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Kann man sich Luftnot einbilden?

Gefragt von: Regine Blum-Bittner  |  Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2026
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Von psychogener Atemnot (Dyspnoe), auch unter der Bezeichnung funktionelle Atemstörung bekannt, spricht man, wenn keine körperlichen, sondern mentale Auslöser das Gefühl hervorrufen, nicht ausreichend Luft zu bekommen. Dennoch stellt die psychogene Atemnot eine nicht weniger ernst zu nehmende Bedrohung dar.

Was tun bei eingebildeter Atemnot?

Atmen Sie möglichst entspannt in den Bauch. Der Bauch wölbt sich bei der Einatmung nach außen, bei der Ausatmung geht der Bauch wieder zurück. Atmen Sie mit der Lippenbremse aus. Bleiben Sie so lange in der Stellung, bis sich Ihre Atmung beruhigt und die Atemnot gelindert hat.

Kann Atemnot psychisch sein?

Ja, Atemnot kann definitiv psychisch bedingt sein, oft ausgelöst durch Stress, Angststörungen, Panikattacken oder Depressionen, was zu flacher Atmung, Engegefühlen oder dem Gefühl zu ersticken führen kann, was wiederum die Angst verstärkt und einen Teufelskreis auslöst, aber auch körperliche Ursachen wie Asthma oder Herzerkrankungen sind möglich. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt ist wichtig, um körperliche und seelische Ursachen zu unterscheiden und die richtige Behandlung zu finden.
 

Was tun, wenn man das Gefühl hat, keine Luft zu bekommen?

Grundsätzlich sollten Sie bei akuter Luftnot schnellstmöglich eine*n Ärzt*in aufsuchen oder rufen. Kurzfristig können Ihnen folgende Tipps etwas mehr Luft verschaffen: Nehmen Sie den Kutschersitz ein. Dazu setzen Sie sich mit vorgebeugtem Oberkörper hin und legen die Unterarme auf die Oberschenkel.

Welches Medikament bei psychischer Atemnot?

Bei psychischer Atemnot (Dyspnoe) werden oft schnell wirksame Medikamente wie Benzodiazepine (z.B. Tavor), um den Angst-Atemnot-Teufelskreis zu durchbrechen, und bei Bedarf auch Opioide (in der Palliativmedizin) eingesetzt, um starke Angst und Atemnot zu lindern. Langfristig können Antidepressiva (SSRI/SNRI) helfen, Angststörungen zu stabilisieren, die Atemnot auslösen, oft in Kombination mit Psychotherapie, da sie die Ursache angehen, aber langsamer wirken und beim Absetzen Entzugssymptome verursachen können. Die Behandlung hängt stark von der Ursache ab und muss individuell ärztlich abgestimmt werden, oft kombiniert mit Atemtechniken und Psychotherapie.
 

99% Sauerstoffsättigung und trotzdem heftige Atemnot - kann das sein?

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Was hilft gegen psychosomatische Atemnot?

Psychosomatische Atemnot wird durch eine Kombination aus Psychotherapie (wie KVT), Entspannungsverfahren (Atemübungen, Yoga, Achtsamkeit) und manchmal Medikamenten behandelt, um die zugrunde liegenden psychischen Ursachen wie Angst und Stress zu adressieren, während sofortige Techniken wie die Bauchatmung und die Torwartstellung akute Beschwerden lindern können. Es ist wichtig, zunächst körperliche Ursachen auszuschließen und dann ganzheitlich die psychischen Auslöser zu bearbeiten.
 

Welches Medikament eignet sich am besten gegen Angstzustände und Atemnot?

Benzodiazepine sollten nur dann angewendet werden, wenn die Atemnot schwere Angstzustände oder Panikattacken auslöst. Benzodiazepine gelten als wirksam bei der Behandlung von Angstzuständen und Panikattacken. Daher können sie bei Personen eingesetzt werden, die Angstzustände oder Panikattacken als Hauptsymptome ihrer Atemnot angeben.

Was hilft sofort bei Luftnot?

Bei akuter Atemnot sofort Ruhe bewahren, den Notruf 112 wählen (bei schwerer Atemnot) und eine atem-erleichternde Haltung einnehmen (z.B. Kutschersitz oder mit abgestützten Armen), enge Kleidung öffnen und für Frischluft sorgen, während Sie versuchen, mit Techniken wie der Lippenbremse oder Bauchatmung die Atmung zu beruhigen, bis professionelle Hilfe eintrifft.
 

Was versteht man unter innerer Atmung?

Unter innerer Atmung versteht man die Zellatmung oder Gewebeatmung: den Stoffwechselprozess in den Körperzellen, bei dem Sauerstoff verbraucht wird, um Nährstoffe (wie Glukose) zu Kohlendioxid und Wasser umzuwandeln und dabei lebenswichtige Energie (ATP) für Körperfunktionen freizusetzen. Sie ist der biochemische Teil der Atmung, der den Gasaustausch in den Lungen (äußere Atmung) ergänzt, bei dem Sauerstoff ins Blut und Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge gelangt.
 

Wie äußert sich eine Atemdepression?

Eine Atemdepression äußert sich durch langsame, flache oder unregelmäßige Atmung, Müdigkeit, Verwirrung und blasse Haut oder bläuliche Lippen (Zyanose) durch Sauerstoffmangel, die zu Lufthunger, Engegefühl in der Brust führen kann und bis zum Atemstillstand gehen kann. Typische frühe Anzeichen sind weniger als 12 Atemzüge pro Minute, Schläfrigkeit und Konzentrationsprobleme. 

Wie erkennt man, ob Atemnot psychische Ursachen hat?

Emotionale Anspannung, Angst oder übermäßiges Nachdenken können die Atmung beeinflussen und Empfindungen wie Engegefühl in der Brust oder Atemnot hervorrufen . Treten diese Symptome regelmäßig nach Stress auf, ist häufig Angst die Ursache. Atemnot aufgrund von Angst dauert in der Regel 10 bis 30 Minuten und bessert sich, sobald sich das Nervensystem beruhigt.

Was ist stressbedingte Luftnot?

Atemnot durch Stress entsteht oft durch flachere, schnellere Atmung (Hyperventilation) und Muskelverspannungen, was ein Engegefühl in der Brust und das Gefühl „nicht genug Luft zu bekommen“ auslöst, häufig im Rahmen von Angst oder Panikattacken. Dies führt zu einem Teufelskreis aus Atemnot und Angst, der durch Stressmanagement, Entspannungstechniken wie die Bauchatmung und gegebenenfalls psychologische Unterstützung durchbrochen werden kann.
 

Für welche Emotionen steht die Lunge?

Die Lunge steht emotional hauptsächlich für Trauer, Kummer und das Loslassen, aber auch für Freiheit, Mut und Distanz; in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist sie eng mit dem Element Metall verbunden und symbolisiert Abschied nehmen sowie die Fähigkeit, sich von Vergangenem zu lösen, während sich Kummer oder Depressionen dort manifestieren können.
 

Woher weiß ich, ob Atemnot psychisch ist?

Psychische Atemnot (Dyspnoe) äußert sich durch ein Gefühl des Nicht-Genug-Luft-Bekommens, Enge in Brust/Hals, Herzrasen, Schwindel und flache/schnelle Atmung (Hyperventilation), oft begleitet von Angst, Todesangst, Panik, Zittern, Schwitzen oder Kribbeln, und kann durch Stress oder Panikattacken ausgelöst werden, wobei sich ein gefährlicher Kreisläufe aus Angst und Atemnot bilden kann. Begleitsymptome sind Konzentrationsprobleme, Übelkeit oder Muskelverspannungen, und es ist wichtig, körperliche Ursachen zuerst ärztlich abzuklären, bevor man psychische Auslöser wie Stress oder Angststörungen annimmt, die oft durch Entspannungstechniken und Psychotherapie behandelt werden können.
 

Wie sehen stille Panikattacken aus?

Stille Panikattacken sind akute Angstzustände, bei denen typische körperliche Symptome wie Herzrasen oder Atemnot fehlen oder nur sehr schwach ausgeprägt sind. Betroffene erleben intensive innere Angst und Anspannung, ohne dass diese äußerlich sichtbar wird.

Was tun, wenn man alleine ist und erstickt?

Es besteht akute Erstickungsgefahr!

  1. Notruf 112.
  2. Die betroffene Person Speiseeis oder Eiswürfel lutschen lassen, wenn sie schlucken kann.
  3. Kühlung des Halses mit kalten Umschlägen oder in Tuch eingeschlagenen Eisbeutel bzw. ...
  4. bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten.

Welche 3 Atmungen gibt es?

Dreiteilige Atmung

  1. Vorbereitung. Nimm eine bequemen Sitz- oder Liegeposition ein. ...
  2. Brustatmung. Hände auf die Brust legen. ...
  3. Flankenatmung. Wechsele die Handposition von der Brust auf die Seiten (linke und rechte Rippen). ...
  4. Bauchatmung. Wechsele die Handposition von den Flanken auf den Bauch. ...
  5. Abschluss.

Was nimmt mir die Luft zum atmen?

Beim Einatmen gelangt Sauerstoff durch die Nase oder den Mund über die Lungen ins Blut. Der Brustkorb hebt sich und vergrößert den Brustraum. Beim Ausatmen nimmt die Atemluft als Kohlendioxid den umgekehrten Weg zurück in die Welt.

Welches Organ ist für die Atmung zuständig?

Die Lunge ist das Organ in unserem Körper, das dafür sorgt, dass der lebenswichtige Sauerstoff aus der Atemluft in unser Blut gelangt. Sie liegt im Brustkorb, gut geschützt von den Rippen. Sie besteht aus einem linken und einem rechten Lungenflügel.

Was ist der Unterschied zwischen Luftnot und Atemnot?

Das Gefühl der Atemnot wird am besten mit den Worten Luftnot oder Erstickungsgefühl beschrieben und führt bei Betroffenen schnell zur Panik. Bei einer akuten Atemnot ist das Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen, deutlich stärker ausgeprägt als bei „harmloseren“ Atembeschwerden.

Welche Tabletten helfen bei Atemnot?

Gegen Atemnot helfen vor allem bronchienerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) wie kurz- und langwirksame Beta-2-Mimetika (z.B. Salbutamol bei Bedarf, Formoterol zur Dauertherapie) und Anticholinergika (z.B. Tiotropium), die meist inhaliert werden, sowie entzündungshemmendes Kortison (inhalativ oder als Tablette bei schweren Anfällen) und seltener Leukotrien-Modifikatoren wie Montelukast zur Vorbeugung. Die Behandlung hängt von der Ursache (Asthma, COPD) ab und wird vom Arzt auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt, oft als Kombinationstherapie.
 

Wie kann man Atemnot stoppen?

Atemtechniken können helfen

Laut den Studienautor:innen ist die Wirkung der Lippenbremse, der Zwerchfellatmung (Bauchatmung) sowie der Yoga-Atmung am besten belegt. Sie können die Atemnot reduzieren und die Lebensqualität von Menschen mit Asthma oder COPD nachhaltig verbessern.

Hilft zusätzlicher Sauerstoff bei Atemnot?

Sauerstofftherapie heilt zwar keine Lungenerkrankungen, ist aber eine wichtige Behandlungsmethode, die Symptome lindert und die Organfunktion verbessert. Sie bietet viele Vorteile, die zu Ihrem Wohlbefinden beitragen können, darunter weniger Atemnot , weniger Müdigkeit, besserer Schlaf und gesteigerte körperliche Aktivität.

Wie zeichnet sich Kurzatmigkeit aus?

Kurzatmigkeit ist auch unter den Begriffen Atemnot oder Luftnot bekannt. Eine Person hat zeitweise oder ständig das Gefühl, zu wenig Luft beim Atmen zu bekommen. Bei starker Luftnot haben Menschen ein beklemmendes Gefühl oder sogar die Angst, zu ersticken. Sie atmen angestrengt, das Durchatmen fällt ihnen schwer.

Welche Tabletten helfen gegen Angstzustände rezeptfrei?

Rezeptfreie Mittel gegen Angst und innere Unruhe basieren oft auf pflanzlichen Wirkstoffen wie Lavendel (z. B. Lasea), Baldrian und Passionsblume, die beruhigend wirken und bei Stress, Nervosität oder Schlafproblemen helfen können; auch Präparate mit Johanniskraut (bei leichten Depressionen) und Kombinationen wie Neurexan sind verfügbar, wobei sie in Apotheken als Tees, Tropfen, Tabletten oder Kapseln erhältlich sind, aber bei anhaltenden oder starken Beschwerden ein Arztbesuch ratsam ist, um die Ursache zu klären und eine geeignete Therapie (ggf. Psychotherapie) zu finden.