Ärzten sehr geschätzt.
Wegen was werden Ärzte am häufigsten verklagt?
Operationsfehler .
Laut MDLinx werden Allgemeinchirurgen am häufigsten in Arzthaftungsprozessen genannt. Chirurgische Fehler bestehen oft darin, am falschen Körperteil zu operieren, OP-Tupfer oder -Instrumente im Körper zurückzulassen oder versehentlich ein Organ zu verletzen.
Kann ich einem Arzt das Vertrauen entziehen?
Wenn Sie einem Arzt das Vertrauen entziehen, können Sie den Behandlungsvertrag kündigen, was bei gesetzlich Versicherten oft nur mit gutem Grund (z. B. Vertrauensverlust, Behandlungsfehler) oder innerhalb des Quartals möglich ist; bei schwerwiegenden Verstößen kann auch die Approbation (Arzt-Zulassung) entzogen werden, was die Landesärztekammer oder zuständige Behörde veranlasst, bei Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit des Arztes, was jedoch ein hoher Maßstab ist, erklärt praktischArzt und tagesschau.de.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt keine Patienten mehr aufnimmt?
Ablehnung verboten: Hier besteht Behandlungspflicht
Hier besteht also eine Behandlungspflicht. Das gilt auch bei Überlastung der Arztpraxis. Sollte die Arztpraxis die Behandlung dennoch ablehnen, kann das laut § 323c des Strafgesetzbuchs (StGB) Absatz 1 als unterlassene Hilfeleistung betrachtet werden und ist strafbar.
Was tun, wenn der Arzt einen nicht annimmt?
Was können Sie tun, wenn der Arzt die Behandlung verweigert? Handelt es sich um eine Notfallsituation und Ihr Arzt lehnt die Behandlung trotzdem ab, verstößt er gegen die Behandlungspflicht. Sie haben hier die Option, eine Beschwerde bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung bzw. Ärztekammer einzureichen.
Wie viel Geld bekommt ein Hausarzt pro Patient?
Ein Hausarzt erhält typischerweise zwischen 20 und 30 Euro pro Kassenpatient und Quartal. Fachärzte bekommen meist etwas mehr: Internisten liegen bei etwa 25 bis 40 Euro, Orthopäden bei 30 bis 50 Euro, und spezialisierte Fachrichtungen wie Radiologen können Quartalspauschalen von 50 bis 60 Euro erreichen.
Was passiert, wenn ich mich bei der Krankenkasse über einen Arzt beschwere?
Bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler sollen gesetzliche Krankenkassen ihre Versicherten unterstützen. Ihre Krankenkasse hilft Ihnen, wenn der Schaden im Rahmen einer Kassenleistung entstanden und noch nicht verjährt ist. Die Krankenkasse kann den Medizinischen Dienst (MD) mit einem Gutachten beauftragen.
Was kann ich tun, wenn mein Arzt mir nicht hilft?
Wenn kein Arzt hilft, suchen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117), die Notrufnummer 112 (bei Lebensgefahr) oder wenden Sie sich an die Kassenärztliche Vereinigung, das Gesundheitsamt, die Ärztekammer oder Selbsthilfegruppen (bei seltenen Krankheiten). Es gibt auch Arztsuchen (z.B. der AOK) oder Beschwerdemöglichkeiten bei Ärzten, wenn Sie sich nicht ernst genommen fühlen (siehe auch "Medical Gaslighting").
Was kann ich tun, wenn mein Arzt unfreundlich ist?
Kassenärztliche Vereinigungen
Wenn eine Ärztin oder ein Arzt diese verletzt, können Beschwerden bei der örtlichen Kassenärztlichen Vereinigung eingereicht werden. Gleiches gilt, wenn Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihre vertragsärztlichen Pflichten nicht einhalten.
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