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Kann man eine Abtreibung einklagen?

Gefragt von: Walter Henkel  |  Letzte Aktualisierung: 7. Februar 2026
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Nein, eine Abtreibung kann man nicht einfach einklagen, da die Entscheidung bei der schwangeren Frau liegt und sie rechtlich nicht zu einem Abbruch gezwungen werden kann, aber auch nicht dazu gezwungen werden kann, die Schwangerschaft auszutragen; allerdings können Väter versuchen, über das Vormundschaftsgericht eine Kindeswohlgefährdung geltend zu machen, was aber nicht zu einem generellen Verbot führt, und Ärzte können sich aus Gewissensgründen weigern, sind aber verpflichtet, über die Möglichkeit einer Beratung aufzuklären, wie die Website der Bundeszentrale für politische Bildung zeigt.

Kann man gegen Abtreibung klagen?

Wird das Vormundschaftsgericht ueber den geplanten Schwangerschaftsabbruch in Kenntnis gesetzt, z.B. durch eine Anzeige seitens des Vaters, kann es gemaess §1666 BGB, Gefaehrdung des Kinderwohls, gegen die beabsichtigte Abtreibung vorgehen und in der letzten Konsequenz sogar den Schwangerschaftsabbruch untersagen.

Hat man ein Recht auf Abtreibung?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland für alle Beteiligten straffrei, wenn er nach der Beratungsregelung erfolgt (§ 218a Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB)) oder wenn es einen medizinischen oder kriminologischen Grund für den Abbruch gibt (§ 218a Absatz 2 und 3 StGB).

Hat der Vater ein Recht auf Abtreibung?

Rechtlich gesehen darf eine Schwangere weder zu einem Abbruch noch zum Austragen der Schwangerschaft gezwungen werden. Selbst als werdender Vater hast du kein Entscheidungsrecht, obwohl du in besonderer Weise betroffen bist.

Können Ärzte eine Abtreibung ablehnen?

Ärztinnen und Ärzte können nicht gezwungen wer- den, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen oder ihn zu unterlassen. “

Schwangerschaftsabbruch: Was Ärzte nicht sagen dürfen | Quarks Exklusiv

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Was tun, wenn der Arzt die Behandlung verweigert?

Was können Sie tun, wenn der Arzt die Behandlung verweigert? Handelt es sich um eine Notfallsituation und Ihr Arzt lehnt die Behandlung trotzdem ab, verstößt er gegen die Behandlungspflicht. Sie haben hier die Option, eine Beschwerde bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung bzw. Ärztekammer einzureichen.

Wer entscheidet, ob man abtreiben darf?

Die Entscheidung, ob Sie Ihre Schwangerschaft abbrechen lassen, liegt allein bei Ihnen. Diese höchstpersönliche Entscheidung kann und darf niemand anderes für Sie treffen. Schwangerschaftsabbrüche werden in verschiedenen Kulturen und Religionen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Welche Strafe droht für Abtreibung?

Strafgesetzbuch (StGB) § 218 Schwangerschaftsabbruch

(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Wie viele Frauen bereuen ihren Schwangerschaftsabbruch?

Die meisten Studien zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Frauen einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereut; oft empfinden sie Erleichterung, wobei Langzeitstudien (wie die "Turnaway Study" aus den USA) zeigen, dass über 95 % der Frauen ihre Entscheidung als richtig bewerten, selbst Jahre später, während eine kleinere Gruppe (ca. 6 %) negative Emotionen erlebt und eine bessere Unterstützung wünscht. 

Ist der Schwangerschaftsabbruch ein Menschenrecht?

Nein, tatsächlich hat kein internationales oder regionales Menschenrechtsgremium jemals festgestellt, dass Schwangerschaftsabbrüche mit den Menschenrechten, einschließlich des Rechts auf Leben, unvereinbar sind.

Unter welchen Bedingungen darf man abtreiben?

In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich strafbar, bleibt aber unter bestimmten Bedingungen straffrei: Innerhalb der ersten 12 Wochen nach Empfängnis nach vorgeschriebener Konfliktberatung (mit 3 Tagen Wartefrist) und ärztlicher Durchführung, oder wenn eine medizinische Indikation (Gefahr für das Leben/Gesundheit der Schwangeren) oder eine kriminologische Indikation (Schwangerschaft nach Vergewaltigung) vorliegt, die auch über die 12-Wochen-Frist hinaus gelten kann. 

Wann ist die Spättabtreibung?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Was tun bei ungewollter Schwangerschaft?

Bei einer ungewollten Schwangerschaft solltest du dich umgehend an eine ärztliche Beratungsstelle (z.B. Pro Familia, AWO) oder deinen Gynäkologen/ Hausarzt wenden, um alle Optionen (Schwangerschaftsabbruch, Austragen mit Unterstützung) zu besprechen und einen notwendigen Beratungsschein zu erhalten; auch anonyme Hilfe gibt es beim Hilfetelefon 0800 40 40 020. Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich und ergebnisoffen, um dir bei der Entscheidungsfindung zu helfen, bevor du ggf. eine Abtreibung in Betracht ziehst, die in Deutschland meist innerhalb der ersten 12 Wochen straffrei möglich ist.
 

Was ist der häufigste Grund für Abtreibungen?

100 % der Frauen, die in einem Schwangerschaftskonflikt aufgrund von Einflussnahme durch Familie, Arbeitgeber oder andere Personen standen, 74 % der Frauen in finanzieller Not und 73 % der Frauen mit Problemen in der Partnerschaft, also alles äußere Faktoren, aufgrund derer eine Frau über eine Abtreibung nachdachte, ...

Hat der Mann Mitspracherecht bei einer Abtreibung?

Entscheid für Abtreibung Väter haben kein Mitspracherecht bei Schwangerschaftsabbrüchen. Ein Kindsvater klagte bis vor Bundesgericht. Doch dieses hält fest: Der Mann ist nicht zur Klage berechtigt.

Wie ist die Rechtslage in Deutschland für Schwangerschaftsabbruch?

In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch (§ 218 StGB) grundsätzlich rechtswidrig, bleibt aber unter bestimmten Bedingungen straffrei: nach einer Pflichtberatung innerhalb der ersten 12 Wochen (ca. 14. SSW), bei einer medizinischen oder kriminologischen (z.B. Vergewaltigung) Indikation. Bei der Beratungsregelung muss eine Wartezeit von mindestens drei Tagen zwischen Beratung und Eingriff eingehalten werden, und die Frau benötigt eine Bescheinigung. Trotz der Strafbarkeit gibt es eine Debatte über eine mögliche Legalisierung, um die "Grauzone" zu beenden, wobei Ärzte ein Recht haben, die Durchführung abzulehnen.
 

Welche Frauen treiben am meisten ab?

Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen nach Altersgruppen in Deutschland (1996-2023) Am häufigsten werden Schwangerschaftsabbrüche bei 25- bis 29-jährigen Frauen vorgenommen, gefolgt von den 30- bis 34-jährigen Frauen.

Ist Abtreibung moralisch vertretbar?

Die moralische Vertretbarkeit von Abtreibungen ist eine tief gespaltene Frage, die ethische Positionen, religiöse Überzeugungen, rechtliche Rahmenbedingungen und persönliche Autonomie gegeneinander abwägt, wobei Befürworter die Selbstbestimmung der Frau betonen und Gegner das Recht auf Leben des ungeborenen Kindes schützen wollen, wobei Gesetze (wie in Deutschland) oft versuchen, einen Kompromiss durch Beratungs- und Fristenregelungen zu finden. Es gibt keinen universellen Konsens, da der Wert des embryonalen Lebens gegen das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden der Frau abgewogen werden muss. 

Wie viele Beziehungen scheitern nach einer Abtreibung?

Statistiken zeigen, dass Partnerschaften nach einem Schwangerschaftsabbruch oft unter Druck geraten, wobei neuere Daten darauf hindeuten, dass Frauen, die abtreiben, häufig bereits in instabileren Beziehungen sind und eine höhere Trennungsrate haben als Frauen, die das Kind austragen – manche Studien sprechen von bis zu vier von fünf Partnerschaften, die scheitern, was jedoch stark von der Beziehungsqualität vor dem Abbruch abhängig ist. Während einige Paare durch die Erfahrung enger zusammenwachsen, erleben andere Distanz, insbesondere wenn die Gefühle unterschiedlich verarbeitet werden, was die Entscheidung komplex macht und die bestehende Beziehung belastet. 

Kann man im 4. Monat abtreiben?

Das bedeutet, dass eine Schwangerschaft innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate ohne Vorliegen eines medizinischen Grundes abgebrochen werden kann. Voraussetzung ist, dass vor dem Abbruch ein Aufklärungsgespräch stattfindet und der Abbruch von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt wird.

Kann ein Schwangerschaftsabbruch verweigert werden?

Ja, eine Abtreibung kann in Deutschland abgelehnt werden – sowohl von der schwangeren Person selbst (die Entscheidung liegt bei ihr) als auch von Ärzten oder Einrichtungen aus Gewissensgründen, obwohl es gesetzliche Vorgaben gibt, die den Zugang sicherstellen sollen, aber auch eine Pflicht zur Beratung und Fristen (meist 12 Wochen nach Empfängnis) gelten. Ärzte können den Eingriff ablehnen, aber Einrichtungen müssen oft andere Ärzte vermitteln, um die Versorgung zu gewährleisten. 

Wie viel kostet abtreiben?

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch in Deutschland liegen meist zwischen 300 und 800 Euro, abhängig von Methode (medikamentös günstiger) und Narkose, aber sie können bei geringem Einkommen von der Krankenkasse übernommen werden, wenn ein Antrag gestellt wird, oder bei medizinischer/kriminologischer Indikation erstattet werden, oft nur mit Gesundheitskarte. 

Kann ein Frauenarzt eine Abtreibung ablehnen?

Das Gesetz stellt es Ärztinnen und Ärzten frei, ob sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen oder nicht. So steht es in Paragraf 12 Absatz 1 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes: "Niemand ist verpflichtet, an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken."

Bis wann darf man spätestens abtreiben?

Spätabtreibungen sind in Deutschland bis zur 22. Schwangerschaftswoche (SSW) nach § 218a Abs. 4 StGB erlaubt, wenn eine ärztlich festgestellte Indikation (z.B. eine schwerwiegende Beeinträchtigung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Schwangeren) vorliegt und eine Beratung stattgefunden hat. Der Abbruch wird dann als Geburt eingeleitet, oft mit vorherigem Fetozid (Herzstillstand), um ein Überleben zu verhindern.
 

Wo melde ich mich, wenn ich abtreiben will?

Die Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO sind gesetzlich anerkannte Beratungsstellen nach § 219 Strafgesetzbuch (StGB) und § 5 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG). Wenn Sie eine Schwangerschaft abbrechen lassen möchten, brauchen Sie einen Beratungsschein von einer solchen staatlich anerkannten Beratungsstelle.