Kann man in Österreich abtreiben?
Gefragt von: Heinz-Joachim König | Letzte Aktualisierung: 26. März 2026sternezahl: 4.4/5 (10 sternebewertungen)
Ja, Abtreibung ist in Österreich erlaubt, aber an Fristen gebunden und unter bestimmten Bedingungen straffrei: Innerhalb der ersten drei Monate (Fristenregelung), bei medizinischer Indikation, bei einer drohenden ernsten Gefahr für die Mutter oder wenn die Schwangere unter 14 Jahre alt ist. Die Frau muss vorher eine ärztliche Beratung durchlaufen. Obwohl rechtlich im Strafgesetzbuch verankert, sind unter Einhaltung der Regeln die Eingriffe erlaubt und die Frau wird nicht bestraft.
Wie viel kostet Abtreiben in Österreich?
In einem privaten Ambulatorium kostet ein Schwangerschaftsabbruch zwischen 490 und 660 Euro (Stand: Juni 2025). Im Wiener Gesundheitsverbund wird nach dem jeweils aktuellen Tarif verrechnet. Das sind 417,35 Euro im Jahr 2025.
Wann darf man in Österreich abtreiben?
Seit 1975 ist der Schwangerschaftsabbruch in Österreich mit der sogenannten Fristenregelung gesetzlich geregelt. Diese besagt, dass eine Schwangerschaft innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate auf Verlangen der Frau abgebrochen werden kann.
Kann ich als Deutsche in Österreich abtreiben?
In Österreich ist es ohne einen medizinischen Grund gesetzlich erlaubt bis zur 16. Woche nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung einen Schwangerschaftsabbruch (Gestationswoche) vom Arzt durchführen zu lassen – in den meisten Kliniken erfolgt der Eingriff aber nur bis zur 12. oder 14. Woche.
In welchen Fällen darf man abtreiben?
Ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ist unter bestimmten Voraussetzungen straffrei möglich: In der Regel bis zur 12. Schwangerschaftswoche (14. SSW ab letzter Regelblutung) mit Beratungsschein (nach 3 Tagen Bedenkzeit) und ärztlicher Durchführung, oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation (z. B. Vergewaltigung, Gefahr für die Gesundheit der Frau) auch später, wobei hier meist eine ärztliche Bescheinigung ausreicht und keine Beratungspflicht besteht, aber die Durchführung durch einen Arzt erfolgt.
Hohe Kosten, wenig Angebot: Abtreibung in Österreich
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In welchem Land kann man am spätesten abtreiben?
Man kann in den Niederlanden am längsten abtreiben, legal bis zur 24. Schwangerschaftswoche, wobei in der Praxis meist bis zur 22. Woche behandelt wird, nach einer verpflichtenden Beratung und Bedenkzeit, während Frankreich (bis 14 Wochen) und Dänemark (18 Wochen) auch liberale Regelungen haben, aber kürzer sind.
Warum darf man bis zur 12. Woche abtreiben?
In Deutschland erlaubt das Gesetz einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche (eigentlich Ende der 14. SSW) nach einer verpflichtenden Beratung (§ 218a StGB), weil in dieser frühen Phase die Abwägung zwischen dem Grundrecht der Schwangeren auf Selbstbestimmung und dem Schutz des ungeborenen Lebens eine Straffreiheit ermöglicht, da das Fötus noch nicht als voll entwickelt gilt und die Risiken für die Mutter in dieser Phase geringer sind als später. Eine weitere Option besteht bei medizinischer Indikation (Gefahr für Leib/Leben der Mutter) oder kriminologischer Indikation (z.B. Vergewaltigung) auch über die 12. Woche hinaus, da hier die Notlage der Frau im Vordergrund steht.
Wie viel Geld kostet abtreiben?
Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs
Die Kosten für den eigentlichen Schwangerschaftsabbruch werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Die von Ihnen zu tragenden Kosten belaufen sich auf ungefähr 300 bis 800 € je nach Praxis, Methode und Versicherung.
Warum ist die Abtreibungsrate in Österreich so niedrig?
Außerhalb der großen Städte gibt es nur sehr wenige Abtreibungskliniken oder Krankenhäuser mit Abtreibungsmöglichkeit, was einen Schwangerschaftsabbruch in ländlichen Gebieten nahezu unmöglich macht. Abtreibungen werden nicht vom staatlichen Gesundheitssystem übernommen. Im Jahr 2000 lag die Abtreibungsrate bei 1,4 Abtreibungen pro 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren.
Ist es möglich, im Ausland abtreiben zu lassen?
Wenn ein Schwangerschaftsabbruch im eigenen Land nicht (mehr) möglich ist, können Sie auch im Ausland abtreiben lassen. Für einen Schwangerschaftsabbruch in Holland können Sie die Klinik BloemenhoveHeemstede oder die Abtreibungsklinik Amsterdam besuchen.
Kann man im 4. Monat noch abtreiben?
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch („Abtreibung“) ist bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (63. Tag) seit Beginn der letzten Monatsblutung möglich.
Wie ist die Abtreibungspolitik in Österreich?
In Österreich ist ein Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Bedingungen erlaubt, vor allem im Rahmen der sogenannten „Fristenlösung“ . Diese ermöglicht einen Abbruch ohne medizinische Indikation bis zur 12. Schwangerschaftswoche.
Wann ist eine Spättabtreibung erlaubt?
Ein Spätabbruch ist straffrei, wenn eine medizinische Indikation vorliegt – beispielsweise, wenn pränataldiagnostische Untersuchungen, die erst nach der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden können, Hinweise auf schwere Fehlbildungen des ungeborenen Kindes geben.
Wie läuft eine Abtreibung ab in Österreich?
Bei einem Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten werden Mifepriston und Misoprostol verabreicht. Mifepriston wird vor Ort im Beisein des Arztes*der Ärztin nach einem Ultraschall eingenommen. Misoprostol wird dir zusammen mit den Anweisungen zur Einnahme mit nach Hause gegeben.
Ist eine Abtreibung im 7. Monat möglich?
Nach der neuen Rechtslage ist ein Abbruch auch im 7. Bis 8. Monat möglich. Dadurch entsteht die Gefahr, daß auch ein ungewolltes, behindertes Kind eine Abtreibung überlebt.
Wo kann man in Österreich abtreiben?
Alle Krankenhäuser, die über eine gynäkologische und geburtshilfliche Abteilung verfügen, können Schwangerschaftsabbrüche nachdem 3. Schwangerschaftsmonat technisch durchführen.
Bis wann Abtreibung Österreich?
In Österreich ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft nach einer Beratung durch eine Ärztin/einen Arzt möglich (sogenannte Fristenlösung).
Wie hoch ist das Risiko bei einer Abtreibung?
Ernsthafte Komplikationen treten bei weniger als 1 Prozent der Frauen auf, die eine Abtreibung vornehmen. Der Tod nach einem Schwangerschaftsabbruch ist sehr selten.
Welches Land hat die wenigsten Abtreibungen?
Trotz der liberalen Gesetzgebung gehören die Niederlande zu den Ländern mit den wenigsten Abtreibungen weltweit (siehe Infografik). Pro 1000 Frauen wurden im Jahr 2016 8,7 Abbrüche durchgeführt.
Welche Strafe droht bei Abtreibung?
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland grundsätzlich nach § 218 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, aber in der Praxis meist strafbar, wenn er innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängnis nach einer verpflichtenden Beratung durch einen Arzt durchgeführt wird (Beratungsregelung, § 218a StGB) oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation. Wer den Abbruch durchführt (Arzt/Arzthelfer) wird härter bestraft, wenn die Schwangere nicht einwilligt oder die Regeln verletzt, während die Schwangere selbst bei der „Beratungsregelung“ nicht strafbar ist.
Kann man direkt beim Frauenarzt abtreiben?
Eine Schwangerschaft kann operativ oder mit Medikamenten abgebrochen werden („Abtreibung“). Der operative Schwangerschaftsabbruch (Absaugung) wird in der Regel ambulant in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt.
Was kostet die Tablette zum Abtreiben?
Abtreibungspille: Kosten
Allgemein gilt: Die Kosten für einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch (egal, ob mit Tabletten oder per Absaugung) liegen zwischen 350 und 600 Euro. Dabei kostet eine medikamentöse Abtreibung weniger als ein instrumenteller Abbruch.
Wann ist es zu spät, um abzutreiben?
Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
Hat ein Embryo Schmerzen bei Abtreibung?
Diese neue Studie deutet darauf hin, dass Föten auch nach 20 Wochen, dem Zeitpunkt, bis zu dem in den meisten Ländern ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden darf, noch keinen Schmerz empfinden.
Was passiert mit dem Baby bei einer Abtreibung?
Bei einer Abtreibung wird der Embryo bzw. Fötus durch verschiedene medizinische Verfahren aus der Gebärmutter entfernt, entweder medikamentös (durch Auslösen von Wehen und Abstoßen ähnlich einer Fehlgeburt) oder operativ (meist durch Absaugen oder Ausschaben), wobei die Methode vom Schwangerschaftsstadium abhängt, um den Herzschlag zu stoppen und das Gewebe zu entfernen. Der Vorgang ist medizinisch so gestaltet, dass er in der Regel effektiv ist und Komplikationen selten sind, wobei die genaue Vorgehensweise vom Zeitpunkt der Schwangerschaft und der gewählten Methode variiert.
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