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Kann man von einer Abtreibung unfruchtbar werden?

Gefragt von: Heinz-Georg Steffen  |  Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2026
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Ein fachgerechter Schwangerschaftsabbruch führt normalerweise nicht zu Unfruchtbarkeit, und eine Schwangerschaft ist oft schon im nächsten Zyklus wieder möglich. Seltene Komplikationen wie Infektionen oder Verwachsungen (Asherman-Syndrom) können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, sind aber meist die Folge von Infektionen oder unsachgemäßer Durchführung, nicht des Abbruchs selbst. Die Angst vor Unfruchtbarkeit ist oft unbegründet und beruht auf Mythen; die überwiegende Mehrheit der Studien zeigt keine langfristigen negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

Wie hoch ist die Chance, nach einer Abtreibung unfruchtbar zu sein?

Statistiken zeigen, dass eine medizinisch korrekt durchgeführte Abtreibung die Fruchtbarkeit in der Regel NICHT negativ beeinflusst; die meisten Studien finden keine Hinweise auf verminderte Fruchtbarkeit danach, und Frauen können danach genauso leicht oder schwer schwanger werden wie zuvor. Seltene Komplikationen wie Infektionen, die zu Verwachsungen führen können (Verklebungen der Gebärmutter), sind die tatsächliche Ursache für mögliche spätere Fruchtbarkeitsprobleme, nicht der Abbruch selbst, und werden durch Antibiotika-Gabe nach dem Eingriff minimiert. 

Was kann eine Abtreibung für Folgen haben?

Die Folgen einer Abtreibung können kurzfristig körperliche Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen sein, während langfristige körperliche Komplikationen wie Unfruchtbarkeit oder Probleme bei späteren Schwangerschaften selten, aber möglich sind. Psychisch können die Reaktionen komplex sein, mit möglichen Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Depressionen, obwohl viele Frauen langfristig keine negativen psychischen Folgen sehen. Wichtig ist die medizinische Nachsorge und psychologische Unterstützung, um mögliche Risiken zu minimieren.
 

Kann man nach einer Abtreibung noch Kinder bekommen?

Ja, in den allermeisten Fällen können Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch problemlos wieder Kinder bekommen, da der Eingriff die Fruchtbarkeit in der Regel nicht beeinträchtigt und eine neue Schwangerschaft bereits im nächsten Zyklus möglich ist. Selten können bei operativen Abbrüchen Verwachsungen auftreten, die eine spätere Schwangerschaft erschweren, oder das Risiko für Frühgeburten leicht erhöht sein, insbesondere nach mehreren Operationen. Eine gute Nachsorge und Verhütung sind wichtig, um Infektionen zu vermeiden und eine sofortige erneute Schwangerschaft zu steuern.
 

Welche Risiken haben Abtreibungen?

Bei 6 von 10.000 Schwangerschaftsabbrüchen treten schwere Blutungen während oder unmittelbar nach dem Eingriff auf. In sehr seltenen Fällen entsteht durch das Verfahren oder eine nachfolgende Infektion Narbengewebe in der Gebärmutterschleimhaut, was zur Sterilität führen kann.

Schwangerschaftsabbruch: Was Ärzte nicht sagen dürfen | Quarks Exklusiv

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Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht. 

Was passiert im Körper nach einer Abtreibung?

Bis einige Tage nach der Behandlung können Sie Rückenschmerzen, Unterleibschmerzen und Blutverlust haben, vergleichbar mit einer normalen Menstruation. Der größte Blutverlust tritt nach 4 – 7 Tagen auf und kann länger als eine normale Regelblutung dauern. Die Blutungen enden oft mit braunem Ausfluss.

Kann eine Ausschabung zu Unfruchtbarkeit führen?

Eine Ausschabung (Kürettage) führt normalerweise nicht zu Unfruchtbarkeit, die Fruchtbarkeit bleibt meist erhalten, und eine erneute Schwangerschaft ist oft schon im nächsten Zyklus möglich, aber bei komplikationslosem Verlauf wird empfohlen, 1-3 Zyklen zu warten, bis sich der Körper erholt hat; sehr seltene Komplikationen wie Vernarbungen (Synechien) können die Einnistung einer Eizelle beeinträchtigen, sind aber selten die Regel, und Infektionen sind behandelbar.
 

Ist ein Schwangerschaftsabbruch eine Fehlgeburt?

Der Begriff „Schwangerschaftsabbruch“ kann sich auf eine Fehlgeburt beziehen, da der medizinische Begriff Spontanabort lautet. Der medizinische Begriff für einen beabsichtigten Schwangerschaftsabbruch wird als eingeleiteter Schwangerschaftsabbruch oder freiwillige Unterbrechung der Schwangerschaft bezeichnet.

Wie hoch ist das Risiko für Restgewebe nach einer Abtreibung?

Bei Einnahme der Abtreibungspille liegt das Risiko auf Restgewebe bei etwa 5 bis 6 %. Bei einer Saugkürettage liegt das Risiko auf Restgewebe bei 1 bis 2 %. In diesen Fällen entscheidet der Arzt nach Rücksprache mit Ihnen, ob zusätzliche Medikamente oder eine (erneute) Kürettage erforderlich ist.

Ist Abtreibung schmerzhaft für das Kind?

Sie kann in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Zur örtlichen Betäubung bekommen Sie eine Spritze rechts und links vom Muttermund, dies ist wenig oder gar nicht schmerzhaft. In einigen Praxen wird vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel gegeben, wodurch Sie ein wenig schläfrig werden.

Hat Abtreibung seelische Folgen?

Psychische Folgen einer Abtreibung sind sehr individuell: Viele Frauen empfinden Erleichterung, andere Trauer oder gemischte Gefühle; häufige Reaktionen sind kurzfristige Verstimmungen oder Schlafstörungen. Langfristige Probleme wie Depressionen, Angststörungen, Schuldgefühle oder Suchtverhalten können auftreten, insbesondere wenn die Entscheidung unter Druck, bei moralischer Ablehnung oder bei Vorbelastungen getroffen wurde. Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme bei Frauen nach einem Abbruch, aber die Betreuung spielt eine große Rolle.
 

Wie viele Beziehungen scheitern nach einer Abtreibung?

Statistiken zeigen, dass Partnerschaften nach einem Schwangerschaftsabbruch oft unter Druck geraten, wobei neuere Daten darauf hindeuten, dass Frauen, die abtreiben, häufig bereits in instabileren Beziehungen sind und eine höhere Trennungsrate haben als Frauen, die das Kind austragen – manche Studien sprechen von bis zu vier von fünf Partnerschaften, die scheitern, was jedoch stark von der Beziehungsqualität vor dem Abbruch abhängig ist. Während einige Paare durch die Erfahrung enger zusammenwachsen, erleben andere Distanz, insbesondere wenn die Gefühle unterschiedlich verarbeitet werden, was die Entscheidung komplex macht und die bestehende Beziehung belastet. 

Welche Langzeitfolgen kann Abtreibung haben?

2. Spätere Komplikationen nach einer Abtreibung

  • Verwachsungen im Unterleib.
  • Menstruationsstörungen.
  • Unfruchtbarkeit ohne organische Ursache.

Was ist der häufigste Grund für Unfruchtbarkeit?

Ursachen von Unfruchtbarkeit

Sperma (20 bis 35 Prozent der Paare) Eisprung (20 bis 25 Prozent) Anzahl gesunder Eizellen in den Eierstöcken (steigt mit zunehmendem Alter) Endometriose (bis zu 40 Prozent)

Wie lange darf man abtreiben?

In Deutschland darf eine Abtreibung grundsätzlich bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) nach Empfängnis straffrei durchgeführt werden, wenn eine anerkannte Beratung vorausgegangen ist; danach ist sie nur unter bestimmten medizinischen oder kriminologischen Indikationen bis zur 22. SSW möglich, wobei die medizinische Methode entscheidend ist, mit medikamentösem Abbruch bis etwa der 9. SSW und operativen Methoden länger.
 

Hat Abtreibung Einfluss auf die Fruchtbarkeit?

Ein Schwangerschaftsabbruch hat in der Regel keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und spätere Schwangerschaften; die Fruchtbarkeit kehrt meist schnell zurück, und ein neuer Zyklus beginnt unmittelbar danach, weshalb sofort wieder Verhütung wichtig ist, wenn keine erneute Schwangerschaft gewünscht ist. Seltene Komplikationen wie Infektionen oder Gebärmutterverletzungen können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, werden aber durch medizinische Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Antibiotika) minimiert, und wissenschaftliche Belege für eine verminderte Fruchtbarkeit sind rar. Das Risiko für Spätfolgen wie Frühgeburten kann bei späten Abbrüchen höher sein.
 

Wie nennt man Kinder, die abgetrieben wurden?

Umgangssprachlich wird oft auch der Begriff „Sternenkinder“ oder „Schmetterlingskinder“verwendet. Etwa jede dritte Frau ist in ihrem Leben einmal von einer Fehlgeburt betroffen. Fehlgeburten treten in der Frühschwangerschaft, das heißt bis zur 12. Schwangerschaftswoche am häufigsten auf (sogenannter Frühabort).

Wann ist eine Spättabtreibung erlaubt?

Ein Spätabbruch ist straffrei, wenn eine medizinische Indikation vorliegt – beispielsweise, wenn pränataldiagnostische Untersuchungen, die erst nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden können, Hinweise auf schwere Fehlbildungen des ungeborenen Kindes geben.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit nach einer Abtreibung keine Kinder mehr bekommen zu können?

„Insgesamt besteht nach einer Abtreibung kein erhöhtes Risiko für die Fruchtbarkeit in der Zukunft, unabhängig davon, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, solange die Abtreibung von einer zugelassenen Fachkraft durchgeführt wurde, die den Leitlinien zur Gewährleistung der Sicherheit und Gesundheit der ...

Kann man von unfruchtbar wieder fruchtbar werden?

Um unfruchtbaren Männern und ihrer Partnerin zu einem Wunschkind zu verhelfen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als eine der gängigsten Methoden in der Reproduktionsmedizin gilt die künstliche Insemination. Dabei gibt es zwei Wege: Die Insemination mit dem eigenen Samen oder mit Spendersamen.

Was passiert bei einer Abtreibung mit dem Baby?

Bei einer Abtreibung wird der Embryo bzw. Fötus durch verschiedene medizinische Verfahren aus der Gebärmutter entfernt, entweder medikamentös (durch Auslösen von Wehen und Abstoßen ähnlich einer Fehlgeburt) oder operativ (meist durch Absaugen oder Ausschaben), wobei die Methode vom Schwangerschaftsstadium abhängt, um den Herzschlag zu stoppen und das Gewebe zu entfernen. Der Vorgang ist medizinisch so gestaltet, dass er in der Regel effektiv ist und Komplikationen selten sind, wobei die genaue Vorgehensweise vom Zeitpunkt der Schwangerschaft und der gewählten Methode variiert.
 

Welche physischen Spätfolgen kann eine Abtreibung haben?

Körperliche Folgen einer Abtreibung sind meist kurzfristig und umfassen Schmerzen (ähnlich Menstruationskrämpfen), Blutungen (oft länger als eine normale Periode) sowie Übelkeit; seltene, aber ernste Risiken sind Infektionen, Verletzungen der Gebärmutter (Perforation) oder starke Nachblutungen, die medizinische Behandlung erfordern können, während langfristige Auswirkungen auf Fruchtbarkeit generell als gering eingeschätzt werden, aber Nachuntersuchungen wichtig sind. 

Sind abgetriebene Kinder Sternenkinder?

Ja, der Begriff "Sternenkinder" wird zunehmend auch für Kinder verwendet, die durch einen Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) verloren gehen, um die emotionale Bindung und den Schmerz der Eltern zu würdigen, auch wenn medizinisch zwischen Fehlgeburt, Totgeburt und Abbruch unterschieden wird. Es ist eine liebevolle Bezeichnung für Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben, um den Verlust zu benennen und Trauer zuzulassen, oft im Gegensatz zu den rein medizinischen Begriffen wie Fehlgeburt oder Totgeburt.
 

Welche Nebenwirkungen hat eine Abtreibung?

Nebenwirkungen nach einer Abtreibung sind häufig Unterleibsschmerzen, Krämpfe und Blutungen, ähnlich starken Regelschmerzen, die auch länger anhalten können (medikamentös). Seltenere körperliche Komplikationen können Infektionen, Verletzungen der Gebärmutter oder Restgewebe sein. Psychisch können Stimmungsschwankungen oder Angst auftreten, meist sind die Folgen aber nicht langfristig.